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E-Book, Deutsch, 176 Seiten

Binder Was für mich zählt

Lebensorientierung durch Werte
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7495-0078-9
Verlag: Junfermannsche Verlagsbuchhandlung
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Lebensorientierung durch Werte

E-Book, Deutsch, 176 Seiten

ISBN: 978-3-7495-0078-9
Verlag: Junfermannsche Verlagsbuchhandlung
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Werte sind Leuchttürme im Strudel der Zeit Das Bewusstsein für die eigenen Werte ist eine nicht zu unterschätzende Hilfe, um authentisch zu leben und Entscheidungen selbstbewusst zu treffen. Der Begriff „Werte“ wird in der Gesellschaft jedoch immer häufiger bemüht, obwohl die wenigsten Menschen diesen Begriff weder definieren noch spontan ihre fünf wichtigsten Werte nennen können. In diesem Selbstcoachingbuch begeben sich die Leser*innen auf die Suche nach diesen Wegmarken, die ihnen die Richtung zu einem erfüllten und sinnhaften Leben weisen. Impulse und Anleitungen zur Reflexion helfen dabei, konkret zu bestimmen, was wirklich zählt, und zugleich Wege für die Umsetzung der eigenen Werte zu finden. Das Buch eignet sich als Orientierungs- und Umsetzungshilfe für die persönlichen Werte in verschiedenen Lebensphasen – seien dies Umbruch- oder Krisenzeiten oder die kleinen Momente im Alltag, in denen man sich fragt: „Ist es mir das (noch) wert?“

