E-Book, Deutsch, 270 Seiten
Lichtenthaler Integrierte Intelligenz
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-593-44395-9
Verlag: Campus Verlag GmbH
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Wettbewerbsvorteile erzielen durch die Kombination menschlicher und künstlicher Intelligenz
E-Book, Deutsch, 270 Seiten
ISBN: 978-3-593-44395-9
Verlag: Campus Verlag GmbH
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Integrierte Intelligenz als Wettbewerbsvorteil Wie profitieren Unternehmen von künstlicher Intelligenz? Bislang vor allem durch den Einsatz von KI-Tools zur Effizienzsteigerung und Automatisierung menschlicher Arbeit. Dabei kann künstliche Intelligenz so viel mehr! Ulrich Lichtenthaler zeigt, dass Unternehmen, die KI zu einem zentralen Bestandteil ihrer Innovationsstrategien machen, unschlagbare Wettbewerbsvorteile erlangen. Und zwar durch die gezielte Integration menschlicher und künstlicher Intelligenz, die über standardisierte Anwendungen hinausgeht. So entsteht eine Superform der Intelligenz, eine Intelligenz x. In diesem Buch erfahren Manager, Personaler und Berater, wie sie schrittweise Intelligenz x in großen oder mittelständischen Firmen verankern und SMART-Leadership-Prinzipien sowie den I3 - Integrated Intelligence Incubator als Tools für den Aufbau einer einzigartigen Intelligenzarchitektur einsetzen. Anhand vieler Beispiele, von den weltweit innovativsten Firmen ebenso wie von Start-ups, bietet »Integrierte Intelligenz« einen konkreten Leitfaden für die Umsetzung. Es zeigt, wie Führungskräfte auch ohne technisches Vorwissen durch intelligenzbasierte Geschäftsmodelle langfristige Wettbewerbsvorteile erzielen können.
Ulrich Lichtenthaler ist Professor für Management und Entrepreneurship an der ISM - International School of Management in Köln. Er gilt als einer der führenden akademischen Experten zum Management Künstlicher Intelligenz und verfasste zahlreiche Artikel zum Thema für internationale Publikationen wie die MIT Sloan Management Review und das Wall Street Journal. Ulrich Lichtenthaler is Professor of Management and Entrepreneurship at ISM - International School of Management in Cologne, Germany.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1;Inhalt;6
2;Vorwort;10
3;Teil A: Relevanz;12
3.1;Kapitel 1: Die Wettbewerbsrelevanz künstlicher Intelligenz;14
3.1.1;Ein weiter Weg liegt hinter uns;17
3.1.2;Ein weiter Weg liegt vor uns;22
3.2;Kapitel 2: Die Ignoranz vieler etablierter Unternehmen;28
3.2.1;Wie reagieren Unternehmen auf die jüngsten Fortschritte in KI?;29
3.2.2;Welche Bedeutung hat die historische Entwicklung?;34
3.2.3;Wie ist Ihr Unternehmen aufgestellt?;38
3.3;Kapitel 3: Der strategische Fokus der innovativsten Unternehmen der Welt;40
3.3.1;Wie kann man die innovativsten Unternehmen der Welt identifizieren?;43
3.3.2;Welche Unternehmen sind die innovativsten der Welt?;48
3.3.3;Welche Bedeutung hat KI für die innovativsten Unternehmen?;52
4;Teil B: Bezugsrahmen;56
4.1;Kapitel 4: Ein intelligenzbasierter Ansatz des Unternehmenserfolgs;58
4.1.1;Vom wissensbasierten zum intelligenzbasierten Ansatz;61
4.1.2;Menschliche und künstliche Intelligenz;63
4.1.3;Implikationen des intelligenzbasierten Ansatzes;71
4.2;Kapitel 5: Kombination?&?Komplementarität menschlicher und künstlicher Intelligenz;76
4.2.1;4S-Matrix für das Zusammenspiel von menschlicher und künstlicher Intelligenz;77
4.2.2;Komplementarität von menschlicher und künstlicher Intelligenz;83
4.2.3;Implikationen der Komplementarität;86
4.3;Kapitel 6: Transformation und Rekombination menschlicher und künstlicher Intelligenz;90
