Besser-Siegmund / Siegmund / Landgraf | Praxisbuch Online-Coaching | E-Book | sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 200 Seiten

Besser-Siegmund / Siegmund / Landgraf Praxisbuch Online-Coaching

Verbindung herstellen mit NeuroRessourcen
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7495-0196-0
Verlag: Junfermannsche Verlagsbuchhandlung
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Verbindung herstellen mit NeuroRessourcen

E-Book, Deutsch, 200 Seiten

ISBN: 978-3-7495-0196-0
Verlag: Junfermannsche Verlagsbuchhandlung
Format: EPUB
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Praxistipps fürs Coaching jenseits der Präsenz Nicht zuletzt durch Corona wurden Coachs gezwungen, Alternativen zum klassischen Coaching-Prozess mit Coach und Coachee im selben Raum zu entwickeln. Coaching online, haben sich viele gefragt – geht das überhaupt? Erfolgreiche Kommunikation zwischen Coach und Coachee funktioniert auch in der digitalen Welt. Die Erfolge lassen sich ins Alltagsleben transferieren, wenn der Mensch im Mittelpunkt steht. Wichtig ist, dass die Beteiligten ihre neurobiologischen und emotionalen Fähigkeiten auch online einsetzen. Die benötigten Neuro-Ressourcen muss niemand lernen oder trainieren: Augenbewegungen wecken bei jedem Menschen emotionale Ressourcen und Aufmerksamkeit für Neues; Bewegung unterstützt erfolgreiches Denken; die bewusste Nutzung des Tastsinns ermöglicht ein ganzheitliches, agiles „Berührt-Sein“. Dieses Know-how kann auch beim Online-Coaching mit bewährten Methoden verknüpft werden: mit kognitivem Gedankenmanagement, Achtsamkeitsinterventionen, Klopftechniken, Hypnose, Aufstellungsarbeit, Timeline-Coaching, NLP und systemischen Ansätzen. Neben diesen inhaltlichen Voraussetzungen erläutert das Buch, wie die IT am besten funktioniert, und gibt Tipps für das technische Gelingen von erfolgreichen Online-Coachings.

