Law | Glauben Sie nicht jeden Bullshit | E-Book | sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 273 Seiten

Law Glauben Sie nicht jeden Bullshit

wie Sie mentale Verführer durchschauen
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-456-95155-3
Verlag: Hogrefe AG
Format: PDF
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)

wie Sie mentale Verführer durchschauen

E-Book, Deutsch, 273 Seiten

ISBN: 978-3-456-95155-3
Verlag: Hogrefe AG
Format: PDF
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)



Die fiesesten Tricks der mentalen Verführer – und wie Sie sich dagegen wehren können. Hatten Sie nicht auch schon das Gefühl, bei einer Diskussion rhetorisch über den Tisch gezogen zu werden? Dass man Ihnen einen kolossalen Bären aufgebunden hat? Dabei sind Sie sich absolut sicher, dass Ihr Gegenüber unrecht hat – nur können Sie es nicht beweisen? Dann sollten Sie dieses Buch lesen. Der Philosoph und Rhetorik-Experte Stephen Law entlarvt acht Strategien, die uns immer wieder in die Irre führen sollen. Sie reichen von der ‹Schrotflinte› über das ‹Verschieben der semantischen Torpfosten› und dem ‹Anhäufen von Anekdoten› bis hin zum Killerargument ‹Nuklearer Erstschlag›. Auf erfrischende und immer wieder auch witzige Weise kann Law uns zeigen, wie dabei logisch getrickst wird – und was wir dagegen unternehmen können. Dieses Buch hilft besonders bei Auseinandersetzungen mit mentalen Verführern wie populistischen Politikern, religiösen Fundamentalisten, Ufo-Sichtern oder Weltverschwörungstheoretikern!

