Sanders | Winterglück im Hotel der Herzen | E-Book | sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 432 Seiten

Reihe: Das kleine Hotel

Sanders Winterglück im Hotel der Herzen

Ein Cornwall-Roman
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-641-26559-5
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Ein Cornwall-Roman

E-Book, Deutsch, Band 2, 432 Seiten

Reihe: Das kleine Hotel

ISBN: 978-3-641-26559-5
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Winterwunderland in Cornwall - so schön kann die kälteste Zeit des Jahres sein!
Es ist Winter in Cornwall, und das »Wild-at-Heart«-Hotel steht Kopf! Ein Filmteam hat sich angekündigt, um auf der kleinen Gezeiteninsel eine Serie zu drehen, und plötzlich sieht sich die Familie Wilde im Mittelpunkt von Schauspielern, Crew, Fans und jeder Menge Komplikationen. Doch die kleine Finanzspritze kann die Familie nach dem turbulenten Sommer gut gebrauchen. Und Mutter Gretchen ist ohnehin so verliebt, dass der Stress ihr nichts anhaben kann. Ihre Tochter Nettie dagegen sucht noch nach einem Weg, mit den Herausforderungen der ersten Liebe umzugehen und entscheidet sich dabei ausgerechnet für das Unromantischste, das das Romantikhotel je gesehen hat, und das kurz vor Weihnachten! Doch das Glück liegt in Cornwall bekanntlich nie weit entfernt ...SPIEGEL-Bestsellerautorin Anne Sanders bei Blanvalet:
Sommer in St. Ives
Mein Herz ist eine Insel
Sommerhaus zum Glück
Willkommen im Hotel der Herzen
Winterglück im Hotel der Herzen

Anne Sanders lebt in München und arbeitete als Journalistin, bevor sie sich für die Schriftstellerei entschied. Zu schreiben begann sie bei der »Süddeutschen Zeitung«, als Autorin veröffentlichte sie unter anderem Namen bereits erfolgreich Romane für jugendliche Leser. Die Küste Cornwalls begeisterte Anne Sanders auf einer Reise so sehr, dass sie spontan beschloss, ihren nächsten Roman dort spielen zu lassen. »Sommer in St. Ives« eroberte die Herzen der Leserinnen und war wochenlang auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Auch »Mein Herz ist eine Insel« und »Sommerhaus zum Glück« waren große Erfolge.