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3. Born to feel good: Was sind NeuroRessourcen?
Wir wissen heute, dass Augenbewegungen bei gesunden Menschen mit vielen ressourcevollen psychophysiologischen Effekten verbunden sind. Augenbewegungen allein sind schon eine „Ressource pur“. Im Traumschlaf treten sie in Verbindung mit der adaptiven Informationsverarbeitung auf, sie machen uns offen für Neues, wenn weit in die Peripherie hinein wahrgenommen wird. Augenbewegungen helfen, sich auf Ziele zu konzentrieren, unterstützen Lernprozesse, bewirken Resilienzeffekte wie tiefes, erholsames Atmen, lindern Ängste und lösen psychische Erstarrungen auf. All das hat kein Mensch „erfunden“ – wir sprechen hier nicht über eine erworbene Technik wie beispielsweise Autogenes Training. Nein, Augenbewegungen sind „sowieso“ beim Menschen einfach da, und sie können als Ressource jederzeit bei jedem Menschen bis auf wenige Ausnahmen aktiviert werden. Das entspricht unserer Definition einer „NeuroRessource“. Abbildung 7: NeuroRessourcen sind angeboren und ohne Lernen oder Training verfügbar Ein weiteres Methodenbeispiel für die effektive Nutzung von NeuroRessourcen ist die Hypnose. In der Hypnose arbeiten Coach oder Therapeut mit gewollt herbeigeführten Trance-Zuständen des Coachee oder des Patienten. Auch hier nutzt man eine NeuroRessource, über die alle gesunden Menschen verfügen, denn in Trance gehen und vor sich hinträumen, einfach mal „weit weg sein“ kann jeder, vor allem auch schon kleine Kinder. Der „abwesende“ Träumerblick geht dabei immer mit einem Ausflug in die Welt der inneren Wahrnehmung einher, daher gibt es dann auch den schönen Begriff „Sinnieren“. Tagträumende oder sinnierende Menschen sind vorübergehend „woanders“ – auch ohne dass ein Hypnose-Experte in der Nähe sein muss. In jeder Partnerschaft gibt es Momente, in denen wir etwas erzählen, und die Partnerin oder der Partner schüttelt sich plötzlich selbst durch und sagt: „Kannst Du das noch einmal sagen, ich habe das eben nicht gehört!“ In diesen Momenten sagen wir allerdings nicht: „Oh Schatz, habe ich dich so toll hypnotisiert, dass du meine Stimme nicht mehr gehört hast?“ Nein, man ist sogar genervt von der mangelnden Aufmerksamkeit. Im Rahmen einer Hypnose-Sitzung ist es allerdings ein erfreuliches Zeichen für eine gelungene Intervention, wenn der Klient vorübergehend „ganz weg“ und die NeuroRessource „Trance“ online, also neuronal eingeschaltet, war. Spezielles Know-how über die dem Menschen angeborenen netzwerkenden Aktivitäten des gesamten Nervensystems ermöglichen punktgenaue, effektive und erstaunlich schnelle Coaching-Ergebnisse. Beispielsweise ist bereits das Know-how über den Zusammenhang zwischen erfolgreichem Denken und Motorik ein Wissen über eine NeuroRessource. Gehen und sich bewegen kann jeder Mensch – auch ohne die Anwesenheit eines Coaches. Wenn wir aber nun wissen, dass Lernen und Denken bei „Muskulatur online“ besser funktioniert, ist es sinnvoll, motorische Ausdrucksmöglichkeiten eines Coachee mit in das Coaching einzubeziehen. Wenn wir wissen, dass durch wache Augenbewegungen der präfrontale Cortex angeregt wird, werden diese im Coaching genutzt. Wenn wir aus der Haptikforschung wissen, dass der Tastsinn dem Gehirn die meisten Sinnessignale schickt – und nicht das Sehen oder Hören –, weben wir bewusst Körperwahrnehmungen in ein Online-Coaching oder in jedes Coaching mit ein. Körperwahrnehmungen werden nicht nur durch muskuläres Geschehen aktiviert. Zu den Körper-Triggern gehören auch Gefühle auf der Haut, Temperatur oder vor allem auch der Zustand unserer Gefäße. Hier schicken sogenannte „Barozeptoren“ Körpersignale aufsteigend in unser Gehirn und damit auch in die bewusste Wahrnehmung (Grunwald, 2017). Das ist von Bedeutung, weil sich Menschen besonders zuverlässig zu einem zielorientieren Denken und Handeln motiviert fühlen, wenn dies auf der physiologischen Ebene mit ressourcevollen „Körper-Meldungen“ verbunden ist. Auf dieser Basis gibt es eine Reihe von zielführenden NeuroRessourcen, von denen wir in diesem Kapitel einige besonders wichtige und wirksame „Erfolgsquellen“ des Menschen beschreiben, damit sie beim Online-Coaching zielführend genutzt werden können. Wir werden dann durchgängig im Buch weiterhin einen „Humanonline-Tipp“ geben, der das Zusammenspiel zwischen verschiedenen Coaching-Ansätzen und integrativen NeuroRessourcen fördern kann. 3.1 SC – der „Sitz des Selbst?“ Die NeuroRessource „Colliculus superior“
