E-Book, Deutsch, 252 Seiten, E-Book
Bünnagel / Pfefferle Praxisleitfaden Führungskompetenz
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7910-5766-8
Verlag: Schäffer-Poeschel Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Professionelle Führung mit System
E-Book, Deutsch, 252 Seiten, E-Book
ISBN: 978-3-7910-5766-8
Verlag: Schäffer-Poeschel Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Technologisierung und erst recht die digitale Transformation haben Tempo in die Unternehmens- und Organisationsentwicklung gebracht. Wer nicht überrollt werden will von Wandel und Dynamik und weiterhin erfolgreich agieren will, der braucht eine moderne Führung, die bei den Veränderungen mithält und die zugleich Dynamik erzeugt. Führungskräfte schaffen mit ihrer Kompetenz eine Grundlage für den Erfolg. Ein Team zu organisieren, Mitarbeiter:innen zu führen oder Zukunft zu gestalten, das erfordert außer Fach- und Sachkenntnis noch Führungsstärke.
Der Praxisleitfaden Führungskompetenz stellt die Bausteine bereit, diese Kompetenz auf- und auszubauen.
Im Kern besteht Führungskompetenz darin,
• Führung zu verstehen,
• Sicherheit zu gewinnen und weiterzugeben,
• Schritt-für-Schritt Kompetenzen aufzubauen
• und aktiv zu führen.
Führen, das bedeutet im betriebswirtschaftlichen Sinne, Ziele gemeinsam zu erreichen, Entwicklungsbedarfe zu erkennen, Mitarbeiter:innen optimal einzusetzen und in Bewegung zu halten. Wer Mitarbeiter:innen erreichen will, wenn es um Veränderung geht, der muss die Stellschrauben kennen, damit sich die Einzelnen bewegen:
• Potenziale erkennen,
• Mitarbeiter:innen mitnehmen,
• Wissen weitergeben,
• Dynamik erzeugen,
• Wandel gestalten.
Es ist vor allem das Veränderungsbewusstsein, das Führungskräfte auszeichnet, denn sie müssen nicht allein Dynamik und Wandel in ihren Teams kompensieren, sie müssen Zukunft mitgestalten, damit sich die Entwicklungsgeschwindigkeit in der Organisation fortsetzt. Moderne Führungskräfte sind Impulsgeber:innen, Gestalter:innen und Vermittler:innen. Und moderne Führung ist bilateral, die Mitarbeiter:innen reden mit, ihre Ideen sind gefragt und deren Freiräume erzeugen neue Potenziale. Das Wissen der Einzelnen wird dabei als Kapital verstanden und gewertschätzt. Der Mehrwert darf bei alldem nicht aus den Augen verloren werden, denn Wirtschaftlichkeit ist genauso wie Dynamik eine Zukunftssicherung.
Moderne Führung, das ist die Überzeugung, dass Dynamik und Wandel nicht von oben nach unten durchgereicht werden, sondern dass die Energie für Veränderungen in den einzelnen Mitarbeiter:innen steckt. Moderne Führungskräfte erzeugen mit ihren Mitarbeiter:innen diese notwendige Dynamik, wenn sie es verstehen, ihre Mitarbeiter:innen mitzunehmen.
