Sachse | Das Persönlichkeits-Störungs-Rating-System | E-Book | sack.de
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Sachse Das Persönlichkeits-Störungs-Rating-System

Narzisstische, histrionische, dependente und selbstunsichere Persönlichkeitsstörungen diagnostizieren
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-8409-2994-6
Verlag: Hogrefe Publishing
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark

Narzisstische, histrionische, dependente und selbstunsichere Persönlichkeitsstörungen diagnostizieren

E-Book, Deutsch, 151 Seiten

Reihe: Praxis der Psychotherapie von Persönlichkeitsstörungen

ISBN: 978-3-8409-2994-6
Verlag: Hogrefe Publishing
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark



Die Diagnostik von Persönlichkeitsstörungen ist zwar besonders schwierig, gleichzeitig ist sie aber für den Psychotherapieprozess auch besonders wesentlich.
In diesem Buch werden die auftretenden diagnostischen Probleme erörtert, und es wird dargestellt, warum eine frühe Diagnostik im Prozess wesentlich ist. Zur Lösung der diagnostischen Probleme wird ein spezifisches Rating-System vorgeschlagen, das von Therapeuten im Therapieprozess angewandt werden kann und das sehr solide diagnostische Aussagen ermöglicht – und zwar auch dann, wenn Klienten die Intention haben, dem Therapeuten noch gar keinen Einblick in ihre Probleme zu gewähren. Dies wird ermöglicht, indem das typische Spielverhalten und Vermeidungsverhalten von Klienten mit Persönlichkeitsstörungen bei der Diagnostik berücksichtigt wird.
Mit dem vorgestellten System können Klienten mit narzisstischer, histrionischer, dependenter und selbstunsicherer Persönlichkeitsstörung diagnostiziert werden.

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Zielgruppe


Psychotherapeuten, Psychiater, Klinische Psychologen, Studierende der Psychologie.


Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


1;Inhaltsverzeichnis;7
2;1Einleitung: Worum es geht;11
3;2Probleme bei der Diagnostik von Persönlichkeitsstörungen;15
4;3 Die Diagnose von Persönlichkeitsstörungen ist schwierig;17
4.1;3.1Ein psychologisches Modell von Persönlichkeitsstörungen als Ausgangspunkt der Überlegungen;17
4.2;3.2Beziehungsorientierung;17
4.3;3.3Mangelnde Änderungsmotivation;18
4.4;3.4Hyper-allergische Schemata;19
4.5;3.5Misstrauen;19
4.6;3.6Images und Appelle;20
4.7;3.7Mangelnde Repräsentation;23
4.8;3.8Resümee;23
5;4Weitere Probleme mit klassischen Diagnosesystemen;25
5.1;4.1Konzeptuelle Probleme;25
5.2;4.2Aktueller Forschungsstand;26
5.3;4.3Resümee;27
6;5Diagnostizieren erfordert Expertise – unabhängig vom genutzten System;31
7;6Eine mögliche Ergänzung: Das Persönlichkeits-Störungs-Rating-System;33
8;7 Das Persönlichkeits-Störungs-Rating-System;41
8.1;7.1Der Fokus liegt auf Beziehungsstörungen;41
8.2;7.2Grundüberlegungen zum Rating-System;42
8.3;7.3Die Struktur des Rating-Systems;43
9;8Analyse von Images und Appellen;45
9.1;8.1Einleitung;45
9.2;8.2Was sind Images und Appelle?;45
9.3;8.3Besonderheiten von Images und Appellen;46
9.4;8.4Das Entschlüsseln von Images und Appellen;47
10;9Narzisstische Persönlichkeitsstörungen;50
10.1;9.1Kriterien für Narzissmus;50
10.2;9.2Erfolgreiche Narzissten: NAR;55
10.3;9.3Erfolglose Narzissten: ELNAR;57
10.4;9.4Gescheiterte Narzissten: GENAR;59
11;10Histrionische Persönlichkeitsstörung;61
11.1;10.1Kriterien für die histrionische Störung;62
11.2;10.2Positive Strategien;66
11.3;10.3Negative Strategien;67
11.4;10.4Erfolgreiche (HIS) und erfolglose (ELHIS) Histrioniker;68
12;11Dependente Persönlichkeitsstörung;69
13;12Selbstunsichere Persönlichkeitsstörung;74
14;13Komorbidität;77
15;14Auswertungsbogen;78
16;15Rating-Vorgehen;81
16.1;15.1Grundannahmen zum Ratingprozess;81
16.2;15.2Das konkrete Vorgehen;82
16.2.1;15.2.1Stichproben;83
16.2.2;15.2.2Kriterien für die Diagnosestellung;85
17;16Beispiele für Ratings;89
17.1;16.1Rating beim Therapieprozess einer dependenten Klientin;89
17.1.1;16.1.1Einleitung;89
17.1.2;16.1.2Der Fall;89
17.1.3;16.1.3Das Transkript;90
17.1.4;16.1.4Das Rating;95
17.1.5;16.1.5Resümee;97
17.2;16.2Rating beim Therapieprozess mit einem narzisstischen Klienten;98
17.2.1;16.2.1Der Fall;98
17.2.2;16.2.2Das Transkript;98
17.2.3;16.2.3Das Rating;102
17.2.4;16.2.4Resümee;103
18;17Reliabilität des Systems;107
19;18Validität des Systems;109
19.1;18.1Einleitung;109
19.2;18.2Validierung I: Unterschiede zwischen den Störungen;109
19.2.1;18.2.1Grundidee;109
19.2.2;18.2.2Vergleiche von Narzissten mit erfolglosen Narzissten;110
19.2.3;18.2.3Überblick über die Hypothesen;113
19.2.4;18.2.4Ergebnisse;114
19.2.5;18.2.5Vergleich von Narzissten mit gescheiterten Narzissten;115
19.2.6;18.2.6Überblick über die Hypothesen;117
19.2.7;18.2.7Ergebnisse;118
19.2.8;18.2.8Vergleiche von Histrionikern und erfolglosen Histrionikern;119
19.2.9;18.2.9Überblick über die Hypothesen;121
19.2.10;18.2.10Ergebnisse;122
20;19Vergleich der Therapie-Erfolge;123
20.1;19.1Einleitung;123
20.2;19.2Vergleich der Narzissmus-Gruppen;123
20.2.1;19.2.1Hypothesen;123
20.2.2;19.2.2Vorgehen;124
20.2.3;19.2.3Stichprobe;124
20.3;19.3Ergebnisse;127
20.4;19.4Resümee;131
20.5;19.5Vergleich der Histrionik-Gruppen;131
20.5.1;19.5.1Hypothesen;131
20.5.2;19.5.2Stichprobe;132
20.5.3;19.5.3Ergebnisse;133
20.5.4;19.5.4Resümee der Vergleiche der Histrionik-Gruppen;137
21;20Vergleich der Ergebnisse des PSRS und der SKID-II-Einschätzungen;138
21.1;20.1Grundüberlegungen;138
21.2;20.2Ergebnisse;138
22;21Schlussfolgerungen aus den empirischen Untersuchungen;141
23;Literatur;142
24;Endnoten;151


