Pöppel | Zum Entscheiden geboren | E-Book | sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 250 Seiten

Pöppel Zum Entscheiden geboren

Hirnforschung für Manager
1. Auflage 2008
ISBN: 978-3-446-41673-4
Verlag: Hanser, Carl
Format: PDF
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)

Hirnforschung für Manager

E-Book, Deutsch, 250 Seiten

ISBN: 978-3-446-41673-4
Verlag: Hanser, Carl
Format: PDF
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)



Manager müssen die Lage des Unternehmens nicht nur klar analysieren können - sie müssen daraus vor allem die richtigen Schlüsse ziehen, sich für die optimale Strategie entscheiden und diese dann mit ihren Mitarbeitern umsetzen.Bei all dem spielt unser Gehirn und unser Denken die entscheidende Rolle. Doch gerade in Zeiten eines immer schnelleren Wandels und rasch zunehmender Komplexität können wir uns nicht länger auf vorgefertigte Denkmuster verlassen. Manager brauchen "authentisches Denken" - und das heißt: Sie müssen konsequent gewohnte Denkwege verlassen und vor allem auch die neurowissenschaftlichen Grundlagen des Denkens mit in den Blick nehmen: Wie verändern Emotionen unser Denken? Wie führen wir "gehirngerecht"? Was motiviert uns? Wie wecken wir bei anderen Interesse? Wie lernen wir optimal?Ernst Pöppel beschäftigt sich als Hirnforscher seit Jahrzehnten damit, wie das menschliche Gehirn funktioniert, was Denken ist und wie es uns den Reichtum der Wirklichkeit erschließt.In diesem Buch präsentiert er die neuesten Erkenntnisse der Hirnforschung und macht sie für Manager nutzbar. Wer dieses Buch gelesen hat, kann klarer denken, besser entscheiden, überzeugender auftreten und so kommunizieren, dass andere ihn verstehen.
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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


