E-Book, Deutsch, 187 Seiten
Reihe: Managementpsychologie
Kaluza Führung und Wohlbefinden am Arbeitsplatz
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-8444-3272-5
Verlag: Hogrefe Publishing
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Wie Führungskräfte ihre eigene Gesundheit und die von Mitarbeitenden stärken können
E-Book, Deutsch, 187 Seiten
Reihe: Managementpsychologie
ISBN: 978-3-8444-3272-5
Verlag: Hogrefe Publishing
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Gestiegene Arbeitsanforderungen und eine Zunahme von stressbedingten Erkrankungen – Führungskräfte stehen vor der herausfordernden Frage, wie sie aktiv die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden fördern und gleichzeitig selbst gesund und leistungsfähig bleiben können. Auch wenn Begriffe wie „gesundheitsförderliche Führung“ oder „healthy leadership“ mittlerweile in der Arbeitswelt sehr populär sind, ist häufig unklar, was dies konkret im Arbeitsalltag bedeutet.
Dieser Band verbindet aktuelle wissenschaftliche Forschungsergebnisse zum Zusammenhang von Führung und Gesundheit mit konkreten Ansatzpunkten und Empfehlungen für die Praxis. Aufbauend auf einem Gesamtmodell zur Gesundheitsförderung im Arbeitskontext, das Faktoren auf der Ebene der Mitarbeitenden und Führungskräfte ebenso wie organisationale Rahmenbedingungen berücksichtigt, werden wissenschaftlich fundierte Handlungsempfehlungen abgeleitet. Mithilfe von Fallbeispielen, Checklisten, Fragebögen und kleinen Übungen wird die praktische Umsetzung im Alltag demonstriert und erleichtert. Das Buch bietet verhaltenstherapeutisch fundierte Anregungen und Tipps, um das eigene (Führungs-)Verhalten zu reflektieren, sowohl im Hinblick auf die eigene Gesundheit als auch die der Mitarbeitenden.
Zielgruppe
Führungskräfte, Personalverantwortliche, Arbeits- und Organisationspsycholog*innen, Personalpsycholog*innen, Wirtschaftswissenschaftler*innen, Unternehmer*innen, Berater*innen, Trainer*innen, Coaches, Betriebsmediziner*innen, Gesundheitspsycholog*innen, Studierende und Lehrende der Arbeits- und Organisationspsychologie, der Gesundheitspsychologie sowie der Arbeits- und Wirtschaftswissenschaften.
Autoren/Hrsg.
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VVorwort
Liebe Lesende, „Alle Wünsche werden klein, gegen den gesund zu sein“ – kennen Sie diese Volksweisheit? Vielleicht erinnert sie Sie an die Wanddekoration im Flur Ihrer Großeltern oder an das handbestickte Taschentuch des Großvaters. Mir wurde der Spruch im Laufe der Vorarbeiten für dieses Buch von einer sehr wichtigen Person zugetragen. Und dieser Ausspruch erhielt immer mehr an Relevanz, entstand ein wesentlicher Teil dieses Buches doch während der COVID-19-Pandemie, in der das Thema Gesundheit und Krankheit einen großen (öffentlichen) Raum einnahm. Im Alltag wird uns die Bedeutung unserer Gesundheit häufig erst beim Auftreten von Krankheiten bewusst – aber Gesundheit beginnt viel früher und ist viel mehr als nur die körperliche Unversehrtheit. In der viel zitierten WHO-Definition wird Gesundheit als „Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens“ beschrieben (nach Franzkowiak & Hurrelmann, 2022). Im Englischen wird dabei das wohlklingende Wort „well-being“ verwendet und für mein Empfinden spiegelt diese Bezeichnung das multidimensionale Verständnis von Gesundheit viel prägnanter wider, welches die Gesundheit und den Menschen