Hardy | Silberner Mond über Venedig | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 092023, 144 Seiten

Reihe: Julia

Hardy Silberner Mond über Venedig


1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7515-1851-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 092023, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-7515-1851-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



'Kein Ardizzone soll Glück in der Ehe finden!' Der Fluch, den Serafinas Urahn einst wütend ausstieß, wirkt noch immer. Aber das Arrangement, das Serafina dem smarten CEO Gianni Leto vorschlägt, hat ja nichts mit Glück zu tun: Sie will nur eine Scheinehe. Gianni braucht eine Frau - und sie seine Hilfe, um den elterlichen Palazzo in Venedig zu sanieren. Doch darauf lässt Gianni sich nicht ein. Im silbernen Mondlicht tanzt er mit ihr auf dem Markusplatz, küsst sie heiß bei einer Gondelfahrt. Will er etwa beweisen, dass sie den jahrhundertealten Fluch brechen können?



Kate Hardy wuchs in einem viktorianischen Haus in Norfolk, England, auf und ist bis heute fest davon überzeugt, dass es darin gespukt hat. Vielleicht ist das der Grund, dass sie am liebsten Liebesromane schreibt, in denen es vor Leidenschaft, Dramatik und Gefahr knistert? Bereits vor ihrem ersten Schultag konnte Kate Hardy fließend lesen. Mit blühender Fantasie dachte sie sich Geschichten aus und schrieb sie auf einer Schreibmaschine nieder, die sie zu ihrem sechsten Geburtstag bekommen hatte. Ihren ersten Liebesroman, der niemals veröffentlicht wurde, schrieb sie mit dreizehn Jahren. Kate Hardy studierte englische Literatur des Mittelalters, heiratete und bekam zwei Kinder. Sie arbeitete freiberuflich als Journalistin im Gesundheitsbereich, doch ihre wahre Berufung fand sie erst, als sie ihr Interesse für Medizin mit Romantik verband und ihren ersten Arztroman schrieb, der auf Anhieb das Lesepublikum begeisterte. Seitdem hat sie weitere 33 Arztromane, einige erotische Liebesromane und mehrere Sachbücher zum Thema Gesundheit geschrieben.
Hardy Silberner Mond über Venedig jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


1. KAPITEL


„Wenn ich die Zeit um ein paar Jahrhunderte zurückdrehen könnte“, sagte Serafina mit einem Seufzen, „würde ich noch heute meine Vorfahren zur Rede stellen und sie fragen, warum sie gerade Champagner trinken und opulente Feste feiern, statt sich um den Palazzo zu kümmern. Wer weiß, vielleicht wäre er dann in einem akzeptablem Zustand.“

„Ist es wirklich so schlimm?“, fragte Alessia.

„Schlimmer.“

„Vielleicht sollte ich dir statt Kaffee einen Gin Tonic anbieten.“

„Um zehn Uhr morgens?“ Serafina schüttelte den Kopf. „Alkohol ist keine Lösung. Aber gegen einen doppelten Espresso hätte ich nichts einzuwenden.“

„Kommt sofort.“

Serafina nahm am Küchentisch Platz, während die Freundin sich an ihrer neuesten Errungenschaft, einer ultramodernen Espressomaschine, zu schaffen machte.

Seit dem Tod ihres Vaters vor sechs Monaten war Serafina kaum zur Ruhe gekommen. Erst die Organisation der Trauerfeier, dann endlose Behördengänge, es hatte kein Ende genommen. Dazu noch die schockierende Erkenntnis, dass der Treuhandfonds der Ardizzone leer war – und vor allem, weshalb er leer war.

Der Termin mit der Bank an diesem Morgen hatte auch nicht geholfen.

Während der Kaffee durch die Maschine lief, stellte Alessia einen Teller mit Gebäck auf den Tisch. „Erst isst du ein halbes Dutzend, dann reden wir weiter“, befahl sie.

