Christie | Tod auf dem Nil | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 190 Seiten

Christie Tod auf dem Nil

Theaterstück
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-96119-102-4
Verlag: Felix Bloch Erben
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Theaterstück

E-Book, Deutsch, 190 Seiten

ISBN: 978-3-96119-102-4
Verlag: Felix Bloch Erben
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Der Theaterstück-Krimiklassiker von Agatha Christie Kay Ridgeway führt ein glückliches Leben, gesegnet mit Schönheit, gekrönt mit enormem Reichtum. Das i-Tüpfelchen soll nun ein neuer Ehemann sein. Mit ihm geht sie auf Hochzeitsreise auf dem Nil. Doch die Idylle an Bord des Raddampfers wird jäh durch einen brutalen, schockierenden Mord zunichte gemacht. Die Spannung steigt, als offenbar wird, dass viele der Mitreisenden ein Motiv für das Verbrechen haben könnten ...  Tod auf dem Nil  basiert auf Agatha Christies gleichnamigem Roman aus dem Jahre 1937. 

Agatha Christie ist weltweit als die Queen of Crime bekannt. Auf Englisch wurden von ihren Büchern über eine Milliarde Exemplare verkauft, eine weitere Milliarde in Form von Übersetzungen. Sie ist die populärste Autorin aller Zeiten und lief in zahlreichen Sprachen sogar der Bibel und Shakespeare den Rang ab. Sie schrieb 66 Kriminalromane, über 150 Kurzgeschichten, über 30 Theaterstücken sowie sechs Romane unter dem Pseudonym Mary Westmacott.  Agatha Christies erster Roman Das fehlende Glied in der Kette entstand gegen Ende des Ersten Weltkriegs, in dessen Verlauf sie als Krankenschwester und Apothekerin arbeitete. In diesem Werk erfand sie Hercule Poirot, den kleinen belgischen Detektiv, der zum bekanntesten fiktiven Ermittler seit Sherlock Holmes werden sollte. Der Band erschien 1920 im Verlag The Bodley Head.  Sie schrieb durchschnittlich ein Buch pro Jahr und 1926 ihr erstes Meisterwerk Alibi. Es war ihre erste bei Collins erschienene Veröffentlichung und stand am Beginn einer Beziehung zwischen Autorin und Verlag, die 50 Jahre lang und für über 70 Bücher anhielt. Alibi war auch der erste dramatisierte Christie-Roman und lief mit Erfolg im Londoner West End.  1930 führte Agatha Christie eine neue Figur ein, die als Detektivin agieren sollte. Als sie Miss Marple schuf, rechnete Christie nicht damit, eine Rivalin zu Poirot erschaffen zu haben. Doch mit dem Erfolg von Mord im Pfarrhaus, Miss Marples erstem Roman, stand fest: Sie hatte eine weitere beliebte und dauerhafte Figur geschaffen.  Die Mausefalle, ihr erfolgreichstes Stück überhaupt, kam 1952 zur Uraufführung und ist das am längsten laufende Werk der Theatergeschichte.  Agatha Christie wurde 1971 der Adelstitel Dame verliehen. Sie starb 1976.  Agatha Christie Limited (ACL) verwaltet seit 1955 die Literatur- und Medienrechte an den Werken von Agatha Christie auf der ganzen Welt und arbeitet mit den besten Talenten in den Bereichen Film, Fernsehen, Verlagswesen, Bühne und digitale Plattformen zusammen, um sicherzustellen, dass Christies Werk weiterhin auf innovative Weise und auf höchstem Niveau ein neues Publikum erreicht. Das Unternehmen wird von Christies Urenkel James Prichard geleitet.  Weitere Informationen finden Sie unter  www.agathachristie.com .
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Erster Akt


