E-Book, Deutsch, 225 Seiten
Reihe: Fotografie al dente
Heuser / Dorn Zoo
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-645-20387-6
Verlag: Franzis Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Die neue Fotoschule: Fotografieren im Zoo mal ganz anders!
E-Book, Deutsch, 225 Seiten
Reihe: Fotografie al dente
ISBN: 978-3-645-20387-6
Verlag: Franzis Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Ein wenig Kreativität und eine Handvoll Tipps und Tricks sind die Zutaten für außergewöhnliche Tierfotos im Zoo - fast so, als hätte man die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung fotografiert. Stellen Sie sich der Herausforderung. Erfahren Sie, wie Sie Glasscheiben, Gitter, Zäune und unschöne Hintergründe einfach ausblenden. Auf eine teure Ausrüstung kommt es nicht an, sondern auf einen geschulten Blick und grundlegende Kenntnisse in Sachen manueller Belichtung. Nicht jede Situation ist reizvoll, sodass auch beim Fotografieren im Zoo Geduld mit das Wichtigste ist - das Warten auf den geeigneten Moment.
Regine Heuser, eine der bekanntesten Tierfotografinnen Deutschlands, nimmt Sie mit zu einem Besuch im Zoo und zeigt Ihnen, wie Sie einmalige tierische Augenblicke, unbeschwerte und emotionale Momente mit Ihrer Kamera in magischen Bildern einfangen. Ganz nebenbei entwickeln Sie ein feines Gespür für das richtige Motiv, den richtigen Moment und die richtige Kameraeinstellung, um diese Bilder in Zukunft selbst zu schießen.
Regine Heuser ist eine der bekanntesten Tierfotografinnen Deutschlands. Sie bietet mit großem Erfolg Workshops und Seminare rund um das Thema Tierfotografie an. Wer einen der raren Seminarplätze ergattert, kann sich glücklich schätzen, denn Regine Heuser verbucht einen regelrechten Run auf ihren Service. Ein gutes Foto von seinem geliebten Haustier zu haben, eines, das den Charakter widerspiegelt, das möchten viele. Regine Heuser zeigt Laien, Fortgeschrittenen und Profis, wie man das perfekte Tierfoto schießt, und zwar mit Handwerk, Geduld und vor allem Verständnis fürs Tier.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1;ZOO! Die neue Fotoschule;1
2;Impressum;4
3;Inhalt;6
4;Einleitung;8
5;1 Zootiere fotografieren;16
5.1;Bedingungen für das Fotografieren im Zoo;19
5.2;Das nehme ich zum Zoo-Shooting mit;19
5.3;Erster Schritt zu besseren Bildern;20
5.4;Welcher Kameratyp passt zu mir?;24
6;2 Richtig belichten;32
6.1;Richtig belichten ist nicht schwer;34
6.2;Methoden der Belichtungsmessung;36
6.3;Weißabgleich für farbgetreue Bilder;38
6.4;Lichtverteilung im Histogramm;39
6.5;Schwierige Lichtsituation vor Ort;43
7;3 Richtig scharf stellen;58
7.1;Fokussieren, vorzugsweise manuell;60
7.2;Jetzt kommt Bewegung ins Spiel;66
8;4 Blick für das Tier;72
8.1;Einen eigenen Stil entwickeln;74
8.2;Wachsen an konstruktiver Kritik;75
8.3;Was macht ein Bild interessant?;76
8.4;Warten auf den richtigen Moment;78
8.5;Immer so nah heran wie möglich;87
8.6;Neue Perspektive ohne Zaun;93
8.7;Warum nicht mal im Hochformat?;94
8.8;Manuell funktioniert vieles besser;97
8.9;Hintergrund einbeziehen;101
8.10;Gefühlsbetonte Bilder mit Aussage;114
9;5 Besondere Lichtsituationen;122
9.1;Lichtstimmung und Tageszeit;125
9.2;Spiel mit Licht und Schatten;126
9.3;Kreativ belichten – so geht’s;134
9.4;Es muss nicht immer sonnig sein;138
