Böhme Förderung der kommunikativen Fähigkeiten bei Demenz
1. Auflage 2007
ISBN: 978-3-456-94536-1
Verlag: Hogrefe AG
Format: PDF
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)
E-Book, Deutsch, 169 Seiten
ISBN: 978-3-456-94536-1
Verlag: Hogrefe AG
Format: PDF
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Mit der Förderung kommunikativer Fähigkeiten können Logopäden und andere Therapeuten eine entscheidende Verbesserung der Lebensqualität Demenzkranker erreichen. In Kombination mit der medikamentösen Behandlung sind diese interdisziplinären nichtmedikamentösen Ansätze individuell und stadiengerecht einzusetzen. Je früher ein multimodales Kommunikations-Management (verbal, auditiv, visuell u.a.) einsetzt, desto wirksamer ist es. Oft kann dadurch die Aufnahme in ein Pflegeheim hinausgeschoben werden. Dieses Buch beruht auf eigenen mehrjährigen Erfahrungen mit Demenz-Patienten sehr unterschiedlicher Ausprägung. Zusätzlich konnten aktuelle Überlegungen in dem vom Verfasser gegründeten 'Arbeitskreis Förderung der kommunikativen Fähigkeiten bei Demenz (München)' gemeinsam mit den engagierten Mitgliedern diskutiert werden.
Zielgruppe
Logopäden, Geriater
Autoren/Hrsg.
Fachgebiete
- Sozialwissenschaften Psychologie Psychotherapie / Klinische Psychologie Logopädie, Sprech- & Sprachstörungen & Therapie
- Geisteswissenschaften Sprachwissenschaft Logopädie, Sprachtherapie
- Medizin | Veterinärmedizin Medizin | Public Health | Pharmazie | Zahnmedizin Medizinische Fachgebiete Logopädie, Sprachstörungen, Stimmtherapie
- Medizin | Veterinärmedizin Medizin | Public Health | Pharmazie | Zahnmedizin Klinische und Innere Medizin HNO-Heilkunde, Phoniatrie, Audiologie
- Sozialwissenschaften Psychologie Allgemeine Psychologie Entwicklungspsychologie Gerontopsychologie
- Medizin | Veterinärmedizin Medizin | Public Health | Pharmazie | Zahnmedizin Klinische und Innere Medizin Geriatrie, Gerontologie
- Sozialwissenschaften Pädagogik Teildisziplinen der Pädagogik Sonderpädagogik, Heilpädagogik Logopädie, Sprachtherapie
- Medizin | Veterinärmedizin Medizin | Public Health | Pharmazie | Zahnmedizin Pflege Altenpflege
Weitere Infos & Material
1;Inhalt;6
2;Demenz – Krankheit des 21. Jahrhunderts;10
3;1 Einführung;14
3.1;1.1 Vorbemerkungen;14
3.2;1.2 Förderung der kommunikativen Fähigkeiten bei bekannten Persönlichkeiten mit Demenz;17
4;2 Beschreibung des Krankheitsbildes;26
4.1;2.1 Allgemeines;26
4.1.1;2.1.1 Epidemiologie;27
4.1.2;2.1.2 Neurobiologie des Gehirns im Alter und bei Demenz;30
4.1.3;2.1.3 Definition der Demenz;31
4.1.4;2.1.4 Eigen- und Fremdanamnese;32
4.1.5;2.1.5 Evidenzbasierte Medizin (EbM) und Demenz;35
4.2;2.2 Neuropsychologische Diagnostik;36
4.3;2.3 Bildgebende Verfahren und Zusatzuntersuchungen;41
4.4;2.4 Befunde;42
4.4.1;2.4.1 Kurzzeitgedächtnis (Arbeitsgedächtnis) und Langzeitgedächtnis;44
4.4.2;2.4.2 Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen;46
4.4.3;2.4.3 Neuropsychologische Symptome;46
4.5;2.5 Unterschiedliche Demenzerkrankungen;53
4.5.1;2.5.1 Alzheimer-Demenz (AD);54
4.5.2;2.5.2 Vaskuläre Demenz;55
4.5.3;2.5.3 Frontotemporale Demenz (FTD, Pick’sche Krankheit);55
4.5.4;2.5.4 Lewy-Körper-Demenz;57
4.5.5;2.5.5 Pseudodemenz (nicht-demenzielle Syndrome);57
4.5.6;2.5.6 Gibt es eine Demenzschwelle?;58
4.5.7;2.5.7 Begleiterkrankungen;60
4.6;2.6 Medikamentöse Therapie;61
4.6.1;2.6.1 Nootropika;61
4.6.2;2.6.2 Antidementiva;61
4.6.3;2.6.3 Acetylcholinesterase-Hemmer;62
5;3 Kommunikationsmanagement (nicht-medikamentöse Therapie);64
5.1;3.1 Kommunikationstechniken auf verbaler Ebene;71
5.1.1;3.1.1 Aphasie und kognitive Dysphasie;75
5.1.2;3.1.2 Primär progressive Aphasie und semantische Aphasie;80
5.1.3;3.1.3 Erinnerungstherapie (Biografie-Therapie);82
5.1.4;3.1.4 Multimodale Kommunikationstechniken (Ratgeber);85
5.1.5;3.1.5 Selbsterhaltungstherapie (SET);91
5.1.6;3.1.6 Realitätsorientierungstraining (kognitive Stimulationstherapie, ROT);92
5.1.7;3.1.7 Validation;94
5.1.8;3.1.8 Dementia Care Mapping (DCM);95
5.1.9;3.1.9 Snoezelen;96
5.2;3.2 Kommunikationstechniken auf auditiver Ebene;97
5.2.1;3.2.1 Untersuchungstechnik;97
5.2.2;3.2.2 Hörgeräte;99
5.2.3;3.2.3 Ratschläge zum Umgang mit hörgeschädigten Demenzpatienten;99
5.3;3.3 Kommunikationstechniken auf visueller Ebene;101
5.4;3.4 Gerostomatologie;102