Die vordere Aussichts-Lounge des Raddampfers „Lotus“ in Shellal. Später Nachmittag. Die Lounge ist verglast, damit man das komplette Fluss-Panorama sieht. Rechts und links Türzugänge aufs Deck. Daneben weitere Fenster, durch die man von außen herankommende Personen wahrnimmt. Deck und Kabinen vorn und achtern, aber nicht um den Bug des Schiffs herum. Eine Gangway ans Ufer im Off für alle Neuankömmlinge. Der Salon ist mit Korbstühlen an runden Tischen möbliert. An der Wand hängen eine Passagierliste und Plakate. Reisebroschüren und Faltblätter liegen zum Mitnehmen da. Zwei PERLENVERKÄUFER, beladen mit Fliegenwedeln, Perlen, Postkarten und Skarabäen, reden Arabisch mit einem nubischen STEWARD, der ein langes weißes Gewand und einen Tarbusch trägt und ein pechschwarzes Gesicht hat. Er lächelt immer freundlich und versteht etwa ein Viertel von dem, was die Passagiere zu ihm sagen. Alle drei biegen sich vor Lachen. Plötzlich richtet sich der STEWARD auf und verscheucht die PERLENKÄUFER, da man im Off sich nähernde Gepäckträger hört. Der 1. PERLENVERKÄUFER geht zur Gangway ab, der 2. PERLENVERKÄUFER auf das rechte Deck. MISS FFOLIOT-FFOULKES und CHRISTINA GRANT kommen über die Gangway, gefolgt vom 1. PERLENVERKÄUFER. MISS FFOLIOT-FFOULKES trägt einen Tropenhelm und Touristinnenkleidung. Sie ist 60, ein Snob und schlecht gelaunt. CHRISTINA ist eine nette und vernünftige junge Frau von erstaunlichem Gleichmut. Sie trägt MISS FFOLIOT-FFOULKES Mantel und Kosmetikköfferchen, die sie auf einem der Tische deponiert.

STEWARD
Guten Tag, die Damen. Guten Tag. Willkommen auf der Lotus.

Der 1. PERLENVERKÄUFER nähert sich MISS FFOLIOT-FFOULKES.

1. PERLENVERKÄUFER
Schauen, Lady – schauen Sie! Lapislazuli – ganz echt – echter Bernstein – sehr nett, sehr billig. Schauen, Lady, echter Skarabäus, großer König Ramses!

MISS FFOLIOT-FFOULKES macht eine abwehrende Handbewegung. Er wendet daraufhin CHRISTINA seine Aufmerksamkeit zu.

MISS FFOLIOT
Miss Ffoliot-ffoulkes und Miss Grant.

STEWARD
Oh, ja, ich haben sehr nette Kabinen für Sie. Nummer 15 und 16. Beste Kabinen auf Schiff.

MISS FFOLIOT
Das werden wir ja sehen. Christina, lass bloß meinen Mantel nicht fallen!

(CHRISTINA nimmt schnell den Mantel vom Tisch. Der STEWARD will ihn ihr abnehmen.)

Nein, nicht er. Nimm ihn selbst.

CHRISTINA
Ich hab ihn.

Der 1. PERLENVERKÄUFER wendet sich wieder an MISS FFOLIOT-FFOULKES.

1. PERLENVERKÄUFER
Schauen, Lady – echter Lapislazuli – Skarabäus. König Ramses!

MISS FFOLIOT
Nein, nein, ich kaufe nichts.

1. PERLENVERKÄUFER
(ungerührt) Sie wollen Eselreiten auf Rückweg? Ich Ihnen geben Karte. Ich haben sehr gute Esel. Heißen „Whisky und Soda“ – ganz prima Esel. (Er versucht es erneut bei CHRISTINA.) Sie mögen Postkarte? Ich haben viele Postkarten. Sie English Lady? König George, Königin Elizabeth – hip, hip, hurra! Sehr nette Postkarten – Tempel von Philae, Grab von Pharao Tutenchamun, Englische Kirche von Kairo...

Der STEWARD spricht aggressiv auf Arabisch mit dem 1. PERLENVERKÄUFER, der Richtung Gangway abgeht.

STEWARD
Kommen Sie hier entlang.

Er geht aufs rechte Deck ab. MISS FFOLIOT-FFOULKES und CHRISTINA folgen ihm. SMITH kommt von der Gangway, gefolgt vom 1. PERLENVERKÄUFER. SMITH ist ein ungepflegt aussehender junger Mann mit grauer Flanellhose und offenem Hemd. Seine Stimme klingt aber deutlich vornehmer. Bei seinem Auftritt scheucht er den 1. PERLENVERKÄUFER weg.

1. PERLENVERKÄUFER
Sehr scharfe Postkarten? Sie mögen tanzende Mädchen – echte eingeborene Mädchen? Ich Sie bringen Entenschießen? Guter Sport? Sie English Gentleman? American? Parley Francais? Deutsch? Italienisch? Russisch? Schweizer? Jugoslawe? Nein?

(SMITH schüttelt ungeduldig den Kopf und geht Richtung rechtes Deck.)

Was sein Ihre Nationalität?

SMITH
Japanisch!

Er geht nach rechts ab. Der 1. PERLENVERKÄUFER steht mit offenem Mund da.

1. PERLENVERKÄUFER
(perplex) Japanisch?

LOUISE, ein gutaussehendes französisches Dienstmädchen, kommt vom linken Deck.

1. PERLENVERKÄUFER
Sie mögen nette Perlen? Ganz billig? Très gentille. Très chic.

LOUISE
Nein, nein, ich kaufe nichts.