4.3.1;Von der digitalen Transformation zur Intelligenztransformation;90
4.3.2;Transformation und Rekombination der Intelligenz;94
4.3.3;Schritte der Erneuerung;98
5;Teil C: Strategie;104
5.1;Kapitel 7: Innovation und Evolution;106
5.1.1;Digitale und nicht-digitale Innovation;107
5.1.2;Technische und evolutionäre Fitness;112
5.1.3;Intelligenz und Meta-intelligenz;115
5.2;Kapitel 8: Kernkompetenzen und Wettbewerbsvorteile;120
5.2.1;Märkte für Intelligenz;122
5.2.2;Nachhaltigkeit von Wettbewerbsvorteilen;127
5.2.3;Grundlagen von Wettbewerbsvorteilen;131
5.3;Kapitel 9: Wertschöpfung und Wertaneignung;136
5.3.1;Überbetonung der Technologie;139
5.3.2;Relevanz des Geschäftsmodells;142
5.3.3;Ausgewogenheit des Geschäftsmodells;146
6;Teil D: Organisation;150
6.1;Kapitel 10: Interne Organisation und externe Ökosysteme;152
6.1.1;Grenzen des Unternehmens;154
6.1.2;Interne Faktoren auf mehreren Ebenen;157
6.1.3;Externe Faktoren auf mehreren Ebenen;160
6.2;Kapitel 11: Das No-Human-Interaction-Paradox;166
6.2.1;Das Paradox positiver und negativer Einstellungen;168
6.2.2;Ursachen der Einstellungen;172
6.2.3;Herausforderungen für das Management;176
6.3;Kapitel 12;180
6.4;Kapitel 12: Der SMART-Leadership-Ansatz;180
6.4.1;SMART-Leadership-Prinzipien;183
6.4.2;Implementierung von SMART Leadership;190
7;Teil E: Umsetzung;196
7.1;Kapitel 13: Strategische Initiativen und die Entwicklung von HR zu HAIR;198
7.1.1;Das Management strategischer KI-Initiativen;199
7.1.2;Die Rolle des Topmanagements;203
7.1.3;Die Entwicklung von HR zu HAIR;208
7.2;Kapitel 14: Der I3 – Integrated Intelligence Incubator;212
7.2.1;I3 – Integrated Intelligence Incubator;214
7.2.2;Company-Canvas;216
7.2.3;Project-Canvas;224
7.2.4;Checkliste für die Umsetzung;231
7.3;Kapitel15: Vermeidung typischerImplementierungsfehler;240
7.3.1;Kategorie Technologie;243
7.3.2;Kategorie Markt;245
7.3.3;Kategorie Management;247
7.3.4;Vermeidung der Fehler;250
7.3.5;Fazit und Ausblick;253
8;Abbildungsverzeichnis;257
9;Tabellenverzeichnis;258
10;Abkürzungsverzeichnis;259
11;Anmerkungen;260
12;Register;270
Vorwort Wie können Unternehmen von künstlicher Intelligenz profitieren? Das vorliegende Buch befasst sich mit dieser zentralen strategischen Frage durch eine Analyse der Möglichkeiten, in einem künftigen intelligenzbasierten Umfeld einen Wettbewerbsvorteil zu erzielen und zu erhalten. Damit geht es weit über die Betrachtung von KI-Anwendungen als isolierten Werkzeugen hinaus, mit denen die Effizienz etablierter Geschäftsprozesse gesteigert werden kann. Vielmehr werden die Wechselwirkungen von künstlicher und menschlicher Intelligenz betrachtet, auf deren Grundlage Unternehmen völlig neue Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle entwickeln können. Die wachsende Bedeutung von KI beinhaltet neben vielen Chancen auch große Risiken für die traditionellen Geschäftsaktivitäten von Unternehmen sowie für die Arbeitsplätze mancher Mitarbeiter. Außerdem ergeben sich durch die jüngsten Fortschritte in verschiedenen Bereichen von KI wichtige ethische Fragen, deren Bedeutung nicht überschätzt werden kann. In diesem spannenden und herausfordernden Kontext konzentriert sich das Buch auf die strategischen und wettbewerbsorientierten Auswirkungen und nicht auf die ethischen Implikationen von KI. Dieses Buch richtet sich ganz allgemein an Manager und erfordert keine Vorkenntnisse in IT oder Ingenieurwesen. Stattdessen zeigt es, wie Unternehmen in einer digitalen Zukunft erfolgreich sein können, indem sie intelligenzbasierte Wettbewerbsvorteile erzielen. Daher wendet sich das Buch an Praktiker und weniger an Forscher. Dennoch