Nebl | Der verkaufte Traum | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 308 Seiten

Nebl Der verkaufte Traum

und weitere schöne Märchen aus aller Welt
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7578-4441-7
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

und weitere schöne Märchen aus aller Welt

E-Book, Deutsch, 308 Seiten

ISBN: 978-3-7578-4441-7
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Märchen vermitteln Spannung und Moral zugleich. Wer ihren Sinn erfasst und seinen Traum verfolgt, wird glücklich und an Erfahrung reich. In diesem Büchlein wird thematisiert, was durch Faulheit ist passiert, dass man Rat sich holen kann, von so manchem weisen Mann und dass durch den, der klein und schwach, doch mit Verstand, der Dumme, Starke oftmals seinen Bezwinger fand! Und noch viel mehr und noch viel mehr! Hier alles aufzuführen, das fällt schwer ...! Lest diese Märchen, dann werdet Ihr verstehn: Gereimt sind sie besonders schön!

Der Autor Theodor Nebl hat in seiner beruflichen Tätigkeit eine Reihe wissenschaftlicher Lehrbücher verfasst. Zur Freude seiner Kinder, Enkel und aller an Märchen interessierten Leser wechselte er vor einiger Zeit das Genre. Nun widmet er sich den Märchen aus aller Welt. Er erzählt die Märchen neu und setzt sie in Reime. So entstand frei nach den Gebrüdern Grimm unter anderem die zehnbändige Reihe »Gereimte Märchen« und zuletzt der Titel »Der Rattenfänger von Hameln«. YouTube-Kanal: Opi Theos gereimte Märchen https://www.youtube.com/channel/UCddcAPEajaTxFLG-dOKUn1g

