Buch, Deutsch, Band 42, 638 Seiten, Format (B × H): 158 mm x 238 mm, Gewicht: 1107 g
Reihe: Chloe
Buch, Deutsch, Band 42, 638 Seiten, Format (B × H): 158 mm x 238 mm, Gewicht: 1107 g
Reihe: Chloe
ISBN: 978-90-420-3059-6
Verlag: BRILL ACADEMIC PUB
Die Ausschreibung der hier dokumentierten Tagung hatte den umfassenden Literaturbericht Jan-Dirk Müllers von 1985 als Ausgangspunkt genommen, an die Menge und die Vielfalt der seither geleisteten Forschung über den Prosaroman erinnert und zudem darauf verwiesen, dass in diesem Vierteljahrhundert wie wohl nie zuvor in der Fachgeschichte Forschungsparadigmen formuliert, diskutiert und propagiert worden waren; eine Vielzahl von ihnen betraf gerade auch den Prosaroman. Vor diesem Hintergrund steht die an der Jahrtausendwende getroffene Feststellung Müllers: “Eine Geschichte der Prosaromane, die sie nicht mehr nur vor dem Hintergrund ihrer mittelalterlichen Vorläufer betrachtet, ist noch zu schreiben” – ein Ziel, das weiter als je in der Ferne liegen dürfte. Insofern wollen die zwei Dutzend hier vorgelegten Tagungsbeiträge einzig neue Annäherungen an den ebenso vielfältigen wie reizvollen Gegenstand bieten. Günstig mag immerhin zu Buche schlagen, dass er in der Optik verschiedener Disziplinen (neben der Germanistik: Kunst-, Sprach-, Buchwissenschaft, Romanistik) betrachtet wird, dass ferner das Einleitungskapitel eine Tagungsbilanz erstellt und dass abschliessend eine Bibliographie die seit 1985 geleistete Forschung wenigstens als Titelliste fassbar macht.
Fachgebiete
Weitere Infos & Material
Vorwort
André Schnyder: Der deutsche Prosaroman des 15. und 16. Jahrhunderts. Ein Problemfeld, eine Tagung und der Versuch einer Bilanz
Reinhard Hahn: Erlauben die Rahmentexte der Prosaromane Schlüsse auf deren Publikum?
Danielle Buschinger: Zum frühneuhochdeutschen Prosaroman. Drei Beispiele: Der Prosa-Tristrant, der Fortunatus, und Die Schöne Magelone
Franz Simmler: Zur Verbindung sprachwissenschaftlicher und literaturwissenschaftlicher Methoden bei der Konstitution einer Textsorte ‘Frühneuhochdeutscher Prosaroman’
Johannes Klaus Kipf: Schwankroman – Prosaroman – Versroman. Über den Beitrag einer nicht nur prosaischen Gattung zur Entstehung des frühneuzeitlichen Prosaromans
Jean-Claude Mühlethaler: Vers statt Prosa. Schreiben gegen den Strom im Frankreich des ausgehenden Mittelalters
P. Hvilshøj Andersen Vinilandicus: Wigbolds Alexanderbuch – eine Pionierarbeit
Wolfgang Haubrichs: Mahl und Krieg. Die Erzählung der Adelskultur in den Texten und Bildern des Hamburger Huge Scheppel der Elisabeth von Lothringen, Gräfin von Nassau-Saarbrücken
Carmen Stange: Aufsteiger und Bankrotteure: Herkunft, Leistung und Glück im Hug Schapler und im Fortunatus
Kristina Domanski: Die Melusine als illustriertes Buch. Zum Wechselspiel zwischen Text und Bild im frühen Buchdruck
Catherine Drittenbass: Prolepsen und analytischer Gang der Handlung in der Melusine. Überlegungen zur Zeit-Regie im Roman Thürings von Ringoltingen
Martin Behr und Mechthild Habermann: Die textgeschichtliche Tradierung der Melusine aus sprachwissenschaftlicher Sicht. Die oberdeutschen Offizinen von 1473/74 bis 1516
Hans-Jörg Künast: Die Drucküberlieferung des Melusine-Romans in Frankfurt am Main in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts
Ursula Rautenberg: Typographie und Leseweisen. Überlegungen zu den Melusine-Ausgaben der Frankfurter Offizinen Gülfferich und Weigand Han / Han Erben
W. Günther Rohr: Liebe in Thürings von Ringoltingen Melusine. Die Beziehung Reymonds und Melusines vor dem Hintergrund der zeitgenössischen Ehelehre
André Schnyder: Historische Wunder-Beschreibung von der sogenannten schönen Melusina. Zu einer neu entdeckten Version des Melusine-Romans
Katharina Philipowski: Prosaisches Begehren: Eurialus und Lucretia im Kontext des frühhumanistischen Frauen-, Ehe- und Affektdiskurses
Dorothee Ader: Die Abkehr von der Tradition. Zur Rezeption des Tristrant in den Drucken des 15. Jahrhunderts
Karina Kellermann: Das ‘umständliche’ Erzählen. Überlegungen zu den ästhetischen Prinzipien des Prosaromans Tristrant und Isalde
Yvonne Dellsperger: Die Jungfrau des Glücks in der Frühen Neuzeit. Beobachtungen zur Fortuna-Konzeption im deutschen Fortunatus-Roman und in Thomas Dekkers Pleasant Comedy of Old Fortunatus
Alexander Schwarz: Wer sagt das? Zum Kampf um die Sprecherrolle im Eulenspiegelbuch
Walter Kofler: “Leichtlich zu glauben vnd zu halten.” Der Prosa-Orendel zwischen Heiltumsbericht und Ritterexempel
Luisa Rubini Messerli: Die erste deutsche Übersetzung von Boccaccios Elegia di Madonna Fiammetta aus einer unbekannten Handschrift des 16./17. Jahrhunderts
André Schnyder: Das Corpus der frühneuhochdeutschen Prosaromane: Eine tabellarische Übersicht als Problemaufriss
André Schnyder: Bibliographie zum Prosaroman des 15. und 16. Jahrhunderts
Verzeichnis der farbigen Abbildungen
Farbtafeln