Hamm / Bismarck | True Leadership | E-Book | sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 344 Seiten

Hamm / Bismarck True Leadership

Führung in Extremsituationen
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-446-46716-3
Verlag: Carl Hanser
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark

Führung in Extremsituationen

E-Book, Deutsch, 344 Seiten

ISBN: 978-3-446-46716-3
Verlag: Carl Hanser
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark



In außergewöhnlichen und extremen Situationen Spitzenleistung erreichen

Menschen – und auch sich selbst – zu führen ist in Zeiten sich massiv ändernder Rahmenbedingungen und Marktanforderungen eine extreme Herausforderung. Wie dies trotzdem nicht nur gelingen kann, sondern dabei Mitarbeiter auch zu Spitzenleistung motiviert werden, zeigt dieses spannende und überaus lehrreiche Praxisbuch! Veranschaulicht durch viele Fallbeispiele und Interviews mit herausragenden Führungspersönlichkeiten wie beispielsweise Reinhold Messner oder Arved Fuchs zeigen die Autoren, worauf es in außergewöhnlichen Lagen wirklich ankommt. Sie vermitteln konkret und konsequent auf die Umsetzung zugeschnittene, handfeste Strategien für den Führungsalltag unter extremen Bedingungen: Effektives Führen baut auf fachlicher Erfahrung auf, wird vom Team zuerkannt, und das bei einer professionellen Distanz. Führen unter Druck heißt, sich mit gelebten Szenarien intensiv vorzubereiten, im Bedarfsfall mit klaren Ansagen zu arbeiten, aber sich hinterher auch zu erklären – und die Realität zu akzeptieren anstatt dem Wünschenswerten zu folgen.
Unschätzbar für alle, die jede Herausforderung meistern wollen!

- Von den Taktiken und Strategien von Menschen in Extremsituationen lernen
- Mit Fallbeispielen u.a. aus Extremabenteuern, Spitzensport, Sicherheitsbereich, Seefahrt, Luftfahrt, Hilfsorganisationen, Krisenmanagement, Kunst & Kultur
- Sich und andere in Krisen motivieren
- Konkrete Praxistipps

