E-Book, Deutsch, Band 2368, 144 Seiten
Reihe: Julia
Green In der Oase sinnlicher Träume
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7337-1189-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 2368, 144 Seiten
Reihe: Julia
ISBN: 978-3-7337-1189-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
'Was soll das heißen?', fragte sie hilflos. In Salims Augen erschien ein bedeutsamer Glanz. 'Das heißt, dass du die Nacht hier bei mir verbringen musst.' Mit der gefährlichen Eleganz eines Raubtiers betritt Scheich Salim Al-Noury den Saal. Warum hat bloß niemand Charlotte vor seinem umwerfenden Sex-Appeal gewarnt? Die junge Diplomatin soll Salim beibringen, wie er auf dem internationalen Parkett sein Land vertritt. Keine leichte Aufgabe, denn er besteigt den Thron nur unwillig. Doch mit seinem feurigen Charme verführt er sie! Leidenschaftlich gibt Charlotte sich dem stolzen Wüstenprinzen in einer idyllischen Oase hin. Dabei weiß sie doch genau, dass sie ihn am Krönungstag verlassen muss ...
Abby Green wurde in London geboren, wuchs aber in Dublin auf, da ihre Mutter unbändiges Heimweh nach ihrer irischen Heimat verspürte. Schon früh entdeckte sie ihre Liebe zu Büchern: Von Enid Blyton bis zu George Orwell - sie las alles, was ihr gefiel. Ihre Sommerferien verbrachte sie oft bei ihrer Großmutter in Kerry, und hier bekam sie auch ihre erste Romance novel in die Finger. Doch bis sie ihre erste eigene Lovestory zu Papier brachte, vergingen einige Jahre: Sie studierte, begann in der Filmbranche zu arbeiten, aber vergaß nie ihren eigentlichen Traum: Irgendwann einmal selbst zu schreiben! Zweimal schickte sie ihre Manuskripte an Mills & Boon, zweimal wurde sie abgelehnt. Doch 2006 war es endlich soweit: Ihre erste Romance wurde veröffentlicht. Abbys Tipp: Niemals seinen Traum aufgeben! Der einzige Unterschied zwischen einem unveröffentlichen und einem veröffentlichten Autor ist - Beharrlichkeit!
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1. KAPITEL
Genervt ging Charlotte McQuillan in dem leeren Büro auf und ab und blickte zum x-ten Mal auf die Uhr. Der König – Salim Ibn Hafiz Al-Noury – genau genommen war er ja erst in drei Wochen nach der Thronbesteigung König – ließ sie nun schon fast eine Stunde warten.
Es war kein Geheimnis, dass er offenbar der einzige Thronfolger war, der sich dagegen sträubte, die Macht zu übernehmen. Er hatte seine Krönung nun schon ein Jahr aufgeschoben, während sein älterer Bruder Zafir vor einem Jahr im benachbarten Jandor zum Oberhaupt des Landes gekrönt worden war.
Etwas mehr Höflichkeit und Benimm hätte sie vom enfant terrible der internationalen Milliardärs-Playboyszene eigentlich erwartet.
Natürlich hatte Charlotte von Scheich Salim Ibn Hafiz Al-Nourys Ruf gehört, wenn auch eher allgemein. Pikante Geschichten in Society-Hochglanzmagazinen interessierten sie nicht, nachdem sie als junges Mädchen Opfer eines Gesellschaftsskandals geworden war. Doch selbst sie hatte sich ein Bild von dem arroganten, fabelhaft aussehenden Scheich gemacht, von dem es hieß, was er anrühre, werde zu Gold.
Sein Ruf als Playboy passte zu seinem Reichtum, seiner Rücksichtslosigkeit und den erstaunlichen Erfolgen in der internationalen Geschäftswelt.
Ungeduldig trat Charlotte ans Fenster und blickte auf die endlose Sandwüste hinaus, über der sich der erbarmungslos blaue Himmel spannte. Wie ein goldroter Feuerball strahlte die Sonne auf das Sandmeer herab und versengte alles, während Charlotte in den klimatisierten Räumen fast fror. Selbst im Schatten war die Hitze im Freien unerträglich, wie sie selbst erfahren hatte, als sie die wenigen Schritte vom Flugzeug zur königlichen Limousine gelaufen war, die sie zum Palast gebracht hatte.
Mit ihrer empfindlichen hellen Haut und dem rotblonden Haar hatte sie ohnehin nie zu den Sonnenanbetern gehört. Doch nun war sie hier, nachdem sie die Gelegenheit beim Schopf gepackt hatte, dem alljährlichen Weihnachtstrubel in London zu entrinnen.
