Krüger | Eifersucht | E-Book | sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 176 Seiten

Krüger Eifersucht

Der selbstbewusste Umgang mit einem ungeliebten Gefühl
1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-7494-8922-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Der selbstbewusste Umgang mit einem ungeliebten Gefühl

E-Book, Deutsch, 176 Seiten

ISBN: 978-3-7494-8922-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Eifersucht ist ein Warnsignal der Liebe, denn wenn wir lieben, wollen wir die Beziehung schützen. Doch wir müssen selbstbewusst mit der Eifersucht umgehen, weil sie sonst zerstörerisch sein kann. Wolfgang Krüger beschreibt die drei Stufen der Eifersucht, wie man sie erkennt, wie man sein Selbstbewusstsein steigert und seine Abhängigkeit verringert. Er zeigt uns, wie man so um den Partner wirbt, dass man ihn an sich bindet und dadurch die eigenen Eifersuchtsgefühle überwindet. (Mitwirkung und Lektorat: Bärbel Rothhaar)

Wolfgang Krüger ist Psychologe und Psychotherapeut in eigener Praxis in Berlin. Er publizierte erfolgreiche Bücher zu den Themen Liebe, Eifersucht, Freundschaft, Großeltern und Humor.

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Die Eifersucht auf die Interessen des Partners Die Eifersucht beinhaltet fast immer den Wunsch nach ausschließlicher Zuwendung. Deshalb kann man auf alles eifersüchtig sein, was die Aufmerksamkeit des Partners in Anspruch nimmt. Insofern kann man auch auf die Interessen und den Beruf des Partners eifersüchtig reagieren. Man kann beispielsweise eifersüchtig werden, wenn der Partner morgens die Zeitung liest. Deshalb sagt Pauline in dem Roman »Die tödlichen Wünsche«: »… Ich bin auf die Zeitung eifersüchtig … das ist doch ein Verrat … in meiner Gegenwart russische Proklamationen zu lesen und die Prosa des Kaisers Nikolaus den Worten und Blicken der Liebe vorzuziehen.« Das mag kleinlich wirken, aber diese Eifersucht spüren wir meist dann, wenn unsere Liebe etwas zu erkalten beginnt. Wir fühlen uns zu kurz gekommen und sind auf alles eifersüchtig, was die Aufmerksamkeit des Partners fesselt. So ist überliefert, dass Heinrich Heine dermaßen eifersüchtig auf den Papagei seiner Frau war, dass er ihn schließlich vergiftete. Die Eifersucht auf die Arbeit Der wichtigste Eifersuchtsauslöser ist natürlich die Arbeit. Und inzwischen sind nicht nur die Frauen, sondern auch die Männer eifersüchtig auf die Arbeit der Partnerin … So schilderte mir eine Patientin, ihr Mann habe oft gesagt: »Du bist ja mit der Firma verheiratet.« Tatsächlich ist die Arbeit oft eine Geliebte, die viel Kraft, Gedanken und Zeit bindet. Und diese Arbeit ist häufig ein wichtiger emotionaler Rückzugsort. Wenn wir uns zuhause nicht mehr wohlfühlen, bleiben wir länger bei der Arbeit und ziehen uns zurück. Dort bekommen wir jene Anerkennung, die wir zuhause vermissen. Wie schwierig dann die Lösung einer solchen Eifersuchtsproblematik sein kann, schildert Balzac in seinem Roman »Der Alchimist«. Dort beschreibt er eine verzweifelte Frau, die eifersüchtig auf die Wissenschaft ihres Mannes ist. Er liebte sie, obgleich sie sich als hässlich empfand. Doch als sie ihr jüngstes Kind austrug, zog er sich zurück. Sie musste mit ansehen, dass er sich nur noch um wissenschaftliche Apparaturen und Experimente kümmerte und begriff, dass die Wissenschaft ihre Rivalin war. »Die Qualen der Eifersucht zehrten an ihrem Herzen … Aber was ließ sich gegen die Wissenschaft tun? Wie sollte man ihre immerwährende tyrannische und stets wachsende Macht brechen?