Nörtemann | Hybrid Men | E-Book | sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 360 Seiten

Nörtemann Hybrid Men

Verlorene Gewissheiten / Gewisse Verlorenheiten
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7597-2660-5
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Verlorene Gewissheiten / Gewisse Verlorenheiten

E-Book, Deutsch, 360 Seiten

ISBN: 978-3-7597-2660-5
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Emily ist Witwe und führt mit ihrer neuen Partnerin Alicia ein beschauliches Leben, bis sie auf den Hybriden Simon trifft, der im Körper ihres verstorbenen Mannes "lebt". Simon ist davon überzeugt, ein Lebewesen mit einem künstlichem Bewusstsein zu sein und verhält sich in allen Facetten wie ein biologischer Mann. Doch steckt hinter seinem charmanten Auftreten wirklich mehr als ein Algorithmus oder projiziert Emily all ihre Sehnsüchte auf eine Maschine? Künstliche Intelligenz versus Leib-Seele-Problem, hübsch verpackt in eine romantische Liebesgeschichte.

Stefan Nörtemann lebt im Ruhrgebiet und ist Mathematiker, Data Scientist und Autor. Da es zu wenige Bücher zu den Themen gibt, die ihn interessieren, nahm er vor einigen Jahren eine alte Leidenschaft wieder auf und begann damit, Romane zu schreiben. In seinen beiden Romanen 'Kladderadatsch - Verlorene Jahre' (ISBN: 978-3-7526-0350-7) und 'Papperlapapp - Verlorene Illusionen' (ISBN: 978-3-7543-4592-4), die er unter seinem Geburtsnamen Stefan Schumacher veröffentlicht hat, geht es um Menschen, die sich in ihrem Leben verlaufen haben. Daneben hat er gemeinsam mit anderen ein Fachbuch über künstliche Intelligenz veröffentlicht: 'Actuarial Data Science - Maschinelles Lernen in der Versicherung', De Gruyter Verlag (ISBN: 978-3-1106-5928-3). Diesem Thema widmet er sich auch in seinen folgenden Romanen, etwa 'Black Magic Box - Die Erfindung der künstlichen Intelligenz' (ISBN: 978-3-7583-2332-4). In seinem Brotberuf als Mathematiker beschäftigt er sich mit künstlicher Intelligenz, konkret mit Data Science und maschinellem Lernen. Dies lehrt er auch an einer Akademie und einer Hochschule. Bis zu dem Tag, an dem er seinen bescheidenen Lebensunterhalt aus seinen Bucheinnahmen bestreiten kann, wird er weiterhin als Angestellter in einem bekannten Softwareunternehmen tätig sein.