1;Inhaltsverzeichnis;6
2;Erstes Vorwort Motivation;12
3;Zweites Vorwort Danksagung;16
4;Erste Einleitung Was ist das Problem?;20
5;Zweite Einleitung Das starke Gesetz der kleinen Zahl;32
6;Kapitel 1;46
6.1;Entscheiden ist die natürlichste Sache der Welt;46
6.2;Wir leben nicht in einem geschlossenen, sondern in einem offenen System;48
6.3;Entscheidungen setzen zahlreiche andere Operationen voraus;49
6.4;Entscheidungen fi nden in engen „Zeitfenstern“ statt;52
6.5;Die Einheit des Bewusstseins musste entdeckt werden;54
6.6;Eigentliches „Multitasking“ ist nicht möglich;57
6.7;Wir alle leiden an einer Krankheit, der „Monokausalitis“;59
6.8;Wie man durch mehr Kompliziertheit zu Einfachheit und Einheit kommt;61
7;Kapitel 2;64
7.1;Die linke und die rechte Hirnhälfte: Ein Bild hat sich verselbständigt;64
7.2;Hirnfunktionen lassen sich nicht nur nach „links und rechts“, sondern auch nach „oben und unten“ unterscheiden;69
7.3;Das psychische Repertoire wird durch Was-Funktionen und Wie-Funktionen bereitgestellt;70
7.4;Gute Entscheidungen sind durch „Zweiheit“ gekennzeichnet;72
7.5;Wir können ein „guter Mensch“ sein, weil es zwei Zustände des Bewusstseins gibt;74
7.6;Wir denken in zweifacher Weise über Dinge nach, und beide Formen sollten bei Entscheidungen genutzt werden;76
8;Kapitel 3;78
8.1;Der unmittelbare Zugriff auf Informationen in der Welt ist außerordentlich begrenzt;78
8.2;Mehrere Dinge sollte man über das „große intermediäre Netz“ wissen;83
8.3;Störungen des Gehirns lassen sich voraussagen;85
8.4;Alles, was im Gehirn geschieht, ist voneinander abhängig;89
8.5;Wissen ist in dreifacher Weise ausgeprägt, als explizites, implizites und bildliches Wissen;91
9;Kapitel 4;96
9.1;Welche vier Fehler wir beim Denken machen können;96
9.2;Welche vier Regeln des Denkens wir beachten müssen;99
9.3;Beim Denken benutzen wir mindestens vier verschiedene Operationen;103
9.4;In unserem Bewusstsein gibt es vier inhaltlich verschiedene Bereiche;105
10;Kapitel 5;112
10.1;Unser Leben lässt sich in fünf Phasen einteilen;112
10.2;Menschen lassen sich nach fünf verschiedenen Merkmalen kennzeichnen;120
10.3;Was man vom Buddhismus lernen kann;124
10.4;Es lassen sich fünf Formen des Lernens unterscheiden;126
10.5;Ein kleiner Exkurs über das Lesen und Schreiben;131
10.6;Wir unterscheiden uns nur wenig von den Pawlow’schen Hunden;134
10.7;Wir lernen durch die Konsequenzen dessen, was wir tun;136
10.8;Entscheidungen lassen sich auf einem 5-Ebenen-Modell beschreiben;139
10.9;Wir beobachten uns immer selber nach getroffenen Entscheidungen;144
11;Kapitel 6;148
11.1;Alle Menschen haben sechs von Natur aus mitgegebene Gefühle;148
11.2;Lust und Schmerz sind Grunddimensionen unseres Erlebens;155
11.3;Sehnsucht ist die treibende Kraft, in der Zukunft ein inneres Gleichgewicht zu erreichen;159
12;Kapitel 7;162
12.1;Die Zahl Sieben hat etwas Magisches an sich;162
12.2;Wir benötigen zum Sprechen ein Lexikon für Wörter;163
12.3;Wörter werden zu Sätzen;164
12.4;Texte haben Bedeutung, oder sollten sie haben;166
12.5;Sprachlaute der verschiedenen Sprachen sind ganz besondere Geräusche;167
12.6;Im Sprechen drücken wir Gefühle aus;168
12.7;Nicht in jeder Situation spricht man in gleicher Weise;169
12.8;Man schaut sich beim Sprechen in die Augen, doch nicht zu viel;170
12.9;Jeder muss mehrere Sprachen beherrschen;171
13;Kapitel 8;174
13.1;Die Zahl Acht lässt auch an „Achtsamkeit“ denken;174
13.2;Ein Würfel hat bekanntlich acht Ecken;176
13.3;Unser Bewusstsein ist durch eine „zeitliche Bühne“ von etwa drei Sekunden gekennzeichnet;178
13.4;Nur bis etwa drei Sekunden können wir die Zeit exakt überblicken;180
13.5;Entscheidungen fi nden in dem Gegenwartsfenster von drei Sekunden statt;183
13.6;Auch im Gehirn gibt es Beamte;185
13.7;Festhalten und Loslassen ist ein Grundprinzip des Gehirns;188
14;Kapitel 9;192
14.1;Wir alle leiden an derselben Krankheit, der „Monokausalitis“;192
14.2;Zu einfache Bilder können bei Entscheidungen in die Irre führen;193
14.3;Mit Sprache lässt sich nicht immer sagen, was man meint;194
14.4;Jeder ist von Meinungen anderer abhängig;195
14.5;„Zufallsblindheit“ lässt uns übersehen, dass manchmal Brauchbares am Wege liegt;196
14.6;Kurzfristige Entscheidungen verhindern langfristigen Erfolg;197
14.7;Man sollte Schnelligkeit nicht mit Kompetenz verwechseln;198
14.8;Uns allen fehlt leider ein „statistischer Sinn“;200
14.9;Wir alle haben Schwächen, sonst wären wir nicht Menschen;202
15;Kapitel 10;206
15.1;Die E-Pyramide des Entscheidens setzt sich aus zehn Bausteinen zusammen;206
15.2;Jede Entscheidung ist in einen evolutionären Rahmen eingebettet;207
15.3;Für (fast) alle Menschen gilt die „goldene Regel“;210
15.4;Wir sind für unsere Umwelt jetzt und in Zukunft verantwortlich;212
15.5;Jede Entscheidung setzt „ökonomische Intelligenz“ voraus;214
15.6;Wir brauchen leichten Zugang zu Informationen;215
15.7;Unser Gehirn strebt nach anstrengungsloser Informationsverarbeitung;216
15.8;Zufrieden sind wir dann, wenn wir effizient handeln können;219
15.9;Jeder Mensch möchte und kann kreativ sein;220
15.10;Wir müssen in ein soziales Gefüge eingebettet sein;221
15.11;Was strategische Ziele sein können;222
16;Appendix: Die politische Intelligenz;224
17;Der PQ-Test;230
17.1;Was testet der PQ-Test?;230
18;Literaturverzeichnis;238
19;Stichwortverzeichnis und Namensregister;242
20;Mehr eBooks bei www.ciando.com;0


