E-Book, Deutsch, 280 Seiten
Reihe: MM-Städteführer
Reiter / Wistuba Budapest
6. Auflage 2024
ISBN: 978-3-95654-850-5
Verlag: Michael Müller Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Individuell reisen mit vielen praktischen Tipps und Web-App mmtravel.com
E-Book, Deutsch, 280 Seiten
Reihe: MM-Städteführer
ISBN: 978-3-95654-850-5
Verlag: Michael Müller Verlag
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Die Stadt an der Donau ist ein Geschwisterpaar voller Gegensätze: hier das hügelige Buda mit dem mittelalterlichen Burgviertel, der Fischerbastei und den atemberaubenden Aussichtspunkten, dort das großstädtische Pest mit seinen Boulevards, dem kuppelbekrönten Parlament, den Jugendstilbauten und den edlen Shoppingmeilen.
Ungarns Metropole hat sich herausgeputzt: Die einst rußgeschwärzten Fassaden aus der Zeit der Donaumonarchie sind auf Hochglanz poliert, zugeparkte Plätze sind Grünanlagen und Fußgängerzonen gewichen und öde Industrieflächen etablierten sich zu neuen Stadtvierteln. Dem alten Reiz der Stadt, den Budapest neben der Lage an der Donau, den Thermalquellen, Kaffeehäusern und verträumten Hinterhöfen verdankt, konnte der Wandel erfreulich wenig anhaben.
Unser Reisebuch führt sie durch die achtgrößte Stadt der EU.
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Wege durch Budapest Durch Budapests Altstadt Tour 1 Mittelalterliche Häuserzeilen und Barockfassaden, gemütliche Cafés und kleinstädtischer Charme prägen die historische Bürgerstadt im Norden des Burgbergs. Mit der Matthiaskirche und der für ihren Ausblick berühmten Fischerbastei lockt sie zudem mit zwei großen Sehenswürdigkeiten. Matthiaskirche, Ungarns Krönungskirche und Wahrzeichen des Burgbergs Fischerbastei, Aussichtsbalkon im Zuckerbäckerstil Felsenkrankenhaus, Geheimlazarett im Untergrund Budai Várnegyed Budaer Burgviertel Der Burgberg (Várhegy) ist ein von Höhlen und Stollen durchzogenes Kalksteinplateau, das sich 60 m über dem rechten Donauufer erhebt. Seit Mitte des 13. Jh. gibt es hier oben eine befestigte Siedlung. Den nördlichen Teil des Burgbergs nimmt das Burgviertel (Várnegyed) ein, die historische Bürgerstadt, während am südlichen Sporn die gewaltige Anlage des Burgpalasts (Budavári Palota ? Tour 2) thront. Dazwischen, an der schmalsten Stelle des Burgbergs, liegt der Dísz tér, ein langgestreckter Platz, der einst von Westen durch das Stuhlweißenburger Tor (Fehérvári kapu) und von Osten (donauseitig) durch das Wassertor (Vizikapu) zu erreichen war. Die Auffahrten gibt es bis heute, von den Toren blieb nur ersteres in Form eines Brückenbogens erhalten. Wer durch die Gassen der verkehrsberuhigten, etwas verschlafen wirkenden Bürgerstadt schlendert, dem fällt die schachbrettförmige Anlage des Viertels auf, die auf die planmäßige Bebauung nach dem Mongolensturm 1241 zurückgeht. Nach der Rückeroberung Budas aus der osmanischen Herrschaft erfolgte der Wiederaufbau im 17./18. Jh. im Barockstil. Die meisten Häuser haben einen gotischen Kern, der hinter barocken und klassizistischen Fassaden verborgen ist. Manch mittelalterliches Bauteil wie Fenster oder Türbogen ist an den Außenmauern noch sichtbar. Muemlék-Marmortafeln kennzeichnen diese denkmalgeschützten