Müller / Paterok Schlaftraining
2., überarbeitete Auflage 2010
ISBN: 978-3-8409-2291-6
Verlag: Hogrefe Publishing
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Ein Therapiemanual zur Behandlung von Schlafstörungen
E-Book, Deutsch, 227 Seiten
Reihe: Therapeutische Praxis
ISBN: 978-3-8409-2291-6
Verlag: Hogrefe Publishing
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Chonische Insomnien gehören zu den häufigsten Störungen im Erwachsenenalter. Die geringe und unregelmäßige Schlafdauer führt tagsüber zu Leistungseinbußen und einer eingeschränkten Lebensqualität bei den Betroffenen. Das Manual beschreibt detailliert und praxisorientiert ein Gruppenprogramm zur Behandlung chronischer Schlafstörungen mit Hilfe der Schlafrestriktionstechnik.
Der erste Teil des Manuals vermittelt grundlegendes Wissen über das Erscheinungsbild, die Entstehung und Aufrechterhaltung von Schlafstörungen. Verschiedene Behandlungsansätze werden erläutert und das Prinzip der Schlafrestriktion wird ausführlich vorgestellt.
Im zweiten Teil wird das therapeutische Vorgehen in den sechs 90-minütigen Sitzungen des Schlaftrainings übersichtlich beschreiben. Materialien zu den Themen 'Schlafedukation', 'Schlafhygiene' und Umgang mit Hypnotika sowie die Durchführung des Programms stehen auch auf einer CD-ROM zur Verfügung. Die zweite Auflage berücksichtigt u.a. neue Erkenntnisse in den Bereichen der Pathogenese chronischer Schlafstörungen und medikamentösen Therapie. Zahlreiche Praxiserfahrungen sind in die Überarbeitung des Manuals mit eingeflossen, sodass das Programm nun ein stärkeres individuelles Eingehen auf die Bedürfnisse des Patienten erlaubt.
Autoren/Hrsg.
Fachgebiete
- Sozialwissenschaften Psychologie Psychotherapie / Klinische Psychologie
- Medizin | Veterinärmedizin Medizin | Public Health | Pharmazie | Zahnmedizin Medizinische Fachgebiete Psychiatrie, Sozialpsychiatrie, Suchttherapie
- Medizin | Veterinärmedizin Medizin | Public Health | Pharmazie | Zahnmedizin Medizinische Fachgebiete Schlafmedizin & Schlafforschung
Weitere Infos & Material
1;Schlaftraining;1
1.1;Inhaltsverzeichnis;7
1.2;Geleitwort zur 1. Auflage;10
1.3;Vorwort zur 1. Auflage;11
1.4;Vorwort zur 2. Auflage;12
1.5;Kapitel 1 Problemkreis Insomnie – Erscheinungsbild und Auffälligkeiten;14
1.5.1;1.1 Subjektive und objektive Schlafbeschwerden;15
1.5.2;1.2 Tagesbeschwerden;16
1.5.3;1.3 Typische Persönlichkeits-, Verhaltens- und kognitive Muster;16
1.5.4;1.4 Diagnostisch-therapeutische Vorerfahrungen der Insomnie-patienten;17
1.6;Kapitel 2 Klassifikation und Diagnostik von Schlafstörungen;18
1.6.1;2.1 Übersicht über die Klassifikation nach ICD-10 und ICSD;18
1.6.1.1;2.1.1 Klassifikation nach ICD-10;19
1.6.1.2;2.1.2 Klassifikation nach ICSD;19
1.6.2;2.2 Andere Schlaf-Wach-Störungen;19
1.6.2.1;2.2.1 Schlafbezogene Atmungs-störungen – das Schlaf-Apnoe- Syndrom (ICD-10: G47.3);19
1.6.2.2;2.2.2 Hypersomnien zentralen Ursprungs – Narkolepsie (ICD-10: G47.4);20
1.6.2.3;2.2.3 Circadiane Schlaf-Wach-Rhyth-musstörungen (ICD-10: F51.2);21