KAPITEL 4 (S. 95-96)

Welche vier Fehler wir beim Denken machen können

Die Macht der Zahl Vier zeigt sich bereits am Beginn der modernen Wissenschaft. Im Jahre 1620 publizierte der englische Staatsmann und Philosoph Francis Bacon sein epochemachendes Werk Neues Organon. Man kann sagen, dass mit diesem Werk überhaupt erst die moderne Wissenschaft begonnen hat, und so kann man verstehen, dass Immanuel Kant diesem Begründer des wissenschaftlichen Denkens seine Kritik der reinen Vernunft gewidmet hat. Francis Bacon beschreibt gleich zu Beginn seines Werkes vier Fehlermöglichkeiten, denen wir in unserem Denken ausgeliefert sein können. Es ist bemerkenswert, dass am Beginn des wissenschaftlichen Denkens unseres Kulturkreises darauf Bezug genommen wird, welchen Fehlschlüssen wir ausgeliefert sein können.

Wir können unsere Analysefähigkeiten gewaltig überschätzen. Als hätte Francis Bacon bereits genaue Kenntnisse über die Evolution gehabt, wie sie über 200 Jahre später erst von Charles Darwin beschrieben wurde, besteht die erste Fehlermöglichkeit darin, dass wir als Menschen, so wie wir von Natur aus geworden sind, bestimmten Einschränkungen unterliegen. Aufgrund unserer Werdensgeschichte haben unsere Denkwerkzeuge eine bestimmte Ausprägung bekommen, sodass uns nicht alles, was wir erfassen und bedenken wollen, zugänglich ist. Diese natürliche Begrenztheit unseres Denkens muss uns bewusst sein, und wir sind von vornherein zu einer gewissen Bescheidenheit gezwungen, was unsere analytischen Möglichkeiten betrifft. Unser Denkfehler besteht darin, dass wir unsere naturgegebenen analytischen Fähigkeiten überschätzen. Nicht alles ist uns denkend zugänglich.

Die zweite Fehlermöglichkeit, der wir ausgeliefert sind, ist jeweils durch uns selber bedingt. Als hätte Bacon wiederum Erkenntnisse der modernen Biologie über das Prägungslernen gehabt, weist er darauf hin, dass jeder von uns in einer besonderen Weise geprägt ist, und allein deshalb eine Begrenztheit unserer Erfahrungs- und Denkmöglichkeiten gegeben ist, und dass wir deswegen notwendigerweise auch Fehler machen können. Fehler zu machen beruht also in unserer stammesgeschichtlichen Ausstattung, aber auch in der individuellen Prägung, der jeder unterlegen ist. Diese Begrenztheiten zu wissen gibt einem vielleicht die Möglichkeit, sich selber gegenüber toleranter zu sein und Fehlerfreundlichkeit bei sich und auch anderen zu akzeptieren.

Die dritte Art des Fehlers, der wir ausgeliefert sind, entsteht durch unsere Sprache selbst. Was wird denken, bildet sich nie eindeutig in unseren sprachlichen Möglichkeiten ab. Sprache als explizite Kommunikation mit anderen repräsentiert immer nur einen Ausschnitt des Bedachten. Manchmal wundert man sich über sich selber, dass man das, was man so klar gedacht hat, nicht in Worte fassen kann. Der Dichter Joachim Ringelnatz sagte einmal: „Nur Gedanken danken richtig, doch mir folgt die Sprache nicht." Diese Frustration, die sich manchmal einstellt, nicht in Worte fassen zu können, was einen bewegt, gilt für jeden, sodass in einer Kommunikation möglicherweise über Dinge gesprochen wird, die gar nicht den Denkinhalten entsprechen, die jeder in sich trägt. Darüber hinaus mögen die geäußerten Worte und Sätze auch etwas völlig Falsches repräsentieren, weil das implizite Wissen sich üblicherweise der sprachlichen Äußerung entzieht. Es ist notwendig, diese Begrenztheit unserer Sprache zu


Ernst Pöppel ist einer der führenden deutschen Hirnforscher. Er ist Professor für medizinische Psychologie, Vorstand des Humanwissenschaftlichen Zentrums der Universität München und Direktor des "Parmenides-Center for the Study of Thinking".



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