Fuller | Spiel mit dem Feuer auf Sizilien | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2468, 144 Seiten

Reihe: Julia

Fuller Spiel mit dem Feuer auf Sizilien


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7337-1455-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2468, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-7337-1455-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



'Ich will dich heiraten.' Verheißungsvoll klingen die Worte aus Vicenzu Trapanis schönem Mund, den Imma in einer heißen Liebesnacht tausendmal geküsst hat! Dass der erfolgreiche Hotelier ihr spontan einen Antrag macht, raubt ihr fast den Atem vor Glück. Nichts ersehnt Imma mehr als eine gemeinsame Zukunft mit dem stolzen Sizilianer. Zu spät erkennt sie, warum Vicenzu sie heiraten will. Nicht etwa aus Leidenschaft oder vielleicht sogar aus Liebe. Sondern weil eine Ehe Teil einer eiskalten Rache an seinem Erzfeind ist - Immas Vater ...



Louise Fuller war als Kind ein echter Wildfang. Rosa konnte sie nicht ausstehen, und sie kletterte lieber auf Bäume als Prinzessin zu spielen. Heutzutage besitzen die Heldinnen ihrer Romane nicht nur ein hübsches Gesicht, sondern auch einen starken Willen und Persönlichkeit. Bevor sie anfing, Liebesromane zu schreiben, studierte Louise Literatur und Philosophie. Später arbeitete sie dann als Journalistin für die Lokalzeitung von Turnbridge Wells im Südosten Englands, wo sie noch heute mit ihrem Ehemann und ihren sechs Kindern lebt.

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1. KAPITEL

„Ach du meine Güte, sieht sie nicht hübsch aus?“

Ohne ihre Blickrichtung zu ändern, nickte Immacolata Buscetta, und ihr Herz zog sich in einer Mischung aus Trauer und Liebe zusammen.

„Ja, das tut sie“, erwiderte sie sanft, während die sizilianische Matrone neben ihr sich gerührt mit zitternden Händen an ihre riesige Handtasche klammerte.

„Hübsch“ ist nicht das richtige Wort, um Claudia zu beschreiben, dachte Imma. Das traditionelle, üppige Hochzeitskleid war „hübsch“, aber ihre Schwester selbst sah einfach atemberaubend aus. Nicht zuletzt, weil ihr seliger Gesichtsausdruck bezaubernd wirkte.

Immas Aufregung wuchs, und sie sah zu Claudias Bräutigam hinüber, der gerade einige der hundert geladenen Gäste begrüßte, die mit ihnen zusammen an diesem sonnigen Tag auf Sizilien die Vermählung von Claudia Buscetta und Ciro Trapani feiern wollten. Zahlreiche weitere Gäste wurden noch zur abendlichen Feier erwartet.

Selbstverständlich war Claudia außer sich vor Freude. Sie hatte gerade den Mann geheiratet, der die Burg ihres Vaters gestürmt und voller Inbrunst um ihre Hand angehalten hatte, als wäre er ein Ritter aus einem romantischen Märchen.

Aber es war nicht Ciros leidenschaftliches Werben um ihre Schwester, das ihr Herz höher schlagen ließ, sondern der Mann, der neben den Frischvermählten stand.

Ciros Bruder Vicenzu war der Besitzer des legendären La-Dolce-Vita-Hotels in Portofino. Wie die Lemminge pilgerten Mitglieder der internationalen Königshäuser, berühmte Schriftsteller, Divas und Bad Boys aus der Film- oder Musikwelt und viele weitere Promis an diesen Ort.

Das Atmen fiel ihr immer schwerer … Vicenzu war der Schlimmste von allen! Sein Ruf als Playboy und vergnügungssüchtiger Schwerenöter eilte ihm weit über die Grenzen der italienischen Riviera voraus, und man erkannte auf den ersten Blick, warum das so war.

Immas Blick wurde magisch von ihm angezogen. Sie konnte nicht anders, ständig beobachtete sie ihn und bewunderte sein Filmstar-Aussehen. Mit seinem lackschwarzen Haar, dem markanten Kinn und dem etwas spöttischen Zug um die schönen Lippen stach er zwischen all diesen steifen sizilianischen Geschäftsmännern und ihren angepassten Ehefrauen heraus. Vor allem war er deutlich größer als die meisten von ihnen.

