Hasselhorn / Schneider Frühprognose schulischer Kompetenzen


1. Auflage 2011
ISBN: 978-3-8409-2294-7
Verlag: Hogrefe Publishing
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark

E-Book, Deutsch, 231 Seiten

Reihe: Tests und Trends in der pädagogisch-psychologischen Diagnostik

ISBN: 978-3-8409-2294-7
Verlag: Hogrefe Publishing
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark



Bildungsbiografien von Kindern beginnen nicht erst mit der Einschulung. Diese Erkenntnis hat dazu geführt, dass frühe Bildung im Sinne einer gezielten Förderung schulrelevanter Kompetenzen im Vorschul- und frühen Grundschulalter immer mehr in den Fokus der Bildungspolitik gerückt ist. Nicht selten ist damit die Hoffnung verbunden, die große Heterogenität des Leistungsvermögens von jungen Menschen in den deutschsprachigen Bildungssystemen schon früh eingrenzen zu können. Voraussetzung für ein gezieltes Handeln ist jedoch eine zuverlässige frühe Diagnose schulrelevanter Kompetenzen, die eine Prognose der schulisch erfolgreichen Weiterentwicklung ermöglicht.
In diesem Band stellen führende Experten die Möglichkeiten zur Prognose schriftsprachlicher, mathematischer und bereichsübergreifender Kompetenzen vor. Dabei werden auch spezifische Fragestellungen, wie beispielsweise die Besonderheiten der Diagnostik bei Kindern mit Migrationshintergund, erörtert und aktuelle Trends aufgezeigt.

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1;Fruehprognose schulischer Kompetenzen;1
2;Inhaltsverzeichnis;7
3;Vorwort der Reihenherausgeber;9
3.1;Kapitel 1: Trends und Desiderate der Fruehprognose schulischer Kompetenzen: Eine Einfuehrung;11
4;Prognose schriftsprachlicher und mathematischer Kompetenzen;21
4.1;Kapitel 2: Prognose schriftsprachlicher Leistungen und Risiken im Vorschulalter am Beispiel des Heidelberger Auditiven Screening in der Einschulungsuntersuchung (HASE);23
4.2;Kapitel 3: Vorhersage von Lese- und Rechtschreibleistungen durch Kompetenzen der phonologischen Verarbeitung und der Sprache im Vorschulalter;42
4.3;Kapitel 4: Moeglichkeiten der fruehen Diagnose von sprachlichen Kompetenzen sowie schriftsprachlichen und mathematischen Vorlaeuferfertigkeiten bei Muttersprachlern und Kindern mit Migrationshintergrund;61
4.4;Kapitel 5: Diagnostische Merkmale von Screening-Verfahren zur Frueherkennung moeglicher Probleme beim Schriftspracherwerb;78
4.5;Kapitel 6: Faehigkeitsindikatoren Primarschule (FIPS) – Erprobung und Weiterentwicklung einer internationalen computerbasierten Schulanfangsdiagnose;95
4.6;Kapitel 7: Entwicklungspsychologische Fruehdiagnostik mathematischer Basiskompetenzen im Kindergarten- und fruehen Grundschulalter (MBK-0 und MBK-1);119
4.7;Kapitel 8: MARKO-D: Mathematik und Rechnen – Test zur Erfassung von Konzepten im Vorschulalter;137
4.8;Kapitel 9: „wortgewandt & zahlenstark“: Ein Diagnostikum zur Erfassung sprachlicher und mathematischer Vorlaeuferfertigkeiten in der Schuleingangsstufe;157
5;Prognose bereichsuebergreifender Kompetenzen;177
5.1;Kapitel 10: Vorhersage von Umschriebenen Entwicklungsstoerungen der schulischen Fertigkeiten mithilfe von Vorschultests: Prognostische Validitaet der BUEVA-II;179
5.2;Kapitel 11: Beurteilung selbstregulativer Fertigkeiten von Vorschulkindern durch Erzieherinnen;198
5.3;Kapitel 12: Belohnungsaufschub: Ein Ansatz zur Fruehprognose volitionaler Kompetenzen;213
6;Autorenverzeichnis;231