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Weitere Infos & Material


1;Inhalt;6
2;Dank;8
3;Einleitung;10
3.1;Schwarze Löcher des Geistes;10
3.2;Scheinplausibilität;11
3.3;Ziel dieses Buches;12
3.4;Die Gefahren Schwarzer Löcher;12
3.5;Gleitende Skala;14
3.6;Über Religion;14
3.7;Über Bullshit;15
3.8;Über Dummheit;16
4;Anhang A zur Einleitung;17
4.1;Weshalb glauben wir an das, was wir tun?;17
4.2;Die HADD-Hypothese;17
4.3;Theorie der Kognitiven Dissonanz;20
5;Anhang B zur Einleitung;22
5.1;Das logische Problem und die Frage des Beweises des Bösen;22
5.2;Theodizeen;24
5.3;Die Hypothese des bösen Gottes;26
5.4;Zwei Missverständnisse die Frage des Bösen betreffend;30
5.5;Das Problem überzeitlicher Akteure;32
6;Kapitel 1: Ausspielen der Mysterienkarte;36
6.1;«Jenseits dessen, was die Wissenschaft/die Vernunft bestimmen kann.»;36
6.1.1;Szientismus;36
6.1.2;Schleier-Analogie;37
6.1.3;Rufmord;39
6.1.4;Nichtwissenschaftliche Widerlegungen;40
6.1.5;Die wissenschaftliche Methode;41
6.1.6;Konzeptuelle Widerlegung;42
6.1.7;Empirische, aber «nichtwissenschaftliche» Widerlegung;43
6.1.8;Wissenschaft und das Übernatürliche;45
6.1.9;Samanthas übernatürlich befähigte Spucke;46
6.1.10;Der skeptische Verdampfungseffekt;51
6.1.11;Wissenschaftliche Widerlegung der Gottes-These?;53
6.1.12;Der Gotteswahn;54
6.1.13;Alister McGraths Antwort auf «Der Gotteswahn»;57
6.1.14;«Man kann eine Verneinung nicht beweisen»;60
6.2;Ausspielen der Mysterienkarte als Antwort auf das Problem des Bösen;63
6.3;Die Lehre aus den ungelösten Fällen;67
6.4;Fazit;68
7;Kapitel 2: «Aber es passt!»und die Donnerbüchse;70
7.1;Junge-Erde-Kreationismus;70
7.2;Die Sintflut-Theorie;73
7.3;Hunde sind Spione vom Planeten Venus;78
7.4;Bestätigung – das «Es passt!»-Modell;80
7.5;Echte Bestätigung;81
7.5.1;Voraussagen;81
7.5.2;Klarheit und Präzision;82
7.5.3;Überraschungseffekt;83
7.6;Stichhaltige Bestätigung durch Fossilien?;84
7.7;Falsifikation;86
7.7.1;Schreib einer Hilfshypothese die Schuld zu;87
7.7.2;Ad hoc-Manöver;88
7.8;Zwei Arten der Immunität gegenüber Falsifikation;89
7.8.1;Daves Immunisierungsstrategie;91
7.8.2;Gosses Omphalos-Hypothese;92
7.9;Wahrnehmungsverzerrungen und implizite Voraussetzungen;94
7.10;Die Donnerbüchse;97
7.11;Der Junge-Erde-Kreationismus in der Schule;100
7.12;Das Vision Thing;101
8;Kapitel 3: Atomarer Erstschlag;104
8.1;Skeptische Versionen des Atomaren Erstschlags;104
8.1.1;Skepsis gegenüber der Vernunft;104
8.1.2;Ein Beispiel aus der Religion;107
8.1.3;Skeptizismus gegenüber der realen Welt;108
8.1.4;Kritik;110
8.1.5;Jenseits des Atomaren Erstschlags;111
8.2;Die relativistische Version des Atomaren Erstschlags;113
8.2.1;Wahrheitsrelativismus;113
8.2.2;Die Absurdität des Relativismus;114
8.2.3;Die selektive Anrufung des Relativismus;117
8.2.4;Der «Was ist Wahrheit?»-Vorwand;118
9;Kapitel 4: Versetzen der semantischen Torpfosten;120
9.1;Verdammen des Unbeschreiblichen;121
9.2;Hin und her schaukelnde Bedeutungen;123
9.3;Verteidigung der Hypothese des bösen Gottes;123
9.4;Karen Armstrongs The Case for God;124
9.5;Der apophatische Theologe;127
9.6;Die unbegründete Analogie;129
9.7;Anrufungen nach Gebrauch;132
9.7.1;Ausdruck einer Haltung;133
9.7.2;Eine Zusage machen;135
9.7.3;Ein Ausdruck des Vertrauens;138
9.8;Jetzt können Sie es erkennen, jetzt nicht mehr;140
9.9;Die Meta-Torpfosten-Versetzen-Strategie;141
10;Kapitel 5: «Ich weiß es einfach!»;144
10.1;Wann es nicht reicht, «ich weiß es einfach» zu sagen;146
10.2;Bauchentscheidungen;146
10.2.1;Bushs Bauch;147
10.3;Was heißt Wissen?;149
10.4;Evidenztheorie;150
10.5;Ein Problem für Platos Theorie;152
10.6;Reliabilitätstheorie;152
10.7;Reliabilitätstheorie und übernatürliche Kräfte;154
10.8;Reliabilitätstheorie und religiöse Erfahrung;155
10.9;Bewertung übernatürlicher und religiöser Behauptungen des «Einfach Wissens»;157
10.9.1;Der Fall des verrückten, Früchte fixierten Hirnforschers;158
10.10;Der dubiose Charakter religiöser Erfahrungen;161
10.11;Der gemeinsame Kern religiöser Erfahrungen – «unbeschreibbare Transzendenz»;163
10.12;Ein paar nennenswerte Eigenschaften religiöser Praxis;164
10.13;Fazit;168
11;Kapitel 6: Pseudotiefgründigkeit;170
11.1;Verkünden Sie das Offensichtliche;170
11.2;Widersprechen Sie sich;171
11.3;Deepity;172
11.4;Banalogie;173
11.5;Benutzen Sie Jargon;175
11.6;Postmoderne Pseudotiefgründigkeit;177
11.7;Der Umgang mit Pseudotiefgründigkeit;180
12;Kapitel 7: Anekdotensammlung;182
12.1;Verblüffende Koinzidenzen;183
12.2;Der Post-hoc-Trugschluss;185
12.3;Die Treffer zählen, die Fehlschüsse ignorieren;187
12.4;Die Kraft der Suggestion und unsere Schwäche, zu «sehen», was nicht hier ist;188
12.5;Andere Mechanismen: Stille Post, Betrug und Täuschung usw.;194
12.6;«Erzähl mir eine Geschichte»;199
12.7;Die verblüffend reizvolle Macht akkumulierter Anekdoten;200
12.8;Christliche Wissenschaft;202
13;Kapitel 8: Den Schalter umlegen;208
13.1;Mechanismen, die unsere Meinungen bilden;209
13.2;Isolation, Kontrolle, Ungewissheit, Wiederholung, Emotion;210
13.3;Gehirnwäsche;215
13.4;Der ahnungslose und wohlmeinende Gehirnwäscher;216
13.5;Das einwilligende Opfer;217
13.6;Vernunft versus Gehirnwäsche;217
13.7;Eine Frage des Maßes;219
13.8;Der entmenschlichende Effekt des Umschaltens;220
13.9;Fazit;220
14;Schlussfolgerungen;222
14.1;Die Beispiele;225
14.1.1;Homöopathie;225
14.1.2;Verschwörungstheorien/Gegengeschichte;226
14.1.3;Entführung durch Außerirdische;228
14.1.4;Selbsthilfe-Geschwafel;230
14.1.5;Übernatürliche Kräfte und Engelserscheinungen;231
14.1.6;Die Prophezeiungen des Nostradamus;232
14.1.7;Politische/ökonomische Theorie;234
14.1.8;Eine gewisse Art «intellektueller» Theologie;235
14.1.9;Der Glaube meiner evangelikalen Freundin;236
15;Die Tapescrew-Briefe;238
15.1;Briefe eines älteren Gurus an einen jüngeren;238
15.2;Vorbemerkung;239
16;Sachregister;270


