Edmondson / Claydon / Cox | Romana Extra Band 120 | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 120, 448 Seiten

Reihe: Romana Extra

Edmondson / Claydon / Cox Romana Extra Band 120


1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7515-0816-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 120, 448 Seiten

Reihe: Romana Extra

ISBN: 978-3-7515-0816-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



VERRÄTERISCHE GEFÜHLE FÜR DEN FEINDvon CHLOE EDMONDSON
Schauspielerin Anne nutzt die Filmfestspiele in Cannes, um Missstände in der Textilindustrie anzuprangern. Einen so attraktiven Gegner wie den Modeunternehmer Michel Renier hatte sie jedoch noch nie. Nach einem Streit kommt es zwischen ihnen zu einem leidenschaftlichen Showdown ...

HAPPY END IN DOLPHIN COVE?von ANNIE CLAYDON
Obwohl Caro ihm bei seinem ersten Besuch im Pyjama die Tür öffnet, ist es sofort um Drew geschehen! Eine zärtliche Nacht in ihrem Cottage lässt ihn schon hoffen, dass die scheue Erfinderin mehr in ihm sieht als nur einen Kollegen. Doch dann zieht Caro sich unvermittelt zurück...

UNSERE KREUZFAHRT INS GLÜCKvon CONNIE COX
Nur der Wind und die Wellen sind Zeugen, als Niko Christopoulos sie sinnlich massiert. Aber Schiffsärztin Annalise darf ihrem Verlangen nicht nachgeben. Denn Flirts mit Passagieren sind tabu - und ihr Schicksal erlaubt kein Liebesglück ...

UNVERGESSLICHE TAGE MIT DIRvon SHOMA NARAYANAN
Nach ihrer geplatzten Hochzeit schwört Shefali sich, nie wieder zu lieben. Allerdings spricht nichts gegen eine heiße Affäre mit dem umwerfenden Neil. Zumal der bekannte Moderator in wenigen Wochen nach Mumbai zurückkehrt, weshalb ihr Herz nicht in Gefahr ist. Oder etwa doch?



Chloe Edmondson ist mit dem Vorsatz ins Studium gegangen, sie wolle einmal im Leben einen Roman schreiben. Mit einem Abschluss in Germanistik und Anglistik in der Tasche - und nach einem Ausflug in den Buchhandel - hat sich dieser Traum sogar bereits mehrfach erfüllt.

Obwohl eine ausgesprochene Vielleserin in ganz verschiedenen Genres, schlägt ihr Herz für romantische Liebesgeschichten. Nichts, findet sie, geht doch über den Moment, an dem zwei sympathische Hauptfiguren einander nach spannenden Wendungen finden.

Chloe liebt ihren Beruf als Autorin. Mit ihrem Mann und zwei Söhnen lebt sie im Ruhrgebiet. Wenn das Wetter dort zu wünschen übriglässt, nimmt sie ihre Leserinnen und Leser einfach mit auf eine prickelnde Reise an die schönsten Orte der Welt.

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1. KAPITEL

Schon wieder ein Konvoi aus protzigen Limousinen mit getönten Scheiben! Die ganze Stadt war voll davon. Michel Renier drückte genervt auf die Hupe. Nach einem langen Tag im Büro wollte er einfach nur nach Hause.

„Diese Wichtigtuer blockieren alles“, knurrte er, obwohl ihn niemand hören konnte.

Unwillkürlich blickte er auf den Beifahrersitz neben sich. Wenn seine Zwillingsschwester Aurore hier säße, hätte sie gelacht. Wahrscheinlich hätte sie ihn sogar dazu gebracht, sich mit ihr an den Straßenrand zu stellen und die Parade der Prominenten und die Journalistenhorden zu beobachten. Er vermisste Aurores spitzzüngige Art so sehr. Sie hatte es geliebt, mit ihm über die hochnäsigen Leinwandschönheiten herzuziehen.

Aber seine Schwester war nicht mehr da, und Michel hasste die Filmfestspiele und alles, was damit zusammenhing. Es war Mai, einer der schönsten Monate in Südfrankreich, doch Cannes war überfüllt und Michels Stimmung auf dem Tiefpunkt.

Abermals drückte er auf die Hupe, was ihm empörte Rufe aus dem Fahrzeug vor ihm bescherte.

Eine Frau mit feuerrotem Haar streckte den Kopf aus dem hinteren Wagenfenster und gestikulierte, als hätte er sie gestört, nicht umgekehrt. „Nun geben Sie doch endlich Ruhe!“ Ihre Haare flatterten im Wind, der vom Jachthafen zu ihnen heraufwehte. Ihr blasses, schmales Gesicht war fast komplett von einer riesigen Sonnenbrille verdeckt.

