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E-Book, Deutsch, 465 Seiten

Schlegel Gedichte


1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-8496-3531-2
Verlag: Jazzybee Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 465 Seiten

ISBN: 978-3-8496-3531-2
Verlag: Jazzybee Verlag
Format: EPUB
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Karl Wilhelm Friedrich von Schlegel war ein deutscher Kulturphilosoph, Philosoph, Schriftsteller, Kritiker, Literaturhistoriker und Übersetzer. Friedrich Schlegel war neben seinem Bruder August Wilhelm Schlegel einer der wichtigsten Vertreter der 'Jenaer Frühromantik' sowie Mitbegründer der modernen Geisteswissenschaften. Dieser Sammelband beinhaltet seine schönsten Gedichte.

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Vierzehnte Romanze

Wie der Frommen Lanze blühet,

Die vollendend ihr Gelübde,

Hier die Schulden abzubüßen,

Sich in frommen Streit bemühen,

Mit der Palme sich zu schmücken,

Die im Himmel immer grünet,

Gern in eignem Blut sich kühlen;

Wie im Maien die Gebüsche

In den stillen Talen grünen,

Blütumkränzt die vollen Hügel,

Linde liebe Blumen glühen,

Auf der Erde buntem Gürtel

Sich erhebt ein Liebesgrüßen,

Auf Gesanges kühnem Flügel;

Also blühet, also grünet,

Von jedwedem Mund gerühmet,

Manches Heldenherz entzündend,

Und in manchem Lied verkündet,

Rolands Tod und Heldenkühne,

Auch sein adelich Gemüte,

Wie er fern von Trug und Lügen,

Doch vor allem, wie er frühe

Alle seine Schuld abbüßte,

Mit der Märt'rer Kranz sich schmückend,

Deren Palme immer grünet.

Noch in fernen Zeiten glühen

Helden in dem Schlachtgewühle

Bei dem Rolandsliede kühner,

Wenn der Held also begrüßet

Vor der Schlacht die Heldenbrüder,

Ziehend über Tal und Hügel.

Lied wird gesungen,

Kampf dann begunnen,

Wohlauf ihr Gesellen

Froh in Reih'n zu stellen.

Sonne hoch da leuchtet,

Wies' im Taue feuchtet,

Einer läßt vor allen

Seine Stimm' wohl schallen.

Wie die weiß' und rote

Blüt' im Sturm zu Boden,

Also blut't der Ritter

In der Freunde Mitte.

So in roten Wunden

Alles Leids gesunder,

Höret wie Roland all

Fiel dort in Roncisvall.

War er da verraten,

Manchen Schlag doch tat er;

Muß in Blute sinken,

Ehrenkranz da findet.

Starb mit ihm Oliver,

Hat er des hohe Ehr.

Alle seine Starken

Sah' da fallen Karle.

Roland blieb noch eine,

Sah der Mannen keinen,

Noch sein Horn erklungen,

Daß es mitten sprunge.

Lied muß erklingen,

Schlacht dann beginnen,

Höret wie Roland all

Fiel dort in Roncisvall.

Erst in Blut befeuchtet,

Dann im Kranze leuchtet;

Immerdar nun ruht er,

Sitzt auf goldnem Stuhle.

Ist er da bei Gotte,

Für ihn starb er Todes,

Schimmert hoch in Ehren,

Ewig muß das währen.

Wir Sankt Roland bitten,

Führ' in Todes Mitten;

Hell noch scheint die Lanze

Bald in rotem Glanze.

Lied ist nun gesungen,

Kampf wird begunnen.

Gedenkt wie Roland all

Fiel dort in Roncisvall.

So auf kühnen Liedes Flügel

Wird des Roland Leid verkündet,

Dessen Taten ewig blühen,

Dessen Palme immer grünet.