könnten einige Konzepte, wie zum Beispiel der intelligenzbasierte Ansatz des Unternehmenserfolgs, auch einen Beitrag zur Managementforschung leisten. Viele Teile des Buchs wurden aus einigen meiner vorherigen Zeitschriftenartikel übernommen, die vor der Veröffentlichung Begutachtungsprozesse durchlaufen haben und die außerdem einen detaillierteren Literaturüberblick beinhalten. Der Schwerpunkt dieses Buchs liegt jedoch auf den Auswirkungen für Manager. Daher bilden Diskussionen der akademischen Literatur keinen Schwerpunkt. Eine detailliertere Literaturübersicht findet sich in den veröffentlichten Zeitschriftenartikeln, auf die ich in mehreren Kapiteln verweise. Das Buch bietet Praktikern in Unternehmen Empfehlungen und Unterstützung auf dem spannenden Weg in ein intelligenzbasiertes künftiges Wettbewerbsumfeld. Aufgrund meiner Erfahrungen aus der Beratung von Unternehmen und meinen laufenden Kooperationen mit verschiedenen Firmen bin ich überzeugt, dass einige Erkenntnisse des Buchs tatsächlich hilfreiche Ansatzpunkte für Manager bieten. Wenn sich Leser am stärksten für die Relevanz von KI und die Situation in anderen Unternehmen interessieren, könnten die ersten drei Kapitel des Buchs besonders interessant sein. Wenn das Interesse mehr bei den Herausforderungen der Implementierung liegt, sind die Kapitel 13 bis 15 und dort insbesondere der I3 - Integrated Intelligence Incubator - lesenswert. Am Ende von Kapitel 14 wird auch ein kurzer tabellarischer Überblick über wichtige Eigenschaften integrierter Intelligenz gegeben. HR-Manager könnten besonders an den Kapiteln 10 bis 13 interessiert sein, die sich mit Einstellungen von Mitarbeitern gegenüber KI, mit neuen Führungsstilen und mit der künftigen Rolle der Personalabteilung befassen. Für Wissenschaftler können die Kapitel 4 bis 6 mit dem konzeptionellen Bezugsrahmen für einen intelligenzbasierten Ansatz relevant sein. Insgesamt steht der größte Teil der Auswirkungen von KI noch bevor. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihren KI-Initiativen, freue mich auf Ihr Feedback zu dieser deutschen Übersetzung meines englischen Buchs und hoffe, Sie bei einer künftigen Veranstaltung zu treffen. Nehmen Sie jederzeit gerne Kontakt zu mir auf: www.integrierteintelligenz.de. Köln, Februar 2020 Prof. Dr. Ulrich Lichtenthaler Teil A Relevanz Kapitel 1 Die Wettbewerbsrelevanz künstlicher Intelligenz Kann Ihr Unternehmen künftig erfolgreich im Wettbewerb bestehen, ohne künstliche Intelligenz (KI) zu nutzen? Nein. Kann Ihr Unternehmen künftig ohne menschliches Fachwissen und ohne menschliche Intelligenz (MI) erfolgreich im Wettbewerb bestehen? Nein. Bisher sind diese Fragen einfach zu beantworten. Aber glauben Sie, dass Ihr Unternehmen die notwendigen Schritte unternimmt, um künftig von KI und MI zu profitieren? Nun ... ehrlich gesagt nein. Wenn dies Ihre eigenen Antworten sein könnten, ist Ihre aktuelle Lage vielen anderen Unternehmen recht ähnlich. Diese Antworten sind typisch für die Führungskräfte in vielen etablierten Firmen, wenn man einige kurze Fragen zur Relevanz von KI stellt. Viele Unternehmen haben die Relevanz von KI erkannt. Über diese Erkenntnis hinaus setzen viele Firmen KI aktiv ein. Und dies gilt für große Unternehmen ebenso wie für kleine und mittlere Unternehmen in einer Vielzahl unterschiedlicher Industrien, einschließlich produktbasierter und dienstleistungsorientierter Branchen. Ist also alles in Ordnung mit der Wettbewerbsfähigkeit dieser etablierten Unternehmen in einer intelligenzbasierten Zukunft? Leider lautet die Antwort darauf wieder ... Nein. Tatsächlich