in seiner Gesamtheit inklusive aller physischen, mentalen und sozialen Aspekte betrachtet. Da dies jedoch ein deutsches Buch sein soll und wir schon genug eingedeutschte englische Begriffe haben, habe ich mich entschieden, bei dem Wort „Gesundheit“ bzw. „Wohlbefinden“ zu bleiben – Sie und ich wissen aber, dass damit nicht nur das körperliche Wohlergehen gemeint ist, sondern ebenso psychisches und soziales Wohlbefinden. Wie ich in Abschnitt 2.1 näher erläutere, werde ich dabei die beiden Begriffe Gesundheit und Wohlbefinden synonym verwenden. Gerade am Arbeitsplatz spielt die Gesundheit und damit auch die Gesundheitsförderung eine wichtige Rolle und das nicht nur, weil unser Gesundheitszustand substanzielle Auswirkungen auf unsere Motivation, unser Engagement bei der Arbeit und auch auf unsere Leistung hat. „Arbeit ist das halbe Leben“ weiß der Volksmund. Und das stimmt: Im Durchschnitt arbeiten Vollzeitbeschäftigte 43,5 Stunden pro Woche (Wöhrmann et al., 2016), das wären bei einer 5-Tage-Woche 8,7 Stunden pro Tag. Geht man davon aus, dass wir ca. 8 Stunden schlafen, verbringen wir also mehr als die Hälfte unserer aktiven, wachen Zeit mit oder auf der Arbeit! Und wer möchte sich dabei nicht gesund, tatkräftig und „wohl“ fühlen? Führungskräfte1 stehen dabei vor der Herausforderung, sich sowohl um ihre eigene als auch um die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden kümmern zu müssen. Verschiedene Ratgeber, Workshops und Vorträge beschäftigen sich schon mit dieser schwierigen VIAufgabe und liefern wertvolle Hinweise, wie Führungspersonen sowohl ihr eigenes Wohlbefinden stärken als auch für die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden sorgen können. Und auch die Forschung zu diesem Thema hat in den letzten Jahren stark zugenommen, was sehr begrüßenswert ist. Allerdings hinkt die Übertragung dieser Forschungsergebnisse in die Praxis häufig hinterher und es fehlt an übersichtlichen Darstellungen der bisherigen wissenschaftlichen Befunde und einer Verknüpfung mit alltagstauglichen Handlungsempfehlungen. Mit diesem Buch möchte ich also nicht „das Rad neu erfinden“. Ziel dieses Buches ist es vielmehr, aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zum Zusammenhang von Führung und Gesundheit darzustellen und darauf aufbauend praktische Ansatzpunkte für die Gesundheitsförderung durch Führungskräfte abzuleiten. Dabei würde die Darstellung aller Studien zu diesem Thema sicherlich den Umfang dieses Buches übersteigen (soweit ich überhaupt in der Lage wäre, alle wissenschaftlichen Artikel zu diesem Themengebiet ausfindig zu machen). In diesem Buch stelle ich Ihnen daher ein heuristisches Modell vor, welches die Grundlage meiner eigenen Forschung bildet, und beschreibe Ihnen die Forschungsergebnisse meiner Studien. Auch bei den Praxisempfehlungen habe ich eine Auswahl treffen müssen und lege den Schwerpunkt auf die Themen und Ansatzpunkte, die sich in meiner praktischen Arbeit mit Mitarbeitenden, Führungskräften, Klient*innen und Patient*innen als am hilfreichsten herausgestellt haben. Ich wünsche Ihnen viel Freude bei der Lektüre dieses Buches! Frankfurt, im Juli 2024 Antonia J. Kaluza 1 Ich werde mich bemühen, in diesem Buch geschlechtsneutrale Formulierungen zu verwenden. Bei dem Wort „Führungskraft“ ist es einfach, auch wenn es nicht unbedingt ein schön klingendes Wort ist, so ist es doch geschlechtsneutral. Ansonsten werde ich gemischt die weibliche und männliche Form sowie das Gendersternchen verwenden, wodurch sich (hoffentlich) alle Menschen inkludiert fühlen. VIIDanksagung