Gebäude. Nach dem Ausgleich 1867 wurden Ministerien und Regierungsämter am Burgberg untergebracht, für die man repräsentative Bauten im historistischen Stil errichtete. Im Zweiten Weltkrieg beschädigt und danach abgerissen, werden sie gerade rekonstruiert, was das Bild des Viertels vermutlich stark verändern wird. Während sich um die Hauptattraktionen des Burgviertels - Matthiaskirche und Fischerbastei - die Touristengruppen tagsüber nur so tummeln, wird es hier abends schnell ruhig. Dann ist der Blick von oben auf das Lichtermeer der Millionenstadt noch eine Spur romantischer. Spaziergang ? Karte. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Spaziergangs sind mit ? gekennzeichnet und werden unter „Sehenswertes“ ausführlich beschrieben. Ausgangspunkt der rund 3 km langen Tour durch die Bürgerstadt (Dauer ca. 2 Std.) ist der weite Dísz tér (Paradeplatz), geschäftiger Verkehrsknotenpunkt in der Mitte des Burgbergs (Haltestelle von Bus 16 und 16 A). Die hübschen zwei- und dreigeschossigen Barockhäuser zu beiden Seiten (wie das ockerfarbene Postamt auf Nr. 15 oder das spätbarocke Palais Batthyány auf Nr. 3) geben noch einen Eindruck von der ursprünglichen Bebauung. Ende des 19. Jh. kamen an der Süd(ost)-Seite zwei wuchtige Verwaltungsbauten hinzu, die zurzeit wieder aufgebaut werden. Am oberen Ende des Platzes erinnert das Hónved-Denkmal (1893) an den verlorenen Aufstand der ungarischen Landwehr (Hónved) gegen die Habsburger 1848/49. Wir gehen links daran vorbei und erreichen die Úri utca (Herrengasse), wo sich auf Nr. 9 der Eingang zum ? Labirintus befindet. Gleich die folgende Quergasse (Anna utca) biegen wir rechts ab und gelangen so in die belebte Tárnok utca (Schatzmeistergasse), an der im Mittelalter die Kaufleute siedelten und sich heute Restaurants und Souvenirläden goldene Nasen verdienen. Einen Eindruck vom früheren Straßenbild geben die gotischen Häuser Nr. 14 und 16, die beide typische Touristenlokale beherbergen. Im Haus Nr. 18 eröffnete um 1730 die damals erste Apotheke im Burgviertel, mittlerweile ist sie als ? Apothekenmuseum „Goldener Adler“ („Arany Sas“ patikamúzeum) zu besichtigen. Von hier sind es nur noch wenige Schritte zum höchsten Punkt des Burgbergs, dem Szentháromság tér (Dreifaltigkeitsplatz). Er ist das touristische Zentrum des Viertels und verdankt seinen Namen der 14 m hohen, figurenreichen Barocksäule in der Mitte, die 1714 zum Dank für das Ende der zweiten Pestepidemie errichtet wurde. Bevor wir uns der Matthiaskirche zuwenden, ein Blick zu zwei weiteren Gebäuden: Das barocke linker Hand mit dem Uhrtürmchen und dem Erker ist das im 18. Jh. auf Mittelaltermauern erbaute Alte Rathaus von Buda, das 1873 nach der Vereinigung von Buda, Óbuda und Pest funktionslos wurde und heute von einer Stiftung genutzt wird. Die Statue in der Nische unter dem Erker ist die griechische Göttin Pallas Athene mit dem Stadtwappen in ihren Händen. Der neugotische Palast an der Nordseite des Platzes, 1904 von Sándor Fellner geplant und nach dem Zweiten Weltkrieg vereinfacht wiederhergestellt, erhält zurzeit sein früheres Aussehen zurück und wird wie einst das Finanzministerium beherbergen. Matthiaskirche, Fischerbastei und Hotel Hilton