E-Book, Deutsch, 224 Seiten, E-Book
Reihe: Haufe Fachbuch
Bleiber Tricks für Controller
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-648-07309-4
Verlag: Haufe
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Die richtigen Zahlen auswählen, kreativ präsentieren und interpretieren
E-Book, Deutsch, 224 Seiten, E-Book
Reihe: Haufe Fachbuch
ISBN: 978-3-648-07309-4
Verlag: Haufe
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Wer weiß, wie man mit Zahlen umgeht und sie geschickt darstellt, entscheidet im Unternehmen mit. Das Buch zeigt Ihnen Tricks und Manipulationstechniken, mit denen Sie objektiven Zahlen eine spezifische Aussagekraft geben können. So präsentieren Sie Berichte abhängig von der Zielgruppe und kommunizieren die Botschaften, die Ihnen wichtig sind. Ob über die Macht der Farben, Hintergrundmusik oder die Veränderung der Bezugsgröße - der Autor erklärt kurz und prägnant, wie Sie die gewünschte Wirkung erzielen.
Inhalte:
- Mit Kennzahlen Entscheidungen in die gewünschte Richtung lenken
- Stellschrauben für die gezielte Präsentation: Bezugsgrößen, Vergleiche, Berichtszeiträume
- Tabellen und Grafiken: So können Sie überzeugen, so können Sie manipulieren
- Nutzen Sie die Wirkungsmacht der Interpretationshoheit
- Mobile Informationsverarbeitung und der Zwang zur Konzentration
Autoren/Hrsg.
Fachgebiete
Weitere Infos & Material
Vorwort
Die Macht der Controller
- Berechnungen im Controlling
- Controllingberichte
- Empfänger der Berichte
- Die Verwendung der Controllingberichte
- Der Einfluss der Controllingberichte
- Das Verhalten des Controllers
Zaubern mit Kennzahlen
- Trick 1: Mit Kennzahlen die Zeit verdichten
- Trick 2: Mit Kennzahlen den Wert verdichten
- Trick 3: Kennzahlen detaillierter machen
- Trick 4: Wahl des Zeitpunkts
- Trick 5: Durchschnitt statt Einzelwerte
- Trick 6: Definitionen gestalten
- Trick 7: Nachfragen verhindern
- Trick 8: Ergebnisse vorbereiten
Inhalte jonglieren
- Trick 9: Mengen passend wählen
- Trick 10: Berichte passend definieren
- Trick 11: Berichte variieren
- Trick 12: Berichte fallen lassen
- Trick 13: Ausgangsdaten wählen
- Trick 14: Einheiten tauschen
- Trick 15: Grenzen überschreiten
Staunendes Publikum
- Trick 16: Vergleiche verstecken
- Trick 17: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft richtig mischen
- Trick 18: Äpfel und Birnen
- Trick 19: Konzentration des Publikums
- Trick 20: Bezugsgrößen verwirren
- Trick 21: Die verschwundene Abweichung
- Trick 22: Abweichungen aus dem Nichts
- Trick 23: Mehr als vier Dimensionen
- Trick 24: Zeitreihen
Mit Tabellen verzaubern
- Trick 25: Verwirrung verdeckt den Trick
- Trick 26: Mit Logik zum Applaus
- Trick 27: Schnelle Wechsel verwirren das Publikum
- Trick 28: Schriftliche Hinweise
- Trick 29: Format zeigen
- Trick 30: Den Leser schlau machen
- Trick 31: Platz schaffen oder Enge bewirken
- Trick 32: Makeup für die Tabelle
- Trick 33: Weniger ist mehr
- Trick 34: In der Menge untertauchen
- Trick 35: Konzentration erzeugen
- Trick 36: Oops, ein Fehler
Grafiken lügen nicht, oder?