9.5;Im winterlichen Wildpark;140
10;6 Tropenhaus und Voliere;144
10.1;Fotografieren durch Glasscheiben;146
10.2;Fotografieren im Reptilienhaus;153
10.3;Schärfentiefe und Tiefenschärfe;160
10.4;Fotografieren durch Gitternetze;163
10.5;Was die Blickrichtung bewirkt;172
10.6;Großes Theater der Berberaffen;174
11;7 Wildlife-Kurzausflug;180
11.1;Impressionen aus dem Tarnansitz;182
11.2;Wildlife an heimischen Seen;190
12;8 Schnelle Bildnachbearbeitung;194
12.1;Mein persönlicher Workflow;196
12.2;Allheilmittel Goldener Schnitt?;198
12.3;Bilder richtig zuschneiden;200
12.4;Speichern für Web und Druck;204
12.5;Warum Bilder nachschärfen?;206
12.6;Schnelle Retuschearbeiten;209
12.7;Den Hintergrund weichzeichnen;214
12.8;Klarheit und Kontraste verbessern;219
12.9;Entwickeln Sie Ihren eigenen Stil;221
13;Index;222
14;Bildnachweis;224
2. Richtig belichten
Viele Kameramodelle sind neben den halb automatischen Belichtungsprogrammen mit bestimmten Motivprogrammen ausgestattet. Bei einem Motivprogramm regelt die Kamera alles automatisch. Unter anderem stellt sie in diesen Automatikmodi auch den ISO-Wert generell auf höhere Werte ein als nötig. Beispielsweise gibt das Motivprogramm ISO 400 vor, auch wenn Sie an einem sonnigen Tag ein sehr helles Motiv unter freiem Himmel fotografieren möchten. Dieser zu hohe ISO-Wert wäre absolut unnötig und würde die Bildqualität, je nach Kameramodell, negativ beeinflussen. Fotografieren Sie daher vorzugsweise mit manuellen Belichtungseinstellungen, wenn Sie ambitioniert und kreativ fotografieren möchten. Was dabei zu beachten ist, erfahren Sie in diesem Kapitel. 175 MM :: F/2.8 :: 1/2500 S :: ISO 100 Licht und Schatten - solche Lichtstimmungen fangen Sie am besten in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden ein. Richtig belichten ist nicht schwer
Bilder richtig zu belichten, ist eigentlich einfacher, als es zu erklären. Die Belichtung ist zuerst einmal die Basis für jedes Foto, deshalb beginne ich mit den drei Parametern, ohne die nichts geht: 1. Blende: Steuert die Lichtmenge, die durch das Objektiv einfällt. Je kleiner der Blendenwert, desto größer die Blendenöffnung und desto mehr Licht fällt ein. 2. Belichtungszeit: Festgelegtes Zeitintervall, in dem Licht durch das Objektiv auf den Sensor fallen kann. 3. ISO-Wert: Gibt die Lichtempfindlichkeit des Aufnahmesensors an. Je höher der ISO-Wert, umso weniger Licht ist erforderlich, um eine richtig belichtete Aufnahme zu bekommen. Beispiel: Eine Anpassung des ISO-Werts von 100 auf 200 bedeutet, dass die gleiche Helligkeit bei der halben Belichtungszeit erreicht wird, ohne die Blende zu verändern. Blende 4 ist eigentlich nicht »4«, sondern »1/4«. Blende 8 ist 1/8 und somit kleiner als 1/4. Mit Blende 11 lässt das Objektiv nur noch die Hälfte des Lichts auf den Sensor als mit Blende 8 zum Beispiel. Die Blende steuert aber nicht nur in Verbindung mit der Belichtungszeit die Lichtmenge, sondern ist auch ein wichtiges Gestaltungsmerkmal. Je kleiner der Blendenwert, desto größer ist die Blendenöffnung, desto mehr Licht fällt also ein. Je größer der Blendenwert, desto kleiner die Blendenöffnung, und desto weniger Licht fällt ein. Die Blendenwerte werden als sogenannte Blendenreihe (siehe Tabelle) angegeben. Die in der Tabelle aufgeführten Blendenwerte finden