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E-Book

E-Book, Deutsch, 730 Seiten

Reihe: RWS-Vertragskommentar

Knott Unternehmenskauf


6., neu bearbeitete Auflage 2019
ISBN: 978-3-8145-5541-6
Verlag: De Gruyter
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)

E-Book, Deutsch, 730 Seiten

Reihe: RWS-Vertragskommentar

ISBN: 978-3-8145-5541-6
Verlag: De Gruyter
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)



M&A-Transaktionen müssen in allen Phasen effizient durchgeführt, Kosten- und Zeitbudgets eingehalten werden. Dafür muss das Fachwissen leicht verfügbar und gebündelt sein. Auf diese Anforderungen ist der Vertragskommentar zugeschnitten: Er bietet seinen Nutzern klare und praxisgerechte Vorlagen und Erläuterungen zu den wichtigen Transaktionsdokumenten. Die ausführlichen Erläuterungen beschreiben den rechtlichen und steuerlichen Zusammenhang, in dem die Klauseln eines Unternehmenskaufvertrages stehen, beleuchten die bilanziellen und finanziellen Aspekte und gehen auf die Interessenlage der Verkäufer und Käufer ein. In der 6. Auflage gab es umfassende Überarbeitungen, u.a. die Erläuterung der Besonderheiten beim Erwerb aus der Insolvenz oder im insolvenznahen Bereich unter besonderer Berücksichtigung der strategischen Optionen, die der Insolvenzplan neben dem klassischen Asset Deal eröffnet. Weitere aktuelle Schwerpunkte sind der Wert der Gegenleistung als neue zusätzliche Aufgreifschwelle in der deutschen Fusionskontrolle, praktisch relevante Fragen zur Aufstellung und Prüfung von Stichtagsabschlüssen insb. in einer Sondersituation wie etwa beim Erwerb von Teilen eines Unternehmens, sowie die umfassende Behandlung aller Fragen betreffend die Versicherung von Garantieansprüchen des Käufers.
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Zielgruppe


Fachanwälte für Handels- und Gesellschaftsrecht, Rechtsanwälte mit entsprechendem Tätigkeitsschwerpunkt, Syndizi-Anwälte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Unternehmensberater


Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


II.  Ablauf einer Unternehmensakquisition
13  Eine Unternehmensakquisition durchläuft regelmäßig verschiedene Phasen, die sich wie folgt darstellen lassen: 1.  Strategische Planung
14  Der Erwerb eines Unternehmens kann grundsätzlich über eine Exklusivverhandlung, ein Auktionsverfahren, den Erwerb von Anteilen über die Börse oder über ein öffentliches Übernahmeangebot erfolgen. 15  Auf Erwerberseite ist die Befassung mit einer Unternehmensakquisition das Resultat einer strategischen Diskussion. Hierbei sind Unternehmensakquisitionen – gerade bei strategischen Investoren – eine von weiteren möglichen Alternativen. Gesellschaftsrechtlich sind die Vorstände von Aktiengesellschaften und Geschäftsführer von GmbHs grundsätzlich frei, welche Ziele sie definieren und welche Strategien sie zur Erreichung der Ziele festlegen.3) Aus dieser Diskussion resultieren ebenfalls strategische Ziele, die auch im weiteren Akquisitionsprozess zu beachten sind. Hierbei ergeben sich aufgrund der unterschiedlichen Akquisitionsmotive Unterschiede zwischen strategischen Investoren und Finanzinvestoren. 16  Bei strategischen Investoren erfolgen erste unternehmens- und umweltbezogene Analysen und Prognosen (strategische Diagnose). Im nächsten Schritt werden strategische Optionen definiert, um die festgelegten Ziele zu erreichen. Eine – und die im Weiteren betrachtete – Option kann dabei die Akquisition von Unternehmen sein, die jedoch auch immer im Vergleich zu der Alternative des eigenen Aufbaus eines Tochterunternehmens steht („make or buy“). Als Nächstes wird eine Strategie ausgewählt. Kriterien hierfür sind Dauer der Implementierung, Ressourcenverfügbarkeit, Realisierung von Kostenvorteilen aus Skaleneffekten, Reversibilität der Entscheidung und Flexibilität, Öffentlichkeitswirkung, Machbarkeit sowie erforderlicher Kapitaleinsatz.4) Nach Auswahl einer geeignet erscheinenden Strategie erfolgen die Strategieimplementierung sowie deren Kontrolle. 17  Bei Finanzinvestoren kommt es zunächst zu der Formulierung einer Akquisitionsstrategie auf Basis der Anlagekriterien der Fondsinvestoren. Im Rahmen dieser auch als Asset Allocation bezeichneten Festlegung der Akquisitionsstrategie kommt es zu der Definition zwingend erforderlicher Anforderungen, damit ein möglicher Akquisitionskandidat auf der Basis der definierten Kriterien ausgewählt werden kann. Gerade bei institutionellen Investoren ist jedoch auch bereits in einer frühen Phase die Genehmigungsfähigkeit durch etwaige Aufsichtsgremien zu prüfen. 18  Hierbei haben sich bestimmte strategische Muster für Transaktionen aus Käufersicht herausgebildet, die in besonderem Maße zum Wertwachstum beitragen:5) – Verbesserung der Leistungskraft des zu erwerbenden Unternehmens. – Konsolidierung des Sektors, um Überschusskapazitäten vom Markt zu nehmen. – Schaffung von Marktzugang für die Produkte des zu erwerbenden Unternehmens oder des Erwerbers. – Akquisition von Fähigkeiten oder Technologien in größerer Geschwindigkeit oder zu geringeren Kosten, als diese Fähigkeiten oder Technologien im eigenen Hause generiert werden könnten. – Nutzung der Skalierbarkeit des zu erwerbenden Unternehmens. – Frühe Identifikation von künftigen Marktführern und Unterstützung bei der Entwicklung ihres Geschäftes. 19  Weitere, aber weitaus schwieriger, zu implementierende Strategien liegen darin:6) – Eine fragmentierte Branche zu konsolidieren (Roll-up-Strategie). – Konsolidierung einer Branche zur Verbesserung des Wettbewerbsverhaltens. – Durchführung eines transformativen Mergers, bei dem beide Parteien durch das Zusammengehen verändert werden. – Günstiger Einkauf von Unternehmen unter dem Marktpreis. 20  Das Verständnis der Motive und der gewählten Strategie des Erwerbers ist unerlässlich für die Due Diligence Phase und die künftige Verhandlung des Kaufvertrags. 2.  Erste Gespräche
21  Der Beginn einer Transaktion hängt von der Art des Erwerbsweges ab. Bei der Exklusivverhandlung findet die erste Kontaktaufnahme zwischen Veräußerer und Kaufinteressent häufig und bei Auktionen in jedem Fall durch darauf spezialisierte M&A-Berater statt, insbesondere durch Investmentbanken.7) Beim Erwerb von Aktien an börsennotierten Gesellschaften wird es zu einem Kontakt zwischen Erwerbsinteressent und Ziel-AG bzw. Mehrheitsaktionär kommen, wenn die Transaktion im Zusammenwirken mit diesen Personen erfolgen soll („friendly takeover“). 3.  Teaser, Vertraulichkeitserklärung, Informationsmemorandum und Prozessbrief