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Lost Certainties
24. Februar 2055
Als Emily erwacht, kitzelt ein Sonnenstrahl ihre Nase. Sie blinzelt und hebt vorsichtig den Kopf. Erleichtert stellt sie fest, dass sie sich in ihrem eigenen Bett, in ihrem eigenen Zimmer, in ihrem eigenen Haus befindet. An die Nacht hat sie nur verschwommene Erinnerungen, und von den Dingen, die sich nach dem Konzert zugetragen haben, weiß sie nicht, ob sie wirklich passiert sind oder ob sie nur geträumt hat. Ansonsten geht es ihr blendend. Immer noch fühlt sie sich ganz leicht und weder die Cocktails noch die Pillen tragen es ihr nach, sie im Übermaß genossen zu haben. Plötzlich und zu ihrer Überraschung öffnet sich die Tür und Alicia schwebt mit einem strahlenden Lächeln im Gesicht und einem riesigen Tablett in den Händen ins Schlafzimmer. „Guten Morgen, meine Schöne – Frühstück ist fertig“, schallt es durch den Raum. Emily steht der Mund offen. Gleichermaßen entsetzt wie erfreut versucht sie, die Situation zu begreifen. „Was machst du hier?“, stammelt sie. „Mit dir frühstücken.“ Alicia lacht. Emily schießen planlos wirre Gedanken durch den Kopf und sie hat hundert Fragen. Könnte sie sich doch nur an irgendetwas aus der letzten Nacht erinnern! „Was ist passiert?“, stößt sie hervor und klingt dabei ein wenig zu aufgeregt, wie sie bemerkt. Alicia lässt sich nicht beirren und berichtet kurz davon, wie Rebecca und sie Emily in der Nacht ins Haus begleitet und dann ausgezogen und ins Bett gelegt haben, weil sie selbst nicht mehr dazu in der Lage war. Emily ist es peinlich und ihr schaudert es bei dem Gedanken, was noch geschehen sein könnte. „Und was ist dann passiert?“, fragt sie vorsichtig. Alicia stellt das Tablett am Fußende des Bettes ab, lächelt verschmitzt und zögert mit ihrer Antwort. „Dann hatten wir beide miteinander den besten Sex unseres Lebens“, ruft sie fröhlich und legt sofort eine Hand auf ihren Mund, als hätte sie etwas Unanständiges gesagt. Von einem Augenblick zum anderen entweicht alles Blut aus Emilys Gesicht und der Boden beginnt wieder zu schwanken. Alicias Gesichtsausdruck wird ernst, offenbar hat sie ein schlechtes Gewissen. „Entspann dich, das war nur Spaß. Es ist nichts dergleichen passiert!“ Zärtlich streichelt sie über Emilys Arm und ergänzt. „Was im Übrigen ausgesprochen bedauerlich ist, denn du sahst zu süß aus, nachdem wir dir dein schneeweißes Leinennachthemd angezogen hatten, aber da warst du dann auch schon tief und fest eingeschlafen.“ Emily hebt die Bettdecke ein Stück hoch, schaut darunter und sieht Alicias Ausführungen bestätigt. „Euch kann man auch keinen Augenblick allein lassen.“ Dann lächelt sie freundlich und ergänzt. „DankeAlicia, lieb von dir, dass du dich um mich gekümmert hast. Und danke für das tolle Frühstück, ich habe einen Mordshunger.“ Bevor sie in das frische Croissant beißt, hebt sie erneut ihre Bettdecke ein Stück und nickt Alicia auffordernd zu, die sich zögernd zu ihr setzt. Nach dem üppigen Frühstück liegen sie zufrieden nebeneinander in Emilys großem Doppelbett. „Musstest du mich so erschrecken? Mir ist fast das Herz stehen geblieben“, sagt Emily, während Alicia zärtlich mit ihrem Haar spielt. „Wäre es wirklich so schlimm, wenn wir es endlich täten?“, fragt Alicia. „Emily, du bist meine beste Freundin und du weißt, wie sehr ich dich liebe. Und ich bin mir sicher, dass du mich auch ein bisschen liebst. Zumindest findest du mich sexy, so wie du mich immer anschaust.“ Emily richtet sich auf und sieht ihre Freundin an. Sie liebt diese Augen, diesen Mund und das Gesicht, zu dem sie gehören, und überhaupt alles, was sie vor sich sieht. Sie zögert, senkt den Blick und beginnt leise zu sprechen. „Alicia, ich bin mir nicht sicher, ob ich das schon kann. Du weißt, ich war verheiratet, und seitdem Robin tot ist, habe ich nie wieder …“ Emily stockt, sie weiß nicht, wie sie den Satz beenden soll, daher sagt sie nur: „Außerdem bin ich hetero.“ Das ist natürlich gelogen und das weiß Alicia sicher auch, denn sie lacht laut auf. „Du bist witzig. In einer Welt, in der es viel zu wenige Männer gibt, ist das nicht wirklich die schlauste Idee. Abgesehen davon glaubst du das doch selbst nicht.“ Damit hat sie vollkommen recht, aber das möchte Emily jetzt nicht zugeben. Daher antwortet sie trotzig: „Aber es gibt Männer auf dieser Welt.