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Weitere Infos & Material


2 Von 100 % auf 120 % – Führen in Hochleistungsbereichen Spitzensport Fußball – ein Fußballtrainer berichtet Auf hoher See – Silke Eggert, Skipperin Einen Haufen Profis bändigen – Christian Gansch, Dirigent und Musikproduzent Eis oder Sturm? – Arved Fuchs, Abenteurer Spitzensport Fußball – ein Fußballtrainer berichtet1
Die Fußballbundesliga
Führung ist ein zentrales, wenn nicht entscheidendes Thema im Milliardengeschäft Fußball. Können wir, was Führung anbelangt, vom Spitzensport Fußball lernen? Nein, das können wir nicht nur, das müssten wir sogar – sofern uns Vorurteile nicht davon abhalten, zum Beispiel: »Wenn der Trainer am Spielfeldrand rumbrüllt, zählt das dann als Führung?« Wer sich von solchen Vorurteilen nicht abhalten lässt, für den liegt auf der Hand: Von einer Branche, in der es um publikumsträchtigen Erfolg und um Millionensummen geht, kann man immer etwas lernen, wie wir im Folgenden sehen werden. Basis der folgenden Ausführungen sind mehrere Gespräche mit einem U19-Bundesligatrainer eines renommierten Deutschen Fußballklubs. Der Trainer hat auch bereits die Mannschaft der aktiven Bundesligaprofis als Interimstrainer gecoacht und möchte aus verständlichen Gründen (auf höchster Ebene ist Profifußball immer noch eine eher geschlossene Gesellschaft) nicht namentlich genannt werden. Führung durch Trainer und Kapitän
Der Trainer als Führungskraft im Profisport wird von der Sportberichterstattung gerne als »Stratege am Spielfeldrand« bezeichnet. Doch während des Spiels führt nicht der Trainer, sondern der Mannschaftskapitän. Dieser ist »die Leitfigur auf dem Platz«, wie unser Gesprächspartner es formuliert. Als Leitfigur hat er verschiedene Aufgaben, zum Beispiel die Seitenwahl vor Spielbeginn. Der Kapitän ist auch der Einzige aus der Mannschaft, der offiziell mit dem Referee kommunizieren darf. Die in der »Sportschau« häufig zu beobachtenden publikumswirksamen Meckereien anderer Spieler in Richtung Schiedsrichter finden damit praktisch immer am Rande einer Gelben Karte statt. Obligation to Dissent – Selbstverpflichtung zum Widerspruch: konstruktive Kritik wird ausdrücklich gewünscht! Der Kapitän ist für die Kommunikation der Mannschaft mit dem Trainer verantwortlich, doch er entscheidet zum Beispiel nicht über die Positionstaktik, stellt also nicht selbständig beispielsweise von Vierer- auf Fünferkette um. Er bremst aber gelegentlich den Trainer, wenn dieser die Mannschaft zu missverstehen oder zu überfordern droht. In der Wirtschaft kennen wir das als Obligation to Dissent, als Selbstverpflichtung zum Widerspruch, falls sachlich gegeben. Das übersehene Organ der Führung
Es gibt ein wenig bekanntes Führungsorgan im Profifußball; den Mannschaftsrat. Er besteht aus fünf Spielern, die der Trainer vorschlägt, die also nicht in einem basisdemokratischen Prozess nominiert werden. Die eigentliche Wahl durch die Mannschaftsmitglieder dient nur noch der Schärfung und dem Feedback für den Trainer. Wie wir aus Studienergebnissen wissen, interpretieren Mitarbeiter solch ein eher direktives Vorgehen im Allgemeinen nicht als Manko: Sie erwarten in erster Linie Führung und keine Basisdemokratie. Der Mannschaftsrat – ein wenig bekanntes Führungsorgan. Der Mannschaftsrat vertritt die Belange der Mannschaft gegenüber Vereinsführung und Trainer. Der Trainer bestimmt die Kandidaten für diesen Rat in der Regel nicht diktatorisch, sondern fragt sein Team: Wer soll euch vertreten? Könnt ihr mit den ausgewählten Kandidaten einverstanden sein? Für den Trainer ist der Mannschaftsrat auch ein Instrument des Nachfolgemanagements: »So können vielversprechende Spieler in die Rolle des späteren Führungsspielers hineinwachsen«, erklärt unser Gesprächspartner. Ein Pendant zum Mannschaftsrat in der Wirtschaft ist eine Überlegung wert: Hier könnten sich Nachwuchsführungskräfte als Sprachrohr der Abteilungsmitarbeiter zu jenen »Führungsspielern« entwickeln, die sie später einmal werden sollen/wollen. Das Trainer-Selbstbild
Die Öffentlichkeit sieht Profifußballtrainer oft als die »Strategen an der Magnettafel«, vergleichbar mit dem Etikett des »Wirtschaftskapitäns«, das Führungskräften der Wirtschaft von der Öffentlichkeit verliehen wird. Nicht selten weicht dieses Fremdbild jedoch stark vom Selbstbild der Führungskräfte und Trainer ab. Der Profitrainer, den wir zum Thema befragten, sieht sich zum Beispiel hauptsächlich als Vorbild und als Personalentwickler seiner Spieler: Er möchte seine jugendlichen Spieler besser machen. Um so viel besser, dass sie den Sprung ins Profigeschäft schaffen. Beim Erwerb der dafür nötigen professionellen Berufseinstellung in allen Belangen auf und neben dem Platz ist er ihnen Vorbild. Der Trainer ist nicht »Best Buddy«. Damit reicht sein Selbstverständnis in Sachen Führung weit über das jedes normalen Vorgesetzten in der Wirtschaft hinaus. Kein Vorgesetzter versteht sich »abseits des Platzes«, also abseits des Arbeitsplatzes als Vorbild seiner Mitarbeiter. Dabei greift der Trainer nicht in das Privatleben seiner Spieler ein, ist nicht »Best Buddy«, sondern – im Gegenteil – wahrt die professionelle Distanz zum Privaten. Aber er erfasst weitgehend die wichtigen, privaten Begleitumstände der angehenden Profis, um Diskrepanzen oder tief greifende Entwicklungsprobleme frühzeitig aufzudecken. Führen mit klarer Strategie
Die U19 des interviewten Trainers erhält am Beginn jeder Saison einen strategischen Oberbegriff: Von »Fleiß« über »Leidenschaft« bis »Emotion« oder auch »Wir sind das Überraschungsteam der Saison!« reicht die Palette der möglichen Leitworte für die Saison. Wie alle gut gewählten Formulierungen oder Schlagworte begeistern auch diese programmatischen Saison-Ansagen. Doch der erfahrene Fußballtrainer weiß, dass seine Spieler, nachdem die erste Begeisterung abgeklungen ist, mit so einer strategischen Vorgabe nicht unbedingt viel anfangen können. »Wir wissen, welche Spielweise unsere Gegner von uns erwarten. Aber diesen Gefallen tun wir ihnen nicht.« Also überzeugt der Trainer sein Team mit den nötigen Fakten als nachvollziehbare Begründung der gewählten Strategie; zum Beispiel: »Wir wissen, welche Spielweise unsere Gegner von uns erwarten. Aber diesen Gefallen tun wir ihnen nicht. Wir lassen uns nicht ausrechnen. Wir überraschen unsere Gegner!« Selbst nach dieser Erläuterung der Strategie kann ein Trainer nicht voraussetzen, dass seine Spieler wissen, was sie mit dieser strategischen Vorgabe nun auf dem Platz anfangen, wie sie konkret spielen sollen. Also setzt der Trainer die Strategie nicht nur, er übersetzt sie auch gleich, indem er ganz konkret und pragmatisch erläutert: »In dieser Spielsituation machen wir also Folgendes und in jener Situation machen wir dieses.« Das leuchtet ein, ist aber selbst im Profifußball keine Selbstverständlichkeit. Immer wieder sind in Fachkreisen Äußerungen von Profifußballern zu hören, die sich darüber beklagen, dass der Trainer die Mannschaft »nicht mehr erreicht«, weil er strategische Vorgaben wie »Nach vorne spielen!« ausgibt, ohne im Detail zu klären, was das für die einzelnen Positionen in jeder denkbaren Spielsituation bedeutet. Und dies oft mit der Begründung: »Ich setze voraus, dass das ein Profispieler weiß!« Diese Illusion verbindet manche Trainer mit manchen Vorgesetzten in der Wirtschaft. Führen als Fürsorge
Wenn prominente Profitrainer am Spielfeldrand auf und ab toben, diskutieren die Medien gern die Angemessenheit des Auftritts – selten dessen Sinn und Zweck, der so gut wie unbekannt sein dürfte. Unser Gesprächspartner erklärt, warum er während eines Spiels enorm viel und lautstark in Richtung Schiedsrichter kommuniziert, kritisiert, fordert, zuweilen aggressiv, aber nie ausfallend: »Damit mein Team und auch der Gegner mitbekommt: Der Trainer macht alles, damit uns im Spiel Gerechtigkeit widerfährt. Der kümmert sich um uns.« Wir stellen uns vor, wie begeisternd die Wirkung auf eine Abteilung, einen Bereich oder ein Projektteam in der Wirtschaft...


