E-Book, Deutsch, 183 Seiten, E-Book
Reihe: Haufe Fachbuch
Reinke / Höfer / Neumann Virtuelle Zusammenarbeit: kreativ und inspirierend
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-648-15160-0
Verlag: Haufe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Methoden und Tools für besseres Co-Working
E-Book, Deutsch, 183 Seiten, E-Book
Reihe: Haufe Fachbuch
ISBN: 978-3-648-15160-0
Verlag: Haufe
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Dieses Buch wurde im virtuellen Kontext, mit Hilfe von unterschiedlichen Tools konzipiert und umgesetzt, direkt erprobt und gelebt. Es bietet Inspirationen, konkrete Methoden und Tools für kreatives Zusammenarbeiten in verschiedenen Anwendungsfällen - für Beginner, Könner und Profis. Die direkt nutzbaren Tools unterstützen sowohl in der virtuellen als auch in der persönlichen Zusammenarbeit. Mit einer Selbsteinschätzung lernen Sie zudem, optimal im digitalen Umfeld arbeiten zu können und erfahren mehr über Team-Dynamiken und Kreativitätsfallen.
Inhalte:
- Virtuelles CoWorking: Situationen, Möglichkeiten, Nutzen, Voraussetzungen, Online-Formate, Meetings, Kreativ-Sessions
- Kreativität fördern: Was brauche ich, um kreativ zu sein?
- Kreativität zulassen
- Voraussetzungen für Selbstmanagement und Team-Dynamiken in der virtuellen Kreativität
- Persönliche Voraussetzung für "Kreativität" (z.B. Resilienz, Struktur beim Arbeiten, Werteverständnis)
- Anforderungen an den Arbeitsbereich (zu Hause / im Office)
- Methoden für kreatives Selbstmanagement
- Team-Dynamiken, die Kreativität unterstützen
- Wie Kreativitätsblocker aufgelöst werden können
- Kreativität und virtuelles CoWorking in Meetings
- Moderationstechniken
- Kreativität und virtuelles CoWorking abseits von Meetings
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2 Grundlagen für kreatives und virtuelles Arbeiten – Selbstmanagement und Teamdynamiken
Um virtuell kreativ mit anderen zusammenzuarbeiten, ist es sehr hilfreich, generell eine einfallsreiche Person zu sein. Kreativität allein reicht für das gemeinsame kreative Arbeiten am Arbeitsplatz jedoch nicht aus. Eine strukturierte Arbeitsweise und ein durchdachtes Selbstmanagement sind mindestens genauso wichtig, zumal diese Bereiche von jedem selbst wesentlich einfacher positiv beeinflusst werden können als teils starre Persönlichkeitsmerkmale und Präferenzen. Im Nachfolgenden betrachten wir daher spezifische Methoden für ein erfolgreiches Selbstmanagement, den optimalen Flowzustand, den »Endgegner« Prokrastination und die Anforderungen an einen funktionalen, im besten Fall sogar optimal gestalteten Arbeitsbereich. Zunächst werfen wir jedoch einen Blick auf die »kreative Person« und die Persönlichkeitsmerkmale, die sich als gute Voraussetzungen für Aufgaben mit hohen kreativen Anforderungen erweisen. 2.1 Die kreative Person: Persönlichkeitsmerkmale und persönliche Voraussetzungen für erfolgreiche kreative Arbeit
Es gibt verschiedene schematische Ansätze, um Persönlichkeitsmerkmale voneinander abzugrenzen und greifbar zu machen. Eines der etabliertesten Modelle aus der Persönlichkeitspsychologie nennt sich »Big Five« bzw. »Fünf-Faktoren-Modell«. Nach den Annahmen der Big Five lässt sich jede Persönlichkeit anhand ihrer Ausprägungen in den fünf Haupteigenschaften Offenheit für Erfahrungen, Extraversion, Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit und Neurotizismus einordnen. 2.1.1 Persönlichkeitsmerkmale, die erfolgreiche kreative Arbeit begünstigen