„Bien sûr … Wenn Sie verdammt noch mal weiterfahren!“, rief er zurück.

Nur noch wenige Meter bis zur Auffahrt seiner Villa, und er steckte fest!

Erst jetzt erkannte er, welches Ziel der Fahrzeug-Konvoi vor ihm hatte.

„Das darf doch nicht wahr sein“, schimpfte er und schlug mit der flachen Hand aufs Lenkrad.

Die Nachbarvilla, deren ausgedehnte Parkanlage an seinen Garten grenzte, gehörte einem Öl-Milliardär aus der Golfregion. Er bewohnte sie nur wenige Wochen im Jahr. Da er ein ausgemachter Cineast war, stellte er die Villa für die Zeit der Festspiele einer Produktionsfirma zur Verfügung, die ihre Berühmtheiten darin einquartierte.

Mit Aurore hatte Michel früher seinen Spaß daran gehabt, das Brimborium um die Stars und Sternchen nebenan zu beobachten.

Die Erinnerung sandte einen stechenden Schmerz durch seinen Körper. Wenn er an seine Zwillingsschwester dachte, fühlte es sich an, als bohrte sich ihm ein glühender Dolch ins Herz.

Doch Michel schüttelte dieses Gefühl ab, wie er es immer tat, und lenkte den wendigen Roadster in eine Parklücke am Straßenrand. Einer seiner Angestellten konnte das Auto später holen. Er hatte keine Zeit, wenige Hundert Meter vor dem Ziel tatenlos im Stau zu stehen.

Murrend drängte er sich durch die Menge der Paparazzi und atmete erst wieder auf, als sich das schmiedeeiserne Tor seines Grundstücks surrend hinter ihm schloss.

Die Ruhe des Gartens und der Anblick der Schatten spendenden Palmen und üppig blühenden Sträucher legten sich wie Balsam auf seine angespannten Nerven.

Michel liebte das alte Anwesen. Hier waren Aurore und er aufgewachsen. Inzwischen bewohnte er es allein. Seine Eltern waren in eine elegante Wohnung nahe der Innenstadt von Cannes gezogen, die neben dem gewohnten Luxus auch eine Pflegeoption und ein barrierefreies Umfeld für Michels Vater bot. François Renier hatte nach einem Schlaganfall vor wenigen Jahren die Leitung des Familienunternehmens Renier Couture an seine Tochter übergeben und sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Seit Aurores Tod hatte Michel den Firmenvorsitz übernommen und kümmerte sich um das Geschäft. Und das neben seinem eigenen Betrieb – einem Bauunternehmen für Luxusimmobilien an der Côte d’Azur.

Seufzend überquerte er das rötliche Mosaikpflaster des Vorplatzes, stieg die breite Außentreppe hinauf und drückte die Wagenschlüssel in die Hand des verblüfften Butlers, der ihm die Tür öffnete.

„Bitte holen Sie das Cabrio, sobald sich das Tohuwabohu da draußen gelegt hat, Matthieu“, sagte er im Vorbeigehen und fügte hinzu: „Und sagen Sie der Köchin, dass ich mein diner im Arbeitszimmer einnehme.“

„Aber, Monsieur, sollten Sie nicht wenigstens zum Essen eine Pause einlegen?“, wandte der alte Matthieu ein. Er war schon so lange bei der Familie angestellt, dass Michel ihn als eine Art zweiten Vater betrachtete. In seiner Kindheit war er immer da gewesen, wenn seine Eltern bis spät in die Nacht gearbeitet hatten.

Doch Michel winkte ab. „Zu viel zu tun.“

Den ganzen Tag hatte er sich um die Belange der Baufirma gekümmert. Nun war es an der Zeit, sich mit Renier Couture zu beschäftigen.

Das war gar nicht so leicht, wie er später am Abend resigniert feststellen musste. Der Hauptgang aus vorzüglichem Coq à l’Orange mit Ratatouille-Gemüse und einer Portion Herzoginkartoffeln war längst einer Käseplatte und schließlich dem belebenden Kaffee gewichen. Danach hatte er sich eine gute Flasche Wein bringen lassen – und war noch immer nicht schlau geworden aus der Buchhaltung seines Vaters und seiner Schwester.

Er seufzte leise auf.

Dabei war es nicht das erste Mal, dass er sich mit den Zahlen auseinandersetzte, immerhin war seit dem Unfall ein ganzes Jahr vergangen. Doch die Buchführung von Renier Couture hatte es in sich. Die Belege erschienen ihm undurchsichtig und verzettelten sich in Unterkategorien und obskuren Subunternehmen. Außerdem hatte man Michel nie auf eine Übernahme der Firmenleitung vorbereitet.