Bismarck, Wolf-Bertram von
Dr. Wolf-Bertram von Bismarck ist Unternehmensberater bei Focus First und war zuvor in oberster Personalverantwortung in den Führungs- und Vorstandsetagen von PUMA, Fielmann, Imtech und bei der JOB AG.

Hamm, Ingo
Prof. Dr. Ingo Hamm war Berater bei McKinsey & Company, arbeitete dann in einem DAX-Konzern und folgte schließlich seiner Leidenschaft für Forschung und Beratung als Professor für Wirtschaftspsychologie.

Prof. Dr. Ingo Hamm war Berater bei McKinsey & Company, arbeitete dann in einem DAX-Konzern und folgte schließlich seiner Leidenschaft für Forschung und Beratung als Professor für Wirtschaftspsychologie. Dr. Wolf-Bertram von Bismarck ist Unternehmensberater bei Focus First und war zuvor in oberster Personalverantwortung in den Führungs- und Vorstandsetagen von PUMA, Fielmann, Imtech und bei der JOB AG.
Seit einigen Jahren arbeiten Hamm und von Bismarck zusammen an Lösungen für Herausforderungen von Organisationen. Dabei entmystifizieren sie zahlreiche Trendkonzepte der "New Work" Bewegung rund um Arbeit und Führung. Es geht ihnen um zeitgemäße, aber umsetzbare Empfehlungen, die einen echten ökonomischen und psychologischen Impact haben.
Hamm und von Bismarck sind erfahrene und gefragte Autoren, wie beispielsweise Hamms Sachbuch „Wettbewerbsfaktor Mensch“ oder die Publikationen von Bismarcks zur Gestaltung der Arbeitswelt eindrucksvoll zeigen.



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