Buch, Deutsch, Band 98, 22 Seiten, PB, Format (B × H): 155 mm x 230 mm, Gewicht: 60 g
Reihe: Basler Universitätsreden
Rektoratsrede gehalten an der Jahresfeier der Universität Basel am 24. November 2000
Buch, Deutsch, Band 98, 22 Seiten, PB, Format (B × H): 155 mm x 230 mm, Gewicht: 60 g
Reihe: Basler Universitätsreden
ISBN: 978-3-7965-1486-9
Verlag: Schwabe Basel
Basler Universitätsreden. Begründet 1929. Die Basler Universitätsreden werden herausgegeben von der Stelle für Öffentlichkeitsarbeit der Universität Basel im Auftrag des Rektorats.
Alle nicht vergriffenen Titel sind in unserem Verlag lieferbar
Die Wissenschaft ist ins Gerede gekommen. Lange Zeit genoss sie das ungebrochene Vertrauen von Politik und Öffentlichkeit. Ihr kam eine Leitfunktion in der Gesellschaft zu. Diese Anerkennung ist Skepsis und Kritik, ja Ablehnung und Feindseligkeit gewichen. Auf doppelte Weise lässt sich dieser Wandel in der Einstellung zur Wissenschaft festmachen.
Wissenschaft diene dem Fortschritt, hiess die Losung. Indes, die Geschichte der modernen Wissenschaft hat gezeigt, dass ihr eine merkwürdige Doppeldeutigkeit innewohnt. Wissenschaft dient tatsächlich der Förderung des Lebens. Unzählige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind heute dem Ideal, Leben zu fördern, verpflichtet. Gleichzeitig hat die jüngste Geschichte das menschenverachtende, ja mörderische Potenzial von Wissenschaft ans Licht gebracht. Zum Beweis muss man nicht an die Extreme von Stalinismus und Nationalsozialismus denken, als sich Ingenieurwissenschaften oder Geschichtswissenschaften für verbrecherische Ziele funktionalisieren liessen. Auf durchaus subtilere Weise dienten und dienen etwa die Kulturwissenschaften politischen Hegemonieansprüchen oder pseudoreligiösem Weltanschauungsimperialismus.