Bussolai! Serafinas Lieblingsplätzchen. Ringförmig, butterweich und nach Zitrone duftend, zergingen sie auf der Zunge. „Danke, Lessi, du bist die Beste.“

„Frisch gebacken nach Nonnas Rezept. Ich nehme an, die Bank hat abgelehnt.“

Serafina zuckte die Schultern. „Es ist ganz einfach: kein Einkommen, kein Darlehen. Mein Businessplan für die Zukunft des Palazzo, komplett mit den voraussichtlichen Ausgaben und Einnahmen, hat sie nicht beeindruckt.“ Sie schob sich ein weiteres Plätzchen in den Mund. „Dazu schulde ich noch einen Teil der Erbschaftssteuer, und mein einziger Aktivposten ist der Palazzo.“

„Warum verkaufst du ihn dann nicht? Selbst im derzeitigen Zustand dürfte er einiges wert sein.“

„Der Palazzo ist Fideikommiss. Du weißt, was das bedeutet? Er gehört der Familie, nicht mir. Als Contessa Serafina Ardizzone bin ich zwar offiziell Oberhaupt und Treuhänderin, darf ihn aber nicht verkaufen. Verpachten oder vermieten ist ausgeschlossen, weil er die Sicherheitsbestimmungen und Auflagen der Baubehörden nicht erfüllt. Und zum Restaurieren fehlen mir die Mittel.“ Frustriert schüttelte sie den Kopf. „Hätte ich mit achtzehn gewusst, was ich heute weiß, hätte ich nicht Kunstgeschichte, sondern Jura studiert und wäre Anwältin geworden. Eine von denen, die genug verdienen, um sich so ein teures Hobby leisten zu können. Sogar eine Maurerlehre wäre mir jetzt nützlicher als ein Diplom in Kunstgeschichte.“ Sie lächelte schief. „Aber ich bin immer davon ausgegangen, dass Geld keine Rolle spielt und dass ich studieren kann, was mir Spaß macht. Womit ich keinen Deut besser bin als meine vergnügungssüchtigen Vorfahren.“

Gewiss, sie könnte wie jene die Verantwortung von sich schieben und es dem nächsten Erben überlassen, damit klarzukommen. Und niemand könnte ihr deswegen Vorhaltungen machen. Der Palazzo würde von Jahr zu Jahr mehr verfallen, bis er eines Tages nicht mehr zu retten war.

Aber so weit durfte es nicht kommen. Ca’ d’Ardizzone war ihr Zuhause, hier war sie aufgewachsen. Sie würde nicht zusehen, wie eine Ruine daraus wurde.

„Du bist zu streng mit dir selbst“, protestierte Alessia. „So wie du redest, könnte man meinen, du hast die letzten zehn Jahre auf der faulen Haut gelegen. Du warst drei Jahre an der Uni und arbeitest seither ehrenamtlich im Museum Frauen und Kunst. Du kennst dich im Marketing aus, hast Ideen und verstehst sie zu verkaufen. Kannst du nicht staatliche Unterstützung für die Restaurierung beantragen?“

„Dazu müsste der Palazzo berühmte Fresken oder architektonische Besonderheiten haben. Ca’ Ardizzone ist bloß einer von Venedigs zahlreichen verwitterten Palästen.“

„Was ist mit dem Gemälde von Canaletto im Speisesaal? Wenn du das versteigern lässt, bringt es bestimmt genug ein, um die Kosten zu decken.“

„Wäre es das Original, kein Zweifel. Aber leider ist es eine Kopie.“

„Eine Kopie?“ Alessia machte große Augen.

Serafina nickte. „Mein Ur-Ur-Ur-Urgroßvater soll das Original verkauft haben. Ähnliches gilt für spätere Generationen. Was von Wert war, Gemälde, Juwelen und dergleichen, wurde nach und nach veräußert und durch Fälschungen ersetzt.“ Sie verzog die Stirn. „Vielleicht hatte Papá recht; vielleicht liegt auf unserer Familie wirklich ein Fluch. Hätte meine Ur-Ur-Ur-Urgroßtante Marianna vor dreihundert Jahren den Mann ihrer Wahl heiraten dürfen, wäre sie bei dem Versuch, mit ihm durchzubrennen, nicht die Treppe hinuntergestürzt und ums Leben gekommen. Und er – ihr Liebhaber – hätte die Familie nicht verflucht.“

Alessia schauderte unwillkürlich und schüttelte dann den Kopf. „Das ist doch bloß ein Schauermärchen. Niemand hat die Macht, jemanden zu verfluchen.“

Natürlich wusste Serafina, dass sie recht hatte. Dennoch überlegte sie manchmal, ob nicht doch etwas Wahres an der Geschichte sein konnte. Der Überlieferung zufolge hatte Mariannas Liebhaber ausgerufen, dass kein Ardizzone jemals Glück in der Ehe finden solle. Und soweit sich das nachvollziehen ließ, hatte es sich bewahrheitet. Ihre Großeltern waren sich ein Leben lang spinnefeind gewesen und nur bei offiziellen Anlässen als Ehepaar erschienen. Ihre Mutter betrachtete das Leben mittlerweile ausnahmslos von seiner schwärzesten Seite. Und ihr Vater war dem Glücksspiel verfallen gewesen, während frühere Generationen sich mit rauschenden Festen über eheliche Probleme hinweggetröstet hatten.

