Barnowski-Geiser Vater, Mutter, Sucht (Fachratgeber Klett-Cotta, Bd.)
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-608-20261-8
Verlag: Klett-Cotta
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Wie erwachsene Kinder suchtkranker Eltern trotzdem ihr Glück finden
E-Book, Deutsch, 140 Seiten
Reihe: Fachratgeber Klett-Cotta
ISBN: 978-3-608-20261-8
Verlag: Klett-Cotta
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Kinder von suchtkranken Eltern finden wenig Beachtung. Die Sucht von Vater oder Mutter ist tabu, das Leiden der Kinder ist tabu. Hier erzählen Erwachsene aus Suchtfamilien freimütig von ihren Erfahrungen. Zahlreiche Anregungen und Übungen helfen Betroffenen, ihren Platz im Leben neu zu finden.
Vater, Mutter, Kind: Dieses alte Kinderspiel erfährt in Familien mit Suchtkranken eine tragische Abwandlung. Die Sucht nimmt den Platz ein, der eigentlich den Kindern zusteht. Die Sorge um das Rauschmittel verdrängt die Sorge für die Kinder.
Viele Menschen aus Suchtfamilien leiden lebenslang darunter, ohne sich je auszusprechen. Die Autorin durchbricht mit diesem Buch das Schweigen. Sie lässt Betroffene zu Wort kommen und sie zeigt die besonderen Stärken und Schwächen erwachsener Suchtkinder. Mit einem differenzierten Selbsttest
und vielen Übungen können sie mehr über sich, ihre Rolle im Leben und ihre Ressourcen erfahren. So können Betroffene Verständnis für ihre Gefühle, ihr Verhalten und ihre Nöte entwickeln und ihre Probleme konstruktiv angehen.
Mit vielen Übungen und Anregungen zur Befreiung aus der Suchtfamilie und ihren Rollenzuschreibungen
Autoren/Hrsg.
Fachgebiete
- Sozialwissenschaften Psychologie Psychotherapie / Klinische Psychologie Suchttherapie
- Sozialwissenschaften Psychologie Psychotherapie / Klinische Psychologie Familientherapie, Paartherapie, Gruppentherapie
- Sozialwissenschaften Soziologie | Soziale Arbeit Soziale Arbeit/Sozialpädagogik
- Medizin | Veterinärmedizin Medizin | Public Health | Pharmazie | Zahnmedizin Medizinische Fachgebiete Psychiatrie, Sozialpsychiatrie, Suchttherapie
Weitere Infos & Material
1;Vater, Mutter, Sucht;1
2;Schnelleinstieg;6
3;Inhalt;7
4;1. Einleitung: Über dieses Buch und meine Motivation, es zu schreiben;12
5;2. Was Betroffene selbst erzählen;17
5.1;2.1 Gesichter der Suchtkindheit;19
5.1.1;»Ich glaube nicht, dass sie mir etwas Schlimmes getan haben!« Herr B., 42 Jahre, Sohn einer tablettenabhängigen Mutter;19
5.1.2;»… Du sehnst dich wie bekloppt nach Liebe …« Frau S., 29 Jahre, Tochter einer drogenabhängigen Mutter;22
5.1.3;»Ich sehe mich mit ihren kontrollierenden Blicken …« Herr E., 32 Jahre, Sohn einer magersüchtigen Mutter;25
5.1.4;»Alle taten, als gäbe es das nicht!« Frau A., 32 Jahre, Tochter alkoholabhängiger Eltern;27
5.1.5;»Eigentlich ging es nie um mich …!« Herr B., 27 Jahre, Sohn eines arbeitssüchtigen Vaters;29
5.1.6;»Morgen kommt die Million!« – »Wenn ich nicht weiß, wer mein Vater wirklich war – Wer bin dann ich?« Frau T., 61 Jahre, Tochter eines spekulationssüchtigen Vaters;31
5.2;2.2 Suchtkinder zwischen Abschied und Neuanfang;38
5.2.1;»Da war ich mir zum ersten Mal wichtiger als die anderen!« Frau N., 22 Jahre, Tochter eines alkoholkranken Vaters und einer an Borderline erkrankten tablettenabhängigen Mutter /
Heimunterbringung
auf eigenen Wunsch
;39
5.2.2;»Für mich bist du einfach mein Papa, den ich lieb hab!« Nana, 24 Jahre, Tochter eines verstorbenen alkoholerkrankten Vaters. Brief, den sie als 16-Jährige verfasste.