Dass sie die Weihnachtszeit mit ihrem übertriebenen Lichter- und Glitzertreiben, der erzwungenen festlichen Fröhlichkeit nicht mochte, war eine schlichte Untertreibung. Um diese Jahreszeit war ihr Leben einst zerbrochen … damals hatte sie auf einen Schlag erkennen müssen, dass das Leben nur eine Illusion war, die sich jeden Moment in Luft auflösen konnte.
Wie der Zauberer von Oz, hinter dessen schillernder Fassade dann doch nur der Zauberer aufgetaucht war.
Hier in Tabat breitete sich vor dem Palastfenster eine völlig fremde Welt vor ihr aus, die kaum weiter vom hektischen Londoner Weihnachtsbetrieb entfernt sein konnte. Dennoch konnte Charlotte es nicht genießen. Eher das Gegenteil war wohl der Fall … Vielleicht sehnte sie sich insgeheim doch ein wenig nach dem, was sie hinter sich zurückgelassen hatte – nach den kitschigen Weihnachtsfilmen und Festkarten, dem fröhlichen Festgewimmel im Kreise der Familie und lieber Menschen …
Dass sie die Feiertage oft tränenreich mit rührseligen Weihnachtsfilmen verbracht hatte, blieb ihr trauriges Geheimnis.
Seufzend kehrte Charlotte der exotischen Aussicht den Rücken zu. Um die selbstmitleidigen Gedanken abzuschütteln, begutachtete sie die Einrichtung des weitläufigen königlichen Büros, das sie laut Protokoll ohne Anwesenheit des Königs gar nicht allein hätte betreten dürfen.
Irgendwann musste es ein prächtiger Empfangssaal für wichtige Honoratioren und Gesandte gewesen sein. An den hohen Wänden waren faszinierende verblichene Malereien zu erkennen, die einem arabischen Märchen entnommen sein könnten.
Alles, was Charlotte bisher von Tabat und seiner gleichnamigen Hauptstadt gesehen hatte, sprach von einstigem Ruhm und verblasstem Glanz. Dennoch hatte die alte Stadt sie mit ihren gewundenen Straßen, den verwinkelten Gassen und dem Flüsschen, das sich von den Bergen bis zum Meer und der benachbarten Küste von Jandor schlängelte, berührt.
Das Land Tabat war reich an Naturschätzen, unter denen Öl die wichtigste und gewinnträchtigste Einnahmequelle darstellte. Andererseits bedurfte die Infrastruktur des Königreiches dringend umfangreicher Modernisierungsmaßnahmen, wie auch Tausende andere Bereiche wie Schulwesen, Verwaltungs- und Wirtschaftsstrukturen …
Es brauchte dringend einen Regenten, der die Herkulesaufgabe übernahm, das Land ins einundzwanzigste Jahrhundert zu führen. Wirtschaftspotenzial besaß Tabat im Überfluss – es musste nur erschlossen und wirksam genutzt werden.
Doch nach allem, was Charlotte von Scheich Al-Noury und seinem Ruf wusste, bestand wenig Hoffnung auf baldige Besserung dieser trostlosen Situation. Der Scheich machte kein Geheimnis daraus, dass ihn nur sein aus zahllosen westlichen Unternehmen bestehendes Firmenimperium interessierte.
Jetzt hatte sein Bruder, König Zafir von Jandor, sie als Public-Relations-Expertin für Internationale Beziehungen engagiert, um seinem Bruder beratend zur Seite zu stehen, vor allem aber, um die Organisation und Durchführung seiner in Kürze anstehenden Krönung zu übernehmen. Doch seit Charlotte den Auftrag vor zwei Wochen übernommen hatte, hatten weder Scheich Salim Al-Noury noch seine Leute auf ihre wiederholten Anrufe reagiert, geschweige denn ihr die notwendigen Arbeitsunterlagen übermittelt.
Erneut blickte Charlotte auf die Uhr. Weit über eine Stunde hatte Al-Noury sie nun warten lassen. Frustriert und müde nach der Reise ging sie zu dem Sessel, auf dem sie ihre Aktentasche abgestellt hatte. Vielleicht sollte sie sich an einen Angestellten wenden und sich erst einmal in ihr Zimmer bringen lassen. Bevor sie weiter darüber nachdenken konnte, wurden die mächtigen Doppeltüren aufgestoßen, und ein Hüne betrat den Raum.
