E-Book, Deutsch, Band 304, 448 Seiten
Reihe: Julia Extra
Colter / Rivers / Cox Julia Extra Band 304
1. Auflage 2009
ISBN: 978-3-86295-505-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Das Leuchten in deinen Augen / Sternenzauber zum Fest / Spanisches Weihnachtsmärchen / Bittersüsse Bescherung /
E-Book, Deutsch, Band 304, 448 Seiten
Reihe: Julia Extra
ISBN: 978-3-86295-505-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
DAS LEUCHTEN IN DEINEN AUGEN von WINTERS, REBECCA
Mitten im tiefen Schneegestöber stößt Brooke auf ein kleines Mädchen. Niemand weiß, woher es ist und warum es ausgerechnet an Weihnachten zurückgelassen wurde. Kann der attraktive Vance McClain Licht in das Dunkel bringen? Und dabei auch Brookes innigsten Weihnachtswunsch erfüllen?
STERNENZAUBER ZUM FEST von COLTER, CARA
Nichts findet Lila romantischer, als eine Schlittenfahrt mit ihrem Traummann durch die Märchenwelt von Snow Mountain. Aber Brody will seit einem schmerzlichen Verlust weder etwas von Weihnachten, noch von Liebe wissen. Bis ein Schneesturm sie in eine einsame Waldhütte zwingt ...
SPANISCHES WEIHNACHTSMÄRCHEN von COX, MAGGIE
Glanzvolle Weihnachtstage in einem Palast in den Bergen: So glamourös hat die alleinerziehende Dominique das Fest noch nie verbracht. Wenn nur nicht der Schlossherr Christiano Cordova so betörend wäre. Von seinem feurigen Charme ist Dominique wie verzaubert. Aber schenkt er ihr auch sein Herz?
BITTERSÜSSE BESCHERUNG von RIVERS, NATALIE
Kann die magische Adventszeit die Schatten der Vergangenheit besiegen? Vor Jahren trieb Claudia und Marco de Luca eine Intrige auseinander. Doch auch, wenn die Leidenschaft zwischen ihnen erneut aufflammt: Der Millionär misstraut ihr offenbar immer noch und hat nur eins im Kopf - Rache!
Cara Colter hat Journalismus studiert und lebt in Britisch Columbia, im Westen Kanadas. Sie und ihr Ehemann Rob teilen ihr ausgedehntes Grundstück mit elf Pferden. Sie haben drei erwachsene Kinder und einen Enkel. Cara Colter liest und gärtnert gern, aber am liebsten erkundet die begeisterte Reiterin auf ihrer gescheckten Stute Dakota die kilometerweiten Waldwege, die direkt an ihrem Haus vorbei- und in die freie Natur führen. Als Autorin von insgesamt 40 Büchern wurde Cara Colter mehrfach ausgezeichnet. 2006 erhielt sie von der Romantic Times einen Sonderpreis für ihre humorvollen Romane, 2007 kam sie erstmalig auf die Bestellerliste von Waldenbooks.
Autoren/Hrsg.
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1. KAPITEL
„Auf Wiedersehen, Brooke. Und nochmals vielen Dank für mein Weihnachtsgeschenk. Ich freue mich wirklich sehr darüber. Schöne Feiertage!“
„Gern geschehen, Dave. Auch Ihnen und Ihrer Familie fröhliche Weihnachten. Bis Montag dann.“
Eine Bö von Schneeflocken fegte ins Geschäft herein, bevor Brooke Longleys Angestellter die Tür schließen konnte. In der letzten Woche hatte es hier in West Yellowstone, Montana, schon zwei Schneestürme gegeben. Es sah so aus, als ob sich ein dritter zusammenbraute.
Obwohl die Standuhr erst wenige Minuten nach sieben zeigte, hatte man das Gefühl, als sei es schon Mitternacht. Brookes Kleidergeschäft war normalerweise bis zehn Uhr abends geöffnet, aber nicht heute, am Abend vor Weihnachten.
Wie jedes Jahr gab es eine große Weihnachtsfeier, und die Garnetts hatten traditionell in „Cornell’s Bar and Grill“ eingeladen, nur ein paar Straßen vom Geschäft entfernt. Brooke hatte keine besondere Lust hinzugehen. Aber ihre Freundin, Julia Morton, und deren Mann Kyle hatten ihr das Versprechen abgenommen, auch zu kommen.
„Nur weil du seit deiner geplatzten Verlobung nichts von Männern willst, muss doch nicht alle Welt glauben, du seist zum Einsiedler geworden.“
Da hatte Julia irgendwie recht. Deshalb hatte Brooke sich vorgenommen, für etwa eine Stunde zu der Party zu gehen und dann nach Hause zu fahren.
