Mather / Douglas / Roberts | Romana Exklusiv Band 329 | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 329, 384 Seiten

Reihe: Romana Exklusiv

Mather / Douglas / Roberts Romana Exklusiv Band 329


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7337-4895-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 329, 384 Seiten

Reihe: Romana Exklusiv

ISBN: 978-3-7337-4895-1
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



HAZIENDA DER VERBOTENEN LEIDENSCHAFT von ANNE MATHER
Auf einer luxuriösen Hazienda am Golf von Mexiko lernt Caroline den geheimnisvollen Luis de Montejo kennen - und lieben. Mit jedem Tag lässt er ihr Herz höherschlagen. Bis sie plötzlich erfährt, dass er ein Priesterseminar besucht. Ist der Mann ihrer Träume auf ewig unerreichbar?
BLEIBT DEIN HERZ IN AUSTRALIEN? von MICHELLE DOUGLAS
Auf einer romantischen Bootstour zeigt Kate dem faszinierenden Engländer Simon die Schönheit der australischen Küste. Und während die Delfine hoch aus dem Wasser springen, schlägt auch Kates Herz höher. Doch sie weiß: Er ist ein echter Lord, den die Pflicht bald für immer nach Hause zurückruft ...
LOCKENDE STERNE DER KARIBIK von PENNY ROBERTS
Auf der Trauminsel Curaçao begegnet Athena dem Abenteurer Dylan Harris. Gemeinsam tauchen sie im kristallklaren Wasser nach einem Schatz, bis ein Sturm sie zwingt, auf eine einsame Insel zu flüchten. Am samtschwarzen Himmel der Karibik locken die Sterne zu einer Nacht der Liebe ...



Ich habe schon immer gern geschrieben, was nicht heißt, dass ich unbedingt Schriftstellerin werden wollte. Jahrelang tat ich es nur zu meinem Vergnügen, bis mein Mann vorschlug, ich solle doch meine Storys mal zu einem Verlag schicken - und das war's. Mittlerweile habe ich über 140 Romances verfasst und wundere mich manchmal, wie schnell alles ging. Obwohl ich als Kind und auch als Teenager praktisch ständig geschrieben habe, habe ich keine Story wirklich beendet. Wenn mein Zimmer zu chaotisch aussah, kam meine Mutter herein, sammelte alle bekritzelten Blätter ein und warf sie in den Müll. So kam es, dass das Buch, das ich verfasste, als meine Tochter ein Baby war, das erste Werk war, das ich tatsächlich abschloss. Ich fand es schwierig, zwischen dem Haushalt und dem Kind genug Zeit zu finden und schrieb in jeder freien Minute auf ein Stück Papier - nicht gerade professionell, aber so war es halt damals. Mittlerweile sind meine beiden Kinder erwachsen, und ich habe zwei entzückende Enkel, die vier und sechs Jahre alt sind.

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1. KAPITEL

Nachdenklich blickte Caroline durch das schmutzige Fenster des Hotels in Las Estadas in den strömenden Regen hinaus. Eigentlich war es verrückt von ihr gewesen, hierherzukommen. Aber ihr Leben in England war ihr plötzlich so leer erschienen, und so hatte sie es als Herausforderung betrachtet, nach Mexiko zu gehen. Allerdings fragte sie sich, warum man sich ausgerechnet für sie entschieden hatte. Sie hatte englische Literatur und Geschichte studiert und noch nie als Privatlehrerin gearbeitet. Einige andere Bewerberinnen hätten sich viel besser für den Job geeignet.

Die Chance, eine Zeit lang im Land der Azteken und der Nachfahren von Montezuma und Cortes zu arbeiten, war wirklich einmalig. Vermutlich waren die meisten Interessentinnen jedoch nicht bereit gewesen, in ein abgelegenes Dorf im Norden der Halbinsel Yucatán zu reisen. Im Wartebereich des Hotels in London, wo die Vorstellungsgespräche stattfanden, hatte sie sich mit einigen von ihnen unterhalten, und die meisten waren davon ausgegangen, dass sie in Mexiko City arbeiten würden.

Sie hingegen hatte es nicht abgeschreckt, weil sie schon einiges über Mexiko wusste – oder es zumindest geglaubt hatte. Die Vorstellung, in der Nähe der alten Mayastadt Chichén Itzá zu leben, hatte sie zusätzlich gereizt. Aber nun, da sie in dem schäbigen Hotel Hermosa wartete, wurde Caroline erst richtig bewusst, worauf sie sich eingelassen hatte. Hätte sie nach Mérida zurückkehren können, ohne dass jemand davon erfuhr, wäre sie sofort abgereist.

