Feichtinger / Wunder | Selbstwirksamkeit stärken | E-Book | sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 224 Seiten

Feichtinger / Wunder Selbstwirksamkeit stärken

Wie Coaches ihre Klient:innen befähigen und beflügeln
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7495-0594-4
Verlag: Junfermannsche Verlagsbuchhandlung
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Wie Coaches ihre Klient:innen befähigen und beflügeln

E-Book, Deutsch, 224 Seiten

ISBN: 978-3-7495-0594-4
Verlag: Junfermannsche Verlagsbuchhandlung
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Wie Coaches Selbstwirksamkeit fördern können

Im Coaching geht es unabhängig vom jeweiligen Ziel darum, das Vertrauen der Klient:innen in ihre Fähigkeiten und Kompetenzen zu fördern, denn Menschen mit einer geringen Selbstwirksamkeitserwartung bleiben oft unter ihren Möglichkeiten.
Monika Feichtinger und Miriam Wunder beschreiben in ihrem Buch, wie z. B. emotionale Aufladung von Themen, Fragetechniken oder Modifizierung von Glaubenssätzen dabei helfen, ins Tun zu kommen. Die Autorinnen – Expertinnen auf dem Gebiet der persönlichen Entwicklung – zeigen durch konkrete Übungen, Praxisbeispiele und Tools auf, wie Coaches ihre Klient:innen dabei unterstützen, ihre individuellen Stärken zu erkennen, zu entwickeln und gezielt einzusetzen. Egal, ob es um berufl ichen Erfolg, persönliche Ziele oder den Umgang mit Herausforderungen geht – dieses Buch bietet einen praktischen Leitfaden zur Entfaltung der Selbstwirksamkeit.

Feichtinger / Wunder Selbstwirksamkeit stärken jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