« 4 Was jedoch wäre eine gute Reaktion gewesen? Mit einer Nebenbuhlerin hätte sie kämpfen können, aber gegenüber der Wissenschaft fühlte sie sich machtlos. Sie wollte in sein Reich eindringen, wobei er sich jedoch gestört fühlte. Schließlich kränkelte sie und erklärte ihrem Mann auf dem Sterbebett, dass ihre Krankheit in dem Moment anfing, als er der Wissenschaft mehr angehörte als der Familie. Macht Eifersucht blind? Nun ist diese Eifersuchtsgeschichte wirklich dramatisch. Die Frau ist deshalb so eifersüchtig, weil sie davon überzeugt ist, nicht schön zu sein. Das ist ihre Achillesferse, ihre verwundbare Seite. Hätte sie doch nur verstanden, warum sich ihr Mann zurückzog! Ich bin überzeugt, dass jede Ehe auflebt, wenn die Partner wieder umeinander werben. Erst wenn der Rückzug des Partners länger als zwei Jahre anhält, kann es mitunter sehr schwierig sein, ihn zu erreichen. Er hat sich dann innerlich bereits so weit entfernt, hat seine neue seelische Unabhängigkeit gefunden, hat sich mit der mangelnden Nähe in der Ehe arrangiert und empfindet jeden Versuch einer Klärung als Ruhestörung. Tragisch ist aber auch die Tatsache, dass diese Ehefrau das Nächstliegende nicht sehen kann. Sie begreift nicht, dass auch ihr Mann eifersüchtig auf das Neugeborene war. Natürlich stellt sich die Frage: Weshalb hat sie ihren Mann nicht gefragt: »Warum hast Du Dich nach der Geburt des Kindes zurückgezogen?« Offenbar fühlte er sich überflüssig, war eifersüchtig und wandte sich stärker der Wissenschaft zu. Doch diese Ehefrau war zu einem solchen Gespräch nicht in der Lage. Zu schnell fühlte sie sich vom Rückzug ihres Mannes bedroht, weil sie selbst massive Minderwertigkeitsgefühle hatte. Diesen Rückzug der Männer gibt es oft. Sie ziehen sich in den Hobbykeller zurück oder hinter den Computer. Anstatt mit der Ehefrau zu reden und ihr im Haushalt zu helfen, sitzen viele Männer vor dem Bildschirm und können sich stundenlang auf ein Strategiespiel konzentrieren. Irgendwann reagieren dann auch die sanftmütigsten Ehefrauen sehr wütend und fragen: »Bist Du mit dem Computer verheiratet oder mit mir?« Die ungeschickte Eifersucht Nun ist es nicht leicht, immer konstruktiv zu reagieren, wenn man eifersüchtig ist. Die Eifersucht ist doch meist ein Affekt, der uns nie ganz geschickt handeln lässt. Oft sind wir dermaßen angesäuert, fühlen uns so sehr als die Nummer »Zwei«. dass wir nicht mehr freundlich und werbend reagieren können. Natürlich wissen wir selbst, dass es besser wäre, wenn wir unserem Ehemann sagen könnten: »Du bist so attraktiv, ich habe so sehr Sehnsucht nach Dir, ich würde Dich gern streicheln, verführen, mach doch bitte den Computer aus.« So ähnlich haben Sie früher vielleicht geworben, als die Beziehung noch harmonischer war. Aber auch dies hatte manchmal keinen Erfolg und nun machen Sie spitze Bemerkungen. Schließlich ist die Stimmung gereizt, Sexualität gibt es nur noch im Urlaub. Jetzt spüren wir die Doppelbedeutung der Eifersucht. Sie ist wie ein Stachel, sie enthält eine starke Sehnsucht nach Liebe und Verbundenheit, gleichzeitig ist sie ein Aufbegehren, weil die bisherigen Liebesstrategien nicht funktionieren. »Hilfe – Du bist so schwierig!