Döbrich / Wanger | Chronische Schmerzen – ein gutes Leben jetzt erst recht | E-Book | sack.de
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E-Book, Deutsch, 214 Seiten

Döbrich / Wanger Chronische Schmerzen – ein gutes Leben jetzt erst recht

Anleitungen und Hilfen, um selbstbestimmt neue Wege zu gehen
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-456-76297-5
Verlag: Hogrefe AG
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Anleitungen und Hilfen, um selbstbestimmt neue Wege zu gehen

E-Book, Deutsch, 214 Seiten

ISBN: 978-3-456-76297-5
Verlag: Hogrefe AG
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Neue Wege für sich entdecken und das Leben selbstbestimmt und aktiv gestalten – erst recht bei chronischen Schmerzen!

Menschen mit chronischen Schmerzen finden in diesem Ratgeber viele motivierende Impulse für einen individuellen, gesundheitsfördernden Umgang mit der Krankheit. Die beiden Autorinnen verbinden fachliches Wissen mit persönlichen Erfahrungen. Sie beschreiben nachvollziehbar, wie beglückend es für Betroffene sein kann, das Leben trotz der Schmerzen wieder in seiner Vielfalt und Buntheit für sich zu entdecken und zu gestalten.

Umfassende, leicht verständliche Informationen und erklärende Illustrationen machen den Unterschied zwischen akutem und chronischem Schmerz verständlich.
Zusammenhänge zwischen körperlichen, psychischen und sozialen Faktoren werden anschaulich beschrieben.
Konkrete Anleitungen zu alltagstauglichen Selbsthilfemöglichkeiten und -techniken sollen Betroffene zu einem aktiven Umgang mit der Krankheit ermutigen.

Die Auseinandersetzung mit dem chronischen Schmerz fordert oftmals auch eine Auseinandersetzung mit sich selbst. Es könnte sein, dass sich hinter dem Schmerz ein Appell verbirgt, antrainierte und anerzogene Sackgassen zu verlassen.
Die konkreten Anregungen und Tipps im Buch machen Mut (nach eigenen Bedürfnissen) daraus zu sammeln, zu sortieren und zu priorisieren, um dann an dem einen oder anderen Punkt zu beginnen, die Lebensfreude wiederzuentdecken und bewusst für mehr Lebensqualität zu sorgen.
Die Arbeitsmaterialien zu diesem Buch können nach erfolgter Registrierung von der Hogrefe Website heruntergeladen werden.

