E-Book, Deutsch, 318 Seiten
Reihe: Bachelorstudium Psychologie
Beller / Bender Allgemeine Psychologie – Denken und Sprache
1. Auflage 2010
ISBN: 978-3-8409-2141-4
Verlag: Hogrefe Publishing
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
E-Book, Deutsch, 318 Seiten
Reihe: Bachelorstudium Psychologie
ISBN: 978-3-8409-2141-4
Verlag: Hogrefe Publishing
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1;Inhaltsverzeichnis;6
2;Vorwort;12
3;Kapitel 1 Einleitung;14
3.1;1.1 Denken und Sprache als Prozesse der Informationsverarbeitung;15
3.2;1.2 Denken und Sprache in Verbindung mit anderen Prozessen;18
3.3;1.3 Auf der Suche nach der kognitiven und neuronalen Architektur;20
3.4;1.4 Übersicht über die Kapitel und Ausblick;24
3.5;Zusammenfassung;26
3.6;Schlüsselbegriffe;26
3.7;Weiterführende Literatur;26
4;Kapitel 2 Induktives Denken;28
4.1;2.1 Strategien beim Lernen von Konzepten;29
4.1.1;2.1.1 Bildung und Veränderung von Hypothesen;31
4.1.2;2.1.2 Die Auswahl von Testfällen;33
4.2;2.2 Kategoriebasierte Induktion;36
4.2.1;2.2.1 Typikalität, Ähnlichkeit und Vielfalt;36
4.2.2;2.2.2 Die Rolle der zu übertragenden Eigenschaft;42
4.3;Zusammenfassung;47
4.4;Schlüsselbegriffe;48
4.5;Aufgaben;48
4.6;Weiterführende Literatur;49
5;Kapitel 3 Deduktives Denken;50
5.1;3.1 Quantorenlogik und Syllogismen;51
5.2;3.2 Logische Kompetenz und Biases;56
5.3;3.3 Strategien zur Lösung von Syllogismen;59
5.3.1;3.3.1 Die Atmosphärenheuristik;59
5.3.2;3.3.2 Graphische versus sprachliche Lösung;60
5.3.3;3.3.3 Mentale Modelle;63
5.4;3.4 Wenn Aufgabeninhalte ins Spiel kommen;66
5.5;Zusammenfassung;69
5.6;Schlüsselbegriffe;70
5.7;Aufgaben;71
5.8;Weiterführende Literatur;71
6;Kapitel 4 Urteilen und Entscheiden;72
6.1;4.1 Unsicherheit und Wahrscheinlichkeit;73
6.2;4.2 Intuitive Wahrscheinlichkeitsurteile;76
6.2.1;4.2.1 Heuristiken und Biases;76
6.2.2;4.2.2 Ein Antidot gegen kognitive Biases;79
6.3;4.3 Einfache Urteilsheuristiken für kluge Köpfe;81
6.4;4.4 Wie wir bei Unsicherheit entscheiden;83
6.4.1;4.4.1 Der Mensch: ein rationaler Nutzenmaximierer?;84
6.4.2;4.4.2 Verletzungen des Modells vom erwarteten Nutzen;85
6.4.3;4.4.3 Gute oder schlechte Aussichten?;86
6.4.4;4.4.4 Entscheidungsgründe statt Gewichtung?;90
6.5;Zusammenfassung;91
6.6;Schlüsselbegriffe;92
6.7;Aufgaben;93
6.8;Weiterführende Literatur;93
7;Kapitel 5 Problemlösen und Expertise;94
7.1;5.1 Ein Problem identifizieren und definieren;95
7.2;5.2 Problemlösen durch Suche im Problemraum;98
7.2.1;5.2.1 Der Problemraum;99
7.2.2;5.2.2 Strategien zur Suche im Problemraum;101
7.2.3;5.2.3 Zentrale Befunde zum Problemlösen;104
7.3;5.3 Expertise im Problemlösen;106
7.3.1;5.3.1 Schachexpertise;106
7.3.2;5.3.2 Medizinische Expertise;109
7.3.3;5.3.3 Erwerb von Expertise;112
7.4;5.4 Komplexe Probleme und ihre Anforderungen;113
7.5;Zusammenfassung;116
7.6;Schlüsselbegriffe;117
7.7;Aufgaben;118
7.8;Weiterführende Literatur;119
8;Kapitel 6 Analogien;120
8.1;6.1 Was Analogien sind, und wo sie vorkommen;121
8.2;6.2 Problemlösen mittels Analogien;125