1.6.2.4;2.2.4 Parasomnien;21
1.6.2.5;2.2.5 Schlafbezogene Bewegungs-störungen – Restless-Legs- Syndrom und Syndrom der periodischen Bewegungen im Schlaf (ICD-10: G25.8);21
1.6.3;2.3 Differenzialdiagnose von Insomnien;22
1.6.3.1;2.3.1 Insomnie als Anpassungsstörung;22
1.6.3.2;2.3.2 Psychophysiologische Insomnie;22
1.6.3.3;2.3.3 Paradoxe Insomnie;23
1.6.3.4;2.3.4 Idiopathische Insomnie;23
1.6.3.5;2.3.5 Insomnie bei psychiatrischen Erkrankungen;24
1.6.3.6;2.3.6 Inadäquate Schlafhygiene;24
1.6.3.7;2.3.7 Kindliche Insomnie;24
1.6.3.8;2.3.8 Drogen-, Alkohol- und Medikamenteninduzierte Insomnie;24
1.6.3.9;2.3.9 Insomnie bei organischen Erkrankungen;25
1.6.4;2.4 Wert und Nutzen der apparativen Diagnostik;25
1.6.4.1;2.4.1 Wo finde ich einen Schlaf-mediziner?;26
1.6.4.2;2.4.2 Ambulante Polygrafie bzw. sogenanntes Schlaf-Apnoe- Screening;26
1.6.4.3;2.4.3 Kardiorespiratorische Poly-somnografie;26
1.6.4.4;2.4.4 Weitere apparative Unter-suchungen;26
1.7;Kapitel 3 Entstehung und Aufrechterhaltung von Primären Insomnien;27
1.7.1;3.1 Entwicklung des psychophysiologischen Circulus vitiosus;28
1.7.2;3.2 Neurobiologische Befunde bei chronischer Insomnie;33
1.8;Kapitel 4 Behandlung von Schlafstörungen;36
1.8.1;4.1 Medikamentöse Therapie;36
1.8.1.1;4.1.1 Pflanzliche Mittel;37
1.8.1.2;4.1.2 Alkohol;37
1.8.1.3;4.1.3 Benzodiazepine;38
1.8.1.4;4.1.4 Nichtbenzodiazepinhypnotika bzw. Benzodiazepinrezeptor-agonisten;40
1.8.1.5;4.1.5 Antidepressiva;42
1.8.1.6;4.1.6 Neuroleptika;43
1.8.1.7;4.1.7 Antihistaminika;43
1.8.1.8;4.1.8 Chloralhydrat;44
1.8.1.9;4.1.9 L-Tryptophan;44
1.8.1.10;4.1.10 Melatonin;45
1.8.1.11;4.1.11 Neue Entwicklungen;45
1.8.2;4.2 Nichtmedikamentöse Ansätze und deren Effektivität;46
1.8.2.1;4.2.1 Basisverfahren: Beratung, Aufklärung (Schlafedukation), Schlafhygiene;47
1.8.2.2;4.2.2 Entspannungsverfahren;48
1.8.2.3;4.2.3 Stimuluskontrolle;48
1.8.2.4;4.2.4 Schlafrestriktion und Schlaf-kompression;50
1.8.2.5;4.2.5 Paradoxe Intention;50
1.8.2.6;4.2.6 Kognitive Techniken;50
1.8.2.7;4.2.7 Multifaktorielle Methoden – Kognitiv-behaviorale Therapieprogramme;51
1.8.2.8;4.2.8 Andere nichtmedikamentöse Therapieverfahren;52
1.8.3;4.3 Medikamentöse vs. nicht-medikamentöse Interventionen im Vergleich;53
1.9;Kapitel 5 Grundlagen der Schlafrestriktion;54
1.9.1;5.1 Hintergrund der Methode;54
1.9.2;5.2 Durchführung einer Schlafrestriktionstherapie;54
1.9.3;5.3 Wirkmechanismus der Schlafrestriktion;56
1.9.4;5.4 Ergebnisse der Effektivitätsstudien;57
1.10;Kapitel 6 Evaluation des Schlaftrainings;58
1.10.1;6.1 Ergebnisse;58
1.10.2;6.2 Compliance nach Therapieende;60
1.10.3;6.3 Diskussion;60
1.10.4;6.4 Einzelfallverlauf und polysom-nografische Veränderungen nach einer Schlafrestriktionstherapie;61
1.11;Kapitel 7 Patientenauswahl: Untersuchungsmethoden, Indikationen und Kontraindikationen;68
1.11.1;7.1 Kompetenzen des Therapeuten;68
1.11.2;7.2 Anamnesegespräch;68
1.11.2.1;7.2.1 Symptomatik in der Nacht;69
1.11.2.2;7.2.2 Symptomatik am Tage;70