Und sie selbst war einem ähnlichen Schicksal nur durch Zufall entgangen. Hätte sie Tom nicht mit einer anderen im Bett überrascht, wäre sie jetzt die Frau eines Hollywoodstars, der, wie sie inzwischen wusste, eine Affäre nach der anderen hatte und sie nur ihres Titels wegen hatte heiraten wollen. Seitdem war Liebe, wie man so treffend sagte, für sie nur noch ein Wort. Sie hatte ihre Lektion gelernt.

Serafina holte tief Luft. „Du hast recht, Alessia, vergessen wir den Fluch. Aber ich wünschte, Papá hätte mir früher gestanden, dass wir pleite sind.“

„Wahrscheinlich wollte er dich nicht damit belasten.“

„Aber wem, wenn nicht mir, hätte er sich anvertrauen sollen? Mutter nicht, sie wäre ausgeflippt, und das wusste er auch. Aber dass er mir kein Wort gesagt hat, das tut weh. Schließlich war ich kein Kind mehr, ich war erwachsen. Hätte ich gewusst, dass er spielsüchtig war …“, ungläubig schüttelte sie den Kopf, „… hätte ich ihm helfen können, dagegen anzugehen. Und dann wäre er in seiner Verzweiflung nicht so weit gegangen, alles auf eine Karte zu setzen und sich und die Familie zu ruinieren. Denn nur das hat seinen Herzinfarkt verursacht. Dann würde er jetzt noch leben.“

„Serafina …“, Alessia nahm die Hand der Freundin in ihre, „… du bist nicht schuld an seinem Tod. Niemand ist schuld. Dein Vater war kein junger Mann mehr. Mangelnde Bewegung, zu reichhaltiges Essen, zu viele Brandys – das zusammen ist der klassische Mix für einen Herzinfarkt. Auch ohne die Spielsucht.“

„Mag sein.“ Allerdings änderte es nichts daran, dass sie sich schuldig fühlte. Gleichzeitig konnte sie ihrem Vater nicht verzeihen, dass er so leichtfertig ein Vermögen verspielt hatte, Geld, das nicht ihm, sondern der Familie gehörte. Auch wenn er versucht hatte, damit die erlittenen Verluste wettzumachen. Vergeblich. Die letzten sechs Monate hatten Francesca und sie von ihren Ersparnissen gelebt, aber auch die gingen rapide zu Ende.

Serafina straffte die Schultern. Ihrem Vater oder sich selbst Vorwürfe zu machen, brachte sie nicht weiter. „Wie dem auch sein mag, ich brauche einen Job, um Geld zu verdienen. Der Palazzo muss so weit restauriert werden, dass er den Sicherheitsbestimmungen entspricht. Dann kann ich die Zimmer, die in akzeptablem Zustand sind, vermieten, so wie es in einer Reihe alter Paläste bereits praktiziert wird. Offenbar gibt es viele Touristen, die während des Urlaubs in einem echten Palazzo wohnen möchten. Mit den Einnahmen kann ich die nächsten anstehenden Renovierungen finanzieren. Was bedeutet: mehr Gäste und mehr Gewinn. Und so weiter … Wie findest du die Idee?“

„Großartig.“

„Bleibt die Konkurrenz.“ Serafina kaute an der Unterlippe, „Was macht unseren Palazzo attraktiver als die anderen?“

„Du natürlich.“ Die Freundin grinste. „Wie viele können schon Frühstück mit einer waschechten contessa anbieten?“

„Ein guter Aufhänger. Ob gut genug, bleibt abzuwarten.“

„Dann gib Malunterricht. Deine Aquarelle sind wunderschön.“

„Ich habe nie jemanden im Malen unterrichtet. Davon ganz abgesehen …“ Serafina zögerte, aber dann sprach sie weiter. „Malen ist mein Hobby, Alessia, etwas zum Entspannen. Und dabei soll es auch bleiben.“

„Schön. Wie wäre es mit, sagen wir, Eine Woche Venedig, wie es in keinem Reiseführer steht? Du kennst die Stadt in- und auswendig, hast Kunstgeschichte studiert, bist mit sämtlichen Sehenswürdigkeiten vertraut, plus typischen Restaurants und Bars. Mit anderen Worten, für deine Gäste wärst du die ideale...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.