Nachdem sie alle Lichter ausgemacht und den Laden abgeschlossen hatte, stapfte sie durch den Schnee die Hauptstraße hinunter. Obwohl vor den benachbarten Geschäften dauernd Schnee geschippt worden war, war der Weg schon wieder zugeweht. Es war bitterkalt. Letztes Jahr um diese Zeit war es genauso gewesen.
Gott sei Dank ist es nicht letztes Jahr.
Gott sei Dank warte ich nicht darauf, dass Mark aus Kalifornien kommt.
Sie hatten zwischen Weihnachten und Neujahr heiraten wollen. Dann war der Anruf gekommen. Es war wie ein Alptraum gewesen. Mark würde überhaupt nicht kommen. Er hatte eine andere kennengelernt und hoffte, Brooke würde das verstehen. Es wäre besser, sich jetzt zu trennen, als später einer Scheidung ins Auge zu sehen.
Einen Monat später starb Brookes Vater an einem Herzanfall. Nun war sie ganz allein – alle ihre Freundinnen waren nach Abschluss der Schule fortgezogen – und so deprimiert, dass sie sich nicht vorstellen konnte, noch ein Jahr weiterzuleben.
Aber das Leben hatte ihr einen Trick gespielt. Sie hatte das Geschäft ihres Vaters übernommen, und über die harte Arbeit waren zu ihrem Erstaunen zwölf Monate vergangen. In dieser Zeit war das Geschäft aufgeblüht, und Brooke war vierundzwanzig geworden. Sie war nicht nur immer noch am Leben, sondern sie hatte auch in Julia und Kyle, die im Sommer von Great Falls hierher gezogen waren, neue Freunde gefunden. Es würde bestimmt nett sein, einen Teil dieses Abends mit ihnen zu verbringen.
Brooke beschleunigte ihren Schritt. Der Schneesturm schien an Stärke zuzunehmen. Bei diesem Wetter war niemand mit dem Wagen unterwegs. Alles war zum Stillstand gekommen – eine Welt von reinem Weiß. Sehr schön, wenn man wusste, wo man einen behaglichen Platz vor dem Kamin finden konnte.
Als sie die erste Seitenstraße überqueren wollte, meinte Brooke ein Kind weinen zu hören. Aber das Heulen des Windes klang oft wie das Jammern eines Menschen, sodass sie diesen Gedanken beiseite schob und weitereilte, um dem Toben der Elemente zu entrinnen.
Sobald sie die andere Straßenseite erreicht hatte, hörte sie das Weinen wieder, diesmal lauter. Brooke blieb stehen und lauschte. Kein Zweifel. Jemand weinte. Ein verängstigtes Kind war hier draußen im Sturm.
Aber wessen Kind? Wo?
Brooke hatte das Gefühl, dass das Weinen aus der Seitenstraße kam, und ging dem Geräusch nach. Kurz darauf erspähte sie eine kleine Gestalt, die an das Schaufenster von Clarks indianischem Schmuckgeschäft klopfte. Der Laden war dunkel. Wahrscheinlich war Harmon Clark schon auf dem Weg zur Party im Cornell’s. Das kleine Mädchen konnte nicht älter als fünf Jahre sein. Zwischen ihren Schluchzern rief sie einen Namen, den Brooke nicht verstehen konnte. Das arme Kind hatte nur Tennisschuhe an, keine Socken, ein Kleidchen und eine dünne Windjacke, die keinen Schutz bot gegen den Schneesturm. In ein paar Minuten würde sie erfroren sein.
Ohne zu zögern, ging Brooke neben ihr in die Hocke und legte schützend einen Arm um ihre Schultern. „Mein Name ist Brooke. Ich möchte dir helfen. Wen suchst du denn, Schätzchen?“
Das Mädchen schlug mit ihren bloßen Händen weiter gegen die Scheibe. Sie sagte irgendetwas von einem Charlie.
„Sweety … Es ist niemand da. Wenn du mitkommst, helfe ich dir, Charlie zu finden. Okay?“
„Neeein! Nicht Charlie! Er darf mich nicht holen!“
Brooke hörte die Angst in dem verzweifelten Flehen des Kindes. Ohne noch eine Sekunde zu verschwenden, nahm sie die Kleine auf den Arm und lief mit ihr durch den Schnee zu ihrem Geschäft zurück. Dort war es warm. Und da gab es ein Telefon.
Mehrere Male wäre sie fast hingefallen. Der kleine Körper, den sie in den Armen hielt, zitterte ununterbrochen. „Alles wird gut“, murmelte Brooke immer wieder, um das verängstigte Kind zu beruhigen.