2. Selbstreflexion – ein Tool für das persönliche Wachstum deiner Klient:innen
Im Coachingprozess mit unseren Klient:innen ist (Selbst-)Reflexion von großem Wert. Reflexion ist sowohl für Coaches als auch für Klient:innen wichtig. Wir empfehlen, sich als Coach regelmäßig supervidieren zu lassen, um die eigene Weiterentwicklung und Professionalität zu gewährleisten. In diesem Kapitel möchten wir vorrangig auf die Fähigkeit und die Notwendigkeit der Reflexion mit den Klient:innen eingehen. In allen folgenden Kapiteln greifen wir immer wieder auf die unterschiedlichen Methoden der Reflexion zurück und liefern Beispiele und Methoden, um Klient:innen in der Reflexion anzuleiten. Durch die Selbstreflexion können Klient:innen ein tieferes Verständnis für ihre eigenen Gedanken, Emotionen, Werte, Überzeugungen und Verhaltensmuster entwickeln. Dies ist entscheidend, um persönliche Stärken und Schwächen zu erkennen. Selbstreflexion ist die Basis für persönliche Entwicklung und fördert Eigenverantwortung. Wenn Klient:innen ihre eigenen Denkprozesse und Verhaltensweisen kritisch betrachten, können sie erkennen, dass sie die Kontrolle über ihre Handlungen haben und für ihre Entscheidungen verantwortlich sind. Selbstreflexion ermöglicht es ihnen zudem, alternative Perspektiven einzunehmen und neue Lösungsansätze zu finden. Dies trägt dazu bei, dass sie flexibler auf Herausforderungen reagieren und effektivere Lösungen für ihre Probleme finden können. Und all dies geschieht „fast wie von selbst“, wenn du als Coach deine Klient:innen in einem geschützten, vertrauensvollen Rahmen mit guten Fragen und Techniken unterstützt und sie somit auf dem Weg zu mehr Selbstwirksamkeit begleitest. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit und den eigenen Verhaltensweisen stärkt zudem das Selbstbewusstsein der Klient:innen. Ein gesteigertes Selbstbewusstsein wirkt sich positiv auf die Fähigkeit zur Selbstführung bzw. Selbstregulation und auf die Gestaltung zwischenmenschlicher Beziehungen aus. Reflexion ist somit eine wesentliche Grundlage für Innovation und Weiterentwicklung. Betrachten wir zum Beispiel agile Prozesse, die darauf ausgerichtet sind, sich schnell und flexibel an geänderte Rahmenbedingungen anzupassen. Diese beinhalten immer kurzzyklische Reflexionen, die der Überprüfung dessen dienen, was gut funktioniert hat und was verbessert werden sollte / muss. Das ist eine wesentliche Grundlage für die Entwicklung von Produkten, die den Kundenbedürfnissen bestmöglich entsprechen sollen. Auf der persönlichen Ebene funktioniert dies im Prinzip genauso. Persönliche Weiterentwicklung bedarf einer fortwährenden Selbstreflexion. Ohne diese Reflexion lernen wir nicht aus unseren Fehlern und verpassen wir Entwicklungschancen, die das Leben immer wieder für uns bereithält, bis wir endlich ein Learning daraus gezogen haben! Nutzen wir hingegen die Gegebenheiten, die das Leben bereithält – auch die Unwägbarkeiten –, um bewusst Lehren daraus zu ziehen, findet persönliches Wachstum statt. Somit können wir dieses wirksame Tool auch für die Stärkung der Selbstwirksamkeit nutzen. Selbstreflexion ist aus unserer Sicht eine Kompetenz, die es zu schärfen und auszubauen gilt. Sie dient dazu, sich seiner Fähigkeiten und Potenziale bewusst zu werden (Selbstvertrauen), die eigenen Ziele und Wünsche zu verstehen, aus ungünstigen Automatismen (automatischen Reaktionen) auszubrechen, aus Fehlern zu lernen und letzten Endes sich selbst gerecht zu werden und die Selbststeuerung zu stärken (Abb. 2.1). Abbildung 2.1: Warum Selbstreflexion? 2.1 Modelle zur Anwendung
2.1.1 Das Johari-Fenster
Ein grundlegendes und sehr bekanntes Modell, das den Wert der Selbstreflexion aufzeigt, ist das Johari-Fenster. Dieses wurde 1955 von den amerikanischen Sozialpsychologen Joseph Luft und Harry Ingham entwickelt (Abb. 2.2). Abbildung 2.2: Das Johari-Fenster nach Luft & Ingham (1955) In Abbildung 2.2 auf der linken Seite sind die Themen und Aspekte unserer Persönlichkeit verortet, die uns selbst bewusst sind – sowohl unsere Geheimnisse als auch alles, was wir öffentlich zeigen und anderen gegenüber zum Ausdruck bringen. Spannend wird es auf der rechten Seite: Die Themen und Persönlichkeitsaspekte, die unbewusst sind, halten sich dort versteckt. Wir haben nur zu einem sehr kleinen Teil unseres Bewusstseins Zugang. Der weitaus größere Teil liegt im Unterbewussten. Verhaltensweisen, die andere bemerken, uns selbst jedoch nicht bewusst sind, bezeichnen wir als den sogenannten blinden Fleck. Rückmeldung von anderen (Feedback) kann einige dieser Aspekte sichtbar machen (vgl. Praxisbeispiel) und den blinden Fleck verkleinern. Aber auch Selbstreflexion, angeleitet im Coaching, kann ein guter Weg sein, um mehr Licht ins Dunkel zu bringen. Durch Selbstreflexion ist es möglich, ungünstige Muster zu erkennen, Automatismen offenzulegen, Fehler zu analysieren und aus ihnen zu lernen sowie sich der eigenen Stärken und Ressourcen bewusst zu werden und diese gut nutzbar zu machen. Dieses Vorgehen eignet sich vorrangig, um den linken unteren Quadranten (Unbekanntes) zu erforschen.  PRAXISTIPP Selbstreflexion kann unter anderem dazu genutzt werden, Ressourcen und Kompetenzen, auf die bereits in anderen Situationen (erfolgreich) zugegriffen werden konnte, sichtbar zu machen und diese auf neue konkrete Situationen anzuwenden. Folgende Fragen können im Coaching dazu dienlich sein: Wurdest du in deinem Leben schon einmal mit sehr herausfordernden Situationen konfrontiert? Was war in dieser Situation / diesen Situationen für dich hilfreich? Welche Fähigkeiten konntest du nutzen? Wann in deinem Leben hast du am meisten gelernt? Welche Kompetenzen und Fähigkeiten waren in dieser Situation hilfreich? Wann ist dir etwas richtig gut gelungen? Wann im Leben ist dir eine vergleichbare Situation schon einmal begegnet und wie bist du damit umgegangen? Was ist der beste Rat, den dir jemand gegeben hat? Das Beantworten dieser Fragen ist wie ein Blick in den Rückspiegel. Die Klient:innen schauen auf das, was sie bereits gemeistert haben. Dann gilt es, daraus zu lernen und nach vorne zu schauen: Welche Erkenntnisse kannst du aus dem Erlebten ziehen? Was davon kannst du auf die jetzige Situation übertragen? Welche Fähigkeiten und Kompetenzen hast du darüber hinaus, die dir aktuell hilfreich sein könnten? 2.1.2 Kolbs Erfahrungslernzyklus
Kolbs Zyklus der reflexiven Praxis, auch Kolbs Erfahrungslernzyklus (1984) genannt, ist ein weiteres Modell, das Menschen hilft, aus ihren Erfahrungen zu lernen. Es besteht aus vier Phasen, die nacheinander zu durchlaufen sind. Nach einem Zyklus entsteht eine neue Erfahrung, mit der du mit deinen Klient:innen erneut in eine Reflexionsschleife gehen kannst. Die vier Phasen lauten (Abb. 2.3): Konkrete Erfahrung Reflektierende Beobachtung Abstrakter Konzeptualismus Aktives Experimentieren Abbildung 2.3: Die vier Phasen des Erfahrungslernzyklus nach Kolb (1984) Konkrete Erfahrung In der ersten Phase wird eine konkrete Erfahrung möglichst objektiv und mit emotionalem Abstand reflektiert. Es empfiehlt sich, Gedanken und Gefühle schriftlich festzuhalten. Folgende Fragen helfen deinen Klient:innen, in diesen Prozess einzusteigen: Was ist konkret passiert? Welche Gedanken hattest du in der Situation? Wie hast du dich dabei gefühlt? Reflektierende Beobachtung In der nächsten Phase geht es darum, einen Zusammenhang zwischen den Fähigkeiten und dem Wissen der Klient:innen und der Erfahrung herzustellen sowie bisherige Erfahrungen miteinzubeziehen. Dabei können folgende Fragen hilfreich sein: Was hat gut funktioniert? Was nicht? Was war schwierig? Was war mein Anteil am Gelingen / Scheitern? Welche meiner Fähigkeiten konnte ich gut nutzen? Abstrakter Konzeptualismus In der dritten Phase gilt es, die Reflexion der Erfahrung zu vertiefen, das heißt zu verstehen, warum „es“ passiert ist und wie „es“ passiert ist. Sowohl das, was gut gelaufen ist, als auch das, was schlecht gelaufen ist, soll hier „begutachtet“ werden. Auf dieser Grundlage dürfen Ideen für Ursachen und Zusammenhänge geäußert werden. Hier ist auch wichtig, Wechselwirkungen zu berücksichtigen, Muster zu erkennen und daraus abgeleitet Schlussfolgerungen für künftige Situationen zu ziehen. Folgende Fragen können hilfreich sein: Wo gibt es Ähnlichkeiten, an was erinnert es dich? Welche Muster lassen sich erkennen? Welche Wechselwirkungen bestehen? Was lässt sich daraus ableiten? Welche Hypothesen können gebildet werden? Diese werden in der nächsten Phase getestet. Aktives Experimentieren In der letzten Phase sollen die Ideen darüber, wie man Dinge besser machen kann, in die Praxis umgesetzt werden. Klare (SMART2-)Ziele helfen beim konkreten weiteren Vorgehen. Die neue Erfahrung kann wiederum genutzt werden, um erneut durch das Stufenmodell zu...