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Zielgruppe


Menschen mit chronischen Erkrankungen

Weitere Infos & Material


|11|1  Franzis Vorgeschichte
Wir beginnen die Reise mit Auszügen aus dem Tagebuch von Franziska Wanger. 3. September 2019
Woher kommen die Schmerzen? Manchmal scheint das Leben mit meinen Schmerzen sehr komplex. Wie herrlich unkompliziert ist es doch an schmerzfreien oder -armen Tagen. Wenn ich keine Schmerzen habe, mir nicht den Kopf zerbreche, woher der Schmerz kommt und wann er wieder geht. Gedanken(k)reise Und dann beginnen sich meine Gedanken förmlich im berühmten Kreis zu drehen. Wieder und wieder rolle ich den gleichen Gedanken auf und begreife nicht, dass die Lösung längst in mir liegt: im Abschalten können. Doch ich fühle mich wie ein Fernseher mit einer defekten Fernbedienung. Einschalten war noch möglich, aber umschalten und abschalten funktionieren nicht mehr. Es macht mich traurig. Schuldgefühle Lange habe ich versucht herauszufinden, woran es liegt, dass ich ständig Schmerzen habe. Habe ich selbst Schuld daran? Kann ich mich umtrainieren? Hilft es, an etwas Anderes zu denken oder umzudenken? Soll ich sie annehmen oder ignorieren, sie ein|12|fach da sein lassen und lernen, damit umzugehen? Ich habe das Gefühl, „alles schon“ versucht zu haben. Wenn ich darüber nachdenke, warum das eigentlich alles nicht hilft, komme ich zu dem Schluss: es liegt an mir, nicht alles lange genug „durchgezogen“ zu haben. Verzweiflung Und dann bin ich verzweifelt. Womit soll ich erneut anfangen? Wobei soll ich bleiben? Ich habe oft verschiedene Anwendungen gleichzeitig ausprobiert und manchmal auch vorübergehende Besserungen verspürt. Aber in Summe empfand ich alles als zu anstrengend. Zeitlich war auch vieles nicht umsetzbar, wenn man berufstätig ist, Mutter und Ehefrau! Ich weiß, ich jammere auf hohem Niveau. Aber es muss einfach raus… Suche nach dem Anfang Also, wo fange ich an? Entspannung? Bewegung? Gespräche? Wenn ja, wie? Oder mit wem? Mit mir selbst? Mit meinem Mann? Will und darf ich ihn damit belasten? An wen wende ich mich? Dann wieder mein Glaubenssatz: „Ich muss das doch auch ohne fremde Hilfe schaffen!“ Aber wie schnell? Und wie erfolgreich? Wie finde ich wieder die Balance zwischen Arbeit, Familie und mir selbst? Renate Döbrich: Franziska erinnert sich an ihre früheren Erfahrungen, an ihre ganze Krankengeschichte. Alle Lebensbereiche, die damals betroffen waren, sind es auch jetzt. Alle Gedanken kreisen um den Schmerz. Angst und Verzweiflung machen sich breit. Sie verstärken den Schmerz. Bei genauem Lesen fällt auf: Eine konkrete Beschreibung der Schmerzen und der betroffenen Stelle(n) fehlt. 15. September 2019
Erneutes Schmerzaufkommen Nach Jahren der Freude über meine vielen schmerzfreien Phasen wurde ich zum dritten Mal schwanger. Während die Schwangerschaft einigermaßen schmerzarm verlief, tauchten nach der Geburt unserer dritten Tochter wieder sämtliche Schmerzbaustellen auf. Abermals tauchte ich in die gleiche Situation ein, die ich be|13|reits vor acht und vor sechs Jahren erlebt hatte. Die gleichen Prüfungen stellten sich mir erneut in den Weg und boten mir die Chance, zu lernen. Viele Lösungsversuche Füße, Fersen, Waden, Achillessehnen, Kreuzbein, Steißbein, rechte Hüfte, rechte Leiste, Fingergelenke, Zehengelenke. All das bereitete mir Schmerzen. Zwischenzeitlich hatte ich diverse Lösungsversuche gestartet, darunter Medikamente, lokale Einspritzungen im Schmerzbereich, Akupunktur, elektrische Nervenstimulation, Krankengymnastik, Sport, Massagen, Chiropraktik, Osteopathie, Dorntherapie und so weiter. Alles davon half mir vorübergehend, schenkte mir Momente zum Aufatmen. Doch kurz darauf, nach ein bis zwei Tagen, stellten sich die Schmerzen wieder ein. Meine erneute Odyssee von Arzt zu Arzt, von Orthopäden zu Chirurgen, von Frauenarzt zu Heilpraktiker, vom Röntgen zum MRT – nichts und niemand brachte mir dauerhafte