Immer neue Schreckensbilder stiegen vor Brookes innerem Auge auf. Denn irgendetwas Schreckliches musste ja geschehen sein, um das kleine Mädchen in ihren Armen so sehr zum Zittern zu bringen. Brooke hatte sich nie für gewalttätig gehalten, aber diesem Charlie, wer auch immer er war, würde sie am liebsten den Hals umdrehen.
„Wir sind da. In Sicherheit.“
Sie zog ihren Schlüssel heraus und öffnete die Tür. Wohlige Wärme schlug ihnen entgegen, und Brooke stieß die Tür mit dem Fuß hinter sich zu. Dann machte sie das Licht an und zog das Kind quer durch das Geschäft zur Küche im hinteren Teil des Gebäudes.
Der Heizlüfter verbreitete eine wohlige Wärme. Brooke schob einen Stuhl direkt davor und setzte das Mädchen darauf. Dann holte sie aus dem Nebenraum eine Heizdecke.
Als sie wieder in die Küche kam, war das hysterische Weinen des Mädchens zu einem Wimmern geworden. Seine Zähne klapperten. Brooke kniete sich hin und zog dem Mädchen die gefrorenen Tennisschuhe und die Windjacke aus. Dann legte sie ihm die Heizdecke um die Schultern und begann, die eisigen kleinen Füße zu reiben.
„Wie heißt du denn, Schätzchen?“ Der Schnee auf dem dunkelbraunen Haar des Mädchens war noch immer nicht ganz geschmolzen.
„Sarah.“
„Sarah – und weiter?“
Die Kleine rieb sich die Augen. „Weiß nicht.“
„Ich werde dir einen schönen warmen Kakao machen, ja?“
Brooke sprang auf, rührte Instantkakao in einen Becher mit Wasser und erhitzte ihn in der Mikrowelle.
Sarah trank den Kakao bis auf den letzten Tropfen aus. Sie war nicht nur durstig, sie war am Verhungern!
„Ich wette, das hat gut geschmeckt.“
Sarah nickte.
„Wo ist denn deine Mommy, Sarah?“
„Charlie sagt, ich habe keine Mommy.“
„Wer ist Charlie?“
„Er … er war wütend, weil … weil der Wagen kaputt gegangen ist.“
Brooke fiel auf, dass Sarah mit einem Südestaatenakzent sprach. Sie war also weit fort von zu Hause. „Als er ausstieg, bin ich aus der anderen Tür rausgeklettert und weggerannt.“ Sarahs Unterlippe zitterte. „Es war so kalt im Schnee. Ich … ich konnte nichts sehen.“ Sie begann wieder zu weinen. Dicke Tränen rollten aus ihren dunkelblauen Augen.
Brooke fühlte sich elend. Sie legte die Arme um das kleine Mädchen und wiegte es hin und her. „Ich passe auf dich auf. Alles wird gut.“
„Glaubst du, dass Charlie nach mir suchen wird?“
„Ich weiß nicht.“
„Er wird ganz wütend werden, wenn er mich findet. Du musst mir helfen, bitte!“, flehte Sarah.
Brooke spürte instinktiv, dass das Kind ihr nichts vormachte oder übertrieb – das Mädchen sagte die Wahrheit. Sie biss sich auf die Zunge, bevor sie sagte: „Er kommt nie wieder in deine Nähe. Glaubst du mir das?“
Statt einer Antwort umarmte Sarah Brooke.
„Hier drinnen ist es doch schon viel besser, was?“, fragte sie, um das Mädchen auf andere Gedanken zu bringen.
„Ja.“
„Möchtest du ein paar Kekse?“
„Ja.“
Sie reichte dem Kind eine Tüte. „Iss, soviel du magst. Ich gehe nach nebenan und telefoniere mal kurz.“
„Du sollst nicht weggehen!“, rief Sarah voller Panik.
Brooke nahm sie auf den Arm, mitsamt Kekstüte und allem, und trug sie in den Nebenraum. Dort setzte sie sie auf den Verkaufstresen und wählte die Nummer der Polizei.
„Julia?“, fragte sie überrascht, als sie die Stimme ihrer Freundin hörte. „Wieso hast du heute Abend Dienst? Wollten wir uns nicht im Cornell’s treffen?“
„Ruth hat mich gebeten, bis neun für sie einzuspringen. Ich wollte dich gerade anrufen, um dir zu sagen, dass es etwas später wird.“
„Ich fürchte, ich kann nicht kommen. Ein Notfall.“
„Was ist los?“ Plötzlich klang Julias Stimme ganz dienstlich. Sobald sie die Geschichte gehört hatte, sagte sie, Brooke solle das Mädchen mit nach Hause nehmen. So schnell wie möglich würde sie dann einen Polizeibeamten vorbeischicken, damit er die Ermittlungen aufnehmen konnte. Allerdings konnte...