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Wer führt, gewinnt – ein kleines Manual zur Führung
Statt einer Einleitung folgt der unmittelbare Einstieg ins Thema, wobei es als Erstes zu klären gibt, was ein Handbuch zur Führung überhaupt leisten will. Dies ist keine Rechtfertigung, sondern eine Begründung. Obschon es von Handbüchern wimmelt und obgleich alle möglichen Aspekte in den Handbüchern zur Führung nahezu abgedeckt scheinen, ist dieses Manual sinnvoll. Denn Führen ist mehr als techne, es gehört einiges mehr dazu als Fachkompetenz, damit man als Führungskraft Akzeptanz findet und als Vorbild wahrgenommen wird. Führen will Orientierung geben, Identifikation ermöglichen und Mitarbeitern Anreize zur Motivation und Leistungsbereitschaft geben. Zuerst steht an, die Bedeutsamkeit von Führung im System der Unternehmung herauszustellen. Schließlich findet sich darin die Begründung dieses Manuals. So besteht diese Einleitung mehr aus einer Einstimmung, nämlich darauf, dass Führung sehr viel mit Persönlichkeit zu tun hat, und das geschieht ohne Umschweife, sondern mehr nach dem Motto: in medias res. Die beiden nachfolgenden Buchteile widmen sich dann zum einen den theoretischen Grundlagen, zum anderen dem Alltag und damit der Praxis des Führens. Noch ein Handbuch? Und wozu überhaupt eine Handreichung zum Führen – entweder man kann’s oder man kann’s nicht? So oder ähnlich kann die erste Reaktion lauten, wenn Führungskräfte mit einem Manual zur Führung konfrontiert werden. Die Reaktion ist durchaus nachvollziehbar, denn zur Führung scheint im Grunde genommen bereits alles geschrieben worden zu sein. Doch ähnlich wie beim berühmten gallischen Dorf gibt es noch einen Fleck in der Landkarte der Fachliteratur zur Führung, der von den Autoren noch nicht besetzt worden ist. Es steht nämlich noch das umfassende Vorgehensmodell aus, das den Weg zum erfolgreichen wie professionellen Führen aufzeigt. Das bedeutet, dass neben den deskriptiven Ansätzen zur Führung und den eher monografisch orientierten Handbüchern ein übergreifendes Manual fehlt, das angehenden, frischgebackenen oder jungen Führungskräften eine Orientierung sowie Impulse zur Herausbildung von Führungskompetenz an die Hand gibt. Mit einem auf Pragmatismus ausgelegten und am Beispielhaften ausgerichteten Ansatz wird das in diesem Manual erreicht. Am Ende liegt ein Setzkasten vor, mit dem sich die Führungskraft1 selbst ihr Führungsbild und ihren am Bedarf orientierten Entwicklungsplan zusammenstellen kann. Dieses Manual spannt einen großen Bogen über das Führen im Unternehmen. Es hat als Handbüchlein die Funktion, zum einen roter Faden und zum anderen Nachschlagewerk zu sein. Dazu ist dieses Buch in zwei Teile gegliedert. Im ersten Teil gilt es, das Grundlegende der Führung näher zu beleuchten sowie herauszuarbeiten. Da jedoch ein Handbüchlein vom Beispielhaften, von Handreichungen und Orientierungspunkten lebt, ist im zweiten Teil eine Vielzahl von Führungssituationen in Beispiele gepackt. Die eingeflochtenen Beispiele veranschaulichen die Zergliederung von Führungskompetenz, sie schaffen Orientierung. Die einzelnen Themenkomplexe geben Anlass zur Reflexion, sodass über die Verarbeitung der Inhalte mannigfaltige Impulse gegeben sind, die Aneignung von Führungskompetenz in die eigenen Hände zu nehmen. Schließlich gehört selbstbestimmte, kontinuierliche individuelle Weiterentwicklung zu den Schlüsselkompetenzen der Zukunft. Führungskräfte sind daher gleichsam Vorbilder, wenn sie ihre Führung fortlaufend professionalisieren. Es ist nicht das Ziel, das Allgemeingültige herauszuarbeiten. Denn es gleicht eher einer Sisyphusarbeit, ein Inventar allgemeingültiger Instrumente für all die verschiedenen Führungssituationen bereitzustellen. Vielmehr geht es darum, das Bewusstsein dafür zu schärfen, dass Führung ein Zusammenspiel von einzelnen Komponenten ist. Dieses Netzwerk, das kybernetische Wirken zu erfassen und zu verstehen, das ist die Basis der Führungskompetenz. Deshalb stehen die Grundlagen an erster Stelle. Sie erheben, wie erwähnt, nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. An zentralen Inhalten der Führung sowie ausgewählten Aspekten wird eine Form der Navigation geschaffen (siehe beispielhaft Abb. 1, denn Navigationspunkte variieren je nach persönlicher Navigation). Abb. 