5.5;3.5 Studie zur ärztlichen Versorgung in Pflegeheimen (SÄVIP);103
5.6;3.6 Migration und Demenz;110
6;4 Ergänzende Maßnahmen;112
6.1;4.1 Gedächtnistraining (Memory-Kliniken);112
6.2;4.2 Psychomotorisches Training und kognitive Stimulation;114
6.3;4.3 Musiktherapie;117
6.4;4.4 Kunsttherapie (Maltherapie);120
6.5;4.5 Interaktives Computertraining;121
6.6;4.6 Tiergestützte Intervention (Hundetherapie);121
6.7;4.7 Therapeutischer Humor und Lachen;122
6.8;4.8 Tanztherapie, Gartentherapie;123
6.9;4.9 Gruppentherapie;123
7;5 Ernährung und Dysphagie;126
7.1;5.1 Ernährung;126
7.2;5.2 Dysphagie;128
7.2.1;5.2.1 Primäre und sekundäre Presbyphagie;128
7.2.2;5.2.2 Ursachen;129
7.2.3;5.2.3 Mögliche Begleiterkrankungen;130
7.2.4;5.2.4 Therapeutische Maßnahmen;131
8;6 Technische Hilfen zur Kommunikation;134
9;7 Hilfen für Angehörige;138
10;8 Eigene Erfahrungen;140
11;9 Demenz und alternativ- komplementäre Medizin;144
12;Ausblick und Literatur;152
13;Sachregister;166
14;Mehr eBooks bei www.ciando.com;0
6 Technische Hilfen zur Kommunikation (S. 132-133)
Geeignete Hilfsmittel für Demenzpatienten können direkt und indirekt zur Förderung der kommunikativen Fähigkeiten und zu einer Verbesserung der Lebensqualität beitragen. Sie fördern die Sicherheit in der vertrauten Umgebung und verbessern die Alltagsaktivitäten wie zum Beispiel ein Großtasten-Telefon mit Bildern.
Cash (2003) teilt die Technologie für demente Menschen wie folgt ein: sicherer Umgang mit Energie (Gas, Elektrizität)
• Schutz vor Überschwemmungen
• Vorbeugung vor Stürzen im Dunkeln
• Gewährleistung einer sicheren Arzneimitteleinnahme
• Verhindern von Weglaufen
• Ermöglichen sinnvoller Aktivitäten
• Auffinden wichtiger Gegenstände
• Alarmieren von Helfern in Notfällen.
Diese Technologien ermöglichen unter anderem, dass das Badezimmer durch Haltegriffe und rutschfeste Matten sicherer ist.
• das Wasser oder Gas beim Erreichen von Gefahrenwerten unterbrochen wird
• und Warnmeldungen an speziell ausgewählte Personen versendet werden.
• elektrische Steckdosen mit Kindersicherungen versehen sind. akustische Rückmeldungen gegeben werden können.
• beim Verlassen des Betts der erniedrigte Druck registriert und automatisch
• Licht angestellt wird. bewegungsgesteuerte Lichtschalter sich bei Bewegungen des Dementen selbst
• einschalten (z. B. beim Gang vom Bett zur Toilette). das Telefon mit einem Notruf ausgestattet ist.
• beim Betätigen eines Piktogramms ein Signal ausgelöst wird, das das Auffi n-
• den des dargestellten Gegenstandes erleichtert. das Weglaufen verhindert und das Wiederauffinden erleichtert wird (z. B. mit
• einer elektronisch zu ortenden Armbanduhr, Schildchen mit Name, Adresse und Telefonnummer).
Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft (2004) beschreibt umfangreiche Orientierungshilfen bei der Betreuung von Demenzkranken, die selbstverständlich auch der Förderung der kommunikativen Fähigkeiten dienen. Hier einige Beispiele von Kommunikationshilfen:
Das Babyphon überträgt Geräusche auf ein tragbares Empfangsgerät, so dass Angehörige und Pflegepersonal sofort reagieren können, auch wenn sie sich nicht im gleichen Raum aufhalten.
Eine Personenortung ist mit dem HiPer-System (High precision person tracking) möglich. In einer Notsituation haben demente Menschen die Möglichkeit, über das Drücken einer Nottaste Alarm auszulösen und den eigenen Standort dadurch bekannt zu geben.
In der Zukunft wird sich auch eine flexibel unterstützende Technologie durchsetzen, die die Verhaltensweisen, Handlungen und Gewohnheiten ihrer Nutzer erkennt und erlernt, um diese aktiv unterstützen zu können (Lindenberger 2007). Die Nutzung mobiler Navigationssysteme im Straßenverkehr veranschaulicht diesen Trend. Bei beginnenden kognitiven Störungen findet der Anpassungsprozess der Technologie in einer Lebensphase statt, die noch nicht durch schwerwiegende mentale Einschränkungen bestimmt wird, was das Erlernen neuer Informationen und Routinevorgänge erleichtert. Dazu gehört die Benutzung von Hörgeräten und Mobil-Telefonen. Die variablen Anwendungsmöglichkeiten werden sicherlich von Person zu Person stark schwanken. Die heutigen 30-jährigen Anwender von Mobiltelefonen werden als eventuelle 80-jährige Demente Grundkenntnisse mitbringen, die heute noch nicht vorhanden sind.