Nebl | Zarewitsch Iwan und der wilde Wolf | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 328 Seiten

Nebl Zarewitsch Iwan und der wilde Wolf

sowie weitere schöne Märchen aus dem russischen Zarenreich
1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7578-3846-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

sowie weitere schöne Märchen aus dem russischen Zarenreich

E-Book, Deutsch, 328 Seiten

ISBN: 978-3-7578-3846-1
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Russlands Sagen- und Geschichtenwelt, wohl allen Märchenfreunden gut gefällt. Hab die Schönsten für euch ausgewählt, in Reime gesetzt und neu erzählt. Von Helden, Recken, Zaren werdet ihr erfahren. Hexen und Zauberer garantieren Hinterlist, auch davon zu berichten ist. Väterchen Frost darf auch nicht fehlen, dieses ist nicht zu verhehlen. Dazu noch seltsame Fabelwesen. Und noch viel mehr und noch viel mehr! Wer nun nicht liest, ist nicht dabei gewesen! Das Büchlein wegzulegen, das fällt schwer!

Der Autor Theodor Nebl hat in seiner beruflichen Tätigkeit eine Reihe wissenschaftlicher Lehrbücher verfasst. Zur Freude seiner Kinder, Enkel und aller an Märchen interessierten Leser wechselte er vor einiger Zeit das Genre. Nun widmet er sich den Märchen aus aller Welt. Er erzählt die Märchen neu und setzt sie in Reime. So entstand frei nach den Gebrüdern Grimm unter anderem die zehnbändige Reihe »Gereimte Märchen« und zuletzt der Titel »Der Rattenfänger von Hameln«. YouTube-Kanal: Opi Theos gereimte Märchen

