Das Wissen der Anstaltspsychiatrie in der Moderne | Buch | 978-3-205-79582-7 | sack.de

Buch, Deutsch, Band Band 005, 319 Seiten, Format (B × H): 173 mm x 240 mm, Gewicht: 637 g

Reihe: Wissenschaft, Macht und Kultur in der modernen Geschichte

Das Wissen der Anstaltspsychiatrie in der Moderne

Zur Geschichte der Heil- und Pflegeanstalten Am Steinhof in Wien
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-205-79582-7
Verlag: Böhlau

Zur Geschichte der Heil- und Pflegeanstalten Am Steinhof in Wien

Buch, Deutsch, Band Band 005, 319 Seiten, Format (B × H): 173 mm x 240 mm, Gewicht: 637 g

Reihe: Wissenschaft, Macht und Kultur in der modernen Geschichte

ISBN: 978-3-205-79582-7
Verlag: Böhlau


Die 1907 am Hang vor den Toren Wiens eröffnete Heil- und Pflegeanstalt Am Steinhof war die größte Institution ihrer Art in Europa. In ihrem ästhetisch und technisch bis dato unbekannten Anspruch verkörperte sie die Reformbewegung der "modernen Anstaltspsychiatrie". Die wissenshistorische Studie rekonstruiert die alltägliche Praxis und konzeptuelle Entwicklung dieser architektonisch verwirklichten Utopie. Das hier angewandte Verwaltungs-, Regulierungs- und vielfach implizite Handlungswissen zielte auf Objektivität, Gleichbehandlung und Transparenz. Jene Rationalität des Vorgehens machte es aber auch möglich, dass Fantasien einer flächendeckenden Überwachung und Versorgung der Bevölkerung in ausgesprochen autoritäre Konzepte der Fürsorge eines allgegenwärtigen Staates transformiert werden konnten.

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1. Einleitung
1.1 Die Insel der Unseligen
1.2 Das Wissen in der Praxis
1.3 Untersuchungszeitraum und Kapitelfolge
2. Wissen und Räume. Zur Vor- und Gründungsgeschichte der Heil- und Pflegeanstalten Am Steinhof
2.1 Die Wiener Institutionen zur Versorgung psychisch Kranker während des 19. Jahrhunderts
2.2 Die Reform des „Irrenwesens“
2.3 Zählen und Bauen. Gefährlichkeit und Erblichkeit.
Zur Frage der steigenden Anzahl psychisch Kranker
2.4 Psychiatrische Polytechnik: Die Gründung einer ‚modernen‘ Anstalt
3. Anordnungen der Anstaltspsychiatrie: Rationalisierungstendenzen der Moderne
3.1 Von der äusseren und inneren Ordnung: „Die Zukunft der Irrenpflege liegt in der Specialisierung der Anstalten“
3.2 „ Die Beschäftigung der Geisteskranken ist ein wichtiger therapeutischer Faktor“
3.3 „ Der Irrenwärter bildet einen Theil des Arzneiapparates“: Die Bedeutung der Pflege für die ‚moderne Psychiatrie‘
3.4 Medizinisch-administrative Ambivalenzen: Die Aufgabenbereiche der Mediziner
3.5 „ Man sagt daher nicht mit Unrecht, dass bei der Behandlung der Geisteskranken die Anstalt selbst eine Medizin darstellt“:

Zum Alltag zwischen Überfüllung und mangelndem Ansehen der Anstaltspsychiatrie
3.6 Epistemische Räume: Verbindungen zwischen (Anstalts-)Psychiatrie und Rechtsprechung
3.6.1 Weder gesund noch krank: Die weitreichenden Folgen einer neuen Kategorie
3.6.2 Forderungen nach neuen Formen institutioneller Versorgung und der Einführung der „verminderten Zurechnungsfähigkeit“
3.6.3 Exkurs: Der biopolitische Zugriff auf die „minderwertigen Psychopathen“: Der Ruf nach „sichernden Maßnahmen“ und die in diesem Zusammenhang gestellten, eugenisch motivierten Forderungen
4. Zur Konstituierung der Grenze. Materialität und Medialität von Krankenakten in der Anstaltspsychiatrie
4.1 Zu den Akten. Quellenmaterial und historische Analyse
4.2 Zum Aufzeichnen psychiatrischer Beobachtungen und ihrer strukturellen Bedeutung im Aufnahmeverfahren
4.3 Das Deckblatt der Krankenakte: Materielle Informationsspeicherung und Kodierung
4.4 Die „Kranken-Geschichte“
4.5 Exkurs: Die Archivierung der Krankenakten: Produkte eines administrativen Vorgangs oder Sammeln psychiatrischer Verdatungen?
5. Wissen in Bedrängnis? Zu den Veränderungen in der Anstaltspsychiatrie während des Ersten Weltkrieges und der Nachkriegszeit
5.1 Öffentlich-rechtliche Erwartungen an die Psychiatrie. Die Entmündigungsordnung von 1916
5.2 Kriegsbedingte strukturelle Veränderungen und Versorgungskrise am Steinhof
5.3 „ Der Weltkrieg, der Kriegsausgang und die Psychiatrie“: Der Umgang mit der schwierigen Versorgungslage, die administrativen Änderungen am Steinhof und die Hoffnungen auf einen Neubeginn
6. Ein- und Ausschlussverfahren der Anstaltspsychiatrie in den 1920er-Jahren
6.1 Forderung nach Reformen im „Roten Wien“
6.2 Alkoholismus als „der wunde Punkt der Irrenpflege“
6.3 Der Ausbau der offenen Fürsorge
6.4 Arbeitstherapie oder „Zimmer-Industrie“: Professionalisierung der Beschäftigungstherapie?
6.5 Fürsorge oder medizinische Behandlung? Der institutionelle Fokus auf die Epilepsie
7. Zusammenfassung
8. Quellen- und Literaturverzeichnis
Publizierte Quellen
Sekundärliteratur
Personenregister


Sophie Ledebur ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am DFG-Projekt Kulturen des Wahnsinns. Schwellenphänomene der urbanen Moderne.



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