Kapitel 10 Vorhersage von Umschriebenen Entwicklungs störungen der schulischen Fertigkeiten mithilfe von Vorschultests: Prognostische Validität der BUEVA-II (S. 169-170)

Günter Esser und Anne Wyschkon

Zusammenfassung

Die vorliegende Arbeit untersucht den prädiktiven Wert der Kerntests der BUEVA-II für das Schulleistungspotenzial, für Lese-Rechtschreib- und Rechenprobleme im weiteren Sinne sowie für Umschriebene Entwicklungsstörungen (UES) der schulischen Fertigkeiten im Sinne der ICD-10. 883 Kinder sind im Vorschulalter mit der BUEVA-II und durchschnittlich zweieinhalb Jahre später im Grundschulalter mit der BUEGA getestet worden.

Das allgemeine Schulleistungspotenzial kann mit den Kerntests der BUEVA-II gut vorhergesagt werden. Die Prädiktion von schwachen Werten im Lesen, Rechtschreiben und/oder Rechnen gelingt in hinreichendem Maße. Die Vorhersage von UES der schulischen Fertigkeiten im engeren Sinne ist dagegen eher unbefriedigend, was darauf zurückgeführt wird, dass in der BUEVA-II stärker allgemeine Leistungsvoraussetzungen und weniger spezifische Vorläuferfertigkeiten für das Lesen, Rechtschreiben und Rechnen betont werden.

In der ICD-10 (WHO, 1994) werden die Lese-Rechtschreibstörung (F81.0) und die Rechenstörung (F81.2) als umschriebene Entwicklungsstörungen (UES) schulischer Fertigkeiten (F81) beschrieben. Kinder mit UES sind durch gravierende Defizite in einem umschriebenen Leistungsbereich bei ansonsten altersgemäßen Fähigkeiten gekennzeichnet. In den Forschungskriterien der ICD-10 (WHO, 1994) werden mehr als zwei Standardabweichungen Diskrepanz zwischen der gestörten Teilleistung und der allgemeinen Intelligenz des Kindes gefordert.

Zusätzlich darf es sich nicht nur um eine relative Schwäche handeln, sondern die gestörte Teilleistung muss im klinisch bedeutsamen Bereich (mindestens zwei Standardabweichungen unter dem Mittelwert der Altersgruppe) liegen. Diese sehr strenge Definition wird in der Praxis häufig durchbrochen, aber auch dort sollten mindestens 1.5 Standardabweichungen Differenz zur Intelligenz und zum Mittelwert der Klassenstufe gefordert werden, um die Gruppe der betroffenen Kinder nicht zu stark zu erweitern. Zur Abschätzung des allgemeinen Leistungsniveaus muss eine von der gestörten Teilleistung unabhängige Größe verwendet werden.

So ist bei der Diagnose von Lese-Rechtschreibstörungen (LRS) die nonverbale Intelligenz als Referenzmaß zu verwenden. In der Vorgeschichte einer LRS weisen mehr als 50 % der Kinder eine verzögerte Sprachentwicklung auf (Warnke & Roth, 2002; Klicpera & Gasteiger-Klicpera, 1995). Beim Erlernen der Buchstaben treten oft Verwechslungen auf. Beim Le sen fallen Auslassungen, das Ersetzen, Verdrehen oder Hinzufügen von einzelnen Buchstaben, Wortteilen oder ganzen Wörtern auf, wobei das Lesetempo meist stark herabgesetzt ist. Beim Rechtschreiben sind alle Fehlertypen in hoher Zahl zu beobachten. Im Verlauf bessern sich gewöhnlich die Leseleistungen in stärkerem Maße als die Rechtschreibung, welche meist auch im Jugend- und Erwachsenenalter deutliche Auffälligkeiten aufweist (Warnke & Roth, 2002).



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