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2. Mein Werte-Navi
„Ein jeder ist so viel wert,
wie die Dinge wert sind, um die es ihm ernst ist.“ (Marc Aurel) Werte in mir und um mich … Wie kommen wir nur klar mit all diesen unterschiedlichen Werten, Normen und Gesetzen? Abschnitt 2.1 präsentiert unseren kleinen Helfer aus Kindertagen: ein internes Navi, das uns zu richtigem (d. h. wertvollem) Verhalten anleiten und vor falschen Wegen bewahren sollte. Woher dieses Navi stammt („Werkeinstellung“) und durch wen es die Programmierung erfuhr, mit diesen Fragen beschäftigt sich dieses Kapitel. Auch wenn das Navi nur eine Metapher ist, so führt uns diese doch zu den wichtigen Fragen eines wertvollen Lebens. Abschnitt 2.2 entführt uns auf eine virtuelle Reise in unsere Kindheit. Wir betrachten die Werte-Entwicklung im Laufe unseres Lebens. Ziel dieser virtuellen Reise ist das Sammeln unserer Werteperlen. Zuerst betrachten wir dazu unsere moralische Entwicklung in unserer Kindheit, um zu verstehen, wie unser Navi programmiert wurde. Danach wenden wir uns unserer Jugend und Adoleszenz zu, indem wir uns fragen, welche Werte wir selbst entdeckt oder von den Peers kopiert und auf unserem Navi abgespeichert haben, quasi als Update. Weiter geht die virtuelle Reise mit einem Blick aufs Erwachsenenalter und einem Ausblick ins Alter. Nach dieser virtuellen Reise in die Vergangenheit betrachten wir in Abschnitt 2.3 mögliche Folgen des Kinder-Navis im Allgemeinen und für uns persönlich. Wo finden sich welche Werte? 2.1 Programmierung des Werte-Navis
Wir alle beurteilen, entscheiden und handeln aufgrund unserer Werte – auch der Einbrecher, der unsere Wohnung ausräumt, oder der Verkehrsrowdy, der uns die Vorfahrt nimmt … Wie aber sind wir zu unseren Wertvorstellungen, zu unserer Handlungs-Orientierung gekommen? Warum ist die eine Handlungsoption für uns wertvoller als die andere? Wir scheinen ein internes Navi zu haben, das uns steuert. Ein Navi zeigt uns den Weg zu einem bestimmten Ziel. Unsere Eltern und Bezugspersonen sagten uns einst auch, wo es langgeht – und programmierten dadurch unser inneres Navi, die Orientierung, welcher Weg der „richtige“ und somit auch welcher der „falsche“ ist. Und woher wussten unsere Eltern, was gut, richtig und wertvoll ist? Ebenfalls von ihren Eltern und Bezugspersonen – eine endlose Geschichte also. Es sind eigentliche kulturelle Programme – oft ? Meme genannt. So wirkt die Vergangenheit in uns allen nach. Und dieses Sammelsurium übermittelter sozialer, kultureller, historischer Werte ist quasi die Werkeinstellung unseres Navis. Auf der Basis dieser Werkeinstellung programmieren dann die Eltern die Werte, die sie wichtig und wertvoll finden, um in der aktuellen Gesellschaft gut überleben zu können. Ohne diese Programme wären wir gar nicht fähig, Entscheidungen zu treffen oder zwischen „wahr“ und „falsch“ zu unterscheiden, kurz: Wir wären nicht lebensfähig. Metaphern sind nicht die Wirklichkeit an sich. Auch die Navi-Metapher sollte nicht überstrapaziert werden, denn menschliches Leben ist wesentlich komplexer als ein technisches Gerät. Dennoch ist sie praktisch als Sinnbild für die automatische, unreflektierte Übernahme von Werten. Programmierung meines Navis: Personalisation und Sozialisation Wir werden geboren, wachsen und entwickeln uns aufgrund unserer genetischen Anlagen und dank der Pflege unserer Familie. Während das Wachstum „automatisch“ aufgrund der Gene stattfindet, wird die Persönlichkeitsentwicklung (Personalisation) durch unsere Eltern und Bezugspersonen angeregt. Sie zeigen uns als Neuankömmlinge, wo es langgeht, zeigen auf, was ‚gut‘ und ‚böse‘ ist. Diese bewussten und unbewussten Wertvorstellungen der Eltern übernehmen wir zuerst unhinterfragt, als Kleinkind kennen wir noch nichts anderes. Sobald wir andere Familiensysteme kennenlernen, tauchen Vergleiche und Fragen auf: „XY ist dort aber erlaubt …?!“ Einige Jahre später, in der Pubertät, stellen wir die Werte der Eltern und der Gesellschaft eventuell radikal infrage, kippen diese und suchen unsere eigenen. Je mehr sich der soziale Rahmen weitet, desto größer wird der Einfluss der gesellschaftlichen Realität (Sozialisation): Ob wir in Friedens- oder Kriegszeiten aufwachsen, in einer Diktatur oder einer Demokratie, in einer reichen oder armen Sozialschicht, auch ob wir als Junge oder Mädchen geboren wurden sowie das Bildungsmilieu haben direkten Einfluss auf unsere Werte und unsere Haltung dem Leben und der Welt gegenüber. Weitere bewusste und unbewusste Auseinandersetzung mit Werten und Normen erfolgt in Bildungssystemen (Schule, Lehre, Studium). Wir werden zudem auch in ein religiöses Wertesystem hineingeboren – in die Religion, der unsere Familie angehört. Das