1.11.2.3;7.2.3 Störungsverlauf;70
1.11.2.4;7.2.4 Schlafspezifische Symptome;71
1.11.2.5;7.2.5 Anamnese weiterer Erkrankungen, Medikamenten-und Suchtmittelanamnese;71
1.11.3;7.3 Fragebögen in der Diagnostik von Insomnien;71
1.11.3.1;7.3.1 Pittsburgher Schlafqualitätsindex;71
1.11.3.2;7.3.2 Fragebogen zur Erfassung spezieller Persönlichkeitsmerkmale von Schlafgestörten;72
1.11.3.3;7.3.3 Dysfunctional Beliefs and Attitudes about Sleep scale;72
1.11.3.4;7.3.4 Fragebögen zur Erfassung von Depressivität;72
1.11.3.5;7.3.5 Schlafprotokolle;72
1.11.3.6;7.3.6 Epworth Sleepiness Scale;73
1.11.4;7.4 Indikation für das Training;73
1.11.5;7.5 Nebenwirkungen;74
1.11.6;7.6 Motivation des Patienten;75
1.12;Kapitel 8 Formale Struktur des Trainings;80
1.12.1;8.1 Gruppensetting;80
1.12.2;8.2 Das Schlaftraining in der Einzeltherapie;81
1.13;Kapitel 9 Der Verlauf der einzelnen Sitzungen;82
1.13.1;9.1 Erste Sitzung;82
1.13.1.1;9.1.1 Begrüßung und Vorstellung des Kurskonzeptes;82
1.13.1.2;9.1.2 Gegenseitiges Kennenlernen;83
1.13.1.3;9.1.3 Vortrag: Das Prinzip der Schlafrestriktion;83
1.13.1.4;9.1.4 Berechnung der Schlafeffizienz und Festlegung des Schlaffensters;83
1.13.1.5;9.1.5 Hausaufgabe;84
1.13.1.6;9.1.6 Organisatorisches;85
1.13.2;9.2 Zweite Sitzung;100
1.13.2.1;9.2.1 Blitzlicht auf dem Hintergrund der ersten Schlafrestriktionswoche;100
1.13.2.2;9.2.2 Informationen des Therapeuten zu den Problemkreisen Müdigkeit am Tage, Schlaf-Wach-Rhythmus, Erholsamkeit;101
1.13.2.3;9.2.3 Berechnung der Schlafeffizienz und Festlegung des Schlaffensters;101
1.13.2.4;9.2.4 Übung: Wie viel und welchen Schlaf brauche ich?;102
1.13.2.5;9.2.5 Hausaufgabe: Aktivitätenaufbau;102
1.13.2.6;9.2.6 Organisatorisches;102
1.13.3;9.3 Dritte Sitzung;106
1.13.3.1;9.3.1 Blitzlicht auf dem Hintergrund der zweiten Restriktionswoche;106
1.13.3.2;9.3.2 Berechnung der Schlafeffizienz und Festlegung des Schlaffensters;107
1.13.3.3;9.3.3 Wissensvermittlung I: Entstehung und Aufrechterhaltung von primären Insomnien;107
1.13.3.4;9.3.4 Erfahrungsaustausch: Eigenes Störungsmodell;107
1.13.3.5;9.3.6 Organisatorisches;108
1.13.4;9.4 Vierte Sitzung;110
1.13.4.1;9.4.1 Blitzlicht auf dem Hintergrund der dritten Restriktionswoche;110
1.13.4.2;9.4.2 Berechnung der Schlafeffizienz und Festlegung des Schlaffensters;111
1.13.4.3;9.4.3 Wissensvermittlung II: Eine Reise durch die Nacht;111
1.13.4.4;9.4.4 Hausaufgabe;111
1.13.4.5;9.4.5 Organisatorisches;112
1.13.5;9.5 Fünfte Sitzung;131
1.13.5.1;9.5.1 Blitzlicht auf dem Hintergrund der vierten und fünften Restriktionswoche;131
1.13.5.2;9.5.2 Berechnung der Schlafeffizienz und Festlegung des Schlaffensters;131
1.13.5.3;9.5.3 Wissensvermittlung III: Umgang mit Alkohol und Medikamenten;131
1.13.5.4;9.5.4 Hausaufgabe: Aktivitätenplanung;132
1.13.5.5;9.5.5 Organisatorisches;132
1.13.6;9.6 Sechste Sitzung;133
1.13.6.1;9.6.1 Berechnung der Schlafeffizienz und Festlegung des Schlaffensters;133
1.13.6.2;9.6.2 Blitzlicht: Rückblick auf die vorausgegangenen acht Wochen;133
