E-Book, Deutsch, 164 Seiten
Krüger Selbstachtung - So werden Sie glücklich, stark und selbstbewusst
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7578-7674-6
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 164 Seiten
ISBN: 978-3-7578-7674-6
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Wären Sie gern selbstbewusster? Wahrscheinlich spüren Sie, dass Sie zu viele Selbstzweifel haben. Dann könnten Sie sehr von diesem Buch profitieren, das auf den Ergebnissen langjähriger, praktischer Studien aufbaut und viele lebensnahe Anregungen und konkrete Hinweise enthält. Dadurch werden Sie einen völlig neuen, wertschätzenden Blick auf Ihr Leben gewinnen, so dass sich Ihre Selbstachtung innerhalb weniger Monate erheblich steigern kann.
Wolfgang Krüger ist Psychotherapeut in eigener Praxis. Das Thema Selbstachtung beschäftigt ihn seit Jahrzehnten. Außerdem publizierte er erfolgreiche Bücher über die Liebe, Treue, Sexualität, Freundschaften, Eifersucht, Geld, Humor und Großeltern.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Ich bin, was ich bin, und das ist alles, was ich bin! Popeye Die Basis der Selbstachtung
Vielleicht haben Sie in der Vergangenheit bereits versucht, selbstbewusster zu werden. In Büchern und Kursen wird vor allem die Autosuggestion empfohlen, bei der man sich selbst sagt, dass man eine liebenswerte Person ist. Doch US-Psychologen haben schon 2009 herausgefunden, dass diese Autosuggestion Menschen mit einer wenig ausgeprägten Selbstachtung eher schadet. 4 Denn sie spüren unmittelbar die große Diskrepanz zwischen ihrem momentanen Gefühl und den lobenden Sätzen der Autosuggestion, was ihre Selbstzweifel verstärkt. Es ist nachvollziehbar, dass sie sich wie ein Gaukler fühlen und wir begreifen, dass die Steigerung der eigenen Selbstachtung viel komplizierter ist. Sie sollten sich daher auf eine spannende Herausforderung einstellen und um Sie darauf einzustimmen, möchte ich Sie deshalb noch einmal auf die große Bedeutung der Selbstachtung hinweisen. Eine stabile Selbstachtung bedeutet zunächst, dass wir selbst dann gut mit uns umgehen, wenn uns manches nicht gelingt. Insofern ist sie die Basis für das Grundgefühl der Zufriedenheit. Aber sie ist auch ein äußerer Schutz. So wie ein hoher Gartenzaun unerwünschte Besucher abhalten kann, wirkt die Selbstachtung wie ein Puffer, der Kränkungen und Enttäuschungen von uns fernhält. Wenn wir unseren eigenen Wert kennen, prallen seelische Verletzungen eher an uns ab. „Man kann mir nicht so viel anhaben, die Kritik anderer ist mir ziemlich egal, solange ich mit mir im Reinen bin.“ – so die Aussage eines Kollegen. Die Selbstachtung ist offenbar für die Krisenbewältigung und als Schutz vor äußeren Bedrohungen unerlässlich. Und wenn wir diese Selbstachtung steigern wollen, ist es zunächst entscheidend, dass wir eine wertschätzende Bestandsaufnahme unseres Lebens vornehmen. Denn meist haben wir eine Ausbildung absolviert, gehen arbeiten, bewältigen den Alltag, haben Freunde und hätten viele Gründe, stolz auf uns selbst zu sein. Doch gleichzeitig bleibt vieles liegen, wir haben zu wenig Geduld, zu wenig Ausdauer und sind deshalb sehr unzufrieden mit uns selbst. Das war auch bei einer wissenschaftlichen Assistentin der Fall, die immer Artikel zu spät abgab und sich schon seit Monaten vergeblich darum bemühte, einen größeren Aufsatz zu schreiben. „Ich kann nur selbstbewusst werden, wenn ich endlich meine Aufgaben bewältige.“ - sagte sie mir daher. Unser Über-Ich
Diese Aussage ist verständlich, aber oftmals verhängnisvoll. Denn sie bewirkt, dass wir ein strenges Über-Ich aufbauen und unsere Selbstachtung vom Erreichen konkreter Ziele abhängig machen. Doch dieser Anspruch wirkt auf uns so, als stünden wir vor einem Hürdenlauf, so dass wir nur selten mit uns zufrieden sind. Letztlich blockiert dies die Realisierung unserer Ziele, da wir für den Erfolg bei längeren Projekten immer auf eine bereits vorhandene innere Zufriedenheit angewiesen sind. Schließlich ist sie die Voraussetzung dafür, dass wir unsere seelische Energie steigern, so dass wir über genügend Ausdauer und Kraft verfügen. Anregung
Bitte überlegen Sie einmal, inwiefern Sie bereits jetzt mit Ihrem Leben zufrieden sein könnten. Worauf können Sie stolz sein, inwiefern könnten Sie sich auch mit Ihren Defiziten und Mängeln arrangieren? Die Energiesteigerung