Lösungen. Diagnosen Es gab diverse Verdachtsäußerungen, was genau meine Schmerzen ausgelöst haben könnte. Doch selbst wenn diese vermeintlichen Übeltäter von Experten benannt wurden, so gab es in meinem Fall keine Lösungen. Hüftdysplasie stand plötzlich als Verdacht im Raum – „Da kann man erstmal nichts machen“, so die Meinung des Arztes. Rheumatest – negativ. Achillodynie vermutete jemand – „Da müssen Sie sich eben schonen und abwarten. Das dauert“, war die Aussage. EBV (Epstein-Barr-Virus) nach Pfeifferschem Drüsenfieber – „Das ist eine langwierige Sache. Dagegen gibt es kein Medikament“, entmutigende Worte eines anderen Arztes. Borreliose – „Könnte sein. Das müssen wir immer wieder mal bei Ihnen testen. Gegenmittel gibt es nicht.“ Lebenseinschränkung durch Schmerzen Meine Schmerzen wurden chronisch, besonders heftig waren sie morgens und abends. Mein erster und mein letzter Gedanke am Tag war: Schmerz. Alles drehte sich nur noch um die Schmerzen. Ich konnte nichts mehr genießen, kein Essen, keine Zweisamkeit mit meinem Mann, keine Spielzeit mit meinen Kindern, keine Unternehmungen mit Freunden. Schlimmer wurden meine Schmerzen beim Gehen, beim Sitzen, beim Laufen, bei Stress und Ärger sowie beim Bedienen und Heben ganz normaler Alltagsgegenstände, z.?B. |14|Staubsauger, Einkäufe usw. Vieles verschlechterte sich: Einschlafen, Schlaf, soziale Aktivitäten, Lebenslust. Meine Stimmung wurde immer gedrückter, die Schmerzen machten mich wütend. Fühlte mich niedergeschlagen, hilflos und ausgeliefert. Anspannung – Ungeduld – Konzentrationsschwäche Je mehr sich meine Schmerzsituation zuspitzte, desto angespannter und verkrampfter wurde ich. Ungeduld machte sich in mir breit. Ich empfand alles als anstrengend, nervig und unzufriedenstellend. Tätigkeiten, bei denen ich mich konzentrieren sollte, bereiteten mir immer mehr Mühe. Selbst sogar die Bettdecke tat mir nachts weh, wenn sie auf meinen Füßen lag. Versagens- und Verlustängste Der gesamte Zustand machte mir so schwer zu schaffen, dass ich mehr und mehr Versagens- und Verlustängste bekam. Die Angst, nie mehr wieder das tun zu können, was mir Spaß macht, wuchs und wuchs. Ein Teufelskreis. Sah mich nicht mehr in der Lage, mir selbst helfen zu können. Auch war ich nicht mehr in der Lage, aus meinem Familien- und Freundeskreis Hilfe einzufordern. Die Ärzte hatten mich ohnehin bereits abgeschrieben. Entscheidung für die Schmerztagesklinik Also meldete ich mich erneut in der Schmerztagesklinik – wie schon vor einigen Jahren. War stolz auf mich, dass ich selbst noch auf die Idee gekommen bin. Was mich selbst zu dieser Zeit wunderte: Ich war nicht in der Lage, auf das, was ich fünf Jahre zuvor bereits gelernt hatte, zurückzugreifen. Aus heutiger Sicht kann ich mir das lediglich dadurch erklären, dass ich wieder zu lange gewartet hatte, die Schmerzen aktiv anzunehmen. Dadurch schlitterte ich offenbar in eine Taubheit hinein, die jeglichen nachhaltigen Impuls zur Lösung des Problems unmöglich machte. 6. November 2019, Assessment-Tag
Jetzt ist es so weit: Bin tatsächlich wieder auf dem Weg zur Schmerztagesklinik. Sitze nun in der Patientenaufnahme, warte und warte. Überlege gerade, was alles gut ist: Gut ist, dass ich es heute geschafft habe, hierher zu |15|kommen – obwohl der Zug Verspätung hatte, und dadurch den Bus verpasst habe und infolgedessen eine halbe Stunde zu Fuß zur Klinik gehen musste, trotz starker Fuß- und Hüftschmerzen. Kurz vor der Klinik war mir vor Schmerzen zum Heulen zumute. Beherrschte mich jedoch. Am Ende des Assessment-Tages notiert: An diesem „Kennenlern-Tag“ hatte ich über sieben Stunden hinweg Gespräche mit verschiedenen Personen: mit einer Ärztin, einer Psychologin: und einer Gesundheitspädagogin. Außerdem bekam ich eine Behandlung nach Traditioneller Chinesischer Medizin und von einer Physiotherapeutin. Im Begrüßungsraum der Schmerztagesklinik las ich...



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