Fünfzehnte Romanze

Als die Toten nun bestattet

Sind nach dem Gebrauch der Christen,

In die Gruft hinabgesenket,

Mit Gebet und schönen Liedern,

Zu der frommen Kämpfer Ruhe

Manches Grab kunstreich gezieret;

Kaiser Karol mit dem Heere

Heimwärts nach Paris hinziehet.

Heil'ge Männer und Bischöfe

Hat er dorten hinbeschieden,

Nach des Dionysii Münster,

Kund zu machen seinen Willen.

Gotte dankend, der ihn schirmte,

Gnädig oft ihm half zu siegen,

Dann auch betend für die Seelen,

Die in Roncisvall geblieben,

Und der andren Märtrer alle

In den spanischen Gefilden,

Gibt und schenkt für ew'ge Zeiten

Reiche Gaben er der Kirche,

Die dem Sankt Denis gestiftet,

Hohes Gut und Gold und Silber,

Land und Leute, viele Rechte,

Daß der Heil'ge künftig schirmen

Wolle bis auf ew'ge Zeiten,

Alle, die dereinstens sitzen

Werden auf dem goldnen Stuhle

Dieses Reiches, daß im Kriege

Frankreich stets beschirm' und schütze

So der Heil'ge, wie im Frieden;

Tritt dann zu Denisens Leiche,

Sein Gebet gen Himmel richtend,

An dem offnen Sarge kniend,

Daß der Heil'ge wolle bitten

Für die teuern Kriegsgenossen,

Die den Märtertod erlitten,

Daß, der Schulden losgesprochen,

Ihre Seele ruh' in Frieden.

In der Nacht nach diesem Tage

Ist Sankt Dionys erschienen,

Kaiser Karlen angelobend,

Daß auf sein Vorwort und Bitte

Aller Schulden sind entledigt

Jene frommen Glaubensritter,

Die für Gottes Ehre streitend,

In dem Heidenkriege fielen.

Auch für jene, welche willig

Fromme Gaben werden stiften,

Daß der Bau des schönen Münsters

Sei vollendet, will er bitten. –

Drauf nach Aachen über Lüttich

Karol seinen Weg hinrichtet,

Sich in linder Quelle Fluten,

Nach der Arbeit zu erquicken,

Sankt Marien schönes Münster,

Das er hatte da gestiftet,

Hat er reich mit Gold und Silber

Und mit heil'ger Kunst gezieret,

Ließ mit Fleiß da sorglich malen

Alle heiligen Geschichten.

Auch auf gleiche schöne Weise

Ward die Kaiserburg gezieret,

Die er dicht am hohen Münster

Sich zur Freude aufgerichtet;

Denn da sah man jene Schlachten

Alle wundersam geschildert,

Die in Spanien sind gefochten,

Wo die Heiden sie besiegten;

Auch die sieben freien Künste,

Die der Weisheit Kreis umschließen,

Sah man da nach ihren Zeichen,

Durch der Meister Kunst gebildet.

Als das Jahr achthundert vierzehn

Man nun zählte bei den Christen,

Sah man wundersame Zeichen,

Die auf Karles Tod hinzielten.

Sonn' und Mond hat bei sechs Tagen

Schwärzlich leuchtend nur geschienen,

Auch die Worte »Kaiser Karol«,

Die zur Inschrift dort geschrieben

Standen an der Wand der Kirche,

Sah man plötzlich einst verschwinden.

Einstmals ward es auf der Reise

Dunkel um ihn her und finster,

Ganz des Tages Licht verschwunden;

Von der Rechten fährt zur Linken

Eine große Feuerkugel,

Daß erschrocken von dem Lichte,

Ab dem Rosse er gesunken,

Und der Bogen, den er hielte,

In dem Schrecken, in dem Taumel,

Nach der andern Seite fiele.

Seine Kriegsgenossen eilten

Ihn vom Boden aufzurichten;

Ruhig ist er bald entschlafen,

Noch manch' milde Gabe stiftend,

Für die...



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