1.13.6.3;9.6.3 Ausblick: Wie geht es weiter?;133
1.13.6.4;9.6.4 Organisatorisches;134
1.14;Kapitel 10 Was mache ich, wenn …?: Schwierige Therapiesituationen und besondere Indikationen;137
1.14.1;10.1 Patienten, die sich im Vorfeld gegen die Schlafrestriktion entscheiden, und Therapieabbrecher;137
1.14.2;10.2 Therapieverweigerer;137
1.14.3;10.3 Nonresponder;138
1.14.4;10.4 Ablehnung der konkreten Schlafrestriktions-Vorgaben in der ersten Sitzung;138
1.14.5;10.5 Akute Verschlechterung des Allgemeinzustandes des Patienten;138
1.14.6;10.6 Angst der Patienten vor körperlichen Schäden aufgrund der Maßnahme;139
1.14.7;10.7 Angst der Patienten vor völliger Schlaflosigkeit;139
1.14.8;10.8 Folgen von totaler Schlaflosigkeit;139
1.14.9;10.9 Das Problem „Ohne Schlaf ist mit mir nichts anzufangen“;139
1.14.10;10.10 Patienten mit Wechselschichtarbeit;140
1.14.11;10.11 Indikation für Schlafrestriktion bei verzögerten Schlafphasensyndromen;142
1.15;Literatur;144
1.15.1;Weiterführende Literatur;151
1.15.2;Literaturempfehlungen für Patienten;151
1.16;Adressen;152
1.17;CD-Inhalt;153
1.17.1;Diagnostik;153
1.17.1.1;Checkliste zur Symptom- und Anamneseerhebung bei Insomniepatienten;153
1.17.1.2;Meinungen zum Schlaf-Fragebogen;154
1.17.1.3;Fragebogen zur Tagesschläfrigkeit;155
1.17.2;Sitzung 1;156
1.17.2.1;Information: Das Prinzip der Schlafrestriktion;156
1.17.2.2;Anleitung zur erstmaligen Berechnung der Schlafeffizienz;162
1.17.2.3;Umrechnungstabelle von Stunden in Minuten;163
1.17.2.4;Verlaufsprotokollbogen: Schlafrestriktion;164
1.17.2.5;Hausaufgabe;165
1.17.2.6;Anleitung zum Ausfüllen des Schlafprotokolls;167
1.17.2.7;Schlafprotokoll;168
1.17.2.8;Therapieverlaufsbogen für den Therapeuten;169
1.17.2.9;Bildmaterial zum Vortrag;170
1.17.3;Sitzung 2;177
1.17.3.1;Anleitung zur Berechnung der Schlafeffizienz;177
1.17.3.2;Übung: Wie viel und welchen Schlaf brauche ich?;178
1.17.3.3;Hausaufgabe: Aktivitätenliste;179
1.17.3.4;Bildmaterial zum Vortrag;180
1.17.4;Sitzung 3;182
1.17.4.1;Anleitung zur Berechnung der Schlafeffizienz;182
1.17.4.2;Hausaufgabe: Aktivitätenplanung;183
1.17.4.3;Bildmaterial zum Vortrag;184
1.17.5;Sitzung 4;187
1.17.5.1;Anleitung zur Berechnung der Schlafeffizienz;187
1.17.5.2;Eine Reise durch die Nacht – Aufklärung über den Schlaf;188
1.17.5.3;Regeln des gesunden Schlafes – Schlafhygiene;198
1.17.5.4;Hausaufgabe: Aktivitätenplanung;201
1.17.5.5;Aktivitätenliste;202
1.17.5.6;Bildmaterial zum Vortrag;206
1.17.6;Sitzung 5;221
1.17.6.1;Anleitung zur Berechnung der Schlafeffizienz;221
1.17.6.2;Hausaufgabe: Aktivitätenplanung;222
1.17.6.3;Bildmaterial zum Vortrag;223
1.17.7;Sitzung 6;225
1.17.7.1;Anleitung zur Berechnung der Schlafeffizienz;225
1.17.7.2;Anleitung zum Ausfüllen des Schlafprotokolls;226
1.17.7.3;Schlafprotokoll;227
1.17.7.4;Information: Wie geht es weiter?;228
1.17.7.5;Katamnesefragebogen;229
"Kapitel 7 Patientenauswahl: Untersuchungsmethoden, Indikationen und Kontraindikationen (S. 68-69)
