E-Book, Deutsch, Band 6, 288 Seiten
Reihe: Stark
Kenner Mr. Stark (Stark 6)
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-641-25617-3
Verlag: Diana
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Roman
E-Book, Deutsch, Band 6, 288 Seiten
Reihe: Stark
ISBN: 978-3-641-25617-3
Verlag: Diana
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Damien Stark begehrt seine Frau Nikki mehr denn je, aber die Vergangenheit lässt die beiden nicht zur Ruhe kommen: Damiens Vertraute aus alten Tagen, Sofia, taucht plötzlich wieder auf und stiftet Unruhe. Zudem bedroht ein Unbekannter die Familie. Damien setzt alles daran, seine Liebsten zu beschützen. Seine innige Verbindung zu Nikki und die gemeinsamen sinnlichen Nächte geben ihm Halt. Doch dann droht Damiens größter Albtraum wahr zu werden ...
Die New-York-Times- und SPIEGEL-Bestsellerautorin J. Kenner arbeitete als Anwältin, bevor sie sich ganz ihrer Leidenschaft, dem Schreiben, widmete. Ihre Bücher haben sich weltweit mehr als drei Millionen Mal verkauft und erscheinen in über zwanzig Sprachen. J. Kenner lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Töchtern in Texas, USA.
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Kapitel 1 Dallas, Texas Einige Jahre zuvor … Sie umzingelten ihn. Mit ihren glänzenden Lippen und den engen Abendkleidern. Kurvige Körper, perfekt gestyltes Haar, manikürte Nägel, geschminkte Gesichter. Er ertrank in einem Meer aus atemberaubenden Frauen, doch keine konnte ihn retten. Ihn retten? Woher zum Teufel kam dieser Gedanke? Er war mit seinen vierundzwanzig Jahren bereits eine Sportlegende, sein Name prangte auf verdammten Cornflakes-Schachteln, und er war kurz davor, zu einem der reichsten Unternehmer des Landes aufzusteigen. Des Landes? Pfft, eher der ganzen Welt. Ehrgeizig? Mag sein. Aber er hatte Ehrgeiz nie verwerflich gefunden. Im Gegenteil, er hielt ihn am Leben. Wie die Luft, die er atmete, und die Nahrung, die er zu sich nahm. Wie der Wettbewerb. Dieser salzige, nahezu bittere Geschmack. Die Euphorie des Erfolgs. Der dunkle Abgrund des Scheiterns. Er hatte früh gelernt, wie viel Stärke es erforderte, sich selbst aus einem Loch zu befreien. Und mehr noch: Er hatte gelernt, wie viel Verzicht – wie viel Schweiß und Blut – erforderlich war, um das wilde Tier zu zähmen. Und ja, vielleicht war er kaputt. Wenn man das Leben bedenkt, das er geführt – die Vergangenheit, die er überlebt hatte, wäre es auch ein Wunder, wenn das alles keine Spuren hinterlassen hätte. Aber er hatte vor langer Zeit gelernt, dass nur er selbst sich retten konnte. Und das bekam er ganz gut hin, danke der Nachfrage. Und dennoch gab es diese Frau. Stirnrunzelnd schaute er sich noch einmal ganz genau im Raum um, sein Blick blieb an jedem plaudernden Grüppchen hängen. An jeder kleinen Menschenansammlung an der Bar. Jedem Gast, der am Büfetttisch stand. Als Promi-Preisrichter beim Schönheitswettbewerb Miss Tri-County Texas wurde sein Erscheinen bei solchen Events erwartet. Aber nicht die Etikette hatte ihn hierhergeführt. Er war nur aus einem einzigen, egoistischen Grund gekommen. Um die Blonde zu finden, deren Präsenz auf der Bühne ihm den Atem geraubt hatte und deren Worte beim Interview seine Seele berührt hatten. Nichole Fairchild. Sie hatte über Ehrgeiz und Bildung gesprochen. Über Wissenschaft und Kompetenz. Nichts davon wirkte abgedroschen. Nichts sollte Eindruck schinden. Nichts machte einen vorgetäuschten, falschen oder manipulativen Eindruck. Sie hatte in ihrem hellblauen Abendkleid auf der Bühne gestanden, und für ihn war sie die lebendigste Frau, die er jemals gesehen hatte. Und nun hatte er sie verloren, noch bevor er … »Sie sind Damien Stark!