Der 1. PERLENVERKÄUFER geht zur Gangway ab. MISS FFOLIOT-FFOULKES und CHRISTINA kommen von rechts. CHRISTINA trägt immer noch das Kosmetikköfferchen und den Mantel herum. LOUISE geht diskret nach links ab.

MISS FFOLIOT
Lachhaft, dass das die besten Kabinen sein sollen! Völlig lachhaft. Du hast doch nicht etwa mein Kosmetikköfferchen vergessen?

CHRISTINA
Nein, Tante Helen, hier ist es.

SMITH kommt vom rechten Deck und setzt sich mit einer Zeitschrift an einen der Tische. MISS FFOLIOT-FFOULKES mustert ihn, als sei er eine leicht widerwärtige Käferart.

MISS FFOLIOT
Hier sitzen wohl meistens die Passagiere. Ist bestimmt für die erste Klasse reserviert. (Sie schaut demonstrativ auf SMITH.)

SMITH
Hier gibt es nur eine Klasse.

CHRISTINA
Hinten auf dem Schiff ist noch eine Lounge.

SMITH
Am Heck.

MISS FFOLIOT
Aber hier hat man die beste Aussicht. (Sie erblickt die an der Wand befestigte Liste.) Ah, die Passagierliste. Man ist gerne davon unterrichtet, welche Mitreisenden man hat. Auf einem Schiff dieser Art entgeht man den Leuten nicht. Deshalb ist Vorsicht geboten.

SMITH
(fröhlich) Oder man infiziert sich noch. (MISS FFOLIOT-FFOULKES schaut ihn kalt an.) Ignorieren Sie mich. Ich kann einfach nicht die Klappe halten.

MISS FFOLIOT
(liest) Wen haben wir denn? Pfarrer Ambrose Pennefather. Klingt schon mal gut. Ob er einer von den Yorkshire-Pennefathers ist? In der Kirche weiß man das heutzutage ja nie. Hm! Dr. Bessner – ein Ausländer! Mr. William Smith –

SMITH
Vergessenswert!

CHRISTINA muss fast lachen.

MISS FFOLIOT
Miss Ffoliot-ffoulkes – also, nein, sie haben es mit großem „F“ geschrieben.

SMITH schüttelt leicht den Kopf.

SMITH
Majestätsbeleidigung.

MISS FFOLIOT
Miss Christina Grant. Mr. und Mrs. Simon Mostyn und Dienstmädchen – also – ich glaube, das ist Kay Ridgeway!

CHRISTINA
Oh, Tante Helen, wie aufregend! Meinst du wirklich?

MISS FFOLIOT
In den Flitterwochen, nehme ich an.

CHRISTINA
So muss es sein. Die Hochzeit war vor vierzehn Tagen. Hab ich im Hotel im Tatler gelesen.

MISS FFOLIOT
Da bin ich ja mal gespannt. Es heißt, sie hat Lord Edgbaston abserviert, um diesen jungen Mostyn zu heiraten. Einer von den Devonshire-Mostyns – die besitzen keinen lumpigen Penny. (Der STEWARD kommt vom linken Deck.) Steward, hierher. Mir gefällt meine Kabine nicht.

STEWARD
(lächelt) Sehr nette Kabine. Ganz prima. Viel Nachmittagssonne.

MISS FFOLIOT
Darüber beschwere ich mich ja gerade. Es wird zu heiß sein.

STEWARD
Nein, nein, ganz schöner Fahrtwind. Sehr angenehm.

MISS FFOLIOT
Ich will Kabinen auf dieser Seite. (Sie zeigt aufs linke Deck.)

STEWARD
Okay. Ich Ihnen zeigen.

MISS FFOLIOT
Bleib da, Christina. Ich lasse meine Sachen nicht gerne unbeaufsichtigt. (Sie geht zur Tür zum linken Deck, gefolgt vom STEWARD.) Ist das Trinkwasser hier an Bord auch frisch – wird es abgekocht?

Sie gehen nach links ab. Pause.

SMITH
Was für ein Drama um das große „F“.

CHRISTINA
Oh, das passiert dauernd. Ist nicht gerade vernünftig, einen Namen mit zwei kleinen „f’s“ am Anfang zu schreiben.

SMITH
Eine unserer unerklärlichen englischen Marotten. (Pause.) Fahren Sie nach Wadi Halfa und zurück oder weiter nach Khartum?

CHRISTINA
Wir machen nur die Wadi Halfa-Tour. Ist alles so pittoresk, und ich liebe die Esel, die Perlen und all das. (Sie holt einen großen gipsernen Skarabäus aus ihrer Reisetasche.) Den hier hab ich gestern gekauft. Ist angeblich ein echter Skarabäus. Stimmt...



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