Er fuhr sich mit beiden Händen durchs Haar. Langsam ließ seine Konzentration nach.

Alle in der Familie waren sich stets darüber einig gewesen, dass Aurore mit ihrem Sinn für Mode die perfekte Nachfolgerin für ihren Vater sein würde. Michel hatte stattdessen Bauingenieurwesen studiert, sich in die betriebswirtschaftlichen Grundlagen der Unternehmensführung eingearbeitet und schließlich eine Firma gegründet, die ganz seiner Persönlichkeit entsprach: strukturiert, gradlinig, schnörkellos. Er hatte wenig übrig für die Modevisionen, in denen sein Vater und seine Schwester geschwelgt hatten. Mit seinem Faible für das Rationale hatte er in seiner Familie schon immer hervorgestochen. Und niemals hätte er damit gerechnet, dass er nun, mit achtunddreißig Jahren, plötzlich gezwungen sein würde, die Familientradition und damit das Modeimperium der Reniers aufrechtzuerhalten.

Durch die weit geöffneten Fenster drang würzige Abendluft herein. Die Sonne war längst untergegangen, und die Nacht hatte sich über den Garten gesenkt. Doch in der Nachbarvilla wummerten die Bässe und störten die Ruhe.

Wie er die Filmfestspiele verabscheute! Jedes Jahr musste er sich wegen ihnen nicht nur mit dem Verkehrschaos herumschlagen, nein, viel schlimmer waren die ganzen Partys. An jedem Wochentag und zu jeder Herrgottszeit dröhnten Musik und das Geschrei der Feierwütigen durch die Stadt.

Michel trat ans Fenster und schaute genervt zum Nachbargrundstück hinüber. Die Villa war hell erleuchtet. In den Fenstern wechselten bunte Lichter, und grelle Scheinwerferblitze zuckten hier und da. Die dunklen Silhouetten unzähliger Gäste bewegten sich im Rhythmus der lauten, monotonen Musik. Auch draußen am Pool standen und saßen sie und schwadronierten lauthals herum.

„Was für Idioten!“, knurrte er und zog das Sprossenfenster schwungvoll zu. „Als ob sie nichts Besseres zu tun hätten.“

Auch die drei anderen Fenster zur Gartenseite schloss er energisch. Dann setzte er sich zurück an den Laptop.

Die Stirn in beide Hände gestützt, starrte er auf den Bildschirm. Eine echte Sisyphos-Arbeit, sich in die unübersichtlichen Firmenstrukturen von Renier Couture einzuarbeiten. Aus seinen Unterlagen ging noch nicht einmal eindeutig hervor, welche Firmen alle zu ihrer Lieferkette aus Baumwollherstellern, Stoff- und Farbproduzenten gehörten, die wiederum den großen südostasiatischen Nähereien zuarbeiteten. Michel war noch dabei, diese Informationen mühsam zusammenzutragen.

Ein schepperndes Gitarrenriff, das von der Nachbarvilla herüberschallte, zehrte an seinen Nerven. Wie sollte er sich bei diesem Krach auf die Arbeit konzentrieren?

Stirnrunzelnd nahm er noch einen Schluck von dem trockenen Rotwein und stellte das Glas beiseite. Wenn er das Unternehmen so erfolgreich halten wollte, wie es unter der Führung seines Vaters gewesen war, würde er die Firmenstrukturen von Grund auf erneuern müssen.

Sein Kopf schmerzte beim Gedanken daran – auch ohne den Krach von nebenan. Solch eine grundlegende Modernisierung würde nicht ohne Widerstand vonstattengehen. Seine Eltern hatten ihre eigenen Vorstellungen, was die Firma betraf, und er wollte sie nicht unnötig belasten. Sie alle litten genug unter der Krankheit seines Vaters. Aber mehr noch trauerten sie um Aurore, die viel zu früh von ihnen gegangen war.

Einen Moment lang starrte er die Zahlen auf dem Bildschirm blicklos an. Er musste unliebsame Entscheidungen treffen, und alles in ihm sträubte sich dagegen.

Da zerriss ein Schrei die Nacht. Michel sprang auf und eilte wieder ans Fenster. Sein Herz raste, und Bilder einer anderen Katastrophe stiegen vor seinem inneren Auge auf: Aurores verzweifelter Aufschrei, ein Baum, der auf sie zugerast kam, und dann diese schreckliche Stille, als er wieder zu Bewusstsein kam …

Die Nackenhaare stellten sich ihm auf. Für einen kurzen Moment war er wie gelähmt vor Schreck.

Doch bei seinen Nachbarn schien niemand in ernster Gefahr zu schweben. Im Gegenteil: Lachend und kreischend stürzten sich Partygäste in...



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