|31|6 Eine mögliche Ergänzung: Das Persönlichkeits-Störungs-Rating-System
Alle diese Argumente machen deutlich, dass ein Therapeut/Diagnostiker, um zu Therapiebeginn zu validen Informationen (vor allem bei Klienten mit PD!) zu gelangen, Folgendes tun sollte: Er sollte mit dem Klienten eine Interaktionssituation herstellen, in der relevante Schemata getriggert werden, sodass sie sich im Interaktionshandeln des Klienten ausprägen. Er sollte diese Situation längere Zeit schaffen, sodass Klienten ihr Verhalten kaum noch kontrollieren können, insbesondere nicht, wenn ihre Schemata getriggert sind. Er sollte sich zwar auch, aber keineswegs nur, auf verbale Informationen verlassen, sondern auch non- und paraverbale Informationen des Handelns einbeziehen. Er sollte die Inhalte nach bestimmten Heuristiken (z.?B. für Images und Appelle) scannen, um so typische Muster beim Klienten zu identifizieren. Er sollte aber auch langfristig eine vertrauensvolle Therapeut-Klient-Beziehung schaffen, um es dem Klienten zu ermöglichen, dem Therapeuten auch relevante inhaltliche Informationen zu liefern (die dann auch Grundlage der weiteren therapeutischen Arbeit werden). Alle diese Aspekte sprechen dafür, dass Ratingsysteme, wenn die Informationen von Therapeuten/Diagnostikern mit hoher Expertise ausgewertet werden, validere Informationen ergeben sollten, als Interviews oder Fragebögen. Als Alternative oder Ergänzung zu einer DSM-/ICD-Analyse bzw. eine Analyse durch das SKID-II und als Alternative oder Ergänzung zu Fragebogenverfahren wurde zur Diagnostik von Persönlichkeitsstörungen das Persönlichkeits-Störungs-Rating-System (PSRS) entwickelt (Sachse, 2015; Sachse, Kiszkenow-Bäker & Schirm, 2016). Mit dem Persönlichkeitsstörungs-Rating-System (PSRS) sollte ein neues und valides Instrument zur Erfassung von Persönlichkeitsstörungen entwickelt werden. Dabei geht es darum, Persönlichkeitsstörungsdiagnosen direkt aus Therapie-Sitzungen abzuleiten, und zwar sowohl aus der vom Klienten gegebenen Information als auch aus dem Interaktionsverhalten von Klienten: Therapeuten sollen in die Lage versetzt werden, aus den von den Klienten erhaltenen Informationen erste Hypothesen und dann valide Diagnosen über Persönlichkeitsstörungen zu stellen (Sachse, 2006b, 2006d). Damit sollte ein Rating-System etwas Entscheidendes können: Es kann auch dann relevante Informationen zu einer Diagnose gewinnen, wenn Klienten (noch) nicht bereit oder in der Lage sind, solche Informationen explizit auf der Inhaltsebene zu liefern; auch dann, wenn Klienten durch Images oder Appelle versuchen, den Therapeuten zu „täuschen“, kann |32|das Rating eben diese Manöver als wesentliche Informationsquellen nutzen. Daher ist das System auch dann sinnvoll anwendbar, wenn Klienten wenig Vertrauen zum Therapeuten haben, Informationen nicht preisgeben wollen oder es nicht können. Diese Aspekte stellen den entscheidenden Vorteil eines Ratingsystems dar! Nach dem Modell der Doppelten Handlungsregulation geben Klienten den Therapeuten (oder Ratern) Informationen über ihre Persönlichkeitsstörung auf zwei Arten: 1. Sie geben die Information verbal, über sprachliche Äußerungen, die sie über sich selbst, ihr Denken, Fühlen und Handeln, ihre Interpretationen, Werte, Ziele, Motive usw. geben. Diese Art von Information ist im vom Klienten produzierten Text (explizit) enthalten und kann vom Therapeuten/Rater