Vielleicht gibt es wirklich Geister, Gespenster oder Götter. Wenn wir davon ausgehen, dass die HADD-Hypothese einwandfrei erklärt, weshalb so viele Menschen von der Existenz unsichtbarer Akteure überzeugt sind, dann kann allerdings der Umstand, dass eine ausgesprochen große Anzahl von Leuten diesem Glauben anhängen, nicht besser beweisen, dass solche Akteure tatsächlich existieren. Es reicht nicht zu sagen: «Es können sich doch nicht alle Leute so sehr irren. Sicher muss darin ein kleines Fünkchen Wahrheit stecken, wie sollte sich diese Überzeugung sonst so weit verbreitet haben?» Wenn die HADD-Hypothese stimmt, ist es wahrscheinlich, dass wir ohnehin an die Existenz solcher Akteure glauben, ob sie existieren oder nicht. Aber die Beliebtheit dieses Glaubens ist kein hinreichender Beweis dafür, dass solche Akteure tatsächlich existieren.

Triftige Gründe sprachen schon dafür, skeptisch gegenüber verheißungsvoll erscheinenden Rechtfertigungen für unsichtbare Akteure zu sein, wie auch gegenüber jedem anderen Glauben religiöser und übernatürlicher Art. Dass 45 Prozent aller Bürger eines der reichsten und bestgebildeten Völker auf unserem Planeten daran glauben, das ganze Universum sei lediglich etwa sechstausend Jahre alt, beweist die erstaunliche Anziehungskraft solcher abstruser Überzeugungen auf eine riesige Anzahl von Personen – selbst auf intelligente, akademisch ausgebildete. Gleichwohl: Wenn die HADD-Hypothese richtig ist, liefert sie einen weiteren Nagel für den Sargdeckel der Argumentation: «Wenn so viele Leute daran glauben, muss etwas dran sein.»

Theorie der Kognitiven Dissonanz

Die HADD-Hypothese kann in erster Linie erklären, wieso jene Glaubenssysteme uns attraktiv erscheinen, die einen unsichtbaren Akteur ins Spiel bringen. Eine weitere psychologische Theorie könnte ebenfalls unsere Vorliebe zum Gebrauch der in diesem Buch beschriebenen Strategien erklären: die Theorie der Kognitiven Dissonanz. Dissonanz ist jenes psychische Unbehagen, das wir fühlen, wenn wir Überzeugungen und Haltungen einnehmen, die miteinander in Konflikt stehen. Die Theorie besagt, dass wir uns ermuntern, diese Dissonanz entweder durch Anpassung der Überzeugungen und Haltungen oder aber durch deren Rationalisierung zu reduzieren.

Um die Kognitive Dissonanz zu illustrieren, wird oft das Beispiel der «sauren Trauben» aus Äsops Fabel Der Fuchs und die Trauben herangezogen. Den Fuchs dürstet es nach den saftig aussehenden Trauben, doch dann wird ihm klar, dass sie, weil sie viel zu hoch und außerhalb seiner Reichweite hängen, nie und nimmer seine Beute werden können, also passt er seine Meinung der Situation so an, dass er sich wohler fühlen kann: Er befindet, die Trauben seien sauer.