sich auch bei den meisten Kameras in der Blendeneinstellung. Damit die Stufen jedoch feiner sein können, werden die Abstände zwischen den Hauptblendenstufen noch mal in zwei oder drei Zwischenstufen geteilt. BLENDENREIHE 1 • 1,4 • 2 • 2,8 • 4 • 5,6 • 8 • 11 • 16 • 32 • 45 • 64 • 90 • 128 MERKE Bei Zoomobjektivbeschreibungen sieht man häufig die Bezeichnung »f/3.5-5.6«. Klar ist, dass die Werte 3.5 bis 5.6 die kleinstmögliche Blendenzahl, sprich größte Blendenöffnung, angeben. Hierbei steht der Wert 3.5 für den Blendenwert in der Weitwinkeleinstellung und der Wert 5.6 für die Teleeinstellung. Das Kürzel »f« steht eigentlich für »focal length«, den englischen Begriff für Brennweite. Bei Objektiven ist der kleinstmögliche Blendenwert ein Kriterium für gute Qualität. Dieser Wert (die Ausgangsblende) gibt an, wie viel Licht maximal durch das Objektiv zum Sensor gelangen kann. Ein Objektiv mit einer Ausgangsblende von 1.8 ist also besser als ein Objektiv mit einer Ausgangsblende von 3.5. Je geringer der Wert der Ausgangsblende, umso gezielter kann mit der Schärfentiefe gespielt werden. Die Belichtungszeit beschreibt, wie lange der Verschluss der Kamera offen ist und damit Licht auf den Aufnahmesensor lässt. Die Belichtungszeit regelt aber nicht nur die Menge des einfallenden Lichts, mit kurzen Belichtungszeiten kann man auch schnelle Bewegungen einfrieren und knackscharf abbilden. FAUSTREGEL Als Faustregel gilt, dass die Belichtungszeit immer über dem Wert der Brennweite liegen sollte. Das bedeutet: Wenn Sie mit 200 mm Brennweite fotografieren, stellen Sie mindestens 1/250 Sekunde, besser noch 1/320 Sekunde Belichtungszeit ein. Auch ein wichtiger Punkt für perfekt scharfe Fotos. Der ISO-Wert beschreibt die Lichtempfindlichkeit des Sensors. Zur Zeit der analogen Fotografie mit Film musste der Fotograf im Vorfeld entscheiden, welchen Film er für ein bestimmtes Fotoprojekt benötigte. Das heißt, er musste wissen, wie lichtempfindlich (ASA-Wert) der Film sein musste. Ein gutes Beispiel dafür war die Konzertfotografie. Um Lichtstimmungen nicht durch wildes Blitzen kaputt zu machen, wurde mit sehr lichtempfindlichen Filmen gearbeitet, um das wenige vorhandene Licht zu meistern. In der digitalen Fotografie ersetzt der Sensor den Film. Hier kann der ISO-Wert von Bild zu Bild, je nach Aufnahmesituation, komfortabel angepasst werden. Man muss allerdings beachten, dass bei vielen Kameramodellen ein hoher ISO-Wert zu einem Qualitätsverlust führen kann. Grundsätzlich gilt, dass der ISO-Wert erst einmal so niedrig wie möglich eingestellt werden sollte. Bei den meisten Kameras liegt der niedrigste Wert bei ISO 100 oder ISO 200. Bei teureren Modellen können teilweise auch Werte unter ISO 100 eingestellt werden. Ein Wert von ISO 100 oder ISO 200 ist aber absolut ausreichend und verursacht noch keine Qualitätsverluste im Bild, die durch Rauschen bei hoher ISO-Empfindlichkeit (meist größer als ISO 800) entstehen. Haben Sie also Ihre Wunschblende und die dazu passende Belichtungszeit eingestellt und sehen anhand der Belichtungsmessung Ihrer Kamera, dass das Bild viel zu dunkel ist, sollten Sie den ISO-Wert in kleinen Schritten erhöhen, bis die Belichtung ausgewogen ist. Es ist je nach Kameramodell sehr unterschiedlich, in welchen Schritten der ISO-Wert erhöht werden kann. Bei hochpreisigen Kameras können auch kleinere Zwischenwerte (ISO 125, 169, 250, 320 etc.) eingestellt werden. Hier sehen Sie beispielhaft eine ISO-Reihe: ISO-REIHE