verstanden werden, wobei „Verstehen“ aber ein hoch komplexer Verarbeitungsprozess ist (genaueres dazu siehe Sachse, 2017). Diese Art der Informationsgabe unterliegt prinzipiell den Problemen, die oben näher behandelt wurden. Im Therapieprozess sind die oben beschriebenen Probleme gegenüber einer diagnostischen Frage-Situation oder einer Fragebogen-Situation aber entschärft und zwar aus folgenden Gründen: Der Therapeut realisiert von Anfang an eine Beziehungsgestaltung, die auf den Aufbau von Vertrauen abzielt: Dies schafft eine entspannte, nicht bedrohliche Atmosphäre zwischen Klient und Therapeut. Das Misstrauen der Klienten kann so zumindest gemildert werden. Der Therapeut übt nicht (durch Fragen etc.) Druck auf den Klienten aus: Der Klient kann über alles sprechen, über das er sprechen will, vorausgesetzt, die Information hat etwas mit ihm zu tun. Dies reduziert in hohem Maße Reaktanz und die Tendenz, „für den Therapeuten zu antworten“. Der Therapeut versucht, den Klienten in seinen Aussagen zu ermuntern, zu unterstützen und zu motivieren: Dies kann die Motivation des Klienten steigern, dem Therapeuten relevante Informationen zu geben. Der Klient kommt mit einem Anliegen zum Therapeuten, mindestens mit einer Stabilisierungsintention: Er will also in jedem Fall etwas vom Therapeuten. Damit ist ihm aber klar, dass es sinnvoll ist, dem Therapeuten zumindest ein Minimum an Information zu liefern. Der Therapeut hilft dem Klienten aktiv bei der Formulierung, Konkretisierung, Präzisierung und Explizierung von Inhalten: Dadurch kann der Klient seine Repräsentation von Informationen verbessern und ist damit in der Lage, dem Therapeuten relevantere Information zu liefern. Alle diese Aspekte, so kann man annehmen, wirken sich zu Therapiebeginn relativ schwach aus, aber sie wirken sich aus. Und: Je länger die Therapie andauert, umso stärker wirken sie sich aus. Je besser die Therapeut-Klient-Beziehung wird, desto mehr relevante, peinliche, selbstwertbelastende Information und damit auch relevantere Information wird der Klient dem Therapeuten geben. Je länger die Therapie dauert, desto relevantere Aspekte seines Problems wird der Klient „ansteuern“, sodass der Klient immer relevantere Informationen offenlegen wird. Je länger die Therapie dauert, desto besser weiß der Klient über Problemaspekte Bescheid, d.?h. das Ausmaß der Repräsentation relevanter Problemaspekte verbessert sich: Und damit erhält der Therapeut notwendigerweise relevantere und validere Information! 2. |33|Die Therapiesituation ist besonders geeignet, Informationen über den Klienten zu erhalten, weil der Klient relevante Informationen in der Interaktion mit dem Therapeuten offenlegt. Der Klient muss mit dem Therapeuten interagieren: Der Therapeut ist ein Stimulus und seine Interventionen sind Stimuli, die Motive, Schemata, Spielstrukturen etc. beim Klienten aktivieren. Dieser Aktivierungsprozess geschieht in der Interaktion, egal ob der Klient es will oder nicht: Der Klient kann seine Gabe verbaler und nonverbaler Information höchstens für kurze Zeit kontrollieren: Schnell aber gibt er dem Therapeuten über sein Interaktionsverhalten Informationen, ob er will oder nicht. Die therapeutische Situation ist damit ein idealer Ort, damit das Interaktionsverhalten des Therapeuten höchst (problem-)relevante – Motive, – Schemata, ...



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