Buch, Deutsch, Band 13, 258 Seiten, Format (B × H): 233 mm x 155 mm, Gewicht: 411 g
Empirisch-soziologische Begründung und kriminalpolitische Folgerungen
Buch, Deutsch, Band 13, 258 Seiten, Format (B × H): 233 mm x 155 mm, Gewicht: 411 g
Reihe: Studien und Beiträge zum Strafrecht
ISBN: 978-3-16-155325-7
Verlag: Mohr Siebeck
In der deutschen Strafzweckdiskussion wird Vergeltung heute meist als archaisch abgelehnt, ihre wenigen Befürworter argumentieren philosophisch. Tobias Andrissek begründet sie dagegen empirisch, indem er Studien aus der Evolutionsbiologie, der Verhaltenspsychologie und der Hirnforschung heranzieht. Er kommt zu dem Ergebnis, dass es tief verwurzelte menschliche Vergeltungsbedürfnisse gibt, die der Staat befriedigen darf und muss, um für Rechtsfrieden zu sorgen und seine Autorität zu sichern. Vergeltung ist damit kein Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck. Für die Kriminalpolitik ergeben sich mehrere Folgen: Der Gesetzgeber sollte die zugrundeliegenden konkreten Gerechtigkeitsintuitionen durch kriminologische Schwereforschung ermitteln, Strafhöhen sowie Strafzumessungskriterien danach ausrichten und insgesamt präziser fassen. Präventive Erwägungen sind dagegen nur zulässig, um die geeignete Art der Strafe zu bestimmen.