Buch, Deutsch, Band 52, 400 Seiten, Format (B × H): 233 mm x 233 mm, Gewicht: 625 g
Der juristische Umgang mit der Vergangenheit in den Ländern Mittel- und Osteuropas
Buch, Deutsch, Band 52, 400 Seiten, Format (B × H): 233 mm x 233 mm, Gewicht: 625 g
Reihe: Jus Internationale et Europaeum
ISBN: 978-3-16-150862-2
Verlag: Mohr Siebeck
Für die Länder Mittel- und Osteuropas war das 20. Jahrhundert mit einschneidenden Systemumbrüchen verbunden. Dies brachte die Aufgabe mit sich, die Rechtssysteme grundlegend umzugestalten und neue verbindliche Wertorientierungen vorzugeben. Der Sammelband geht dem komplexen Ineinandergreifen von Recht und Geschichte im Rahmen dieses Transformationsprozesses aus unterschiedlichen Blickwinkeln nach. Diskutiert werden die Rolle des Strafrechts bei der Aufarbeitung von Systemunrecht, die Vergangenheitsbewältigung durch neu geschaffene Verfassungsgerichte, Konfliktvermeidungsstrategien bei der Neubestimmung von Staatsgrenzen sowie das Minderheiten- und Eigentumsrecht, aber auch jüngste Initiativen in Russland und der Ukraine, die Leugnung besonderer historischer Ereignisse gesetzlich zu verbieten.
Mit Beiträgen von: Wladyslaw Czaplinki, Caroline von Gall, Lech Garlicki, Michael Geistlinger, Gábor Halmai, Pavel Holländer, Anatolij Kononov, Herbert Küpper, Vladimir Krjažkov, Otto Luchterhandt, Tomasz Milej, Tamara Moršcakova, Angelika Nußberger, Carmen Schmidt, Friedrich-Christian Schroeder, Martin Schulze Wessel, Alfred Sproede, Alexander Trunk, Andrej Umansky,
Nina Waschkau
Autoren/Hrsg.
Fachgebiete
- Sozialwissenschaften Politikwissenschaft Politische Gewalt Politische Unterdrückung & Verfolgung
- Rechtswissenschaften Ausländisches Recht Mittel- und Osteuropa, Russland
- Sozialwissenschaften Politikwissenschaft Politikwissenschaft Allgemein Politische Geschichte
- Sozialwissenschaften Politikwissenschaft Regierungspolitik Innen-, Bildungs- und Bevölkerungspolitik
- Rechtswissenschaften Recht, Rechtswissenschaft Allgemein Rechtspolitik
- Sozialwissenschaften Politikwissenschaft Politische Systeme Transformationsprozesse (Politikwiss.)
Weitere Infos & Material
I) Der wertende Blick zurück - Geschichts- und Rechtswissenschaft im Vergleich
Martin Schulze Wessel: Geschichte vor Gericht. Zum juristischen und geschichtswissenschaftlichen Umgang mit dem Unrecht untergegangener Staatsordnungen in Deutschland und im östlichen Europa - Angelika Nußberger: Vergangenheitsbewältigung und Recht - eine fortwirkende Herausforderung
II) Staatenbildung und Grenzziehung - die Fortwirkung der Geschichte
Otto Luchterhandt: Grenzen in Mittelasien und uti possidetis-Prinzip: Der Fall „Fergana-Tal“ - Tomasz Milej: Der uti possidetis-Grundsatz und seine Anwendung auf die Staatenzerfallsprozesse im ehemaligen Jugoslawien - Wladyslaw Czaplinki: Die Grenzen Polens
III) Minderheitenrecht auf historischer Grundlage
Michael Geistlinger: Minderheiten im Kaukasus - Umsetzung von Mythen in Recht? - Carmen Schmidt: Historische Prägung des Minderheitenrechts in Russland - Vladimir Krjažkov: Die staatsrechtliche Stellung der indigenen Völker des Nordens im Kontext der historischen Entwicklung Russlands - Nina Waschkau: Russlanddeutsche in der russischen Gesetzgebung: Probleme und Lösungen - Herbert Küpper: Ungarische Minderheiten außerhalb der Grenzen Ungarns - die fortwirkende Bedeutung des Vertrags von Trianon
IV) Die Aufarbeitung der Geschichte als Thema der Verfassungsrechtsprechung und der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte
Pavel Holländer: Argumentation auf historischer Grundlage - das Beispiel des tschechischen Verfassungsgerichts - Gábor Halmai: Argumentation auf historischer Grundlage - das Beispiel des ungarischen Verfassungsgerichts - Anatolij Kononov: Argumentation auf historischer Grundlage - ein Beispiel des Verfassungsgerichts der Russländischen Föderation - Lech Garlicki: Eigentumsrechtliche Probleme in der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR)
V) Juristische Geschichtspolitik - Regelungen und Reglementierungen
Caroline von Gall: Gesetzliche Zementierung eines geschichtlichen Weltbildes in Russland - Die Gesetzentwürfe über die Haftung für die Verfälschung der Geschichte - Alfred Sproede: Vergangenheitsbewältigung und Erinnerungspolitik im post-sowjetischen Raum: Das ukrainische Recht und die Hungerkatastrophe von 1932/33, der sog. Holodomor - Friedrich-Christian Schroeder: Der Einsatz des Strafrechts zur Durchsetzung historischer Gerechtigkeit - Andrej Umansky: Geschichtsschreiber wider Willen? Einblick in die Quellen der „Außerordentlichen Staatlichen Kommission“ und der „Zentralen Stelle“ - Alexander Trunk: Neues Recht und alte Sachverhalte - Bemerkungen zum intertemporalen Recht Russlands bei privatrechtlichen Sachverhalten - Tamara Moršcakova: Was lehrt uns die Geschichte?