“ Alicia lacht erneut in ihrer ganz eigenen, sehr lebendigen Art, die es einem sehr schwer macht, nicht sofort mitzulachen. „Ja, aber die meisten von ihnen sind noch keine dreißig und die wenigsten von ihnen an alten Frauen wie uns interessiert.“ Emily fühlt sich irgendwie bedrängt und bemerkt, dass dieses Gespräch deutlich in die falsche Richtung läuft. Sie möchte nicht unfreundlich zu Alicia sein, aber auch nicht weiter darüber sprechen. Daher nickt sie mit dem Kopf und setzt ein ernstes Gesicht auf. „Gib mir bitte noch etwas Zeit, mir über meine Gefühle klar zu werden.“ Dann haucht sie Alicia einen flüchtigen Kuss auf die Wange, springt aus dem Bett und verschwindet im Bad. Als sie es frisch geduscht und angezogen wieder verlassen hat, findet sie Alicia in der Küche, die gerade das Frühstückstablett abräumt. Sie wirkt irgendwie bedrückt und Emily will sie nicht so gehen lassen. Daher fragt sie und versucht, dabei einen lockeren Ton in ihre Stimme zu schmuggeln, der ihre Anspannung verbergen soll: „Magst du nicht noch bleiben? Ich habe ein paar neue Texte geschrieben, die ich gern mit dir besprechen möchte.“ Alicia zögert einen Moment, als müsste sie darüber nachdenken, dann weicht sie aus. „Lass uns das ein anderes Mal machen. Ich bin seit gestern in diesen Klamotten und würde mich gern duschen und umziehen.“ Aber das lässt Emily ihr nicht durchgehen. „Duschen kannst du auch hier bei mir und ich leihe dir eines meiner Kleider.“ Alicia nickt und verschwindet lächelnd in der Dusche. Später durchstöbern sie Emilys Kleiderschrank, der voll mit Vintage-Kleidern verschiedener Epochen ist und in dem sich schnell etwas Passendes findet, das ihnen beiden gleichermaßen gefällt. Danach machen sie es sich in dem geräumigen Wohnzimmer gemütlich und Emily liest ihre neuesten Texte vor, die Alicia heute allesamt sehr gut gefallen, wie sie sagt. Alicia setzt sich an das Klavier in der Ecke und probiert einige Melodien, die sie offenbar schon seit einer Weile mit sich herumträgt. Als sie etwas gefunden zu haben scheint, winkt sie Emily zu sich und diese beginnt zu den Melodieschnipseln unterschiedliche Textzeilen zu singen, bis sie die passenden gefunden hat. Dann greift Alicia sich Emilys Gibson Les Paul und probiert einige Riffs auf der Gitarre. Emily singt dazu ihre Textschnipsel, und nach und nach fügt es sich mehr und mehr zu einer harmonischen Melange. So komponieren sie an diesem Nachmittag einen ganz neuen, längeren und elegischen Song, mehrfach durchbrochen von rockigen und lauteren Phasen. Den Höhepunkt bildet das doppelte Gitarrensolo, das wie ein Dialog beginnt und dann in eine Art Kampf übergeht, bei dem jede der beiden Gitarren versucht, die Oberhand zu gewinnen. Emily nennt den Song Lost certainties, was den Text vortrefflich zusammenfasst, wie sie findet. Während der ganzen Zeit sind die beiden Frauen äußerst fokussiert, und Emily fühlt sich ihrer Freundin sehr nah. Zwischendurch albern sie herum wie zwei Teenager und essen etwas von dem Kuchen, den Emily gestern gebacken hat, und später noch einen Salat. Und dann kommt noch einmal das Gespräch auf die Liebe als Solches und ihre eigene im Besonderen. So sprechen sie über das Wesen der Liebe (kompliziert), ob man zwei Menschen gleich viel lieben kann (klar, auch drei oder mehr) und darüber, wie man den Zeitpunkt erkennt, wenn man bereit ist für eine neue Liebe (nicht so einfach). Alicia verweist auf ihre gemeinsamen Freundinnen Charlotte und Anne, die ein Paar sind, obwohl Anne auch verheiratet war und ihr Ex-Ehemann sogar noch lebt, wenn auch in den USA. Schließlich fragt sie: „Wie lange willst du noch all deine Gefühle auf deinen Mann beschränken? Immerhin ist er seit vielen Jahren tot und du gehst zielsicher auf die vierzig zu.“ Emily fühlt sich schon wieder in die Ecke gedrängt und möchte nicht auf Alicias Frage antworten. Deshalb tut sie empört und erwidert ironisch: „Alicia, wo hast du nur diese charmanten Umgangsformen gelernt? Alte Frauen wie ich mögen es, wenn man sie auf ihr Alter anspricht. Und noch mehr mögen sie es, wenn man es dann noch gegen sie verwendet.“ Alicia lacht ein wenig gepresst und schüttelt den Kopf. „Ach, meine Liebste, lass gut sein. Wir sollten uns diesen wunderschönen Tag nicht von solchen...



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