Buch, Deutsch, 220 Seiten, GB, Format (B × H): 120 mm x 195 mm, Gewicht: 312 g
Herausgegeben von Alfred Hartmann. Durchgesehen und ergänzt von Ueli Dill. Mit einem Nachwort von Holger Jacob-Friesen
Buch, Deutsch, 220 Seiten, GB, Format (B × H): 120 mm x 195 mm, Gewicht: 312 g
ISBN: 978-3-7965-1372-5
Verlag: Schwabe Basel
Am Sterbebett seiner Frau bringt Thomas Platter 1572 im Alter von über 70 Jahren seine Lebenserinnerungen zu Papier. Gewidmet sind sie seinem Sohn Felix, seit kurzem Medizinprofessor und Basler Stadtarzt, und seinen zahlreichen ehemaligen Schülern. Einprägsam erzählt, reiht sich eine Lebensstation an die andere: die Kinderjahre als Hirtenknabe in den Walliser Alpen, das entbehrungsreiche Vagabundieren durch Deutschland als Fahrender Scholar, die religiöse und intellektuelle Ausbildung in Zürich bei Zwingli und Myconius, die Versuche, ein Auskommen als Seiler oder Lehrer zu finden, die gewinnbringende Tätigkeit als Drucker und schliesslich das langjährige erfolgreiche Wirken als Schulmeister auf Burg in Basel. Stolz und demütig zugleich blickt der dank seiner humanistischen Ausbildung zu Ansehen und Reichtum gekommene Bergbauernsohn zurück. Fast erstaunt darüber, dass er trotz aller Gefahren so lange überlebt hat, legt er dem Sohn ans Herz, Lob und Ehre allein Gott zu geben.
Die Autobiographie, in einem auch heute noch verständlichen Frühneuhochdeutsch erzählt, ist für den Leser ein ganz besonderer Genuss. Er begegnet darin nicht nur einem aussergewöhnlichen Menschen, sondern lernt auch das Alltags- und Kulturleben des 16. Jahrhunderts aus erster Hand kennen.
Alfred Hartmann gab die Lebensbeschreibung 1944 nach Platters autographer Handschrift heraus. Seine bis heute nicht ersetzte Edition wurde für diesen seitengleichen Nachdruck auf Druckfehler hin durchgesehen und um die den Text gliedernden Marginalien der Originalhandschrift ergänzt. Neu ist ausser der Einleitung und dem Register das Nachwort von Holger Jacob-Friesen, welcher der Frage nachgeht, worin die Faszination dieser längst "klassisch" gewordenen Autobiographie für Leser verschiedener Jahrhunderte bestand, wie sich der Blick auf sie änderte und warum sie noch heute Interesse verdient. Die Abbildungen zeigen Seiten aus Platters Handschrift, Bilder von in der Lebensbeschreibung genannten Personen und Örtlichkeiten, aber auch künstlerische Zeugnisse für das Nachwirken der Autobiographie.