heißt, wir alle gelangen bereits zu Beginn unseres Lebens in ein bestimmtes System von Werten, Normen und Gesetzen. Während unserer Sozialisation wurden uns Werte vermittelt und unser Verhalten, das von den daraus folgenden Verhaltensvorschriften abwich, sanktioniert. Mahnende und schimpfende Bezugspersonen formten ab frühester Kindheit an unsere Gewissensstimme. Wie klingen diese inneren Stimmen? Haben sie Ähnlichkeit mit der Stimme der Mutter, des Vaters, der Lehrer*innen, des / der Geistlichen? Diese inneren Stimmen kontrollieren uns, auch wenn die Bezugspersonen längst nicht mehr für uns zuständig sind. Wir gehorchen nun „ferngesteuert“ unserem inneren Navi, dessen Werkeinstellungen von unseren Erziehungspersonen aktualisiert wurden. Nach einer Handlung haben wir ein gutes oder ein schlechtes ? Gewissen – je nachdem, ob wir den Stimmen unseres Navis gehorcht haben oder nicht. Und auf dem Navi sind noch weitere Stimmen einprogrammiert. Vielleicht klingen sie so: „Ach, lass das, das kannst du sowieso nicht!“, „Hast du schon wieder (nicht) …!“ etc. Das sind unsere inneren Kritikerstimmen, die Selbstwertkiller schlechthin (vgl. dazu Abschnitt 5.2.3). 2.2 Werte im Verlauf des Lebens
Bisher existiert kein Gesamtmodell zur Werte-Entstehung. Generell wird davon ausgegangen, dass Moralerziehung in der Kindheit unbewusst und Wertebildung v. a. im Jugendalter mehr oder weniger bewusst stattfinden. Die lebenslange Entfaltung der Persönlichkeit ist ein Mix aus Personalisation (Welchen Werten gemäß will ich leben?) und Sozialisation (Nach welchen Werten und Normen muss ich leben?). Unterstützend in diesem Prozess sind Eltern, Schule, Berufsleben, Vereine, Sport … Um die Frage zu klären, was ich selbst gewählt und was mir „verpasst“ wurde, blicken wir zurück und begeben uns auf eine Reise in die eigene Vergangenheit: Was hat mich – passiv – geformt, was habe ich dem Werte-Angebot – aktiv – entnommen? Was kann ich daraus für meine Gegenwart, dem Jetzt, entnehmen? Wie sehe ich meine weitere Werte-Entwicklung? Unsere Reise hat folgende Stationen: Kindheit: Vorschulzeit (0–6 Jahre) und Schulzeit (6–12 Jahre) Jugend (12–16 Jahre) und Adoleszenz (16–25 Jahre) Erwachsenenalter: frühes (25–40 Jahre) und mittleres (40–60 Jahre) Alter: Golden Age (60–80 Jahre) und hohes Alter (80 Jahre bis Tod) Bei dieser Zeitreise ist Folgendes zu beachten: Die erzieherische Absicht der Eltern muss nicht mit der Erfahrung des Kindes übereinstimmen. Beispiel: Die Eltern meinen, sie hätten dem Kind viel Liebe und ein paar klare Anweisungen mitgegeben, wie man sich „anständig“ verhalte. Der nun Erwachsene meint jedoch, als Kind die elterliche Liebe vermisst zu haben und stattdessen gemaßregelt worden zu sein mit Etiketten wie „gut“ und „böse“ … Die Werteprägung ist keine fixe Schiene, von der nicht abgewichen werden kann. Als Kinder hatten wir keine Alternativen. In späteren Jahren können wir unsere Werte bewusst verändern. Gemäß dem Spruch: „Wir sind nicht im falschen Zug, weil wir da hineingesetzt wurden, sondern weil wir nicht umgestiegen sind.“ Personalisation und Sozialisation können kaum mehr unterschieden werden, je älter ein Mensch wird. Schwerpunktmäßig kann Folgendes beobachtet werden: Personalisation (Entwicklung in den Dimensionen Körper, Psyche, Soziales, Spirituelles) Körperlich: War / bin ich gesund oder hatte ich gesundheitliche Probleme über die Kinderkrankheiten hinaus? War ich früh entwickelt oder eher spät? Psychisch: Wurde ich als Junge oder Mädchen geboren? Wie erlebte ich eine geschlechtsspezifische Erziehung? War / bin ich eher temperamentvoll oder eher schüchtern, eher fröhlich oder nachdenklich? Fühlte ich mich wohl oder unwohl in der Familie und im Schulkontext? Sozial: War / bin ich lieber allein oder in Gesellschaft? War / bin ich ein Leader oder ein/-e Mitläufer*in? Spirituell: War / bin ich religiös im Sinne der staatlich anerkannten Kirchen, der mehr oder weniger bekannten Sekten oder lebte / lebe ich nach eigenen spirituellen Ideen und Philosophien? Sozialisation (Entwicklung durch Interaktion in den verschiedenen Lebensbereichen: Familie, Aus- und Weiterbildung, Freund*innen (Peergroup), Vereine etc.) Sozial-politische und historische Epoche: Was geschah in der Welt- und Kommunalpolitik während meines Aufwachsens? Welche Auswirkungen hatte das auf meine Familie und mich? Äußere...


Erica Binder studierte als Primarlehrerin auf dem zweiten Bildungsweg Pädagogik und Psychologie. Sie war zehn Jahre lang als Dozentin in der Ausbildung von Lehrer*innen und Sozialpädagog*innen tätig sowie als Supervisorin. Seit 2005 arbeitet sie in eigener Coaching-Praxis für das Berufs- und Privatleben in Bern.



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