;42
5.2.3;»Trotz-dem! … Ich muss nach oben!« Frau D., 53 Jahre, Tochter einer mehrfach belasteten Familie, lebte nach Trennung der Eltern zeitweise auf der Straße
;45
6;3. Niemand ist alleine krank – der Ort Suchtfamilie;52
6.1;Wenn der Satz »Es ist nichts!« das Leben bestimmt – der »Nicht-Ort«;53
6.2;Verschworen und gepanzert – Familie in der Festung;54
6.3;Zwischen Gipfelflug und Absturz – der Extrem-Ort;55
6.4;Zwischen Chaosclub und Kontrolltreff – von Sodom und Gomorrha;57
6.5;Zusammenleben als Kampf – in der Familien-Arena;58
6.6;Die endlose Suche nach Liebe – Suchtfamilien als Brutstätten der Sehnsucht;60
7;4. Die sieben Stärken und die sieben Wunden erwachsener Suchtkinder;62
7.1;4.1 Die Kraft des Dennoch – die sieben Stärken der Suchtkinder;62
7.1.1;Ich schaffe das! – Belastbarkeit;63
7.1.2;Ich gebe nicht auf! – Durchhaltevermögen;64
7.1.3;Ich stehe zu dir! – Treue;64
7.1.4;Ich komme mit allen gut zurecht! – Soziale Kompetenz;65
7.1.5;Ich kann mich gut in andere einfühlen! – Feinfühligkeit;66
7.1.6;Ich bin schnell und flexibel! – Managerqualitäten;67
7.1.7;Um mich herum sind alle gut drauf! – Stimmungsexperten;68
7.2;4.2 Auf den Spuren des Tabus – Die sieben Wunden der Suchtkinder;69
7.2.1;Die Wunde der Täuschung – »Es ist doch gar nichts!«;69
7.2.2;Die Wunde der Isolation – Wie es innen aussieht, geht niemanden etwas an!;73
7.2.3;Die Wunde der Gefühlsüberschwemmung – Taumel zwischen Schuld und Sehnsucht;74
7.2.4;Die Wunde der Verstrickung – Suchtkinder im Sog der Abhängigkeiten;79
7.2.5;Die Wunde der Leere – von Beziehungsjunkies und Beziehungsabstinenten;81
7.2.6;Die Wunde der Heimatlosigkeit – von der unendlichen Suche der Suchtkinder;85
7.2.7;Die Wunde der Entwertung – wenn alles ver-rückt!;91
7.2.8;»Ich muss stockdumm sein!« – wie Wertungen beim Lernen stören;93
8;5. Die Masken des Tabus – Leinwandhelden auf der Bühne des Lebens;95
8.1;5.1 Selbsttest: Meine Rolle – Meine Sehnsucht;96
8.1.1;Hinweis zu den Ergebnissen:;101
8.2;5.2 Suchtkinder spielen eine Rolle … für ihre Eltern!;102
8.2.1;Pippi Langstrumpf;103
8.2.2;Superman;105
8.2.3;Miss Marple;107
8.2.4;Robin Hood;108
8.2.5;Mary Poppins;110
8.2.6;Mutter Teresa;111
8.2.7;Otto;113
8.2.8;Mowgli;115
9;6. Sieben Schritte zu einem glücklicheren Leben;117
9.1;6.1 Glück – was die Hirnforschung sagt;117
9.2;6.2 Das AWOKADO-7-Schritte-Programm;120
9.2.1;Vor dem Start;121
9.2.2;Der 1. Schritt: Achtsamkeit;122
9.2.3;2. Schritt: Schutzräume erschaffen;124
9.2.4;3. Schritt: Die Belastung und die Stärken würdigen;126
9.2.5;4. Schritt: Boden und Standpunkt finden;128
9.2.6;5. Schritt: Sich öffnen;130
9.2.7;6. Schritt: Ausdruck;132
9.2.8;7. Schritt: Verbindung suchen;133
9.2.9;Programm beendet? Geschafft!?;134
9.3;6.3 Das AWOKADO-Stärkungs-Ritual;135
10;Zum guten Schluss;137
11;Literatur;139
12;Informationen zur Autorin;143
Das AWOKADO-Konzept
Mehr als zehn Jahre lang arbeitete Dr. Waltraut Barnowski-Geiser mit Kindern und Erwachsenen aus Suchtfamilien und führte zugleich im Rahmen eines wissenschaftlichen Forschungsprojektes Befragungen und Interviews durch. Ihre Fragestellung: Was hilft „Suchtkindern“, ihr Leben zum Positiven zu verändern? Die Ergebnisse ihrer Studie und Befragungen mündeten im AWOKADO-Konzept. Dieses Konzept geht über psychoedukative Arbeit hinaus: Im AWOKADO-Konzept wird, resilienzfördernd und ressourcenorientiert, das Erleben Langzeit-Betroffener fokussiert unter Einbeziehung der Systemperspektive. Ziel ist eine nachhaltige Verbesserung der Art und Weise „In der Welt zu Sein“.
Die Anfangsbuchstaben der ermittelten Hilfefaktoren stehen dabei für:
A Achtsamkeit
Vom Kreisen um die Suchterkrankten zur Selbstachtsamkeit im „Jetzt“
W Würdigung der Belastung und Würdigung der Stärken, Hinwendung zu den eigenen Wunden und zu den gewachsenen Kräften
O Orientierung
Finden einer eigenen Weltsicht, abseits des Familientabus
K Kreativität
Schöpferische Potenziale als Quell von Lebensfreude im „Für mich sein“
A Ausdruck
Eine Bewegung vom Innen ins Außen; Abbau von Spannungen und Druck
D Deckung und De-Parenting
Das Erleben von Sicherheit und sicheren Zonen (Schutzräume)
O Offenheit und Öffnung
Positive Resonanz-und Beziehungserfahrungen in Netzwerken und Hilfegruppen
Die Namensverwandtschaft mit der Frucht Avocado schien sinnfällig: gilt die Avocado doch als äußerst heilsame und wirksame Frucht, die dosiert und maßvoll einzusetzen ist.
Auf der Basis des AWOKADO-Konzeptes, das sie seit vielen Jahren in therapeutischer Praxis anwendet, entwickelte Frau Barnowski-Geiser das AWOKADO-7-Schritte-Programm zur aktiven Selbsthilfe, das AWOKADO-Stärkungsritual sowie das schulische Präventionsprojekt BEL-Kids, das sie als modularisierte Fortbildung an Pädagogen, Therapeuten und Studierende multipliziert.
Das AWOKADO-7-Schritte-Programm konnte auch erfolgreich angewendet werden bei erwachsenen Kindern chronisch und existenziell erkrankter Eltern (z. B. bei elterlicher Krebserkrankung) sowie bei Erwachsenen von psychisch erkrankten Eltern.