8.2.1;6.2.1 Schritt 1: Gedächtnisabruf;125
8.2.2;6.2.2 Schritt 2: Abbildung;127
8.2.3;6.2.3 Schritte 3 und 4: Bewertung und Lernen;131
8.3;6.3 Beispielbasiertes Problemlösen in der Schule;132
8.4;Zusammenfassung;136
8.5;Schlüsselbegriffe;137
8.6;Aufgaben;137
8.7;Weiterführende Literatur;138
9;Kapitel 7 Einsicht, Wissenschaft und Kreativität;140
9.1;7.1 Einsicht bei der Bearbeitung von Problemen;141
9.1.1;7.1.1 Was genau ist „Einsicht“?;142
9.1.2;7.1.2 Es gibt viele Arten, zu Einsicht zu gelangen;144
9.1.3;7.1.3 Mentale Prozesse;148
9.2;7.2 Wie Wissenschaftler Einsichten gewinnen;151
9.2.1;7.2.1 Kognitive Analysen historischer Fälle;152
9.2.2;7.2.2 Beobachtung des wissenschaftlichen Arbeitens;154
9.2.3;7.2.3 Laborexperimente zu Entdeckungsprozessen;156
9.2.4;7.2.4 Unterschiedliche Methoden, konvergierende Ergebnisse;158
9.3;7.3 Kreativität als Motor der Einsicht;159
9.4;Zusammenfassung;162
9.5;Schlüsselbegriffe;164
9.6;Aufgaben;164
9.7;Weiterführende Literatur;165
10;Kapitel 8 Sprachkompetenz;166
10.1;8.1 Die Bedeutung der Sprache für den Menschen;168
10.1.1;8.1.1 Funktionen von Sprache;169
10.1.2;8.1.2 Sprache – eine spezifisch menschliche Fähigkeit?;170
10.2;8.2 Entstehung und Ausdifferenzierung von Sprache;174
10.3;8.3 Spracherwerb und Bilingualismus;178
10.3.1;8.3.1 Spracherwerb;179
10.3.2;8.3.2 Bilingualismus;182
10.3.3;8.3.3 Fazit;185
10.4;Zusammenfassung;185
10.5;Schlüsselbegriffe;186
10.6;Aufgaben;186
10.7;Weiterführende Literatur;187
11;Kapitel 9 Der Baukasten der Sprache;188
11.1;9.1 Eigenschaften menschlicher Sprache;190
11.2;9.2 Bestandteile von Sprache;192
11.2.1;9.2.1 Symbole – die Elemente der Sprache;193
11.2.2;9.2.2 Regeln – die Grammatik der Sprache;195
11.2.3;9.2.3 Propositionen – die Bausteine der kognitiven Repräsentation;199
11.3;9.3 Sprachliche Universalien;202
11.4;Zusammenfassung;205
11.5;Schlüsselbegriffe;206
11.6;Aufgaben;206
11.7;Weiterführende Literatur;207
12;Kapitel 10 Sprachverstehen;208
12.1;10.1 Wahrnehmung und lexikalischer Zugriff;210
12.2;10.2 Syntaktische Analyse (Parsing);212
12.2.1;10.2.1 Eigenschaften des Parsing-Prozesses;213
12.2.2;10.2.2 Ambiguitäten;215
12.2.3;10.2.3 Theoretische Modelle zum Parsing;220
12.3;10.3 Semantische Interpretation;223
12.4;Zusammenfassung;225
12.5;Schlüsselbegriffe;226
12.6;Aufgaben;227
12.7;Weiterführende Literatur;227
13;Kapitel 11 Sprachproduktion;228
13.1;11.1 Konzeptualisieren der Äußerungsbasis;230
13.2;11.2 Formulieren der Äußerung;232
13.3;11.3 Was Sprechfehler uns verraten;237
13.4;11.4 Schnittstellen zwischen Sprachverstehen und Sprachproduktion;241
13.5;Zusammenfassung;243
13.6;Schlüsselbegriffe;244
13.7;Aufgaben;245
13.8;Weiterführende Literatur;246
14;Kapitel 12 Denken und Sprache;248
14.1;12.1 Das linguistische Relativitätsprinzip;249
14.2;12.2 Denken und Sprache – eine komplexe Beziehung;252
14.2.1;12.2.1 Sprache und Kausalattributionen;254
14.2.2;12.2.2 Sprache und Erinnerungen an Ereignisse;254
14.2.3;12.2.3 Sprache und ambige Bilder;255
14.3;12.3 Sprache als Werkzeug zur Differenzierung;257