Eine effektive Therapie der Insomnie setzt eine umfassende Evaluation der Störung voraus. Wie in Kapitel 2 und 3 dargestellt, liegen den meisten Schlafstörungen multifaktorielle auslösende und aufrechterhaltende Faktoren zugrunde. Eine sorgfältige Differenzialdiagnostik lässt sich nur unter folgenden Voraussetzungen durchführen: fachliche, schlafspezifische Kompetenzen des Therapeuten, ein ausführliches Anamnesegespräch, ggf. insomniespezifische Fragebögen, zweiwöchige Verlaufsmessung mithilfe der Schlafprotokolle (vgl. S. 98), wenn notwendig: Verweis an ein Schlafzentrum/ Schlafmediziner zwecks Durchführung einer Polygrafie und/oder Polysomnografie (vgl. Kap. 2.2).
7.1 Kompetenzen des Therapeuten
Das folgende Schlaftraining kann von Therapeuten durchgeführt werden, die über eine fundierte verhaltenstherapeutische Grundausbildung verfügen. Es ist so konzipiert, dass es sowohl von Nichtspezialisten der Schlafmedizin als auch von bereits erfahrenen Somnologen angewendet werden kann. Während bei Letzteren ein differenzialdiagnostisches Vorwissen vorausgesetzt werden kann, muss der Nichtspezialist sich dieses Wissen anhand entsprechender Literatur erarbeiten.
Für den Nichtspezialisten empfiehlt sich zudem die Verwendung von Checklisten und Schlaffragebögen, um eine vollständige und valide Anamnese durchzuführen (vgl. S. 77). Sie verhindern, dass verdeckte Symptome nicht erfragt werden und strukturieren zugleich das Gespräch. Da viele Schlafstörungsarten in Verbindung mit psychiatrischen/organischen Grunderkrankungen stehen, stellen Kenntnisse dieser Erkrankungen und ggf. konsiliarische Voruntersuchungen eine Selbstverständlichkeit dar. Im Einzelfall ist eine apparative Diagnostik in einem Schlaflabor notwendig.
7.2 Anamnesegespräch
Das Anamnesegespräch bzw. eine ausführliche schlafspezifische Exploration des Patienten stellt die wichtigste Informationsquelle dar. In ihm sollte sowohl vertikal der bisherige Störungsverlauf als auch horizontal das gegenwärtige Symptombild und Bedingungsgefüge erfasst werden. Eine solche symptombezogene Exploration ist zeitaufwendig und füllt in der Regel ohne Weiteres eine Sitzung, insbesondere, wenn zusätzliche Hausaufgaben wie Fragebögen oder Schlafprotokolle hinzugezogen werden. Als isolierter Baustein kann das Thema „Schlaf und Schlafstörung“ problemlos in eine laufende Psychotherapie z. B. einer depressiven Erkrankung eingefügt werden.
Gerade von Insomniepatienten wird eine solche symptomorientierte Exploration dankbar angenommen, weil sie sich das erste Mal in ihrem Problem ernst genommen fühlen. Der diagnostische Prozess trägt damit maßgeblich auch zum Aufbau einer tragfähigen Therapeut-Patient- Beziehung bei. Am Ende des Anamnesegespräches sollte es möglich sein, ein individuelles Störungsmodell zu erstellen, aus dem hervorgeht, ob die aktuelle Insomniebeschwerde überwiegend organisch, psychiatrisch, pharmakologisch oder psychologisch bedingt ist oder im Wesentlichen durch den Verselbstständigungsprozess im Sinne einer primären Insomnie aufrechterhalten wird."