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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Der verkaufte Traum Es war einmal ein alter Mann. Sein Name war Bachtijar. Er lebte schon an die siebzig Jahr’. Er war sehr arm, so fängt dieses Märchen an. Eines Morgens sprach er zu seiner Frau: »Packe meinen Rucksack, und verstau’ darin Hirsebrot, Quark und Kuchen. Ich wandere in die Welt hinaus, will meinen Traum der letzten Nacht dort suchen!« »Träume finden, kann man nicht!«, so die Frau zu ihrem Manne spricht. »Wirst die Sohlen nur durchlaufen, den Kopf verlieren, oder im Fluss ersaufen!« Der Alte ließ sich nicht abbringen. So packte sie den Sack mit den genannten Dingen. Und er ging fort, vielleicht auf Nimmerwiedersehn, die Alte konnt’ das nicht verstehn. So wanderte er in die Welt hinaus. Sein Weg führte ihn geradeaus. Er lief tage- und nächtelang. Traf einen Schäfer, Gott sie Dank! »Schäfer, gib mir etwas Essen! Sonst kann ich es wohl vergessen, dass ich weiterlaufen kann, so bin ich gleich ein toter Mann!« Der Schäfer gab ihm Milch und Brot, er half ihm so aus seiner Not, und fragte ihn dann ganz zum Schluss, wohin der Alte wandern muss. »Ich habe in meinem langen Leben wenig Gutes je gesehn. Darum entschloss ich mich, einem schönen Traum, den unlängst ich geträumt, nun einfach nachzugehn.« Der Schäfer fragte sogleich: »Kann man denn Träume finden?« »Der Traum, den ich geträumt, war wunderschön, er macht mich reich! Ich finde ihn sicher irgendwann, doch vielleicht nicht gleich! Drum wünschte ich, er würde wahr. Ich möcht’ so gern ihn an mich binden! Natürlich muss ich ihn erst finden! An das Ende der Welt würde ich dafür gehn, ich hoffe, du kannst das verstehn!« »Höre, Alter, würdest du mir deinen Traum verkaufen? An deiner Stelle könnt’ ich dann, um ihn zu finden, so weit laufen! Ich zahle dir dafür einen hohen Preis, wenn ich erst den Sinn des Traumes weiß!« Der Alte dachte nach und antwortete: »So soll es sein, will dir den Traum verkaufen! Du bist ein guter Mensch, kannst besser noch als ich, und länger laufen! Dass du ihn findest, ist gewiss, wahrscheinlicher, als es für mich wohl ist!« Der Alte Bachtijar erzählte dem Schäfer seinen Traum. Der war so schön, der Schäfer wollt’ gleich danach schaun, ob er für ihn sich könnt erfüllen, und alle Sehnsucht ihm dann stillen! Der Schäfer überlies dem Alten all’ sein Hab und Gut, das er doch einstmals wollt’ behalten. Die Schafe, den Esel, den Hund, und auch seinen Schäferhut. Er nahm den Namen des Alten an, als Bachtijar war er ein hoffnungsfroher Mann! Der Alte hat von Stund an des Schäfers Namen, Melik, getragen. So fand er sein Glück, das kann man sagen! Der Schäfer war nun frei und ohne Geld, schulterte seinen Rucksack, und ging in die weite Welt. Läuft dem schönen Traum entgegen, ist glücklich sehr und auch verwegen. Der alte Melik trieb die Herde heim. Er wird schon bald zu Hause sein. Als seine Alte ihn gesehn, blieb sie staunend stehn, und rief: »Hast du dich nun als Schäfer verdingt, dies dir keine Ehre bringt! Mit Fingern wird man auf dich zeigen, vor dir wird niemand sich verneigen!« »Ich habe mich nicht als Schäfer verdingt, sondern meinen Traum gegen die Herde vertauscht. Bin reich nun, was mir große Ehre einbringt und vor Freude mich berauscht! Den Namen Melik habe ich angenommen, hab’ vom Schäfer ihn bekommen, und gab den meinen ihm dafür. Als Bachtijar sucht er nun meinen Traum, bin dankbar ihm, das sag ich dir!« Wir verlassen nun den alten Melik und sein Weib sofort. Wenden uns hin zu einem anderen Ort. Dorthin, wohin der junge Bachtijar ist gegangen, wollen sehen, was er mit seinem neuen Leben wird anfangen. Er wanderte durchs Gebirge, durch den Wald, und kam an eine Stadt recht bald. Von Festungsmauern hoch, war sie umgeben. Es war Nacht, das Tor war zu, er musste auf dem Feld sich schlafen legen. Als Schäfer hat er das oft getan, drum hatt’ er nichts dagegen. Er schlief sehr tief und fest, trotzdem er hart gelegen. »Am Morgen hörte er eine Stimme: Bachtijar, Bachtijar, wache auf, weil ich deine Hilfe brauch’!« Nach links, nach rechts, hat er geschaut, und seinen Ohren kaum getraut. Doch er hat niemand entdeckt, der nach ihm rief. Wo hatte der sich nur versteckt, und ihn geweckt, als er noch schlief? »Wer kennt mich denn in dieser Stadt?«, fragt Bachtijar, der einen neuen Namen angenommen hat. »Vielleicht wird auch ein fremdes Schicksal mein? Wenn es so wär’, dann soll es auch so sein!« Da tat sich das Stadttor auf, eine vermummte Person kam in schnellem Lauf, führte zwei stolze Pferde an der Hand: »Mach schnell und komm’, sonst werden wir erkannt! Die Palastwachen haben Befehl, uns zu fangen und zu töten! Darum sind wir in großen Nöten! So lass’ uns reiten, schnell wie der Wind, dass wir schon bald fern von diesem Lande sind!« Bachtijar hat nicht begriffen, mit wem und warum er flüchten muss. Deshalb hatt’ er beinah gekniffen, ganz zum Schluss! Doch dann vertraute er seinem Geschick, und ritt mit seinem Begleiter, ein langes Wegesstück. Am hellen Tage wurde Bachtijar dann klar, dass der, der mit ihm geritten, kein Mann, sondern ein Mädchen war! Und das Mädchen war sehr schön, ein schöneres hatte er noch nie gesehn. »Wer bist du, Jüngling, und wie heißt du?«, hat sie ihn sogleich gefragt. »Hast du meinen Namen denn vergessen? Du hast ihn am Morgen doch gesagt!« »So heißt du Bachtijar?« »Wenn du so fragst, dann wird mir klar, dass der, den du gerufen, ein anderer Bachtijar war!« »Ja, das hast du gut erkannt, einem anderen wollte ich reichen meine Hand!« »Ich bin Zamijar-chanum, die Tochter des Sultans, dem dieses Land zu eigen. Mein Vater wollte mit Sturheit dazu neigen, dass ich den Sohn des Wesirs heiraten muss! Darum gab ich dem Vater, der nichts ahnte, einen letzten Abschiedskuss. Denn ich liebe Bachtijar, einen anderen Mann, darum kämpfe ich gegen den Willen meines Vaters an!« »Doch dieser Bachtijar hat sich zur Flucht nicht eingestellt. Wie sonderbar ist doch die Welt? Ist ihm wohl etwas zugestoßen? Oder rutschte ihm das Herz in seine Hosen? An seiner Stelle bin ich mit dir den Weg gegangen. Unser Schicksal will vielleicht, dass wir ein gemeinsames Leben anfangen?« Eilig ritten sie die ganze Nacht, an Schlaf haben beide nicht gedacht! So kamen sie in der Hauptstadt des Nachbarlandes an, in der man auch gut leben kann. Sie kauften sich ein schönes Haus mit einem Garten, mehr kann man wirklich nicht erwarten. Dafür hatte Zamijar-chanum ihr erspartes Gold gegeben. Das war die Basis für ein gemeinsames Leben. Sie lernten sich zu lieben und zu verstehen, und wollten alle Wege gemeinsam gehen. Drum ließen sie sich vom Kadi trauen, und konnten hoffnungsvoll in die Zukunft schauen. Bachtijar war glücklich und zufrieden! Doch den gekauften Traum zu finden, war ihm trotz des Glückes bisher nicht beschieden! Sollte er darum des Traumes Suche aufgeben? Er entschied, sie sich für später aufzuheben! Aus lauter Übermut, und Übermut tut selten gut, ließ Bachtijar einst den Barbier des Sultans rufen. Der sollte sich an seinem Bart versuchen und ihn so schneiden, wie ihn der Herrscher trug. Sein eigener Bart war ihm wohl nicht gut genug! Der Barbier kam prompt, und macht’ die falsche Türe auf, da nahm das Unglück seinen Lauf. Er hatte die schöne Zamijar-chanum erblickt, und war von ihr gar sehr entzückt! Sofort erstattet’ er dem Sultan seinen Bericht: »Wenn du wüsstest, wie lieblich die Frau des Bachtijars ist, dann wüsstest du auch, wieso du mit deinen Haremsdamen leider gar nicht glücklich bist!« Der Barbier beschrieb sie in allen Einzelheiten. Ohne sie zu sehen, verliebte sich der Sultan in sie, das ist wirklich nicht zu bestreiten: »Ich muss zu ihr, ich kann nicht länger warten. Was soll...



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