Wenn es um ein hohes Maß an Kreativität geht, spielt besonders die Ausprägung des Persönlichkeitsmerkmals »Offenheit für Erfahrungen« eine entscheidende Rolle. Sie verkörpert Neugierde, ein breites Interesse an Erfahrungen und Eindrücken, Begeisterungsfähigkeit, oft auch eine hohe Toleranz für Ambiguität. Hohe Werte in diesen Bereichen beschreiben also die Fähigkeit, nicht nur in Schwarz und Weiß zu denken, sondern vielfältige Graustufen und die Mehrdeutigkeit von allem, was geschieht, sehen und akzeptieren zu können. Wer mit offenen Augen durch die Welt geht, aktiv Neues sucht und empfänglich für Inspiration ist, der ist in der Regel auch kreativer als Menschen, bei denen diese Offenheit weniger ausgeprägt ist. Weitere Persönlichkeitsmerkmale, die sich positiv auf die Fähigkeit, kreativ zu arbeiten, auswirken, sind: Ein hohes Selbstvertrauen, das mit einem kreativen Selbstbild und einer ordentlichen Portion Mut und emotionaler Stabilität verbunden ist. Oft steht dies auch in Verbindung mit einem starken Glauben an die eigene Schaffenskraft und der Bereitschaft, gegebenenfalls sogar Risiken einzugehen, da auf den eigenen Output und die tendenziell eher positive Kraft von Veränderungen vertraut wird. Eine intrinsische Leistungsmotivation, die sowohl Bereitschaft als auch Schaffensdrang hervorbringt. Wer damit ausgestattet ist, kreiert häufig schon allein um der Kreation willen und speist seine Leistungsbereitschaft aus dem eigenen Selbst- und Werteverständnis. Solche Menschen verfügen häufig über einen hohen Ideenreichtum und eine Leidenschaft dafür, Gedankenspiele zum Leben zu erwecken. Nonkonformität – ein Faktor, der allzu gern auch »thinking outside the box« genannt wird. Gemeint ist damit Unkonventionalität im Denken oder anders ausgedrückt: Originalität. Die Fähigkeit und sogar Angewohnheit, einen anderen Blickwinkel einzunehmen, anders oder gegen den Strom zu schwimmen, in der Lage zu sein, Ideen zu entwickeln, die wirklich neu und innovativ sind. Oft ist dies auch verbunden mit einem hohen Streben nach Autonomie sowie selbstständigem und unabhängigem Denken. Weitere Charakterausprägungen, die in einem positiven Zusammenhang mit Kreativität stehen, sind Beharrlichkeit, Spontaneität, eine Präferenz für Komplexes sowie ein hohes Maß an Selbstreflexion, aber auch Kritikfähigkeit und Resilienz in Zeiten, in denen es mal schwer oder zäh wird. Darüber hinaus erweisen sich eine strukturierte Arbeitsweise und ausgeprägte Projektmanagement-Skills als wichtige Faktoren, wenn es darum geht, in erster Linie 2.1 Die kreative Person: Persönlichkeitsmerkmale und persönliche persönliche Voraussetzungen nicht »nur« ein kreatives Genie oder Künstler zu sein, sondern auch ein effizienter und verlässlicher Teamplayer. Neben den individuellen Charakterausprägungen fließen noch eine Vielzahl an Skills, Einstellungen und organisatorische Grundlagen in die Frage ein, ob wir gut kreativ mit anderen zusammenarbeiten können. 2.1.2 Einstellungen und veränderliche Faktoren, die erfolgreiches kreatives Arbeiten unterstützen