1: Navigation Führung Ganz im Gegenteil zu einem Anspruch auf Vollständigkeit verdeutlichen die ausgewählten Grundlagen die Offenheit des Systems und sensibilisieren für die Dynamik dieses Systems. Das sollte allein schon dadurch deutlich werden, dass die einzelnen Aspekte zum Führen von Mitarbeitern nur Ausschnitte sind. Damit beginnt der zweite Teil – die Führungspraxis unter die Lupe nehmend. Führung erstreckt sich bis zum produktiven Handeln. Das bedeutet wiederum, dass zum Führen gleichfalls das Organisieren von Prozessen, die Erzeugung von Dynamik, die Optimierung der Wertschöpfung und die Sicherung der Qualität gehören. Aus diesem Grunde folgt in diesem Manual nach dem sach- wie mitarbeiterorientierten Führen noch ganz prozessorientiert das Kapitel zur operativen Führung. Am Ende darf in diesem zweiten Teil die psychologische Sicht nicht fehlen, im Grunde genommen gehört sie sogar an den Beginn, denn erst aus dem Verständnis für das eigene Handeln und aus dem Erkennen sowie Begreifen des Verhaltens von Mitarbeitern erwächst die Souveränität der Führungskraft. Sie ist Ausdruck des Selbstvertrauens und der Selbstsicherheit, die zu den Säulen der erfolgreichen Führung gehören. Sie verleiht zudem eine gewisse Umsicht und den Mut, Wandel vorauszudenken. Und Zukunft steht in der Zielpyramide der Unternehmensstrategie ganz oben. Unternehmen sowie Mitarbeiter müssen an einem Strang ziehen, wenn es um die Zukunftsgestaltung geht. Klar, dass Führung eine Nahtstelle des Unternehmenserfolgs ist, denn schließlich sind es außer Maschinen die Mitarbeiter, die in der Wertschöpfungskette für das Unternehmensergebnis sorgen. Damit dieses Ergebnis zugleich Erfolg ist, dafür müssen die Führungskräfte mit deren Führungskompetenz sorgen. Das wird offensichtlich häufig vergessen oder zumindest unterschätzt, wenn man genauer hinschaut und die markanten Schwächen und deutlichen Defizite von Führungskräften in der betrieblichen Praxis schonungslos offenlegt. Dies ist keine pauschale Vorverurteilung von Führungskräften, eher eine Aufforderung, sich dieser besonderen Herausforderung in der Organisationsentwicklung zielführend anzunähern. Organisationsentwicklung ist dies, weil die Entwicklung von Führungskräften auch immer etwas mit Führungskultur, mit Prinzipien und Werten zu tun hat. Es ist nicht allein die Personalentwicklung, die hier die Marksteine setzt, wenn es um die Entwicklung und die Heranführung von Führungskräften und insbesondere von Nachwuchskräften geht. Motivation und damit auch Identifikation werden zunehmend zu erfolgskritischen Elementen in der Unternehmensführung, und das ist auch der Moment, in dem Führungskräfte Vorbild sein müssen. Es ist nicht der pauschale und oberflächliche Abklatsch eines theoretischen Corporate Identity, der dabei helfen kann, sozusagen Mitarbeiter auf seine Seite zu ziehen und ihnen anreizstarke Inhalte zu offerieren. Wer mit der Dynamik Schritt halten will, braucht selbsttätige, motivierte und engagierte Mitarbeiter. Innovationskraft wie Einsatzfreude lassen sich nicht verordnen. Eines ist dieses Manual keinesfalls: Es ist nicht die typische Sammlung von Ratschlägen zur Führung. Arbeitsrechtliches oder die standardisierte Gestaltung der Teamentwicklung oder das formale Führen von Mitarbeitergesprächen fehlt hier gänzlich. Der Blickwinkel auf die Führung ist ein ganz anderer – es ist mehr ein handlungsorientierter und kognitionspsychologischer. Das Erkennen, das Verstehen und das Anwenden auf der Basis der gelenkten Kognition, all das bestimmt die Brennweite zum Fokus. Führen ist etwas Ganzheitliches, das als solches zu praktizieren ist. Dazu muss die Führungskraft ein Gefühl zum Führen entwickeln. Dies wiederum setzt sich nicht aus den bekannten, herkömmlichen Führungsbausteinen zusammen. Dieses System mit seiner eigenen Struktur ist individuell und hat sehr viele psychologische Momente. Am Ende vermittelt dieses persönliche System des Führens die Sicherheit, die Führung ausmacht, die aber Führung vor allem professionell und erfolgreich werden lässt. So werden keine Techniken vermittelt, sondern ein Bewusstsein geschaffen. Führungsbewusstsein im Zusammenspiel mit Führungskultur ist die Quelle für die Entwicklung als Führungskraft und in gewisser Weise ein Katalysator beim Aufbau von Führungskompetenz....