« Beim Klang seines Namens drehte er sich um, sein Körper folgte dem Wunsch, obwohl sein Geist wusste, dass diese Stimme nicht zu ihr gehörte. Stattdessen handelte es sich um eine schlanke Rothaarige mit einem verführerischen Lächeln. Er hatte sie bei dem Wettbewerb auf der Bühne gesehen. Doch er müsste lügen, würde er behaupten, dass er sich noch an irgendetwas von ihrem Auftritt erinnerte. »Es ist so toll, Sie persönlich zu treffen.« Sie trat näher an ihn heran, sodass Damien den Hauch Bergamotte in ihrem Parfüm riechen konnte. »Ich heiße Delancy. Ich bin seit Ihrem ersten Sieg Fan von Ihnen. Sie sind der Grund dafür, dass ich überhaupt angefangen habe, mir Tennis anzuschauen. Und jetzt auch noch Ihre Karriere in der Wirtschaft. Ich finde das einfach Wahnsinn. Ich habe Ihr Profil im People Magazine gesehen. Sehr beeindruckend, aber Ihr Erfolg hat mich nicht überrascht. Gar nicht. Ich wusste immer schon, dass so viel mehr in Ihnen steckt als nur ein Sportler.« »Ich freue mich, dass Sie das denken.« Er lächelte höflich, fragte sich, was sie mit so viel mehr meinte. Soweit er wusste, waren in dem genannten Artikel drei Fotos von ihm auf dem Tennisplatz zu sehen, noch eines, auf dem er in einem Jaguar E-Type von 1969 zu einem Event fuhr, und daneben war in zweihundert Wörtern beschrieben, dass er selbst das Auto in seiner Freizeit restauriert hatte. Außerdem hatte es noch einen Hinweis auf Damiens rapide steigendes Vermögen gegeben. Sie hatten ihn Geldmaschine genannt, dabei aber völlig verschwiegen, was er tatsächlich machte, um die Kassen klingeln zu lassen. »Es ist nur … ähm.« Sie betrachtete ihn genau und ließ langsam den Blick unter seine Gürtellinie wandern. »Sie sind sehr viel … beeindruckender …, wenn man Sie persönlich trifft.« Aufreizend sah sie ihm in die Augen; in ihrem Blick spiegelte sich eine stumme Einladung, die für Damien vor langer Zeit Routine geworden war – und die er routiniert ablehnte. Er war kein Mönch – weiß Gott nicht. Aber in seinen Augen sprachen nur zwei Gründe für eine Frau in seinem Bett. Ablenkung oder Flucht. Und er glaubte nicht, dass ihm diese Frau auch nur eins von beidem bieten konnte. Außerdem war er mit Carmela D’Amato nach Dallas gekommen, seiner neuesten Gespielin. Und er war sich ziemlich sicher, dass dieses umwerfende italienische Topmodel nicht die Art Frau war, die sich einen Mann mit einer anderen Frau teilen würde. »Vielen Dank für das Kompliment«, sagte er und wich nicht aus, als der Rotschopf einen einzigen Schritt auf ihn zu machte. »Aber ich muss Ihre liebenswürdige Einladung leider ausschlagen.« Sie öffnete den Mund, und die Leidenschaft schlug um in Panik. »Oh, nein, ich wollte nicht …« »Wollten Sie wohl, und das ist schon in Ordnung. Ich fühle mich geschmeichelt. Aber nein.« Als sie sich dieses Mal auf die Lippen biss, hatte das nichts Verführerisches mehr an sich. »Sie sagen es doch niemandem …« »Ihr Geheimnis ist bei mir gut aufgehoben.« Die Regeln für die Schönheitswettbewerbe waren streng, und obwohl sie sie offiziell nicht gebrochen hatte, war nicht zu übersehen, dass ein Wink von ihm gereicht hätte, damit sie nicht nur die Regeln brach, sondern sie völlig außer Acht ließ. »Aber passen Sie gut auf, Delancy«, fügte er mit einem angedeuteten Lächeln hinzu. »Und versuchen Sie, sich zu benehmen.