Plötzlich drehte er sich zur Seite und richtete seine dunklen, funkelnden Augen auf sie, bevor es Imma gelang, unbeteiligt zu tun. Wie peinlich! Und jetzt kam er auch noch auf sie zu! Mit einem wissenden Lächeln …

„Immacolata!“ Er verzog das Gesicht. „Du spielst nicht fair, kleine Miss Buscetta.“

„‚Nicht fair‘?“ Irritiert starrte sie ihn an, und ihr Puls pochte immer lauter in ihren Ohren. „Das verstehe ich nicht.“

Sein attraktives Äußeres war aus der Nähe noch schwerer auszuhalten. Ihr Verstand versagte ihr den Dienst, und sie fühlte sich diesem Mann hilflos ausgeliefert.

„Du spielst Verstecken, ohne mir Bescheid zu sagen“, erklärte er und schüttelte streng den Kopf.

„Ich verstecke mich nicht, sondern habe mich um die Gäste gekümmert“, sagte sie steif und wurde bei dieser Lüge rot.

„Nicht um alle“, konterte er. „Ich habe mich nämlich ziemlich vernachlässigt gefühlt. Vielleicht sollten wir irgendwo hingehen, wo wir ungestörter sind? Du kannst doch bestimmt etwas zu trinken vertragen?“

Jetzt wurde ihr richtig heiß, und sie kühlte sich unbewusst mit den Handflächen ihre Wangen. Als sie es merkte, ließ sie die Arme schnell wieder sinken. „Nein danke, bei mir ist alles bestens.“

„Das kann man wohl sagen“, antwortete er grinsend.

Dabei ließ er seinen Blick schamlos über ihren Körper gleiten, was Imma endgültig aus dem Konzept brachte.

„Vicenzu, ich …“

„Schon okay, ich habe verstanden. Du dachtest, ich wäre nur ein gut aussehender Teufelskerl. Aber nachdem wir uns nun ein bisschen besser kennen, fängst du an, mich zu mögen. Das passiert mir echt andauernd. Aber keine Sorge, ich werde es niemandem verraten.“

Ihre Wangen waren mittlerweile brandrot. „Ich wollte dir eigentlich bloß sagen, dass du deine Boutonnière verloren hast“, stieß sie hervor und zeigte auf sein Revers, an dem die weiße Blüte fehlte. „Wenn du mich bitte entschuldigst? Ich muss etwas … regeln. In der Küche.“

Bevor er reagieren konnte, floh sie blind durch die Gästeschar und kämpfte gegen ihre Panik an. Was war denn los mit ihr? Sie war eine gebildete Frau mit einem Abschluss in Wirtschaftswissenschaften und hatte es gar nicht nötig, in der Nähe des anderen Geschlechts nervös zu werden!

Außerdem war sie die Tochter eines der einflussreichsten Männer auf Sizilien und würde bald in der Firma – die er zuletzt übernommen und seinem Imperium hinzugefügt hatte – die Geschäftsführung antreten. Wieso also benahm sie sich wie ein ängstliches Kaninchen, das sich vor einem Fuchs in Sicherheit bringen musste?

Als Trauzeugen waren sie heute ständig zusammen gewesen, was sie zunehmend unerträglich gefunden hatte. Weil sie in seiner Gegenwart kaum Luft bekam und keinen klaren Gedanken fassen konnte.

Und es war unmöglich gewesen, sich von der rührenden Trauungszeremonie nicht anstecken und in eine romantische Stimmung versetzen zu lassen. Für wenige Sekunden hatte Imma sich gestattet, davon zu träumen, dass es ihre eigene Hochzeit war – mit Vicenzu.

Ihr Puls beschleunigte sich.

Es war fast fünf Jahre her, seit sie sich von jemandem angezogen gefühlt hatte. Ihre Reaktion auf Vicenzu war ebenso schockierend wie verwirrend. Ständig wurde sie von seinen intensiven Blicken abgelenkt, die sie immer wieder innerlich zittern ließen.