Zusätzlich zu dieser Strategie der Zufriedenheit sollten Sie sich dann aber auch vorstellen, wie Ihr Leben aussehen wird, wenn Sie Ihre Ziele realisieren. „Ich werde dann unglaublich erleichtert sein. Ich werde durchatmen, mich frei fühlen, als wäre eine Last von mir abgefallen.“ – so die Einschätzung der wissenschaftlichen Assistentin. Insofern ist dies eine bewährte Strategie der Energiesteigerung. Wesentlich ungewöhnlicher war allerdings die Phantasie eines Kollegen, der regelmäßig Vorträge hielt. Er nahm immer schon den Erfolg vorweg, indem er sich ausmalte, wie groß der Applaus der Menge sein würde. Oft ging er dann in ein Schwimmbad in Berlin, wo ganz in der Nähe im Olympiastadion die Fußballturniere ausgetragen wurden. Er berichtete mir, er habe den anhaltenden Beifall – wenn ein Tor geschossen wurde – in seiner Phantasie als riesige Zustimmung für seine Vorträge empfunden. Diese Strategie fand ich sehr sinnvoll, denn die meisten Entwicklungen erfordern viel Zeit und Energie und Sie können daher die zahlreichen Schwierigkeiten und Krisen nur verkraften, wenn Sie sich in eine Erfolgsstimmung versetzen. Dann stehen Sie in Ihrer Phantasie bereits auf dem Siegertreppchen, hören den Beifall, freuen sich über die rauschende Anerkennung und gewinnen so die Kraft für die Verwirklichung Ihrer Ziele. Durch diese positive Strategie erreichte es der Kollege, dass er über ein hohes seelisches Potential verfügte. Aber das war nicht immer so, denn lange spürte er deutlich, dass seine Selbstachtung große Lücken aufwies, weil er zu kritisch mit sich umging. Deshalb suchte er die Unterstützung eines Psychotherapeuten und ihm wurde klar, dass die Ursachen für seine Selbstzweifel in der Kindheit lagen. Denn grundsätzlich gilt: Die Basis für unsere Selbstachtung wird in der Kindheit gelegt und wir müssen vor allem erkennen, was uns in den ersten Lebensjahren beschädigt hat. Erst wenn wir die Kindheit aufarbeiten, sind wir daher fähig, selbstbewusster zu werden und auch das Lob anderer anzunehmen. Sie kennen es sicher auch, dass Sie gelegentlich gelobt werden und dann eher abwiegelnd reagieren, weil Sie davon überzeugt sind, dass Sie es nicht verdient haben. Schließlich begründen Sie Ihr geringes Selbstwertgefühl ständig mit Ihren Versäumnissen und Defiziten und diese Argumentation ist regelrecht wasserdicht. Doch diese negative Sichtweise ist verhängnisvoll. Denn wie in einem seelischen Sumpf versinken Sie immer wieder in negativen Gedanken, auch wenn Sie tüchtig sind und viel für andere tun. So erging es einer 35jährigen Lehrerin, die bei den Schülern sehr beliebt war. Aber sie war mit sich unzufrieden, weil sie die Korrekturen der Klassenarbeiten viel zu lange vor sich herschob, es nicht schaffte abzunehmen und regelmäßig Sport zu machen. Und sie hatte manchmal sogar das Gefühl, versagt zu haben, weil sie keine beständige Partnerschaft führte. Dass man sie im Freundeskreis sehr schätzte, dass sie gern eingeladen wurde und ihr Leben im Großen und Ganzen gut bewältigte, zählte für sie nicht. Ich konnte sie auch nicht mit meiner Sicht auf ihr Leben überzeugen und stellte deshalb viele Fragen nach ihrer Kindheit. Doch es war nicht leicht, jene Gründe zu finden, die immer in der Kindheit vorhanden sind. Denn häufig sind diese Ursachen nicht sehr spektakulär. Es sind ja nicht unbedingt die Dramen in der Familie, die uns schaden, sondern es sind auch die Defizite, die unser Selbstwertgefühl beeinträchtigen. Es hat uns das geschadet, was nicht passiert ist. Die emotionale Bindung
Wir werden uns daher intensiver mit der Entstehung dieser seelischen Defizite beschäftigen und ich werde Ihnen zunächst die Forschungsansätze des englischen Kinderpsychiaters John Bowlby erläutern, der eindringlich auf die Bedeutung der emotionalen Bindung in den ersten Lebensjahren hingewiesen hat. Sein Vater war ein erfolgreicher Chirurg, den er kaum sah. Und auch seine Mutter kümmerte sich wenig um ihn. Eine fürsorgliche Rolle hatte nur das Kindermädchen, das die Familie jedoch verließ, als er drei Jahre alt war. Mit acht Jahren kam er schließlich in ein Internat, studierte später Medizin und wurde Psychiater. Auch aufgrund seiner eigenen Kindheitserfahrungen war er davon überzeugt, dass frühe Mangelsituationen für die Schwierigkeiten eines Kindes verantwortlich sind. Daraus entstand die noch heute sehr wichtige Bindungstheorie. Inzwischen unterscheiden wir zwischen vier Bindungstypen: Die sichere Bindung, bei der Kinder auch eine Trennung gut verarbeiten können. Die unsicher vermeidende Bindung, bei der Kinder die Eltern ignorieren, wenn sie zurückkommen. Die unsicher ambivalente Bindung, bei der die Kinder nach der Rückkehr der Eltern klammern und die desorganisierte Bindung, bei der Kinder mit Trennung und Wiedervereinigung nicht umgehen können, sondern vor Angst gelähmt sind. Nun ist klar, dass nur eine sichere Bindung in der Kindheit zu einem guten Selbstwertgefühl führt. Insofern ist interessant, dass Lieselotte Ahnert in ihrem Buch über ‚frühe Bindung‘ davon ausgeht, dass im deutschsprachigen Raum die Hälfte der Kinder sicher gebunden ist, ein Drittel unsicher vermeidend und lediglich der Rest unsicher-ambivalent und desorganisiert. Anregung
Vielleicht wird Ihnen eine eindeutige Zuordnung schwerfallen, weil Sie das Gefühl haben, ein Mischtyp zu sein. Doch Sie können sich eine Frage stellen: Wie geht es Ihnen, wenn der Partner, die Partnerin 14 Tage nicht da war? Stellen Sie dann viel Nähe her, wenn er bzw. sie wiederkommt? Klammern Sie oder...