Gysi | Diagnostik von Traumafolgestörungen | E-Book | sack.de
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E-Book, Deutsch, 328 Seiten

Gysi Diagnostik von Traumafolgestörungen

Multiaxiales Trauma-Dissoziations-Modell nach ICD-11
3. überarbeitete und erweiterte Auflage 2024
ISBN: 978-3-456-76342-2
Verlag: Hogrefe AG
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Multiaxiales Trauma-Dissoziations-Modell nach ICD-11

E-Book, Deutsch, 328 Seiten

ISBN: 978-3-456-76342-2
Verlag: Hogrefe AG
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Diagnostik von Traumafolgestörungen:

Der Schlüssel zu einer wirksamen Therapie


Traumatische Erfahrungen können zu erheblichen emotionalen, kognitiven und körperlichen Beeinträchtigungen führen, die das tägliche Leben

und die Lebensqualität nachhaltig beeinflussen. Dieses Leiden bleibt oft unerkannt, da die vielfältigen Symptome häufig mit anderen psychischen

oder körperlichen Erkrankungen verwechselt werden, während die zugrunde liegende Traumafolgestörung im Hintergrund verborgen bleibt. Erst eine präzise Diagnostik deckt die unterschiedlichen Symptome auf, ermöglicht

eine klare diagnostische Einordnung und ebnet den Weg zu einer wirksamen und nachhaltigen Behandlung.

Dieses Werk unterstützt mit brillant strukturierten und farbigen Übersichten auch erfahrene Diagnostiker, die Vielfalt der zu bedenkenden oder auszu-schließenden Diagnoseoptionen zu überblicken und nichts zu übersehen.

Nach einer Einführung in das „Trauma-Dissoziations-Achsenmodell“

werden fünf Achsen als systematisierte Diagnostik von Traumafolgestörungen anhand von Fallbeispielen, Differenzialdiagnosen, Empfehlungen, Entscheidungspfaden und Fragebögen basierend auf ICD-11 dargestellt.

Neu in der dritten Auflage: Alle Kapitel wurden intensiv überarbeitet, um Begrifflichkeiten und Konzepte entlang neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse aus Forschung und Praxis zu schärfen und zu vertiefen sowie Missver-ständnisse und Fehlbehandlungen zu vermeiden. Neue Inhalte und Schwer-punkte wurden durchgehend ergänzt und aktualisiert.

„. das Buch gibt den Lesenden eine Fülle von klinischen Details, plastischen Beschreibungen und hilfreichen Informationen zu den jeweiligen Bereichen an die Hand. Die von Jan Gysi vorgeschlagene Achsenstruktur bietet ein Rückgrat,

das verschiedene Gruppen von Syndromen in einen Gesamtkontext stellt und ihr Spektrum umfassend abbildet. Dabei orientiert er sich konsequent am inter-nationalen diagnostischen Standard der ICD-11 und schafft auf diese Weise eine schulenübergreifend hilfreiche, deskriptive Basis zum Verständnis von Traumafolgestörungen.“

Aus dem Geleitwort von Prof. Dr. Ingo Schäfer, Hamburg

Gysi Diagnostik von Traumafolgestörungen jetzt bestellen!

Zielgruppe


Psychiater*innen, Psychotherapeut*innen, Klinische
Psycholog*innen, Psychologische
Psychotherapeut*innen insbesondere
mit Schwerpunkt PTBS.


Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


|29|1  Das Trauma-Dissoziations-Achsenmodell zur systematisierten Diagnostik von Traumafolgestörungen
1.1  Einleitung
Die Behandlung von Traumafolgestörungen hat insbesondere in den vergangenen 2 Jahrzehnten enorme Fortschritte gemacht. Die Forschung zu den verschiedenen Formen von Traumafolgestörungen hat unser Wissen zu Trauma und Dissoziation deutlich verbessert. So gibt es seit ca. 10–15 Jahren viel mehr Literatur und bessere Weiterbildungsmöglichkeiten als früher (Nijenhuis, 2015, 2017). Angesichts der Fülle an neuen Erkenntnissen in der Psychotraumatologie kann die Übersicht über die verschiedenen posttraumatischen Symptome und Störungen jedoch schwierig sein. Während die meisten Bücher den Fokus auf die Therapie von Traumafolgestörungen legen, gibt es zur Diagnostik zurzeit nur Literatur zu Teilbereichen des Spektrums der Traumafolgestörungen (Overkamp, 2017; Schellong, Schützwohl, Lorenz, & Trautmann, 2019). Ziel dieses Buches ist es, diese Lücke zu schließen und einen Überblick zur umfassenden Diagnostik von Traumafolgestörungen zu geben. Hinzu kommt, dass auf dem Gebiet des traumatischen Stresses seit Langem Kontroversen und Meinungsverschiedenheiten über die psychologischen Folgen schwerer Belastungen und deren Ursachen bestehen Die Ausprägung der Symptome war im Lauf der Zeit sehr heterogen, und die Definitionen von akuten, länger andauernden und komplexen Traumafolgen variierten. Die Ursachen von Traumata sind umstritten, darunter spielen biologische, psychologische, sozioökonomische, kulturelle, politische oder rechtliche Faktoren eine Rolle (Jongedijk, Boelen, Knipscheer & Kleber, 2023). Diese unterschiedlichen Ursachen können zu vielen verschiedenen Symptomen führen. Der Überblick über die verschiedenen Symptome nach einem Trauma ist deshalb herausfordernd und anspruchsvoll. Um der enormen Vielfalt an Symptomen Rechnung zu tragen, hat dieses Buch zum Ziel, einen flexibleren und gleichzeitig strukturierten diagnostischen Ansatz für eine umfassende Diagnose der psychologischen Folgen von Traumata einzuführen. Zur einfacheren und systematischen Übersicht über die Vielfalt und Komplexität der posttraumatischen Symptomatik wird in diesem Buch ein Modell mit 5 Achsen vorgestellt, die im Rahmen einer umfassenden Diagnostik abgeklärt werden können. Diese 5 Achsen werden „Trauma-Dissoziations-Achsen“ genannt (kurz TD-Achsen). Sie orientieren sich an der ICD-11 (WHO, 2019) und umfassen die folgenden 5 Bereiche: TD-Achse I: Diagnostik der Bindungs- und Persönlichkeitsebene (Kap. 2, Seite 51) Persönlichkeitsstörungen TD-Achse II: Diagnostik der spezifisch belastungsbezogenen Störungen (Kap. 3, Seite 65) posttraumatische Belastungsstörung (Kap. 3.3, Seite 75) komplexe posttraumatische Belastungsstörung (Kap. 3.4, Seite 90) anhaltende Trauerstörung (Kap. 3.5, Seite 105) Anpassungsstörung (Kap. 3.6, Seite 107) reaktive Bindungsstörung des Kindesalters enthemmte soziale Interaktionsstörung Belastungsstörung bei anhaltender Traumatisierung (Kap. 3.7, Seite 110) TD-Achse III: Diagnostik der strukturellen Dissoziation (Kap. 4, Seite 123) dissoziative Identitätsstörung (Kap. 4.3.1, Seite 128) partielle dissoziative Identitätsstörung (Kap. 4.3.2, Seite 130) TD-Achse IV: Diagnostik der weiteren dissoziativen Störungen (Kap. 5, Seite 225) |30|dissoziativ-neurologische Symptomstörungen (Kap. 5.4, Seite 233) dissoziative Amnesie (Kap. 5.5, Seite 265) Depersonalisations-Derealisationsstörungen (Kap. 5.6, Seite 275) Trance- und Besessenheitszustände (Kap. 5.7, Seite 282) TD-Achse V: Komorbide Störungen (Kap. 6, Seite 297) affektive Störungen Suchtstörungen Zwangsstörungen Essstörungen artifizielle Störungen und andere Die 5 Achsen bilden ein strukturierendes und orientierendes Modell für ein systematisiertes diagnostisches Vorgehen basierend auf der ICD-11. Dadurch sollen beispielsweise die Behandlungsplanung (mit therapeutischer Prioritätensetzung und Wahl der Methode) und die Einschätzung der Prognose und der Arbeitsfähigkeit erleichtert werden. In diesem Buch wird der Hauptfokus auf die Diagnostik von Traumafolgestörungen gelegt. Empfehlungen für die Therapie werden nur vereinzelt gegeben. Das Modell basiert auf keiner Therapieschule und auch nicht auf spezifischen psychologischen Modellen (z.?B. Psychoanalyse, kognitive Verhaltenstherapie, humanistische Psychologie oder andere). In diesem einführenden Kapitel werden zuerst einige Grundlagen zu Arten von traumatischen Ereignissen zusammengetragen. Zur Erleichterung des Überblicks für die Diagnostik von Traumafolgestörungen wird in einem zweiten Teil eine multiaxiale Diagnostik in 5 Trauma-Dissoziationsachsen vorgestellt. 1.2  Trauma
Der Beriff „Trauma“ stammt aus dem Griechischen (griechisch: Wunde, t?a?µa) und bedeutet Verletzung bzw. Wunde physischer oder psychischer Art (Häcker & Stapf, 2009). Psychische und körperliche Reaktionen auf belastende Erlebnisse sind bereits seit der Antike bekannt. Genauer untersucht werden sie seit etwa der Mitte des 19. Jahrhunderts, zeitweise mit heftig geführten gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Auseinandersetzungen zur Frage, wie sich erschütternde Ereignisse auf den Körper und den Geist auswirken (Herman, 1992; Nijenhuis, 2015, 2017; Jongedijk et al., 2023). Merke Bei Traumafolgestörungen handelt es sich um psychische und körperliche Erkrankungen, die als Folge belastender oder traumatischer Erfahrungen auftreten. 1.2.1  Belastende Erfahrungen versus Trauma Im Rahmen der Auseinandersetzung mit psychischen Traumatisierungen und Belastungen ist eine Reflexion der Möglichkeiten und Grenzen des Begriffs „Trauma“ sinnvoll. Der Begriff „Trauma“ wird in den letzten Jahren in der Alltagssprache wie auch in Medien immer häufiger verwendet, was manchmal zu einer breiten oder umgangssprachlichen Anwendung führt, die seine wissenschaftliche und klinische Bedeutung verwässern kann. Ähnlich verhält...



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