haben viele Unternehmen die wachsende Bedeutung von KI in Form komplexer Datenanalysen und intelligenter Algorithmen akzeptiert. Man kann es kaum vermeiden, regelmäßig Nachrichten über die neuesten Entwicklungen und Errungenschaften von KI in Nachrichten, Presse, sozialen Medien und vielen anderen Kanälen zu erhalten. Trotz der Erkenntnis, dass sowohl KI als auch menschliches Fachwissen in Zukunft unabdingbar sein werden, handeln die meisten Firmen jedoch nicht entsprechend. Wenn Sie die Frage, ob Ihr Unternehmen die erforderlichen Schritte unternimmt, um von KI und MI zu profitieren, mit Nein beantwortet haben, ist dies ein deutliches Indiz dafür, dass Ihre Organisation zumindest mittel- bis langfristig in Schwierigkeiten geraten kann. Gleichzeitig ist diese Erkenntnis jedoch ein wichtiger erster Schritt in Richtung strategischer Transformation. Paradoxerweise ist die Situation oft noch schwieriger in denjenigen Unternehmen, deren Führungskräfte davon überzeugt sind, dass sie bei KI auf einem guten Weg sind. Diese Unternehmen haben in der Regel strategische Initiativen gestartet, um einige intelligente Algorithmen und ausgewählte Datenanalytiktechnologien zu implementieren. Die meisten dieser Firmen geben an, gut vorbereitet zu sein für ein intelligenzbasiertes künftiges Wettbewerbsumfeld. Tatsächlich scheinen sie jedoch nur auf den ersten Blick gut vorbereitet zu sein. Bei näherer Betrachtung ist die führende Position dieser Unternehmen nur eine oberflächliche Wahrnehmung und diese falsche Wahrnehmung kann gefährlich sein. Ergreifen Sie persönlich die notwendigen Maßnahmen, um in Ihrem eigenen Geschäftsalltag von KI und MI zu profitieren? Vielleicht ja ... und vielleicht haben Sie einige spannende strategische Initiativen zur Implementierung von KI gestartet, die gut funktionieren und operativ sowie finanziell recht erfolgreich sind. Diese Erfolgsgeschichten können wichtig sein und bedeutende Schritte zu künftiger Wettbewerbsfähigkeit darstellen. Dennoch gehören Sie höchstwahrscheinlich nicht zu der sehr kleinen Minderheit von Unternehmen, die tatsächlich die Intelligenzrevolution anführen. Vielmehr liegt die Wahrscheinlichkeit bei über 90 Prozent, dass Sie und Ihr Unternehmen - zumindest teilweise - eine falsche Wahrnehmung haben, auf die digitale Zukunft gut vorbereitet zu sein. Wie sieht die Lage bei KI in der überwiegenden Mehrheit der Unternehmen also tatsächlich aus? Viele Firmen aus verschiedenen Branchen wie Automotive, Chemie, Elektronik, Maschinenbau und Pharma sind erstaunlich zurückhaltend bei der Nutzung der Vorteile von KI und diese Zurückhaltung erfolgt bewusst oder unbewusst. Sogar die Unternehmen, die strategische KI-Initiativen aktiv verfolgen, konzentrieren sich in der Regel darauf, in ausgewählten Geschäftsprozessen menschliche Arbeit durch KI zu ersetzen. Die ausschließliche Nutzung von KI als Ersatz für menschliche Arbeit ist jedoch in der Regel unzureichend. Die Logik, Menschen zu ersetzen, kann ein wichtiger erster Schritt bei der Nutzung von KI sein. In vielen Situationen kann dieses Vorgehen recht einfach umgesetzt werden, da sich die zugrunde liegenden Geschäftsprozesse nicht ändern. Daher ist dieses Vorgehen tatsächlich ein guter Anfang für die Nutzung von KI. Allerdings stellt es nur einen geeigneten ersten Schritt dar und mehr nicht. Insbesondere hilft Unternehmen das Ersetzen menschlicher Arbeit häufig dabei, ihre Effizienz zu steigern. Die mit diesem Vorgehen verbundenen Kosteneinsparungen sind eine natürliche nächste Stufe der Automatisierung von Geschäftsaktivitäten. Diese intelligenten Automatisierungsprozesse