Wir hatten ja schon beschrieben, dass wir beim Einsatz der wingwave-Methode beim Online-Coaching – im Gegensatz zum Präsenz-Coaching – keine lang anhaltenden Sequenzen von Augenbewegungen einsetzen. Wir simulieren hier also nicht die Effekte der nächtlichen REM-Phase. Der Grund: Die REM-Phasen gehen mit besonders intensiven emotionalen Wellen einher, die dann im Präsenz-Coaching deutlich „hochkommen“ können, bevor sie dann wohltuend abfließen können. Bei dieser Intensität ist es nach wie vor besser und richtig, wenn der Coach auch in körperlicher Nähe des Klienten ist und durch das punktgenaue Testen mit dem Myostatiktest die Zuverlässigkeit des „richtigen Kurses“ sichert und möglich macht. Obwohl wir all dies online nicht tun, wollen wir kurz die NeuroRessource „Traumschlaf“ besprechen, um dann die die neurobiologische Schnittmenge zu den Möglichkeiten der online eingesetzten „Okulomotorik“ herauszuarbeiten. „EMDR Coaching“ – so lautet der Untertitel der Erstauflage von 2001 unseres Buchs wingwave – wie der Flügelschlag des Schmetterlings, erschienen im Junfermann-Verlag (Besser-Siegmund & Siegmund, 2015). Beim wingwave arbeitet der Coach wie beim EMDR in der Präsenzbegegnung mit der „alternierenden Bilateral-Stimulation“ auf Basis „wacher Augenbewegungen“. Diese „Sakkaden“ ähneln – wie schon beschrieben – den „Rapid Eye Movements“ im Schlaf. Inzwischen wird angenommen, dass die wachen Augenbewegungen aus neurobiologischer Sicht notwendig für den positiven Effekt von EMDR und damit wingwave sein könnten (Spitzer, 2019). Jüngste Hinweise aus der Schlafforschung bestätigen, dass ausreichend viele und lange REM-Phasen bei Probanden mit einer besseren Stress-Resilienz einhergehen (Sopp et al., 2019; Mikoteit & Hatzinger, 2017). Im REM-Schlaf wird vor allem die Aktivität der Amygdala gehemmt, sodass Erlebnisse von übermäßig starken Emotionen „befreit“ werden, damit sie dann zügig in ein Lernerlebnis verwandelt werden können. Man kann dann darüber nachdenken, sprechen, kognitiv bewerten, ohne emotional überflutet zu werden. Der rechte und linke visuelle Cortex müssen für die gleichsinnige Verarbeitung des schnell wechselnden visuellen Fixationspunktes synchronisiert zusammenarbeiten (z. B. keine Doppelbilder, kein Schielen). Auch dies ist schon eine „bilaterale Gehirnstimulation“, da die beiden Augenkerne im Mittelhirn ebenfalls paarig zusammenarbeiten, um die „konjugierte Motorik“ der Augen zu organisieren. Dieses Zusammenspiel ereignet sich also in einer tiefer liegenden Gehirnregion, in der Nähe der Amygdala. Abbildung 8: Die zwei kleinen, oben auf der Platte liegend dargestellten Kerne sind der „Nucleus okulomotorius“. Wie man sieht, gibt es zwei von diesen „Augenkernen“, welche die „konjugierte Motorik“ der Augen koordinieren (Physiologie.cc, mit freundlicher Genehmigung von Dr. Helmut Hinghofer-Szalkay, Universität Graz). Hier im Mittelhirn befindet sich auch der paarig angelegte „Colliculus superior“, der sowohl visuelle Reize mit Augenmotorik koordiniert als auch eine entscheidende Rolle bei der Beeinflussung der Amygdala-Aktivität spielt. Diese stressreduzierende Wirkung durch den „Colliculus superior“ tritt aber nur bei dessen Aktivierung durch Augenbewegungen und nicht beim „gefrorenen Blick“ auf. All das fanden Gehirnforscher heraus, die erstaunlicherweise „EMDR mit Mäusen“ erfolgreich durchführten. Der Gehirnforscher Manfred Spitzer hat darüber einen lesenswerten Aufsatz geschrieben: „Psychotherapie im Mausmodell – Was bei EMDR gegen PTBS im Gehirn passiert“ (Spitzer, 2019). Abbildung 9: Links sieht man die Maus vor der Stress-Behandlung durch EMDR, man erkennt sehr gut den „gefrorenen“ Blick. Dann wird sie mit bilateraler Gehirnstimulation durch „wache Rapid Eye Movements“ behandelt. Danach das überzeugende Ergebnis: Die Maus ist relaxed! Bis 2019 hatten wir vom „SC“ – wie er in der englischsprachigen Literatur genannt wird – nie etwas gehört, zumindest nicht auf der bewussten Ebene. Umso erstaunter waren wir zu erfahren, dass der „SC“ schon seit einiger Zeit eine Inspiration für die ITler darstellt, die sich mit „Robotik“ und vorzugsweise intelligenten Assistenzsystemen befassen: Hier gilt es, die schnelle Umsetzung eines hereinkommenden, „afferenten“ Reizes in eine schnelle und angemessene „efferente“ Reaktion unserer Neurobiologie umzusetzen – es geht als um das Prinzip, welches statt Reaktions- und Hilflosigkeit unser Reaktionsvermögen „online“ schaltet, um auf die Welt um uns herum spontan und schnell reagieren zu können. Abbildung 10: Der paarig angelegte „Colliculus superior“ – es handelt ich um die oberen beiden runden Kerne der „Vier-Hügel-Platte“. Besonders interessant an der „Maus-Studie“ war, dass das bloße „Online-Schalten“ des SC bereits bewirkte, dass die Mäuse ihre Ängste überwinden und wieder zuversichtlich und mutig wagten, ihre Erfahrungsgrenzen zu überschreiten....


