Friederich / Herzog / Wild Anorexia nervosa

Fokale psychodynamische Psychotherapie
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-8409-2582-5
Verlag: Hogrefe Publishing
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark

Fokale psychodynamische Psychotherapie

E-Book, Deutsch, 111 Seiten

Reihe: Praxis der psychodynamischen Psychotherapie – analytische und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie

ISBN: 978-3-8409-2582-5
Verlag: Hogrefe Publishing
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark



Die Behandlung einer Anorexie stellt eine besondere Herausforderung für Therapeuten dar. Die Betroffenen haben eine starke Bindung an ihre Symptomatik und ein ausgeprägtes Autonomiestreben, oft verbunden mit einer fehlenden Krankheitseinsicht. Dies erschwert den therapeutischen Zugang. Hinzu kommen die mit dem Untergewicht verbundenen gravierenden gesundheitlichen Folgen. Das in diesem Band vorgestellte manualisierte psychodynamische Vorgehen wurde zur ambulanten Behandlung der Anorexia nervosa bei erwachsenen Patientinnen entwickelt. Die Wirksamkeit des beschriebenen Therapiekonzepts konnte in einer umfangreichen empirischen Studie belegt werden. Einleitend gibt der Band grundlegende Informationen zum Störungsbild der Anorexia nervosa und erläutert relevante Störungsmodelle und -theorien. Weiterhin werden Hinweise zum diagnostischen Vorgehen gegeben. Anschließend werden die Therapieprinzipien und Behandlungsphasen vorgestellt und praxisnah anhand von Interventionsbeispielen erläutert. Der Behandlungsfokus liegt besonders auf beziehungsdynamischen Aspekten und damit verbundenen zentralen Konfliktthemen. Einen weiteren therapeutischen Fokus stellen typische ich-strukturelle Beeinträchtigungen dar, z.B. in den Bereichen des Affekterlebens und der Affektdifferenzierung, der Impulssteuerung, Selbstwertregulierung und der Wahrnehmung des eigenen Körperbildes. Zwei ausführlichere Fallbeispiele runden den Band ab.

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1;Anorexia nervosa;1
1.1;Inhaltsverzeichnis;7
2;Vorwort;10
3;1Beschreibung der Störung;14
3.1;1.1Bezeichnung;14
3.2;1.2Definition;14
3.3;1.3Epidemiologische und soziodemografische Daten;17
3.4;1.4Prädisponierende Faktoren;17
3.5;1.5Verlauf und Prognose;18
3.6;1.6Differenzialdiagnose;19
3.7;1.7Komorbidität;21
3.8;1.8 Diagnostische Verfahren und Dokumentations­hilfen;21
4;2Störungstheorien und -modelle;24
4.1;2.1Psychodynamisches Krankheitsverständnis;24
4.2;2.2Kognitionstheoretische Modellvorstellungen;28
4.3;2.3Familiendynamische Aspekte;29
4.4;2.4Soziokulturelle Aspekte;29
4.5;2.5Biologische Aspekte;30
5;3Diagnostik;32
5.1;3.1Operationalisierte Psychodynamische Diagnostik;32
5.2;3.2Erstinterview und Fokusbildung;33
5.3;3.3 Operationalisierte pychodynamische Diagnostik der Anorexie;34
5.4;3.4Therapeutischer Umgang mit dem Fokus;39
6;4Behandlung;41
6.1;4.1Therapeutisches Setting;41
6.2;4.2Therapeutischer Rahmen;41
6.3;4.3Allgemeine Therapieprinzipien;44
6.4;4.4Allgemeiner Aufbau der Behandlung und ­Anfangsphase;50
6.5;4.5Mittlere Therapiephase (Arbeit am Therapiefokus);59
6.6;4.6Abschlussphase;72
6.7;4.7Probleme bei der Durchführung;77
6.8;4.8Adjuvante Therapien;79
7;5Fallbeispiele;81
7.1;5.1Frau P., 26 Jahre (Anorexie vom Binge-Purging-Typus);81
7.2;5.2Frau R., 19 Jahre (Anorexie vom restriktiven Typus);87
8;6Wirksamkeit;94
8.1;6.1Wissenschaftlicher Hintergrund;94
8.2;6.2Die ANTOP-Studie;96
9;7Weiterführende Literatur;101
10;8Literatur;102
11;Anhang;108
11.1;Gewichtskurve;110
11.2;Ernährungsleitfaden für Anorexie-Patientinnen1;111
11.3;Autoren und Mitwirkende bei diesem Band;119


1 Beschreibung der Störung (S. 5)

1.1 Bezeichnung

Die Fallberichte des Franzosen E.-C. Lasegue („Anorexia hysterica“) und des Engländers W. Gull (Anorexia nervosa), die um 1870 veröffentlicht wurden, gelten als Erstbeschreibungen der Magersucht. Beide Autoren betonten die psychische Verursachung der Magersucht und die fehlende Krankheitseinsicht der Betroffenen. Die Magersucht ist damit die Erste als eigenständige Entität beschriebene Essstörung. Übertriebenes Fasten aus religiösen Motiven allerdings ist sehr viel länger bekannt, mit Fallbeschreibungen von asketischen Fastenheiligen, die bis ins 12. Jahrhundert zurückreichen. Die heutige Bezeichnung der Anorexia nervosa („nervös bedingte Appetitlosigkeit“) ist irreführend, da es den Betroffenen nicht an Appetit fehlt. Im Gegenteil, Patientinnen mit einer Anorexia nervosa vom Binge-Purging-Typ zeigen ähnlich wie Bulimie-Patientinnen wiederholt auftretende Essanfälle. Im Vordergrund steht vielmehr die Angst vor der Gewichtszunahme und den damit einhergehenden Veränderungen. Die Gewichtsphobie als zentrales Motiv für das Fasten und als bedeutendes differenzialdiagnostisches Kriterium wurde vor allem durch die deutsch-amerikanische Psychoanalytikerin Hilde Bruch betont. In ihrem populären Buch „Der Goldene Käfig – das Rätsel der Magersucht“ (Bruch, 1980) hat sie auf entscheidende Weise das Bewusstsein und das Verständnis für die Erkrankung nicht nur bei Ärzten und Therapeuten, sondern auch in der Bevölkerung geprägt und geschärft.

1.2 Definition



Die diagnostischen Kriterien nach der Internationalen Klassifikation psychischer Störungen (ICD-10) der Weltgesundheitsorganisation (WHO/Dilling et al., 2000) und des Diagnostischen und Statistischen Manuals (DSM-5) der Amerikanischen Psychiatrischen Gesellschaft (American Psychiatric Association, 2013) zeigen für das Erkrankungsbild der Anorexia nervosa bis auf wenige Ausnahmen eine weitestgehende Übereinstimmung (vgl. Tab. 1). Im Mai 2013 ist die 5. Revision des DSM auf Englisch erschienen. Da die offizielle deutsche Übersetzung des DSM-5 zum Zeitpunkt der Drucklegung noch nicht vorlag, sind die diagnostischen Kriterien gemäß dieser Klassifikation in Tabelle 1 in Englisch aufgeführt.



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