14.3.1;12.3.1 Wie viele Wörter haben die Eskimo für „Schnee“?;257
14.3.2;12.3.2 Wörter zur Unterscheidung von Farben;259
14.4;12.4 Der Fall des grammatischen Geschlechts;261
14.4.1;12.4.1 Grammatisches versus natürliches Geschlecht;263
14.4.2;12.4.2 Das generische Maskulinum;265
14.5;Zusammenfassung;267
14.6;Schlüsselbegriffe;268
14.7;Aufgaben;268
14.8;Weiterführende Literatur;269
15;Anhang;270
16;Literatur;272
17;Glossar;302
18;Sachregister;314
"Kapitel 9 Der Baukasten der Sprache (S. 187-188)
„Wenn ihr euch genau nach Süden bewegt, findet ihr bald eine Futterquelle mit enorm viel leckerem Zeug!“ Dies oder etwas Ähnliches verkündet die Biene am Eingang ihres Bienenstocks, vor dem sie einen komplizierten Tanz aufführt. Natürlich verwendet sie keine Wörter, und deshalb ist jede Art der Übersetzung reichlich gewagt, aber eine Botschaft wie diese scheint übermittelt – und wichtiger noch: verstanden – zu werden, denn kurz darauf fliegen weitere Bienen südwärts, zu den Blüten des Apfelbaumes. Worin unterscheidet sich diese Art der Kommunikation von einer analogen sprachlichen Information, die ein Junge seinen Freunden geben würde? Auf welche „Bausteine“ greift er dabei zu? Und welche davon sind für alle menschlichen Sprachen gleich?
Eine Definition von Sprache In Kapitel 8 (auf Seite 170) haben wir Sprache bereits provisorisch als ein System definiert, das aus abstrakten Symbolen und Regeln zu ihrer Kombination besteht und der Kommunikation dient. Das gilt aber natürlich auch für andere symbolische Systeme wie den Tanz der Bienen. Eine brauchbare Definition menschlicher Sprache muss deshalb präzisiert und dabei zwei Anforderungen gerecht werden: Sie muss (a) so allgemein gehalten sein, dass sie all die Unterschiede zwischen Sprachen bezüglich des Lautinventars, des Vokabulars und der grammatischen Regeln umfassen kann, und (b) dennoch so konkret, dass sie menschliche Sprachen von allen anderen Kommunikationssystemen abzugrenzen vermag.
Aufbau des Kapitels
Diesen Versuch hat erstmals Charles Hockett (1960) unternommen, dessen 13 Designkriterien wir in Kapitel 9.1 vorstellen. Dabei versuchen wir auch die Frage aus dem vorherigen Kapitel abschließend zu klären, wie viele dieser Kriterien spezifisch nur für menschliche Sprachen gelten. In Kapitel 9.2 werden dann wesentliche Bestandteile menschlicher Sprachen beschrieben, die auch in den folgenden Kapiteln eine Rolle spielen werden: die Symbole, aus denen Sprachen bestehen (Phoneme, Morpheme und Wörter), und die Regeln, nach denen sie zusammengesetzt werden (Morphologie und Syntax).
Auch die Frage, wie sprachliche Äußerungen kognitiv repräsentiert werden, ist Gegenstand dieses Abschnitts. Entsprechende Theorien wurden vor allem auf der Grundlage des Englischen entwickelt und spiegeln deshalb ein Stück weit dessen spezifische Struktur wider. Dass diese Perspektive sich nicht ohne weiteres verallgemeinern lässt, wird in Kapitel 9.3 diskutiert, das sich der sprachlichen Vielfalt und möglichen sprachlichen Universalien widmet."