Sie konzentrierte sich wieder auf den Ausblick. Der starke Regen hatte die unbefestigte Straße in eine Schlammpiste verwandelt, und die ohnehin heruntergekommenen Gebäude auf der anderen Seite wirkten bei diesem Wetter noch trister. Dies war nicht das Mexiko, das sie sich vorgestellt hatte, ein ebenso farbenfrohes wie geschichtsträchtiges Land mit wunderschönen historischen Bauwerken. Offenbar hatte Las Estadas nicht vom Ölboom der Siebzigerjahre profitiert, denn hier herrschten Armut und Elend.

Caroline wandte sich vom Fenster ab und ließ den Blick durch das schmuddelige kleine Zimmer schweifen, das nur mit einem einfachen Metallbett, einem Flickenteppich, einem wackeligen Tisch und ebensolchen Stuhl und einem winzigen Waschbecken ausgestattet war. Anscheinend hatte man hier länger nicht mehr gründlich sauber gemacht, doch sie war am Abend so müde gewesen, dass es sie nicht gekümmert hatte. Das Frühstückstablett mit Tortillas und einer Kanne Kaffee stand immer noch auf dem Tisch.

Als es klopfte, verspannte sie sich. „Wer ist da?“, rief sie und atmete erleichtert auf, als Señor Allende den Kopf zur Tür hereinsteckte.

„Ihnen nicht schmecken?“, erkundigte er sich.

Der Hotelbesitzer war sehr dick, und als er das Zimmer betrat, wurde ihr übel, weil er nach Schweiß und Tequila roch.

„Ah, Sie nicht essen!“, rief er beim Anblick des Tabletts. „Mögen Sie nicht, Señorita? Maria soll etwas anderes machen?“

„Danke, nein.“ Energisch schüttelte Caroline den Kopf. „Ich … habe keinen Hunger. Was hatte Señor Montejo gesagt, wann er kommen wollte?“

„Señor Montejo sagen, er kommen gegen Mittag“, erwiderte der Mexikaner nachdenklich, während er sich über den schwarzen Schnurrbart strich und sie auf beunruhigende Weise musterte. „Das Wetter – Sie verstehen? Er deswegen spät.“

Seine Worte deprimierten sie noch mehr. „Heißt das, die Straßen sind vielleicht unpassierbar?“

Er nickte. „Möglich.“ Dann lächelte er, sodass sie seine nikotingefärbten Zähne sehen konnte. „Aber keine Sorge, Señorita. José …“ Er tippte sich auf die Brust. „José auf Sie aufpassen, bis Señor Montejo kommen.“

„Ja.“

Caroline rang sich ein Lächeln ab. Sie wollte nicht noch eine Nacht in dieser Absteige verbringen, zumal Señor Allende zunehmend aufdringlicher erschien. Da jedoch Esteban de Montejo das Zimmer für sie gebucht hatte, gab es vermutlich kein besseres Hotel in Las Estadas.

„Warum Sie nicht warten unten in mein Büro?“ Der Hotelbesitzer nahm eine Zigarre aus seiner Westentasche, biss das Ende ab und spuckte es auf den Boden. „Wir zusammen was trinken.“

Beinah hätte sie angewidert das Gesicht verzogen. Glaubte dieser Mann allen Ernstes, sie würde sich gern mit ihm zusammensetzen? Hätte sie sich nicht so fremd und allein gefühlt, dann hätte sie laut gelacht. Sie wich einen Schritt zurück und schüttelte höflich, aber bestimmt den Kopf.

„Nein, vielen Dank“, sagte sie forsch. „Ich bleibe hier. Von meinem Fenster aus habe ich die Straße im Blick. Außerdem möchte ich Ihnen keine Umstände machen.“

„Sind keine Umstände!“ Señor Allende gestikulierte lebhaft. „Kommen Sie.“ Dann streckte er ihr die Hand entgegen. „Unten viel besser.“

„Nein!“, entgegnete sie scharf. „Ich möchte lieber allein sein. Bitte gehen Sie …“

Er zuckte die Schultern und kniff die Augen zusammen. „Okay. Wie Sie wollen“ Dann verließ er den Raum und schloss die Tür hinter sich.

Erleichtert atmete Caroline auf und ging wieder zum Fenster. Komplikationen dieser Art waren das Letzte, was sie jetzt gebrauchen konnte. Wenn Señor Montejo doch endlich kommen würde!

Nachdenklich blickte sie auf die Veranda des Hauses gegenüber und überlegte, was sie eigentlich von ihrem neuen Arbeitsplatz erwartete. Wie mochte das Haus sein? Und was war Señor Montejo für ein Mensch? Vielleicht war es ein Fehler gewesen, sich auf eine einmonatige Probezeit einzulassen, denn womöglich würde sie schon nach einem Tag wieder abreisen wollen.