Aber keine Frau, die etwas auf sich hielt, würde Vicenzu Trapani als potenziellen Ehemann in Betracht ziehen. Im Gegensatz zu den Gerüchten über ihren eigenen Vater – nämlich, dass er Verbindungen zum organisierten Verbrechen hätte – waren die Geschichten über Vicenzu nicht bloß missgünstiger Klatsch. Er hatte sich seinen schlechten Ruf redlich verdient.

Natürlich ging sie das nichts an … und es machte ihr auch nicht das Geringste aus. Sie hatte absolut nicht die Absicht, sich jemals wieder in jemanden zu verlieben. Ganz besonders nicht in einen provokanten Mann wie ihn.

Heute sollte sie sich nicht auf den Trauzeugen, sondern auf das Brautpaar konzentrieren: auf Claudia und ihren frischgebackenen Ehemann.

Dankbar nahm sie einen gekühlten Champagner von einer vorbeikommenden Kellnerin an und richtete ihren Blick auf Ciro.

Wie sein Bruder war er groß, dunkelhaarig und gut aussehend, aber trotzdem waren die beiden grundverschieden. Während Vicenzu lässig die Hemdsärmel hochgekrempelt hatte, trug Ciro seinen Anzug wie eine maßgefertigte Rüstung. Seine harte Miene wirkte angespannt und entschlossen. Kein Wunder, dass er den steilen Aufstieg seines Einzelhandelsimperiums so rasant vorangetrieben hatte. Dieser Mann strahlte eisigen Ehrgeiz aus.

Es war genau dieser geschäftliche Erfolg, der ihren überbesorgten sizilianischen Vater Cesare davon überzeugt hatte, dieser Blitzehe zuzustimmen. Und natürlich die Tatsache, dass Ciro aus einer respektablen Familie stammte. Die Trapanis waren auf Sizilien hoch angesehen, vertrauenswürdig und vertraten ein solides Familienunternehmen. Eben die Firma, die Alessandro Trapani, Ciros Vater, gerade zusammen mit seinem schönen Zuhause an Immas Vater verkauft hatte.

Sie spürte, wie sich ihre Schultern verspannten. Über die Details des Verkaufs wusste sie nicht viel. Obwohl Cesare sie gründlich darauf vorbereitet hatte, in seine Fußstapfen zu treten, ließ er sich nicht immer in die Karten blicken.

Laut ihm war der alte Trapani in finanzielle Schwierigkeiten geraten und hatte auf einen schnellen Verkauf gedrängt. Wahrscheinlich waren es dieselben Geldsorgen, die vor zwei Monaten zu Alessandros Zusammenbruch und dann zu seinem tragischen, vorzeitigen Tod geführt hatten.

Nachdenklich betrachtete Imma die zierliche Frau, die gerade mit Claudia sprach. Ihr Herz war voller Sympathie für Audenzia Trapani. Sie war immer noch eine schöne Frau, aber in ihren jungen Jahren musste sie umwerfend attraktiv gewesen sein. Jetzt wirkte sie zerbrechlich und unsicher – so als müsste sie sich ständig an irgendetwas oder irgendjemandem festhalten.

Plötzlich merkte Imma, dass sie quer durch den Raum von Vicenzu beobachtet wurde, und ihre Haut begann zu kribbeln.

„Immacolata!“

Erleichtert über diese Ablenkung drehte sie sich zu ihrem Vater um, der ihr einen herzhaften Kuss auf die Wange drückte.

Cesare war wirklich eine Naturgewalt. Immer noch gut aussehend, kraftvoll und kompromisslos, mit einer einschüchternden Präsenz.

„Papà.“ Sie lächelte, und ihr wurde schwindlig von der starken Mischung aus Zigarrenrauch und Aftershave, die ihr in die Nase stieg.

„Warum bist du nicht bei deiner Schwester?“ Er runzelte die Stirn. „Ich weiß, es ist schwer für dich, piccioncina mia, deine Kleine an einen Mann zu verlieren. Und du hältst sie bestimmt für zu jung und naiv, aber es wird schon gut gehen.“

Imma spürte echte Trauer in sich aufsteigen. Es war nicht nur Claudias Jugend … Nein, Imma dachte an ihre eigenen Träume. Wie Claudia hatte sie sich auch immer wahre Liebe, einen gut aussehenden Ehemann und ein schönes Zuhause gewünscht.

Traurig drehte sie die Champagnerflöte in ihren...



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