Alfred Hrdlickas Radierzyklus "Wie ein Totentanz" - Die Ereignisse des 20. Juli 1944
Buch, Deutsch, 156 Seiten, GB, Format (B × H): 285 mm x 215 mm, Gewicht: 1000 g
ISBN: 978-3-205-78857-7
Verlag: Böhlau
Im Zentrum der Studie steht die Interpretation von Alfred Hrdlickas Radierzyklus zur Widerstandsbewegung des 20. Juli 1944. Auf 53 Radierungen entfaltete der Wiener Künstler 1974 ein erschütterndes Panorama, dessen nicht nur kunsthistorische Bedeutung für die deutsche Erinnerungskultur herausgestellt wird. In chronologisch ausgewählten Momenten stellt der Zyklus den späten Attentatsversuch der Wehrmacht-Offiziere in den Kontext des preußischen Militarismus. So setzt die Folge 1764 bei Friedrich II. ein und behandelt im Weiteren zahlreiche Exempel für militärische Disziplinierung und Vernichtungswahn, aber auch für zivilen Ungehorsam. Die Arbeit von Hannes Fernow beleuchtet insbesondere die Frage, wie Grausamkeit und Gewalt in modernen Realismus übersetzbar ist und warum sich ein Künstler ihrer Darstellung verschreibt.
Autoren/Hrsg.
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Weitere Infos & Material
1. Einleitung
2. Bestandsaufnahme
3. Thematische Übersicht üb er de n Zyklus
4. Blatt 29:
Die christliche Vision
des Hauptmanns Axel Freiherr von dem Bussche
4.1 Massenhinrichtung in der Ukraine
4.2 Eingebildeter Widerstand
5. Blatt 4:
Die Selbstendlösung ( Otto We ininger)
5.1 Kopfgeburten in der Studierstube
5.2 Übertragener Selbsthass
6. Blatt 34:
»Der Führer ist nicht tot!«
6.1 Tumulte in der Bendlerstraße in Berlin
6.2 Der makabre Tanz des Widerstands
6.3 Der 20. Juli 1944
7. Blatt 46:
Acht Zigaretten pro Hinrichtung
7.1 Massenhinrichtung im Gefängnis Plötzensee
7.2 »Plötzenseer Totentanz«
7.3 Die Strafanstalt Plötzensee im »Dritten Reich«
7.4 Callot, Goya und Dix
7.5 Grausamkeit der Rache
8. Der historische Kontext des Zyklus »Wie ein Totentanz«
8.1 Biographische Werkmotivation
8.2 Die kunsthistorische Konstellation
8.2.1 Modische Kunst
8.2.2 Wunderlich, Scheibe, Grieshaber und Matta
8.3 Motivvariationen innerhalb des eigenen OEuvres
9. Die Methode des zyklischen Erinnerns
10. Zu m Verständnis von Hrdlickas Kunst
10.1 Kritischer Humanismus und bildnerische Phänomenologie
10.2 Form und Stil der Grausamkeit
10.3 Warum Kunst über Gewalt?
11. Ausdrucksgehalt d es Zyklus »Wie e in Totentanz«
11.1 Kompetenzen der »schönen Künste«
11.2 Die Widerstandsbewegung
11.3 Recht und Gewalt
11.4 Noch ein »Totentanz«?
11.5 Fazit
12. Historische Positionierung des Gesamtwerkes
13. Zusammenfassung
Literaturverzeichnis
Primärliteratur
Sekundärliteratur
Anhang
Rezeptionsgeschichte
Personenregister
Zum Dank
Abbildungsverzeichnis