In London war alles so verlockend erschienen. Señora Garcia, die die Bewerbungsgespräche geführt und eine Privatlehrerin für ihre achtjährige Enkelin gesucht hatte, machte einen vermögenden Eindruck. Sie trug teure Designersachen und exklusiven Schmuck und strahlte die für die Oberschicht so typische Selbstsicherheit aus. Caroline war davon ausgegangen, dass ihr Schwiegersohn genauso wohlhabend war. Aber vielleicht hatte ihre Tochter auch unter ihrem Stand geheiratet, und Señor Montejo war ein ähnlicher Typ wie Señor Allende …

Gegen Mittag brachte ihr die mollige Köchin Maria ein Tablett mit einem Teller Suppe und Maisbrot und teilte ihr, bevor sie ging, in gebrochenem Englisch mit, Señor Montejo habe angerufen und sei immer noch unterwegs. Caroline versuchte ihre Enttäuschung zu verdrängen und zwang sich, das Brot und einige Löffel von der fettigen Suppe zu essen. Danach setzte sie sich wieder ans Fenster und blickte in den Regen hinaus.

Der Nachmittag verging, und sie wurde immer nervöser. Wo steckte Señor Montejo bloß? Waren die Straßenverhältnisse wirklich so schlecht, dass er sich so viel verspätete?

Caroline wurde aus ihren Gedanken gerissen, als plötzlich die Tür aufging. Erschrocken sprang sie auf und sah Señor Allende auf der Schwelle stehen. Er hatte eine offene Tequila-Flasche in der Hand und schwankte merklich.

„Hola, señorita!“, begrüßte er sie, bevor er die Flasche ansetzte und einen kräftigen Schluck trank. „Vielleicht Sie jetzt mit José was trinken?“

Sie war alarmiert, zwang sich aber, Ruhe zu bewahren. „Ich trinke nicht, Señor Allende“, erklärte sie, während sie ihm tapfer in die Augen blickte. Sie war sicher viel sportlicher und mit ihren einsachtundsechzig auch gut einen halben Kopf größer als er.

„Sie … nicht trinken“, wiederholte er lallend. „Doch … hier, nehmen Sie Schluck … Tequila sehr gut.“

Mit schweren Schritten kam er auf sie zu und streckte ihr dabei die Flasche entgegen, woraufhin Caroline angewidert zur Seite wich.

„Bitte, Señor Allende, ich will nicht!“, protestierte sie, während sie hinter das Bett flüchtete, doch er folgte ihr schwer atmend.

„Trinken Sie …“, beharrte er und befeuchtete sich die Lippen.

Allmählich geriet sie in Panik, weil ihr klar war, dass sie sich nicht vor ihm retten konnte, ohne sich zur Wehr setzen zu müssen. Sie stand jetzt zwischen Bett und Wand und wusste nicht, wohin sie fliehen sollte. Ohne nachzudenken, sprang sie dann auf die Matratze. Aber der Hotelbesitzer war beweglicher, als sie vermutet hatte. Brutal packte er sie am Knöchel, sodass sie unsanft aufs Bett fiel.

Da sie zuerst keine Luft bekam, lag sie sekundenlang wie benommen da. Als ihr dann bewusst wurde, dass er neben sie aufs Bett kletterte, drehte sie sich blitzschnell auf den Rücken und versetzte ihm einen gezielten Tritt. „Verschwinde, du Mistkerl!“, rief sie in Panik und hörte, wie er laut stöhnte. Hastig sprang sie vom Bett und stürzte zur Tür, wo sie mit jemandem zusammenstieß.

Um nicht das Gleichgewicht zu verlieren, umfasste der Mann ihre Schultern. In der Annahme, es sei ein Freund von Señor Allende, zog Caroline blitzschnell das Knie an, um ihn auch außer Gefecht zu setzen. Doch er hielt sie davon ab, indem er sie herumdrehte und ihre Arme umklammerte.

„Basta!“, rief er mit einem ärgerlichen Unterton, bevor er den Blick zu dem Hotelbesitzer schweifen ließ, der sich gerade vom Bett aufrappelte. Und während sie sich in seinem Griff wand, fuhr er auf Englisch an diesen gewandt fort: „Was ist hier los, Allende? Haben Sie die Frau belästigt?“

Er sprach mit leichtem Akzent, aber der Klang seiner Stimme war sehr kultiviert. Seine Worte und der verächtliche Unterton führten ihr sofort vor Augen, dass der Fremde kein Saufkumpan von Señor Allende war. Wenige Sekunden später ließ er sie los, und sie hörte auf, sich zu wehren.

...



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