werden in Zukunft jedoch oft zu Standardverfahren. Folglich beherrschen dann auch die Wettbewerber eines Unternehmens diese KI-Anwendungen, deren Wettbewerbswirkung daher hinter den Erwartungen der meisten Führungskräfte zurückbleiben wird. Dies bedeutet nicht, dass die Effizienzgewinne durch KI für den finanziellen Erfolg eines Unternehmens nicht relevant sind. Die Optimierungsprozesse können durchaus wichtige finanzielle Konsequenzen haben. Sie werden es den Firmen jedoch nicht ermöglichen, in Zukunft einen intelligenzbasierten Wettbewerbsvorteil zu erzielen und aufrechtzuerhalten. Hierfür müssen Unternehmen ihre KI-Anwendungen vielmehr mit spezifischem Fachwissen verbinden. Während es für Wettbewerber schwierig sein kann, bestimmte menschliche Kompetenzen nachzuahmen, wird es noch schwieriger, spezifische Kombinationen von menschlicher und künstlicher Intelligenz zu kopieren. Darum geht es im Kern bei »Integrierter Intelligenz«. Der Ansatz konzentriert sich auf die Schnittstellen von menschlicher und künstlicher Intelligenz. Für viele Insellösungen von KI werden derzeit standardisierte Lösungen entwickelt. Ein großer Teil dieser Lösungen wird austauschbar sein und im Laufe der Zeit weiter vereinfacht werden. Daher bieten sie keine solide Grundlage für nachhaltige Wettbewerbsvorteile. Die Konsequenzen der technischen Entwicklung in vielen Bereichen von KI werden einen isolierten Einsatz der Lösungen deutlich übersteigen. Stattdessen werden Unternehmen ihre gesamte Intelligenzarchitektur erheblich verändern, was sich auf wichtige Geschäftsprozesse, bestehende Organisationsstrukturen und typische Formen der Zusammenarbeit auswirkt. In dieser Hinsicht wird KI auch einen großen Einfluss auf die alltäglichen Aktivitäten der Menschen haben. Daher müssen Unternehmen aktiv mehrere Arten von Intelligenz koordinieren, einschließlich KI, MI sowie einer Meta-Intelligenz für die Erneuerung ihrer menschlichen und künstlichen Intelligenz im Einklang mit der langfristigen Strategie und dominanten Managementansätzen. Unternehmen benötigen daher Intelligenzx, die verschiedene Arten von KI und MI sowie die Meta-Intelligenz umfasst. Zusammen mit der Kombination von KI und MI bildet die dynamische Erneuerung der Intelligenzarchitektur eines Unternehmens die Grundlage für intelligenzbasierte Wettbewerbsvorteile, die über einen längeren Zeitraum oder sogar unbegrenzt aufrechterhalten werden können. Nur wer einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil anstrebt, ist für das künftige Wettbewerbsumfeld gut gerüstet. Im Gegensatz dazu vernachlässigt die überwiegende Mehrheit der Unternehmen die Entwicklung integrierter Intelligenz. Und diese Firmen unterliegen nur der falschen Wahrnehmung, für einen auf Intelligenz ausgerichteten Wettbewerb gut vorbereitet zu sein. Ein weiter Weg liegt hinter uns Die Anwendung von KI ist allgegenwärtiger, als Sie vielleicht glauben. Welches war Ihre letzte Interaktion mit KI? Wahrscheinlich erinnern Sie sich nicht daran. Bestimmt war es heute. Trotzdem erinnern Sie sich nicht daran, weil Sie es nicht gemerkt haben. KI ist überall um uns herum und erleichtert unser Leben oder zumindest Teile unseres Lebens. Wir bemerken es kaum, weil Unternehmen KI so nahtlos in Softwareanwendungen, Hardwareprodukte und viele Prozesse integrieren, dass wir es bereits für selbstverständlich halten. Beispiele hierfür sind Autokorrekturen durch Ihr Smartphone, die sich mit der Zeit verbessern, da der Algorithmus lernt, welche Wörter Sie verwenden möchten. Eine weitere Smartphoneanwendung von KI sind Technologien zur