Was vermag die Theorie der Kognitiven Dissonanz zur Erklärung beisteuern, weshalb wir uns bemüht sehen, gewisse Immunisierungsstrategien überhaupt einzusetzen? Nehmen wir einmal an, unsere evolutionäre Herkunft habe uns dazu prädisponiert, an übernatürliche Akteure zu glauben, aber auch dazu, Überzeugungen zu haben, die weitgehend rational sind oder zumindest nicht total irrational. Dies könnte uns in eine psychologische Zwickmühle führen. Einerseits könnten wir nicht willens oder gar unfähig sein, unseren Glauben an unsichtbare Akteure aufzugeben. Andererseits könnten wir mit erdrückenden Beweisen konfrontiert werden, die besagen, dass unsere Ansichten komplett unvernünftig seien. Unter diesen Umständen erscheinen uns Strategien sehr verführerisch, die rationale Bedrohungen zu entschärfen versprechen und unsere Überzeugungen zumindest vernünftig erscheinen lassen. Solche Strategien ermöglichen uns, mit jenem intellektuellen Unbehagen fertig zu werden, das unsere angeborene Disposition erzeugen kann. Sie erlauben den wahren Gläubigen, sich zu vergewissern, dass sie bei weitem nicht so irrational sind, wie die Vernunft es ihnen eigentlich unterstellt – und um sich selbst und andere davon zu überzeugen, dass ihr Glauben an Gespenster und Geister oder was auch immer, wenn auch nicht gründlich bestätigt, so doch nicht im Widerspruch zur Vernunft stehe.

So können wir nur mutmaßen darüber, weshalb gewisse Glaubenssysteme dermaßen attraktiv wirken, und wieso solche Strategien eingesetzt werden, um die Überzeugungen gegen rationale Kritik zu immunisieren und sie mit einer Schein-«Vernunft» auszustatten. Sowohl das HADD als auch die Theorie der Kognitiven Dissonanz mögen hier eine aufklärende Rolle spielen.

Anhang B zur Einleitung

Die Diskussion in diesem Buch schließt auch Beispiele jener Strategien mit ein, die bei intellektuellen Widerlegungen des Theismus – des Glaubens an Gott – angewandt werden. Ich konzentriere mich besonders auf zwei Arten der Infragestellung: (1) das Problem des Beweises des Bösen und (2) das Problem überzeitlicher Akteure. Weil die Leute oftmals die ins Feld geführten Argumente falsch verstehen, seien sie gleich zu Beginn verdeutlicht.

Das logische Problem und die Frage des Beweises des Bösen

Die bekannteste Aufgabe für den Theismus ist vielleicht das sogenannte Problem des Bösen. Eigentlich gibt es mindestens deren zwei: ein logisches Problem und eines des Beweises.

Das logische Problem ist im Grunde genommen einfach. An einen monotheistischen Gott zu glauben, einen Gott also, der (1) allmächtig, (2) allwissend und (3) allgütig oder in höchstem Maße gütig ist, ist nicht ganz unbedenklich.

Die Frage ist: Wenn es einen gütigen Gott gibt, wieso existiert dann das Böse? Das «Böse» bezieht sich hier auf das moralisch Böse – auf Akteure, die moralisch schlechte Dinge tun wie Töten, Stehlen, Foltern usw. – und/oder auf das natürlich Böse wie Krankheiten und Katastrophen, die großes Leid verursachen. Sicher – so geht das Argument – könnte ein allmächtiger Gott eine lasterund leidfreie Welt schaffen. Als Schöpfer wüsste er, wie eine Welt zu gestalten ist, die nichts Böses kennt. Und als Allgütiger wünschte er sich bestimmt nicht eine Welt, in der es Böses gibt. Aber die Welt kennt nun mal das Böse. Deshalb gibt es keinen solchen Gott.

Es braucht gegen den Glauben an die Existenz Gottes nur dieser eine Einwand erhoben zu werden, nur ein bisschen etwas Böses ist nötig. Es spielt keine Rolle, wie mächtig oder nichtig dies ist, allein, dass es da ist, hat zur Folge, lautet die Gegenthese, dass es logischerweise keinen Gott gibt.



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