22  Wird von der Veräußererseite ein M&A-Berater oder eine Investmentbank zur Koordination des Verkaufsprozesses eingeschaltet, so kommt es in der ersten Phase häufig noch zu keinem direkten Kontakt zwischen Veräußerer und Kaufinteressent,8) vielmehr finden die ersten Sondierungsgespräche zwischen dem eingeschalteten M&A-Berater und dem potentiellen Vertragspartner statt.9) 23  Typischerweise trifft der M&A-Berater auf der Grundlage seiner Marktkenntnisse und der mit dem Verkäufer besprochenen Kriterien eine Vorauswahl möglicher Kaufinteressenten und stellt diese in einer sog. „long list“ zusammen. Auf dieser Basis nimmt der M&A-Berater ersten Kontakt mit den möglichen Interessenten auf und erkundigt sich nach dem grundsätzlichen Interesse. Den möglichen Erwerbern, die erstes Interesse bekunden, wird eine Kurzinformation („teaser“) über das Zielunternehmensobjekt zugesandt. Zeigen die angesprochenen Personen daraufhin weiteres Interesse, werden sie vom M&A-Berater gebeten, eine Vertraulichkeitserklärung (Non-Disclosure Agreement, NDA) zu unterzeichnen. 24  Gegenstand einer solchen einseitigen Erklärung des Erwerbsinteressenten bzw. gegenseitigen Vereinbarung der potentiellen Kaufvertragsparteien ist die Verpflichtung – vor allem des Erwerbsinteressenten –, die ausgetauschten Informationen sowohl während als auch nach Abbruch der Vertragsverhandlungen geheim zu halten10) und die gewonnenen Erkenntnisse nicht für andere Zwecke als die beabsichtigte Transaktion zu verwenden. Durch entsprechende Vereinbarung wird dabei üblicherweise der Kreis derjenigen Personen, die im Einflussbereich der jeweiligen Empfängerpartei tätig sind und die vertraulichen Informationen erhalten sollen, eingegrenzt und die Pflicht zur Verschwiegenheit auch auf Dritte (Berater, Finanzierungspartner etc.) ausgeweitet.11) Jede Vertraulichkeitsvereinbarung sollte zudem genau definieren, was als vertrauliche Informationen, Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse angesehen wird.12) Aus Verkäufersicht ist es weiterhin ratsam, exakt zu dokumentieren, was der Interessent erfahren und von wem er diese Informationen erhalten hat. In der Regel werden die vereinbarten Geheimhaltungsverpflichtungen durch hohe Vertragsstrafen abgesichert. Zulässig ist eine Informationsoffenlegung nur dann, wenn sie aufgrund gerichtlicher Anordnung oder gesetzlicher Verpflichtung, insbesondere aufgrund von Publizitätspflichten der empfangenden Partei, erfolgt. Ebenso wichtig sind die zeitliche Nachwirkung der Vertraulichkeitspflicht für einen bestimmten Zeitraum über die Beendigung der Vertraulichkeitsvereinbarung (vor allem aufgrund Verhandlungsabbruchs) hinaus sowie die Verpflichtung, nach Wahl der offenlegenden Partei, die vertraulichen Informationen entweder zurückzugeben oder – soweit dies technisch möglich und unter Berücksichtigung ggf. bestehender gesetzlicher Aufbewahrungspflichten zulässig ist – zu vernichten.13) 25  Dem nach Unterzeichnung der Vertraulichkeitserklärung verbleibenden Interessentenkreis („short list“) wird ein Informationsmemorandum über die Zielgesellschaft zur Verfügung gestellt. Das Informationsmemorandum fasst typischerweise Informationen über den Markt, die Organisation sowie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zusammen. Der Kaufinteressent hat dabei zu berücksichtigen, dass das Informationsmemorandum ein Verkaufsdokument ist und der M&A-Berater sowie der Verkäufer die Haftung für den Inhalt dieses Dokuments regelmäßig so weit wie möglich ausschließen, sodass kein (stillschweigender) Auskunftsvertrag zustande kommt.14) Der Inhalt dieses Dokuments und vor allem alle Sachverhalte, die nicht Gegenstand dieses Dokuments sind, sind deshalb vom Kaufinteressenten kritisch im Rahmen der Due Diligence zu überprüfen. 26  Ein wesentliches Dokument in einer Transaktion ist ebenfalls der von dem Verkäuferberater zur Verfügung gestellte Prozessbrief (Process Letter). Der Prozessbrief enthält neben Angaben zu den Prozessbeteiligten und dem angestrebten Zeitplan häufig auch bereits Angaben zu den vom Verkäufer geforderten Inhalten des indikativen Angebots. Hierzu zählen in der Regel: – Angaben zum potentiellen...


Knott, Hermann J.
Dr. Hermann J. Knott, LL.M (University of Pennsylvania), Rechtsanwalt, Attorney-at-Law (New York), ist Partner der Andersen Rechtsanwaltsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft mbH in Köln. Er ist auf M&A-Transaktionen mit grenzüberschreitendem Bezug spezialisiert. Neben Akquisitionen von industriellen und Finanzinvestoren berät er bei der Errichtung von Joint Ventures und bei Restrukturierungen.

RA Dr. Hermann J. Knott, Köln.



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