Feichtinger, Monika
Monika Feichtinger hat soziale Verhaltenswissenschaften studiert und arbeitet seit über 15 Jahren als Trainerin, Beraterin und systemischer Coach mit einer Zusatzausbildung zum Emotionscoach für die Bereiche Zusammenarbeit, Führung und Veränderung. Sie lebt in Gräfelfing und arbeitet bundesweit.

Wunder, Miriam
Miriam Wunder ist ausgebildete Psychodramatikerin und systemischer Coach mit einer Zusatzausbildung als Emotionscoach. Sie arbeitet seit über 20 Jahren als selbstständige Trainerin mit den Schwerpunkten Persönlichkeitsentwicklung, Führung und Krisenmanagement. Miriam Wunder lebt in Kernen im Remstal und arbeitet bundesweit.

Monika Feichtinger hat soziale Verhaltenswissenschaften studiert und arbeitet seit über 15 Jahren als Trainerin, Beraterin und systemischer Coach mit einer Zusatzausbildung zum Emotionscoach für die Bereiche Zusammenarbeit, Führung und Veränderung. Sie lebt in Gräfelfing und arbeitet bundesweit.
Miriam Wunder ist ausgebildete Psychodramatikerin und systemischer Coach mit einer Zusatzausbildung als Emotionscoach. Sie arbeitet seit über 20 Jahren als selbständige Trainerin mit den Schwerpunkten Persönlichkeitsentwicklung, Führung und Krisenmanagement. Miriam Wunder lebt in Kernen im Remstal und arbeitet bundesweit.



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.