Hilbert / Dabrock / Rief Gewichtige Gene
1. Auflage 2008
ISBN: 978-3-456-94518-7
Verlag: Hogrefe AG
Format: PDF
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)
Adipositas zwischen Prädisposition und Eigenverantwortung
E-Book, Deutsch, 193 Seiten
ISBN: 978-3-456-94518-7
Verlag: Hogrefe AG
Format: PDF
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)
Autoren/Hrsg.
Fachgebiete
- Sozialwissenschaften Psychologie Psychotherapie / Klinische Psychologie
- Medizin | Veterinärmedizin Medizin | Public Health | Pharmazie | Zahnmedizin Medizin, Gesundheitswesen Allgemeinmedizin, Familienmedizin
- Medizin | Veterinärmedizin Medizin | Public Health | Pharmazie | Zahnmedizin Medizinische Fachgebiete Psychiatrie, Sozialpsychiatrie, Suchttherapie
Weitere Infos & Material
1;Inhalt;6
2;Vom Gewicht der Gene: Eine Einleitung;8
3;Adipositas: Eine komplexe, multifaktorielle Störung;16
4;Adipositasprävention: Möglichkeiten und Grenzen der Eigenverantwortung;30
5;Eigenverantwortung und Konsumverhalten. Sozialethische Anmerkungen zu einem vermeintlichen Paradoxon und einer offenen Frage im Verbraucherleitbild;48
6;Eigenverantwortung im Krankenversicherungsrecht;70
7;Adipositasassoziierte Versorgungsinanspruchnahme und Krankheitskosten in Deutschland;84
8;Public-Health-Aspekte der Adipositas;104
9;Ist Adipositas eine Krankheit? Überlegungen aus psychologischer Sicht;124
10;Ist Adipositas eine Krankheit? Überlegungen aus Sicht der Philosophie der Medizin;136
11;Von der sozialtechnokratischen zur selbstregulatorischen Prävention: Die Geburt der «genetischen Risikoperson»;152
12;Risikodimensionen genetischer Tests für Adipositas – Sozialethische Perspektiven;168
13;Autorennachweis;192
14;Mehr eBooks bei www.ciando.com;0
Anja Hilbert
Adipositasprävention: Möglichkeiten und Grenzen der Eigenverantwortung (S. 29-30)
Zusammenfassung
Eigenverantwortung ist ein Schlüsselbegriff in aktuellen Diskussionen und Grundsatzpapieren zur Adipositasprävention. Der vorliegende Beitrag zielt darauf ab, den Eigenverantwortungsbegriff konzeptuell zu klären, zu überprüfen, ob durch Adipositasprävention eine Förderung von Eigenverantwortung erreicht werden kann, und Möglichkeiten und Grenzen der Eigenverantwortung vor dem Hintergrund der aktuellen Risikofaktorenforschung auszuloten. Psychologisch kann Eigenverantwortung als Selbstregulation aufgefasst werden, bei der die betreffende Person ihr eigenes Verhalten imHinblick auf selbstgesetzte Ziele steuert. Ein Überblick über die aktuelle Forschungsliteratur zur primären Adipositasprävention bei Kindern und Jugendlichen zeigt, dass eigenverantwortliches Handeln in Teilaspekten durch individuell-verhaltensbezogene Prävention gefördert werden kann, dass aber die Möglichkeiten der auf eine Förderung von Selbstregulation abzielenden psychologischen Strategien nicht ausgeschöpft sind. Zur Förderung von Eigenverantwortung in präventiven Ansätzen wird eine stärkere Orientierung von Prävention an der aktuellen Risikofaktorenforschung empfohlen. Psychologische Strategien zur Förderung von Selbstregulationsfertigkeiten werden vorgestellt.
Adipositas als Public-Health-Priorität
Derzeit sind 6,3% der Kinder und Jugendlichen und 18,1% der Erwachsenen in der Bundesrepublik Deutschland adipös (Kurth &, Schaffrath-Rosario, 2007, Mensink, Lampert &, Bergmann, 2005). Die Adipositas bezeichnet eine über das Normalmaß hinausgehende Vermehrung des Körperfetts, sie wird definiert über den Body-Mass-Index (BMI, kg/m2) (Deutsche Adipositas-Gesellschaft, 2007).