Gesichtserkennung. Abgesehen von Smartphoneanwendungen interagieren viele Menschen regelmäßig mit Customer Service Bots, die auf KI basieren. Sie können auch an Google Duplex als Lösung denken, die verschiedene KI-Technologien integriert, sodass ein KI-Assistent Anrufe mit einer nahezu menschlichen Stimme tätigen kann. Über diese Anwendungen für Endkunden hinaus transformiert KI die Produktionsprozesse, das Datenmanagement und das Channelmanagement von Unternehmen. Auch selbstfahrende Autos sind nur eine weltweit bekannte Lösung unter vielen faszinierenderen KI-Anwendungen. Angesichts der zunehmenden Qualität von KI-Anwendungen befürchten viele Menschen, dass KI irgendwann ihre eigenen Jobs ersetzen könnte. Ja, KI wird neue Arbeitsplätze schaffen, aber auch menschliche Arbeit ersetzen. Die Auswirkungen von KI auf die menschliche Arbeit und Arbeitsplätze werden gegenwärtig noch kontrovers diskutiert. Dies liegt vor allem daran, dass wir bisher nur die Anfänge der KI-Revolution erlebt haben, da die Anwendung von KI im Verhältnis zu ihrer möglichen Verwendung noch sehr begrenzt ist. Daher ist der Wettbewerbseffekt von KI inzwischen zu spüren, aber der größte Teil der Auswirkungen wird noch folgen. Manchmal ist es überraschend, in welchem Umfang viele kleine und mittlere Unternehmen bestimmte KI-Anwendungen bereits eingeführt haben, die man eher in den spezialisierten Abteilungen großer multinationaler Unternehmen erwartet hätte. Trotz des überraschend breiten Einsatzes von KI liegt der Fokus der meisten Unternehmen jedoch auf einigen ausgewählten Anwendungen. In dieser Hinsicht kann KI als logischer strategischer Schritt in einem Evolutionsprozess angesehen werden, der vor mehreren Jahrzehnten begonnen hat.1 Somit hat die Entwicklung von KI bis heute bereits einen weiten Weg zurückgelegt und sie ist keineswegs ein Trend, der erst vor einigen Jahren begonnen hat. Tatsächlich werden die Wurzeln von KI oft ins Jahr 1956 zurückverfolgt, als der Begriff »Artificial Intelligence« für das zweimonatige Dartmouth Summer Research Project geprägt wurde. Der Projektantrag beinhaltete ehrgeizige Ziele für den kurzen Forschungszeitraum und einige dieser Ziele wurden trotz der bedeutenden Fortschritte in vielen Feldern von KI bis heute nicht vollständig erreicht. Über den Begriff KI hinaus kann man Bezug nehmen auf das Jahr 1679, als Gottfried Wilhelm Leibniz das Binärzahlensystem entwickelte und dabei auf Ideen aus dem antiken China verwies. Im Jahr 1936 entwickelte dann Alan Turing das Konzept für die Turing Maschine, die eine wichtige Grundlage für Computertechnologien darstellte. Auf dieser Basis erlebten die 1960er- und 1970er-Jahre die erste Welle des Einflusses von IT in westlichen Unternehmen. Dabei lag der Fokus der IT vor allem auf der Automatisierung relativ allein stehender Aktivitäten in der Wertschöpfungskette. In dieser Zeit entwickelte Intel auch den ersten handelsüblichen Mikroprozessor. Die zweite Welle des Einflusses von IT ereignete sich in den 1980er- und 1990er-Jahren. Der besondere strategische Schwerpunkt in dieser Zeit lag auf der Koordination und Integration unterschiedlicher Aktivitäten. Innerhalb dieses Zeitraums wurde 1989 das World Wide Web vom englischen Wissenschaftler Tim Berners-Lee erfunden. Im Jahr 1997 besiegte Deep Blue von IBM beim Schach Garry Kasparov. Im Jahr 1999 entwickelte der britische Unternehmer Kevin Ashton den Begriff »Internet der Dinge«. Gegenwärtig, etwa seit dem Jahr 2000, erleben wir die dritte Welle des IT-Einflusses in Unternehmen. Im Jahr 2012 stellte Apple den intelligenten persönlichen Assistenten Siri vor.