« – würden die meisten Frauen am liebsten ihren Ehemännern vermitteln. Die Streitphase Nach der Liebesphase – die ein bis zwei Jahre anhält – befinden Sie sich nun in der Streitphase. Viele Bemühungen um Liebe hatten keinen Erfolg und Sie fangen an, sich zu beschweren. Das mag nicht immer geschickt sein. Aber positiv daran ist doch, dass das ursprüngliche Begehren dabei noch lebendig ist. Schwieriger ist es, wenn in einer Partnerschaft buchstäblich eine Friedhofsruhe einkehrt. Wenn keiner mehr etwas sagt, keiner aufbegehrt. Dann hat eine Liebesbeziehung den Charme eines Sanatoriums, aus dem oft einer ausbricht und einen Seitensprung begeht. Eifersucht auf die Freunde Allerdings sind wir nicht nur auf die Arbeit des Partners eifersüchtig und auf seine enge Bindung an die Tochter. Auch auf enge Freundschaften kann man durchaus eifersüchtig sein. Natürlich wissen wir alle, dass Freundschaften eine Bereicherung für eine Partnerschaft sind. Sie entlasten eine Partnerschaft von zu großen Erwartungen und haben eine stabilisierende Wirkung. Aber wir müssen doch am Beginn einer Beziehung verarbeiten, dass der Partner enge Freunde hat, die er schon viele Jahre kennt. Wir selbst kennen unseren Partner vielleicht erst seit zwei oder drei Monaten. Als er uns seine Freunde vorstellt, spüren wir, wie intensiv die Umarmungen (ein Küsschen links, ein Küsschen rechts) und wie vertraut die Gespräche sind. Sie sind natürlich manchmal viel vertrauter als der noch vorsichtige Austausch in unserer neuen Liebesbeziehung. Wir registrieren, dass unser Partner dort viele Gefühle investiert hat, dass manche Innigkeit entstanden ist, die wir uns noch erarbeiten müssen. Ein spontanes Gefühl der Eifersucht ist dann naheliegend, auch wenn man sich sagt: Ich habe ihn nachts, ich schlafe mit ihm, er liebt mich. Aber es ist doch Realität, dass dieser Mann mit seinen Freunden und Freundinnen eine vertraute Welt teilt, die wir uns noch erobern müssen. Tatsache ist auch, dass manche Freundschaft stabiler ist als Partnerschaften. Männer kommen und gehen, unsere Freundschaft bleibt bestehen – heißt es oft. Und so telefonieren viele Frauen mindestens einmal in der Woche mit der besten Freundin. Diese erfährt alles: über die Kinder, Träume, die Liebe und neue Kleider. Die Beziehung zu Ex-Partnern Und noch schwieriger ist natürlich die Beziehung zur Ex-Frau. Inzwischen steigt fast von Jahr zu Jahr der Anteil jener Paare, die sich trennen und hinterher noch befreundet sind. Während der 68-iger Studentenbewegung waren es nur wenige Paare, die hinterher eine Freundschaft begannen. Doch heute werden wir immer toleranter, wir akzeptieren die Lebensabschnittspartnerschaft und auch wegen der Kinder bemühen wir uns, halbwegs vernünftig miteinander umzugehen. Dann tauchen bei der neuen Partnerin viele Fragen auf: Hat er sich wirklich schon von seiner Ex-Frau abgelöst? Führen die gemeinsamen Kinder immer wieder zu einer gemeinsamen Bindung? Gibt es eine alte Vertrautheit, die für die neue Partnerschaft gefährlich werden kann? Allerdings kann der Partner viel dazu beitragen, diese Unsicherheiten zu beseitigen. Ich selbst pflege mit einer Ex-Partnerin einen guten Kontakt und treffe mich mit vielen Freundinnen. Als ich meine jetzige Frau kennen lernte, habe ich diese Freundinnen eingeladen und...



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