- Trick 37: Tolle Typen
- Trick 38: Eine Frage der Perspektive
- Trick 39: Verwirrender Maßstab
- Trick 40: Das richtige Maß
- Trick 41: Strecken und Stauchen
- Trick 42: Camouflage
- Trick 43: Die Tricks erkennen
Auf der Bühne
- Trick 44: Das Publikum
- Trick 45: Die Begleitmusik
- Trick 46: Den richtigen Text lernen
- Trick 47: Richtig verpacken
- Trick 48: Gewöhnung nutzen
Der Star
- Trick 49: Das Programm
- Trick 50: Der Ablauf
- Trick 51: Die Konditionen
- Trick 52: Die Auswahl
Das Umfeld
- Erfolgreiche Manipulationen
- Trick 53: Ein Versuch
- Die Zukunft!
- Trick 54: Das Dashboard
- Die Konkurrenz
Abbildungsverzeichnis
Tabellenverzeichnis
Stichwortverzeichnis
2 Zaubern mit Kennzahlen
Betriebliche Kennzahlen sind bei den Informationsempfängern sehr beliebt. Sie glauben, dass ihr Bereich mithilfe weniger Werte gesteuert werden kann und sie sich selbst wieder ihren eigentlichen Aufgaben widmen können. Kennzahlen haben einen gewissen Ruf: Kennzahlen gelten als einfaches Mittel, um ganze Unternehmen zu steuern. Wenige einzelne Werte reichen angeblich aus, um eine Situation zu beschreiben und Entwicklungen zu erkennen. Menschen glauben, dass sie die Kennzahlen und ihre Einflussgrößen verstehen und somit beurteilen können. In einer Zahl sollen komplexe Abhängigkeiten umfassend berücksichtigt werden. Zwischen den Inhalten und der zur Darstellung verwendeten Kennzahl wird ein eindeutiger Zusammenhang unterstellt. Kennzahlen beschleunigen Entscheidungen, da sie schnell interpretiert werden können. Ihre Ergebnisse sind einfach und schnell zu erkennen. Kennzahlen können sehr gut und einfach mit Planzahlen oder Werten aus der Vergangenheit oder aus anderen Bereichen verglichen werden. Wie jeder Controller weiß, ist das alles ein großer Irrtum, denn alle Annahmen über Kennzahlen sind falsch. Kennzahlen sind entwickelt worden für die vereinfachte Darstellung komplexer Inhalte. Sie dürfen allerdings niemals für sich allein stehen. Mit einer Kennzahl muss immer auch ein Angebot wesentlich detaillierterer Informationen verbunden sein. Der Controller kennt die Kritik an der Verwendung von Kennzahlen, nutzt sie jedoch auch für seine Zwecke. Informationsverlust Kennzahlen verdichten komplexe Zusammenhänge und Inhalte auf einen Wert. Dabei geht die Detailinformation verloren. Wer die Einzeldaten nicht berücksichtigt, kann fehlerhafte Entscheidungen treffen. Die folgende Tabelle zeigt beispielhaft, wie aus einzelnen Daten, den Umsätzen pro Kunde, die Kennzahl „Gesamtumsatz” errechnet wird. Dass die Kundenumsätze bereits eine Kennzahl darstellen, die sich aus einzelnen Rechnungen und Positionen ergeben, bleibt hier außer Acht. Umsatz Jan. – Dez. Kunde Land Gruppe Umsatzaktuell Euro Martens, Werne D Inland 102.690,12 Keller, Paul D Inland 391.584,23 Ottinger, Dr. Karl D Key Account 185.997,35 Überling, Claus A Export 65.887,44 Zwerch, Maria D Inland 499.800,57 Knieper, Anna D Inland 587.423,55 Simson, Paul UK Export 385.471,10 Garant Group F Key Account 2.045.871,30 Vielhaber, Tilmann CH Export 101.400,52 Kennzahl 1: Gesamtumsatz 4.366.126,18 Tab. 1: Kennzahl Gesamtumsatz Wer nur die Kennzahl „Gesamtumsatz” 4,4 Mio. Euro kennt, sieht nicht, dass fast 50 % dieses Umsatzes von einem Kunden erlöst werden. Außerdem trifft die reine Zahl 4,4 Mio. Euro keine Aussage darüber, ob dies gut oder schlecht ist. Erst die Gegenüberstellung mit einem Vergleichswert, z. B. dem Vorjahreswert, lässt eine Beurteilung zu. Beträgt dieser Vorjahreswert