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Zarewitsch lwan und der wilde Wolf
Im Reiche des dreißigsten Zaren, eines mächtigen Gospodaren1, lebte einst ein Zar mit den Söhnchen, seinen beiden, um die ihn manch ein Herrscher konnt’ beneiden. Sie wurden Zarewitsch Fjodor und Zarewitsch Iwan genannt. Beide waren im ganzen Zarenreich bekannt. Als ihr Vater starb, erbte jeder das halbe Land. Zarewitsch Fjodor, der ältere, hat sich getraut, er suchte nun nach einer Braut. So gern wollt’ er verheiratet sein, weil er sich fühlte so allein. Von der Schönheit einer Zarewna hat er vieles schon gehört. Sie lebte im sechzigsten Jungfrauenreich, von ihrem Bilde war er ganz betört! Um diese Schöne wollt’ er frein, dann wär’ er nicht mehr so allein. Zur Brautschau lud er seinen Bruder ein. Sie fuhren in der Zarewna Heimatland zu zwein. Dazu stiegen sie auf ein goldenes Schiff, umrundeten so manches Riff. Sie fanden bald das schöne Kind, ein schöneres man nirgends find’! Sie war schön, wie jeder weiß, doch sie besaß ein Herz aus Eis. Fjodor war trotzdem ganz entzückt, als er diese tolle Frau erblickt! Als sie sich dann einig waren, sind in die Kirche sie gefahren. Wurden vom Popen getraut, zu Frau und Mann, was sich wohl jeder denken kann. Zu dritt stiegen sie erneut auf das goldene Schiff. Wieder umfuhren sie das steile Riff. Von weitem kam ein anderes Schiff geschwommen, das hätte Zarewitsch Iwan gerne in Augenschein genommen. So ließ er sich übersetzen mit einem Kahn, kam auch glücklich bei dem anderen Schiffe an. Dort traf er Marja, eine Jungfrau bezaubernd schön. Noch nicht einmal im Traume hatte er solch eine süße Maid gesehn! Auf der Stelle bat er sie um ihre Hand. Ihre Antwort er sehr seltsam fand: »Erst wenn ich mein Mütterchen und mein Brüderchen habe wiedergesehen, bin ich bereit, mit dir zu gehen!« Doch Iwan hat von ihr nicht erfahren, wer und wo ihre Mutter und ihr Bruder waren. Traurig wollte der Zarewitsch Iwan zu seinem Schiff zurück, doch da hatte er kein Glück! Weit entfernt hatte das goldene Schiff sich schon, und Iwan ahnte, es ging um seinen Thron! Die schöne Zarewna hatte Zarewitsch Fjodor bewogen, seinen Bruder auf dem Meere zu verlassen. Das ist wirklich nicht zu fassen! Er stimmte zu und hatte seinen Bruder so betrogen! Allein sollt’ ihm das ganze Zarenreich gehören. Was aus Iwan wird, das konnte ihn nicht stören. So stand der Bruder traurig an der Reling nun, der jüngste Zarensohn, und wusste nicht, was tun! Die schöne Marja aber sprach zu ihm: »Dein böses Schicksal wird vorüberziehn! Ich helfe dir, sie können ihrer Strafe nicht entfliehn! Sei nur getrost, alles wird gut, hab’ nur Geduld und immer Mut!« Sie rollte einen Teppich auf dem Deck des Schiffes aus, setzte sich mit dem Zarewitsch Iwan drauf, und rief: »Fliege mein Teppich, fliege hoch über das weite Meer, die finsteren Wälder, über Seen und Stoppelfelder! Das fällt dir bestimmt nicht schwer!« Der Teppich stieg in die Höhe. Ich hab’s gesehen, ich gestehe! Und ehe noch eine Minute verrann, kamen sie in Iwans Zarenreich an. »Dass wir uns gefunden haben, das muss niemand hier erfahren. Sie denken, dich alleine können sie besiegen, doch gemeinsam sind wir stark, darum werden sie die Rechnung kriegen!« Marja hat sich in Iwans Gemach versteckt. Niemand hat sie dort entdeckt. Und so kann sie gut verstehen, welche Ränke heimlich vor sich gehen! Mit seinem goldenen Schiffe kam Zarewitsch Fjodor viel später zu Hause an, wie man sich wohl denken kann. Denn Marjas Teppich flog geschwind, schneller als alle Schiffe sind! Als Fjodor seinen Bruder hat gesehen, der schon längst war angekommen, blieb er sehr verwundert stehen, denn er hatte angenommen, dass er alleine Zar wird sein, durch seine Hinterlist, die so gemein! Als einige Zeit vergangen war, das wird uns allen hier wohl klar, liebte der Zarewitsch Iwan seine Marja mehr und mehr, doch dem Zarewitsch Fjodor war jeden Tag das Herz so schwer! Von seiner schönen Frau erfuhr er nur Zank und Streit. Zur Schelte war sie stets bereit. Ihr kaltes Herz hatte sie böse und herrschsüchtig gemacht. Sie kommandierte Fjodor nur herum, das hat ihm statt Freude, nur lauter Frust gebracht! Sie stellte Fjodor stets Aufgaben, die er lösen musst’. Doch wie das ging, hat er nicht gewusst! Daran er verzweifeln sollt’. Das hätte die Böse gern gewollt: »Bringe mir den Eber, der mit dem Rüssel pflügt, und mit dem Schwanze eggt! Finde heraus, wo er sich versteckt. Und sollte dir das nicht gleich glücken, werd’ ich dich für immer in das finstere Gefängnis schicken!« In seiner tiefen Not ging Fjodor nun zu seinem Bruder Iwan, denn er wusste nicht, was tun! Er wollt’ um seine Hilfe bitten. Ihr wisst doch noch, vor langer Zeit hatten sie sich total verstritten. »Herrschen wolltest du ohne mich, allein, und nun soll ich dir behilflich sein?« »Ich bitte dich, kannst du mir verzeihn? Die Hinterlist hat meine Frau erdacht. Ich war zu schwach, hab’ einfach mitgemacht!« »Deine Bitte muss ich erst bedenken, bevor ich kann meine Schritte lenken. Hab’ ich’s entschieden, sag’ ich Bescheid, ob ich dir zu helfen bin bereit.« Darauf ging Iwan zu Marja, in ihr Gemach und berichtete, was der Bruder zu ihm sprach: »Weißt du, ob es solch einen Eber gibt, der mit dem Schwanze eggt, und mit dem Rüssel pflügt?« »Es gibt ihn wohl, im Walde hält er sich versteckt!« »Ich hätt’ ihn gar zu gern entdeckt, denn mein Bruder tut mir Leid, darum bin zur Hilfe ich bereit!« »Dieses seidene Tuch, das gebe ich dir. Es schützt dich vor dem Ebertier! Greift es dich an, um dich zu zerreißen, musst du das Tuch über den Eber schmeißen. Dann bleibt er augenblicklich stehen, und wird ganz zahm gleich mit dir gehen!« Genauso ist es auch geschehen! Als dann die böse Zarewna den Eber sah im Schlosshof stehen, schrie sie: »Ich mag das wilde Tier nicht schauen, jagt es fort, hab’ zu ihm kein Vertrauen!« Iwan hat das Tüchlein erneut geschmissen. Da ist der Eber ausgerissen! Mit tiefem Grunzen lief er fort, hin zu einem besseren Ort! Es scheint, die Zarewna wollt’ den Eber haben, nur um ihrem Mann zu schaden. Ihn zu quälen, ihm zu drohn, sie säß’ zu gern allein auf seinem Thron! Gerne wollte sie ihn ins Verderben schicken, doch bisher konnt’ ihr das nicht glücken! Eine kurze Zeit nur ließ die Hartherzige Fjodor in Ruh’, doch sie grübelte immerzu, welche Aufgabe sie wohl finden kann, die nicht lösen wird ihr Mann: »Bringe mir die vierzigmal gefleckte Stute mit ihren vierzig Fohlen. Schaffst du es nicht, soll dich der Teufel holen. Dann werfe ich dich in den tiefen Brunnen hinein, sollst dort für alle Zeit gefangen sein!« »Hilf mir Iwan, lasse mich nicht im Stich! Du hast die Kraft, ich bitte dich!« »Deine Bitte muss ich erst bedenken, bevor ich kann meine Schritte lenken. Hab’ ich es entschieden, sag’ ich Bescheid, ob ich dir zur Hilfe bin bereit.« Darauf ging Iwan zu seiner Marja, in ihr Gemach, und berichtete, was der Bruder zu ihm sprach: »Weißt du, wo ich diese Stute kann finden, und wie es gelingt, sie dann zu binden?« »In der Steppe wird sie grasen. Frisst dort ab, den grünen Rasen. Sie wird versuchen, dich mit ihrem Huf zu schlagen, das konnte keiner je ertragen! Wirf ihr diesen silbernen Zaum über ihren Kopf und Hals, dann wird sicher sie lammfromm, und folgt dir jedenfalls.« Der Zarewitsch Iwan tat wie ihm geheißen. Er fand die Stute mit den vierzig Flecken, den weißen, und mit ihren vierzig Fohlen. Warf den silbernen Zaum über sie, so konnt’ er sie getrost nach Hause holen. Im Schlosshof schlugen die Pferde mit eisernen Hufen gegen das Tor. Dabei sahen sie sich gar nicht vor. Sie bissen in die Mauern mit ihren scharfen...



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