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1.
Wenn sich etwas sagen ließ über Gretchen Wilde, dann, dass sie die besten Skoleboller backte, die Cornwall je gesehen hatte. Was kaum jemanden verwundern sollte, denn zumindest auf Port Magdalen gab es außer ihr niemanden, der aus Norwegen stammte und eine solche Spezialität zu zaubern in der Lage war. Niemanden, außer Gretchen eben. Was die Bewunderer dieser norwegischen Backkunst aus Eiern, Milch, Zucker und einer herrlichen Vanillecreme allerdings nicht ahnen konnten, war die Tatsache, dass die junge Frau immer nur dann nachts in die Hotelküche schlich, wenn sie wirklich miese Laune hatte. Wenn ihr etwas die Nachtruhe verhagelte. Wenn Gäste sie verärgert hatten. Wenn Opa Theo wieder einmal eine seiner zutiefst denkwürdigen Erfindungen an ihr oder einem anderen unschuldigen Menschen erprobt hatte. Wenn die Tage anstrengender waren als sonst und Gretchen aufgewühlter, wenn an Schlaf nicht zu denken war, dann schlich die Inhaberin des Wild at Heart, Port Magdalen, Cornwall, in die Küche ihres Hotels und malträtierte Teig, bis ihr die Arme schwer wurden. Und Hefeteig, den musste man walken. Kneten musste man den und durchmassieren, und Gretchen überließ diese Aufgabe niemals der Küchenmaschine, sondern krempelte stattdessen selbst die Ärmel hoch. Die Ärmel ihres dunkelgrünen Pyjamas wohlgemerkt. Den mit den weinroten Beeren darauf. Einen denkwürdigen Anblick gab Gretchen da ab, in ihren Plüschpantoffeln, dem wirren blonden Dutt und ebendiesem vorweihnachtlichen Schlafanzug. »Mum?« Gretchen war so tief darin versunken, ihren Teig zu bezwingen, dass sie beim Klang von Netties Stimme zusammenzuckte und beinahe das Blech von der Arbeitsfläche gefegt hätte. »Himmel, Nettie«, schalt sie ihre Tochter. »Musst du dich so anschleichen?« »Du hättest mich gehört, wärst du nicht so sehr darin vertieft, diesen armen Teig umzubringen.« Nettie gähnte. Dann hievte sie ihr Gesäß auf die Arbeitsfläche, unmittelbar neben Gretchens Backschüssel. »Es ist drei Uhr morgens«, stellte sie fest. »Und erst Mitte November. Ist es für Weihnachtsplätzchen nicht noch etwas früh?« »Das sind Skoleboller, keine Weihnachtsplätzchen.« Ihre Mutter zog das Gefäß ein Stück von Nettie weg, bevor sie sich wieder dem Kneten widmete. »Und wenn es so früh ist, warum liegst du dann nicht im Bett? Zumal morgen Schule ist?« Als ihre Tochter nicht gleich antwortete, warf Gretchen ihr einen abschätzenden Blick zu. Das tat sie in jüngster Zeit oft. Also, ihre Tochter abschätzen. Sie wusste, die vergangenen Monate waren für Nettie hart gewesen. Seit Damien und seine Väter nach dem großen Brand im August abgereist waren, hatte sie nichts mehr von ihrem einst besten Freund gehört – zumindest nicht, soweit Gretchen informiert war. Damien war fort, und Nettie hatte keinen Versuch unternommen, sich mit ihm auszusöhnen. Stattdessen war sie dünner geworden. Und nachdenklicher. Verschwiegen. Ein bisschen roboterhaft, was sie selbstverständlich niemals zugeben würde. Fragte man Nettie, wie es ihr gerade ging, lautete die Antwort »Bestens« oder »Fabelhaft« oder »Wahrhaft grandios«, und der grüblerische Ausdruck wich einem so unnatürlichen Grinsen, dass Gretchen jedes Mal eine Gänsehaut bekam. Sie hatte Nettie nie für eine Zynikerin gehalten. Doch die vergangenen Wochen hatten gezeigt, dass sie längst nicht mehr alles über ihre Tochter wusste. »Was?«, fragte Nettie jetzt. Gretchen schüttelte den Kopf, sie hatte sie schon viel zu lange angestarrt. »Gar nichts«, erwiderte sie. »Ich war in Gedanken.« »Ja, das sehe ich.« Nettie warf einen bedeutungsvollen Blick in Richtung Teigschüssel. »Also, was ist los? Das letzte Mal, als du mitten in der Nacht gebacken hast, ist kurz zuvor die Scheune abgebrannt. Das Mal davor hatte der Blitz eingeschlagen. Was ist es diesmal?« Gretchen murmelte etwas Unverständliches, und statt einer Antwort fragte sie: »Willst du die Vanillecreme anrühren?« »Klar.« Nettie sprang von der Anrichte und machte sich daran, die Zutaten für die Füllung zusammenzusuchen. »Du wirst morgen im Unterricht einschlafen«, warnte Gretchen. »Und du, wenn halb Hollywood hier aufläuft«, gab Nettie zurück. Ihre Mutter stöhnte auf, bevor sie dem Teig einen letzten, entschlossenen Hieb versetzte. »Wusste ich es doch«, erklärte Nettie triumphierend. »Halb Hollywood«, grummelte Gretchen. Sie formte eine Kugel aus der Skoleboller-Masse, bevor sie sie in die Schüssel zurückgleiten ließ und mit einem Geschirrtuch abdeckte. Schließlich drehte sie sich zu ihrer Tochter um. »Denkst du, wir haben einen Fehler gemacht?