Während unsere Persönlichkeitsmerkmale nur bis zu einem gewissen Grad variabel sind, können viele andere begünstigende Faktoren gezielt erlernt und gestärkt werden. Daher ist es sinnvoll zu reflektieren: Arbeiten wir organisiert und eigenverantwortlich? Gehen wir offen und wertschätzend in die Kommunikation mit unserem Team? Bringen wir sowohl Struktur als auch Flexibilität in unseren Workflow und Tagesablauf ein? Sind wir grundsätzlich aus uns selbst heraus motiviert und wissen wir, wenn es mal schwierig wird, wie wir neue Inspiration finden und wie wir uns Erholung verschaffen können? In diesem Zusammenhang kann es enorm hilfreich sein, ehrlich und in Ruhe über die nachfolgenden Punkte zu reflektieren. Es geht darum zu ergründen, ob unser Verhalten und unsere jeweiligen Einstellungen in Bezug auf unseren Job und unsere Rolle zielführend oder nachteilig sind – und im Falle von einzelnen nicht zufriedenstellenden Erkenntnissen darüber nachzudenken, wie wir uns in diesen Bereichen fortentwickeln können. Selbstständigkeit und Eigenverantwortung Wie ist es um unsere Fähigkeit zum eigenständigen Arbeiten bestellt? Fühlen wir uns wohler, wenn jemand uns recht genaue Anweisungen zu den nächsten Aufgaben gibt? Oder entscheiden wir lieber selbst, wie wir eine Herausforderung angehen und lösen? Brauchen wir vielleicht sogar jemanden, der uns antreibt und Deadlines vorgibt? Oder arbeiten wir besser, wenn wir unsere eigenen Timelines setzen können? Wollen wir Verantwortung übernehmen, ggf. auch für andere Teammitglieder, oder scheuen wir dies eher? Kritik(fähigkeit) und Resilienz Sind wir in der Lage, proaktiv, kollegial und effektiv zu kommunizieren sowie Feedback anzunehmen und umzusetzen? Genauer: Haben wir die Fähigkeit, Kritik anzunehmen, ohne uns dadurch persönlich angegriffen oder gar abgewertet und beleidigt zu fühlen? Oder können wir in diesem Bereich an uns arbeiten, um uns seltener schlecht oder demotiviert zu fühlen? Wie ist es um unser Durchhaltevermögen und einen gesunden Eigenantrieb bestellt? Können wir Nein sagen? Können wir anderen professionell und wertschätzend ehrliches Feedback geben, ohne dass unser Ego uns in den Weg kommt? Verzichten wir häufig darauf zu sagen, was wir denken, obwohl es hilfreich wäre? Wenn ja, aus welcher Motivation heraus tun wir dies – beispielsweise um andere nicht zu verletzen? Werteverständnis Ergründen wir immer wieder, warum wir unsere Arbeit tun, was wir eigentlich bewegen wollen, welche Werte dabei für uns zentral sind und wer wir sein wollen, auch als Mitglied eines Teams? Ist es uns beispielsweise wichtig, ein:e verlässliche:r Partner:in zu sein und auch so wahrgenommen zu werden? Oder liegt unser Hauptaugenmerk eher darauf, immer die innovativsten Ideen zu haben und als Idea Machine aufzutreten, im Zweifelsfall auch zulasten anderer Qualitäten? Reflektieren wir über unsere Arbeitsweise und fragen uns regelmäßig, was gut lief, was weniger optimal war und wie wir Prozesse und Ergebnisse zukünftig verbessern können? Oder liefern wir unsere Arbeit ab, ohne wichtige Aspekte anschließend noch einmal Revue passieren zu lassen und idealerweise etwas daraus zu lernen? Struktur und Flexibilität Wie sieht es mit unseren Projektmanagement- und organisatorischen Skills aus? Sind wir grundsätzlich gut organisiert und durchdenken regelmäßig, was wir wie und warum tun? Können wir uns gut an sich verändernde Situationen, Voraussetzungen, Ziele und Teams anpassen? Oder hadern wir mit Veränderungen und, wenn ja, warum? Motivation und...