Siegmund, Harry
Die Diplom-Psychologen Cora Besser-Siegmund (geb. 1957) und Harry Siegmund (geb. 1956) sind Psychotherapeuten, Lehrtrainer und Supervisoren. Seit über 20 Jahren erarbeiten sie in ihrem Institut im Herzen Hamburgs maßgeschneiderte Interventionen für ihre Klienten und Kunden. Durch ihre bisherigen Veröffentlichungen haben die beiden Autoren das Neurolinguistische Programmieren bereits einem breiten Publikum im deutschsprachigen Raum bekannt gemacht. Seit vielen Jahren beschäftigt sich das Ehepaar mit dem Thema individuelles Coaching im Spitzenleistungsfeld. EMDR haben beide zunächst für die Behandlung von traumatisierten Menschen erlernt und genutzt und sind inzwischen begeistert von den erstaunlichen Möglichkeiten, welche diese Methode vor allem auch im Coaching erschließt. Cora Besser-Siegmund ist inzwischen anerkannte EMDR-Supervisorin.

Besser-Siegmund, Cora
Die Diplom-Psychologen Cora Besser-Siegmund (geb. 1957) und Harry Siegmund (geb. 1956) sind Psychotherapeuten, Lehrtrainer und Supervisoren. Seit über 20 Jahren erarbeiten sie in ihrem Institut im Herzen Hamburgs maßgeschneiderte Interventionen für ihre Klienten und Kunden. Durch ihre bisherigen Veröffentlichungen haben die beiden Autoren das Neurolinguistische Programmieren bereits einem breiten Publikum im deutschsprachigen Raum bekannt gemacht. Seit vielen Jahren beschäftigt sich das Ehepaar mit dem Thema individuelles Coaching im Spitzenleistungsfeld. EMDR haben beide zunächst für die Behandlung von traumatisierten Menschen erlernt und genutzt und sind inzwischen begeistert von den erstaunlichen Möglichkeiten, welche diese Methode vor allem auch im Coaching erschließt. Cora Besser-Siegmund ist inzwischen anerkannte EMDR-Supervisorin.

Cora Besser-Siegmund & Lola Siegmund haben eine Vielzahl von Coaching-Standardwerken geschrieben und leiten gemeinsam das Besser-Siegmund Institut in Hamburg, wo sie maßgeschneiderte Interventionen für ihre Klienten und Kunden entwickeln.
Mario Landgraf, Studium der Wirtschaftsinformatik (Master of Science), Mental-Coach, Wingwave-Coach und -Trainer, IT- und Ausbildungsmanager.



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