in unserem Beispiel 4,3 Mio. Euro, dann konnte der Umsatz etwas gesteigert werden. Eine Aussage wird möglich. Definitionsabweichung Es gibt betriebswirtschaftliche Kennzahlen, deren Inhalte in der Theorie exakt definiert sind. Abgesehen davon, dass diese Definition nicht immer vergleichbare Ausgangsgrößen für die Berechnung der Kennzahl sicherstellt, sind in vielen Unternehmen historisch Veränderungen an der Definition vorgenommen worden. Anderen, individuellen Kennzahlen liegen keine allgemeingültigen Definitionen zugrunde. Ermittelt werden diese Werte im Controlling ganz selbstverständlich nach individuellen Definitionen. Diese werden als bekannt unterstellt, sind es aber nicht immer. So wird z. B. die im obigen Beispiel verwendete Kennzahl von 4,4 Mio. Euro Umsatz pro Jahr aus der Addition von drei Werten der Kennzahl „Umsatz je Gruppe” ermittelt. Das Unternehmen arbeitet mit drei Kundengruppen: Die Kundengruppe „Inland” umfasst alle Kunden in Deutschland ohne die Kunden der Gruppe „Key Account”. Die Kundengruppe „Export” umfasst alle Kunden außerhalb von Deutschland ohne die Kunden der Gruppe „Key Account”. Die Kundengruppe „Key Account” umfasst alle Kunden, die aufgrund ihrer Größe eine besondere Bedeutung für das Unternehmen haben. Dabei handelt es sich um international tätige Konzerne, die mit Ihren Tochterunternehmen sowohl Umsatz in Deutschland als auch außerhalb erzeugen. Umsatz Jan. – Dez. Kunde Land Gruppe Umsatzaktuell Euro Kennzahl: Umsatz je Gruppe Inland 1.581.498,47 Export 552.759,06 Key Account 2.231.868,65 Summe 4.366.126,18 Tab. 2: Umsatz pro Gruppe Diese Definition der Kennzahl „Umsatz pro Gruppe” ist allen internen Informationsempfängern bekannt. Die Bank als Kreditgeberin wird pro Quartal über die Umsätze und deren Verteilung auf die Kundengruppen unterrichtet, ordnet die Umsätze der Gruppe „Key Account” jedoch dem Inlandsumsatz zu. Damit ist die Abhängigkeit des Unternehmens von der Inlandskonjunktur so hoch berechnet, dass dies als Gefährdung gilt und sich das Rating des Unternehmens verschlechtert. Fehlinterpretation Bereits die falsche Weiterverarbeitung der Bank ist eine Fehlinterpretation, die jedoch auf einer ungenauen Definition beruht. Kennzahlen beinhalten jedoch auch dann ein Risiko für Fehlinterpretationen, wenn die Definitionen vereinbarungsgemäß eingehalten werden. Wer aus der Kennzahl „Gesamtumsatz” eine neue Kennzahl „Umsatzveränderung” errechnet, indem er die Veränderung in Prozent vom Vorjahr zum aktuellen Jahr ermittelt, erhält einen Wert von 2,2 %. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten und im individuellen Umfeld des Unternehmens kann dieser Wert akzeptabel sein. Die Kennzahl beruhigt die verantwortlichen Geschäftsführer. Dabei wird nicht erkannt, dass sich die Entwicklung durchaus sehr unterschiedlich darstellen kann. In unserem Beispiel ist der Umsatz des Kunden Ottinger regelrecht zusammengebrochen. Aufgefangen wurde das durch leichte Steigerungen bei anderen Kunden und eine wesentliche Zunahme des Umsatzes mit dem Kunden Knieper. Umsatz Jan. – Dez. Kunde Land Gruppe UmsatzVorjahr Euro Umsatzaktuell Euro Martens, Werne D Inland 97.800,15 102.690,12 Keller, Paul D Inland 369.854,20 391.584,23 Ottinger, Dr. Karl D Key Account 987.698,32 185.997,35 Überling, Claus A Export 58.500,55 65.887,44 Zwerch, Maria D Inland 481.069,58 499.800,57 Knieper, Anna D Inland 12.859,87 587.423,55 Simson, Paul UK Export 299.014,00 385.471,10 Garant Group F Key...