100 • 200 • 400 • 800 • 1600 • 3200 • 6400 • 12800 • 25600
Methoden der Belichtungsmessung
Systemkameras und Spiegelreflexkameras arbeiten mit einer AE-Belichtungsautomatik (AE ist die Abkürzung für Automatic Exposure), die auf unterschiedliche Messmethoden hin eingestellt werden kann, damit der Fotograf, ausgehend von der Motivsituation, das für seinen Zweck optimale Messverfahren auswählen kann. Die Auswahl an der Kamera geschieht in der Regel über eine AE-Taste, mit der Sie die verschiedenen Messverfahren zur Auswahl auf dem Kameradisplay aufrufen. Mittenbetonte Integralmessung – Die mittenbetonte Integralmessung ist immer dann die richtige Wahl, wenn sich das Hauptgeschehen tatsächlich in der Mitte des Suchers abspielt, die Lichtverhältnisse dort aber nicht gleichmäßig sind. Bei dieser Messmethode legt die Kamera bei ihrer Messung den Schwerpunkt in einen relativ großen Bereich in der Mitte, bezieht die Umgebung dabei aber auch noch mit ein.
Spotmessung – Soll in einer schwierigen Lichtsituation mit hohen Kontrasten ein ganz bestimmtes Detail korrekt belichtet werden, können Sie es mit der Spotmessung anmessen. Bei der Spotmessung verwendet die Kamera nur einen kleinen Sucherbereich, um die Werte für Blende und Belichtungszeit zu ermitteln.
Selektivmessung – Die Selektivmessung, bei der lediglich ein kleiner Bereich in der Mitte des Suchers vermessen wird, ist in Gegenlichtsituationen die bessere Wahl. Sitzt z. B. der Hund in einem Zimmer vor einem hellen Fenster, würde die Mehrfeldmessung auch den viel zu hellen Hintergrund einbeziehen und das Motiv insgesamt zu dunkel belichten. Die Selektivmessung orientiert sich dagegen nur an dem Hund vor dem Fenster.
Mehrfeldmessung – Die Mehrfeldmessung ist in der Regel als Standard eingestellt. Hierbei vermisst die Kamera den gesamten Sucherbereich und bildet aus den ermittelten Einzelwerten einen Mittelwert. Die Mehrfeldmessung eignet sich besonders für Schnappschüsse, aber auch für viele andere Motivsituationen.
Die Belichtungsmessmethoden sind je nach Kamerahersteller unterschiedlich benannt. Infos dazu finden Sie im Handbuch Ihrer Kamera. TIPP Ich nutze in der Tierfotografie überwiegend die Selektivmessung, ab und zu die Mehrfeld- und selten die Spotmessung. Wenn Sie Ihre Kamera auf den manuellen Modus einstellen und durch den Sucher schauen, sehen Sie eine Skala, das ist die Belichtungsskala. Bei einigen Kameramodellen befindet sie sich seitlich oder im unteren Bereich des Suchers. Das Minuszeichen weist auf die dunklen Bereiche hin, die Plusrichtung auf die hellen Bildbereiche. Wenn Sie nicht sicher sind, welche Belichtungszeit zu Ihrer ausgewählten Blende passt, orientieren Sie sich in der Mitte am Wert 0. Richtung minus (dunkler) liegen die dunklen, Richtung plus (heller) die hellen Bildbereiche. Wenn Sie nicht sicher sind, welche Belichtungszeit zur ausgewählten Blende passt, orientieren Sie sich am Wert 0 in der Mitte der Skala. Eine korrekte Belichtung erstreckt sich über den gesamten Tonwertbereich und zeigt Details in Lichtern und Tiefen des Bilds. Wenn Sie ein Foto perfekt belichten, muss es nicht...