Nun zu einer Hauptattraktion des Burgbergs, der ? Matthiaskirche (Mátyás templom), Krönungskirche der ungarischen Könige. Ihre Rückseite umrahmt dekorativ mit Türmchen und Arkadengängen die neoromanische ? Fischerbastei (Halászbástya), die einen grandiosen Blick auf die Donau und Pest bietet - Busladungen von Touristen strömen täglich über ihre Treppen und Aussichtsterrassen, von denen die oberen tagsüber Eintritt kosten. Hier wird fotografiert und „geselfiet“, was das Zeug hält, auch ein romantisches Dinner ist möglich, denn den Nordteil der Bastei hat ein teures Touristenrestaurant in Beschlag genommen. Das Ensemble der Fischerbastei wird komplettiert durch die imposante Reiterstatue des Hl. Stephan, des ersten Königs von Ungarn. 10 Jahre, von 1896 bis 1906, arbeitete Alajos Stróbl an dem Bronzestandbild des Königs hoch zu Ross samt Krone und Krönungsmantel. Schulek, Architekt der Fischerbastei, entwarf den Marmorsockel mit den vier Löwen und den Seitenreliefs mit Szenen aus dem Leben des Heiligen. Er selbst verewigte sich im Relief an der Rückseite in der Figur, die das Kirchenmodell zeigt. So gar nicht zu dem verspielten Stil vom Ende des 19. Jh. passt das 1976 eröffnete Luxushotel Hilton Budapest, in dessen bronzefarbener Glasfassade sich die Fischerbasteitürmchen spiegeln (? Übernachten). Es war das erste Hilton-Hotel Osteuropas, entworfen hat es der ungarische Architekt Béla Pinter. In den Bau integriert sind Mauerreste einer gotischen Kirche (vom Nordende der Fischerbastei aus zu erreichen), Reste eines Dominikanerklosters aus dem 13. Jh. und die spätbarocke Fassade eines Jesuitenkollegs (zu sehen auf der Vorderseite des Hotels). Blick zum Staatsarchiv am Ende der Táncsics Mihály utca Es geht nun zwischen Matthiaskirche und Hotel hindurch und über den langgestreckten Hess András tér in die östlichste der vier nahezu parallelen Altstadtgassen, in die schöne Táncsics Mihály utca. Vom 13. bis 16. Jh. bildete sie den Kern des Budaer Judenviertels. An beiden Seiten reihen sich zwei- bis maximal dreigeschossige Häuser mit klassizistischen und barocken Fassaden aneinander. Hervor sticht das barocke ? Erdödy-Palais (Nr. 7) mit seinem repräsentativen Portal. Das Haus Nr. 9 nebenan, im 19. Jh. Kaserne und Gefängnis, zieren Gedenktafeln für die hier inhaftierten Revolutionäre Lajos Kossuth und Mihály Táncsics (ein Schriftsteller). Weiter im Norden der Gasse versteckt sich in dem Wohnhaus Nr. 26 eine ursprünglich ? Mittelalterliche Synagoge (Középkori zsidó imaház) aus dem 14. Jh. Nach ihrer Renovierung 2018 dient sie der jüdischen Gemeinde nach 400 Jahren wieder als Gebetssaal. Wer mag, kann sie besichtigen (Di-Fr/So 10-18 Uhr, Eintritt 800 Ft). Schräg gegenüber führt die schmale Babits-Mihály-Köz hinaus auf die Mihály-Babits-Promenade, die direkt auf der Befestigungsmauer verläuft und nordwärts bis zum Wiener Tor (Bécsi kapu) führt. Dieses schützte den nördlichen Zugang zum Burgviertel und wurde 1936 zum 250. Jahrestag der Rückeroberung Budas aus der Osmanenherrschaft wieder errichtet. Von seiner Plattform kann man einen schönen Blick über Buda hinweg zur Margareteninsel genießen. Den barocken Platz südlich des Tors, Bécsi kapu tér, flankieren die...