«, fragte sie. »Das wirst du sehr bald wissen«, erwiderte Nettie, woraufhin ihre Mutter einen reichlich verzweifelten Laut von sich gab und nach einer weiteren Schüssel griff, um noch mehr Teig für noch mehr Skoleboller anzusetzen. Wer die alle essen sollte, war einmal dahingestellt, schließlich beherbergte das Wild-at-Heart-Hotel derzeit keine Gäste; allerdings wurde stattdessen – wie Nettie es so trefflich formuliert hatte – halb Hollywood erwartet, woran niemand anders Schuld trug als der gute alte Herb Wallister. Herb war zweiundfünfzig Jahre alt, übergewichtig und Bauunternehmer aus Plymouth. Er hatte Marazion vor mehr als zwanzig Jahren verlassen, um sich selbstständig zu machen, doch seine enge Verbindung zu diesem Teil Cornwalls und natürlich zu Port Magdalen blieb bestehen, weil er nun mal einer von ihnen war. Sein Vater, George Wallister, war mit Theo Wilde zur Schule gegangen, womit Herb automatisch die Position des einzigen Bauunternehmers besetzte, dem Theo über den Weg traute. Das galt für ihn und so einige andere aus der Umgebung, infolgedessen Herb eigentlich immer ausgebucht war. So auch in dem Sommer, in dem die Wildes ihn baten, sich der Erneuerung von Stall und Scheune anzunehmen. Vor Anfang Oktober ginge gar nichts, hatte Herb im August erklärt, dann wurde Mitte Oktober daraus. Schließlich begannen sie mit dem Stall, weil Nettie ihren Esel vermisste, der bei Nachbarn unten im Dorf ein vorübergehendes Zuhause gefunden hatte, was beiden – Tier und Besitzerin – auf Dauer gar nicht gefiel. Dann verletzte sich Herb. Dann gab es plötzlich einen Notfall auf dem eigenen Firmengelände, woraufhin er auch den Rest seiner Arbeiter vom Wild at Heart abzog. In all dem Chaos hatte Gretchen versucht, den Überblick zu behalten und das Ruder in der Hand: Zu welcher Zeit war es unproblematisch, Zimmer an Gäste zu vermieten (im September, nach den Aufräum- und vor den Bauarbeiten), wann sollte das Hotel wegen Lärmbelästigung und sonstiger Einschränkungen vorsichtshalber leer stehen (ab Anfang Oktober bis mindestens Ende November; und besser, sie gab die Zimmer im Dezember noch nicht frei, falls sich noch einmal etwas verschob)? Das war es, was Gretchen am meisten Kummer bereitete: Normalerweise platzte das Wild at Heart im Dezember aus allen Nähten, die Adventszeit und Weihnachten selbst galten als Highlight eines jeden Jahres, doch diesmal … Diesmal war es den Wildes unmöglich vorauszuplanen, was wiederum einer gewissen Filmproduktionsfirma in die Karten spielte, die ohnehin schon ihr Interesse an dem Hotel bekundet hatte. Im Sommer hatten sie die erste E-Mail-Anfrage aus dem Postfach gefischt, doch damals schien es lächerlich zu glauben, man könnte das Wild at Heart an eine Filmproduktion vermieten, immerhin war das Hotel gewöhnlich Monate im Voraus ausgebucht. Normalerweise. Es sei denn, es brannte ein gesamter Gebäudekomplex, und im Zuge der Aufbauarbeiten standen die Räume eben doch auf einmal leer. Ganz abgesehen davon, dass der Platz, auf dem zuvor die Scheune gestanden hatte, nun einen hervorragenden Parkplatz abgab – für Filmfahrzeuge aller Art, von Regie über Technik hin zur Maske. Parkplatz. Das hatten sie nun von der ganzen Verzögerung. Und erst war Theo auch entsprechend eingeschnappt gewesen, doch dann hielt man ihnen Angebote unter die Nase, die sie einfach nicht ablehnen konnten, weil sie wie die sprichwörtliche Rettung in der Not klangen: Stellplatzmiete. Von der Crew ausgebuchte Zimmer. Die Möglichkeit, das Catering zu stemmen. Alles, jede Kleinigkeit durfte in Rechnung gestellt werden, und zumindest ein Teil der finanziellen Sorgen, die die Unwägbarkeit dieser Monate mit sich gebracht hatte, löste sich in Luft auf. Weshalb Gretchen das Gegengeläut wohlweislich überhört hatte, nämlich: Schauspieler! Stress! Zu viele Leute! Zu hohe Ansprüche! Bis zur heutigen Nacht, als es in ihren Ohren klingelte wie … ein Kuchenblech, das auf Steinfliesen kracht. »Theo!« »Grandpa!« »Kinder! Macht doch nicht so einen Lärm, es ist mitten in der Nacht!« Theo Wilde stand in der Tür, die weißen Haare in alle Richtungen abstehend und einen Cricketschläger in der Hand. »Gott, du hast uns zu Tode erschreckt. Und was hattest du mit diesem alten Schläger vor? Am Ende nimmt dir den jemand ab. Und was dann?« Gretchen ging auf ihren Schwiegervater zu und griff nach dem Sportgerät, das Theo ihr ohne Widerspruch überließ. Der Mann brachte es nicht fertig, mit einer Klatsche auf eine Fliege zu zielen, wie sollte er da auf einen potenziellen Einbrecher losgehen? »Ich hab Licht gesehen. Und das Hotel steht leer. Man weiß ja nie, was … Oh, werden das etwa Skoleboller? Was ist los, Gretchen? Angst vor der eigenen Courage?« Nettie lachte, und Gretchen verdrehte die Augen. Wenn sie so leicht zu durchschauen war, sollte sie womöglich...


Sanders, Anne
Anne Sanders lebt in München und arbeitete als Journalistin, bevor sie sich für die Schriftstellerei entschied. Zu schreiben begann sie bei der »Süddeutschen Zeitung«, als Autorin veröffentlichte sie unter anderem Namen bereits erfolgreich Romane für jugendliche Leser. Die Küste Cornwalls begeisterte Anne Sanders auf einer Reise so sehr, dass sie spontan beschloss, ihren nächsten Roman dort spielen zu lassen. »Sommer in St. Ives« eroberte die Herzen der Leserinnen und war wochenlang auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Auch »Mein Herz ist eine Insel« und »Sommerhaus zum Glück« waren große Erfolge.



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