An dieser Stelle möchte ich mich bei all denjenigen bedanken, die mich bei der Erstellung dieses Buches direkt oder indirekt unterstützt, und damit dieses Buch erst ermöglicht haben. Zunächst danke ich dem Herausgeberteam, Prof. Dr. Rolf van Dick, Prof. Dr. Jörg Felfe, Prof. Dr. Sandra Ohly und Prof. Dr. Jürgen Wegge, für die Möglichkeit, meine wissenschaftliche Arbeit sowie mein Praxiswissen und -erfahrungen in dieser Form publizieren zu können. Ich freue mich sehr, dass die Forschungsarbeiten, die zum größten Teil im Rahmen meiner Doktorarbeit entstanden sind, nicht im wissenschaftlichen „Elfenbeinturm“ verbleiben, sondern ich sie zusammen mit Techniken und Ansätzen, die sich in meiner praktischen (psychotherapeutischen) Arbeit bewährt haben, einem breiteren Publikum zugänglich machen kann. Insbesondere danke ich Rolf van Dick und Jörg Felfe für ihr konstruktives Feedback zu einer Vorversion des Buches! Mein besonderer Dank gilt auch Rolf van Dick, der mich in seiner Rolle als Doktorvater und Führungskraft fachlich und persönlich die gesamte Zeit unterstützt und mir die Freiheiten und Möglichkeiten eröffnet hat, bestmöglich meine wissenschaftliche und praktische Arbeit miteinander zu verbinden. Und natürlich auch für sein Vorbild beim gesundheitsorientierten Führen – sei es das Treppensteigen nach dem gemeinsamen Mensabesuch oder die kulinarische Versorgung im Homeoffice während der Corona-Zeit. Ein großes Dankeschön auch an meine Kolleginnen und Kollegen in der Abteilung für Sozialpsychologie der Goethe-Universität Frankfurt sowie an meine Koautorinnen und Koautoren rund um den Globus für die interessante und produktive Zusammenarbeit, die hilfreichen Denkanstöße und die zuverlässige Unterstützung. Besonders dankbar bin ich Assoc. Prof. Dr. Nina M. Junker und Dr. Diana von Koop für ihre Anregungen und das hilfreiche Feedback zu diesem Buch! Zudem möchte ich meinen psychotherapeutischen Kolleg*innen, Supervisor*innen und Dozent*innen danken. Von ihnen habe ich nicht nur hilfreiche verhaltenstherapeutische und schematherapeutische Techniken gelernt, sondern konnte auch schwierige Fälle besprechen und habe immer wieder wertvolle Anregungen für die therapeutische Arbeit sowie meine Seminare und Workshops erhalten und damit auch für den praktischen Teil dieses Buches. Ein ganz besonderes Dankeschön gilt auch Martina und Karl, die mich in vielerlei Hinsicht unterstützt haben und auf deren Unterstützung ich immer zählen kann. Vor allem der fachliche Austausch und die Mitwirkung beim Lektorat haben maßgeblich zu der Gestaltung dieses Buches beigetragen. Auch Stefan möchte ich ganz besonders danken, der eine große Stütze war und mir immer wieder den Rücken freigehalten hat, sodass ich Zeit zum Schreiben hatte. Worte des Danks auch an die anderen wichtigen Personen in meinem Leben, die mir beim Schreiben dieses Buches auf unterschiedlichste Art und Weise zur Seite gestanden und mich begleitet haben. VIIIUnd nicht zuletzt gilt mein Dank allen Teilnehmer*innen meiner Studien sowie meiner Seminare und Workshops und ebenfalls allen Patient*innen und Klient*innen – ohne sie wäre zum einen meine Forschung nicht möglich gewesen und zum anderen hätte ich die praktischen Empfehlungen und Übungen...