Obwohl sie sein Foto vorher schon gesehen hatte, war sie auf den Anblick des echten Salim Ibn Hafiz Al-Noury nicht vorbereitet. Zum ersten Mal im Leben war Charlotte sprachlos.
Er musste weit über einen Meter achtzig sein, sehr viel größer, als sie erwartet hatte. Mit seinen breiten Schultern, der muskulösen Brust und den schmalen Hüften war er ein athletisch gebauter Mann, der Macht und geballte Kraft ausstrahlte.
Ungeduldig fuhr er sich durch das etwas zu lange, dunkle Haar, das sein markantes, unrasiertes Gesicht rahmte. Mit seinen auffallend hellen blauen Augen, die Charlotte an den endlos blaugrauen Himmel über der Wüste erinnerten, musterte er sie schweigend. Sein empfindsamer Mund stand in überraschendem Gegensatz zu seiner kraftstrotzenden Erscheinung …
Das weit geschnittene weiße Hemd konnte weder die Muskeln noch die dunklen Brusthärchen verbergen. Es verschwand in einer engen Reithose, die in abgetragenen ledernen Stiefeln steckte.
Jetzt nahm Charlotte auch den unverkennbaren Pferdegeruch wahr … und einen feinen Hauch von männlichem Schweiß. Ihr wurde bewusst, dass sie den Mann so entsetzt ansah, als könnte sie nicht fassen, was sie da vor sich hatte.
Scheich Al-Noury runzelte die Stirn. „Mrs. McQuillan?“ Offenbar hielt er sie für verheiratet …
Charlotte nickte nur.
„Sie wollen schon wieder gehen?“ Er sprach mit leichtem Akzent.
Die dunkle, rauchige Stimme ging ihr durch und durch.
Himmel! Schluss damit! Er war nicht der erste gut aussehende Mann, mit dem sie zu tun hatte.
Betont ruhig wandte sie sich an den Scheich. „Ich habe über eine Stunde auf Sie gewartet, Euer Majestät, und dachte schon, Sie würden nicht kommen.“
In seinen irisierenden Augen blitzte es auf. „Noch bin ich nicht König“, erinnerte er sie und betrachtete sie eingehender.
Charlotte wurde bewusst, wie verkrampft sie die Aktentasche hielt, und lockerte ihren Griff.
Endlich blickte er ihr wieder ins Gesicht. „Hat man Ihnen Erfrischungen angeboten?“
Charlotte schüttelte nur den Kopf. Der König – nein, Scheich Al-Noury – ging zur Tür und rief nach jemandem. Beflissen erschien ein Junge in langer Tunika und Turban – derselbe, der sie ins Büro geführt hatte – und bewegte sich erschrocken, als Al-Noury ihn mit einem scharfen Wortschwall auf Arabisch bedachte … Dann lief er fluchtartig davon.
Verspätet erkannte Charlotte, was sie angerichtet hatte. „Aber das war doch nicht nötig, Euer Hoheit – er ist noch ein Kind“, nahm sie den Jungen in Schutz. „Warum hat mich kein Erwachsener empfangen? Wo sind Ihre Bediensteten?“
Herausfordernd langsam drehte Scheich Al-Noury sich zu ihr um, zog eine Braue hoch, lehnte sich an den Türrahmen und verschränkte die Arme vor der Brust. „Sprechen Sie Arabisch?“
Verwirrt nickte Charlotte. „Neben anderen Sprachen. Aber darum geht es mir nicht …“
Der Scheich richtete sich zu seiner beachtlichen Größe auf. „Entschuldigung. Ich wäre zu Ihrer Begrüßung erschienen, aber ich wurde in den Stallungen aufgehalten. Ich musste ein neues Fohlen in Empfang nehmen … ein Geschenk von Scheich Nadim Al-Saqr in Merkazad. Nach der Reise war das Tier sehr unruhig, da habe ich geholfen, es zu beruhigen.“
Nun schlenderte Scheich Al-Noury durch das weitläufige Büro auf Charlotte zu, sodass ihr einen Moment Zeit blieb, sich zu fangen. Dass seine Entschuldigung wenig aufrichtig klang, drang kaum zu ihr durch, weil seine raubtierhafte Geschmeidigkeit sie gefangen nahm: Ein Mann wie er war ihr noch nie begegnet: muskulös, geballte Kraft … und von einer aggressiven Sexualität, die sie unwillkürlich in ihren Bann schlug.
Über die Schulter blickte er kurz zu ihr herüber, dann...