« Sie starrte ihm hinterher, während er durch das Zimmer zum Ausgang schritt. Die Rezeption befand sich im Green Room, der zugleich der kleinste Ballsaal in einem der feinsten Hotels von Dallas war. Damien hatte eine Suite, und nachdem er sich – wie von ihm erwartet wurde – auf der Feier hatte blicken lassen, war er jetzt auf dem Weg zu einem schnellen Fick, um runterzukommen. Und, natürlich, damit sich Carmela nicht beschwerte, er hätte sie stundenlang allein gelassen – Stunden, in denen sie ihre letzte Modelgage in der Northpark Mall auf den Kopf gehauen hatte. Danach würde er sich die Skizzen ansehen, die bis dahin hoffentlich in seinem Posteingang wären. Er hatte am nächsten Morgen ein Freundschaftsspiel, und abends stand die Verkündung der Gewinnerin des Schönheitswettbewerbs an. Wegen der zwei Stunden Zeitverschiebung würde sein Team aus Los Angeles ihn dafür hassen, dass er vor dem Spiel noch eine Telefonkonferenz anberaumte, aber er hatte gute Leute angestellt und bezahlte sie ordentlich. Sie würden damit klarkommen. Und sobald sie die letzten Änderungen am Prototyp vorgenommen hatten … nun ja, das würde ein verdammt guter Tag für sie alle werden. Er sah auf seine Armbanduhr und ging schneller. Er ließ den Abend hinter sich. Zumindest wusste er, dass Carmela nichts gegen Zimmerservice einzuwenden hatte. Und dann erblickte er sie. Er hatte sich nicht mehr nach ihr umgeschaut. Hatte angenommen, sie wäre einfach auf ihrem Zimmer geblieben. Doch da war sie: die umwerfendste Frau an der Rezeption, und das war sie nicht etwa, weil sie am schönsten war. Oh, sie war schön, keine Frage. Er hätte den ganzen Abend einfach dastehen und sich an ihrer Sinnlichkeit laben, an ihrer Hitze verbrennen können. Aber sie war keine klassische Schönheit. Eher eine Homecoming Queen. Oder die Prinzessin eines Schönheitswettbewerbs. Sie war keine ätherische Erscheinung mit hohen Wangenknochen. Im Gegenteil, sie hatte ein rundes Gesicht, ihre prallen Lippen verlangten nach einem Kuss. Verdammt, oder nach einem Fick. Und sie hatte das lange, goldene Haar eines Engels. Sie war schlank, hatte aber dennoch Kurven, und er verspürte das Verlangen, mit den Fingern ihren Körper entlangzufahren. In jenem Augenblick hatte sie den Blick gesenkt, weil sie den Tisch betrachtete, doch das war egal. Er hatte sich die Farbe schon gemerkt: Blau, mit einem Sprenkel Grün, der im Rampenlicht funkelte. Ihr Blick war lebendig, tief und in Bewegung wie das Meer, und mein Gott, er wollte so sehr hineintauchen! Es war lange her, dass er eine Frau aufrichtig begehrt hatte. Er liebte Frauen, daran gab es keinen Zweifel. Und er würde einer Frau nie erlauben, sein Bett unbefriedigt zu verlassen. Aber die meisten Frauen waren bloße Ablenkung für ihn. Entweder das oder ein Balsam. Und wenn er sie in sein Bett einlud, tat er das immer mit dem Wissen, dass sie wieder gehen würden. Vielleicht am nächsten Morgen, vielleicht im nächsten Monat. Aber es würde enden. Wie sollte es auch anders sein? Es war schließlich nichts Aufrichtiges zwischen ihnen. Aber diese Frau… Etwas an ihr faszinierte ihn. Sprach ihn an. Sie wirkte sowohl stark als auch verletzlich, und als sie schließlich aufschaute, sah er kurz etwas in diesen sinnlichen Augen aufblitzen: Verlangen. Gleich darauf verdrängte sie dieses Gefühl, ein Lächeln umspielte ihre Lippen. Sie war eine Kandidatin und konnte die Schönheitswettbewerbsmaske so einfach wieder aufsetzen, wie andere Leute in einen Schuh...