E-Book, Deutsch, 289 Seiten, eBook
Schöneck Zeiterleben und Zeithandeln Erwerbstätiger
1. Auflage 2010
ISBN: 978-3-531-91753-5
Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Eine methodenintegrative Studie
E-Book, Deutsch, 289 Seiten, eBook
ISBN: 978-3-531-91753-5
Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften
Format: PDF
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Wer sich mit der Zeitthematik im aktuellen Diskurs befasst, könnte meinen, auf eine moderne Diskussion gestoßen zu sein. Dabei hat bereits Seneca (wahrsche- lich 4 vor Christus bis 65 nach Christus) ein Traktat über die Zeit geschrieben, das den bemerkenswerten Titel 'Von der Kürze des Lebens' (im lateinischen Original: 'De brevitate vitae') trägt und erstaunlich viel dessen zum Ausdruck bringt, was auch zum Spektrum gegenwärtiger zeitthematischer Reflexionen zählt. Auszu- weise seien die folgenden Gedanken Senecas angeführt: Seneca war davon überzeugt, dass nicht die Kürze des Lebens Quelle mens- lichen Leidens an der Zeit sei, sondern der Umstand, dass Menschen dazu tendi- ten, verschwenderisch mit der ihnen zur Verfügung stehenden Lebenszeit umzuge- 1 hen; Seneca (1977: 7) schrieb an seinen Adressaten: 'Wenn du das Leben zu - brauchen verstehst, ist es lang. ' An jene Menschen, die - aus welchen Gründen auch immer - allzu lange am Leben vorbei leben, ist folgende Weisheit gerichtet: 'Wie spät ist es doch, dann mit dem Leben zu beginnen, wenn man es beenden muß!' (Seneca 1977: 13) Menschen verkaufen einen nicht unerheblichen Teil ihrer Zeit, weil Leben Geld kostet und für die meisten Menschen gilt, dass sie dieses für den Lebensunterhalt erforderliche Geld über die Bereitstellung ihrer Arbeitskraft erhalten. Offensichtlich wiesen schon zu Senecas Zeiten manche Menschen eine Neigung dazu auf, dem Geld einen höheren Wert beizumessen als der Zeit: 'Jahresgehalt und Geldspenden nehmen die Menschen recht gern an, und dafür vermieten sie ihre Mühe oder ihre Sorgfalt; niemand schätzt die Zeit.
Dr. Nadine M. Schöneck ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Soziologie der Universität Bremen.
Zielgruppe
Professional/practitioner
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1;Danksagung;5
2;Inhaltsverzeichnis;6
3;Einleitung;9
4;Vorbemerkungen;13
5;Teil I Theoretischer Rahmen;14
5.1;1 Grundlegendes zur Zeitthematik;15
5.1.1;1.1 Was ist Zeit?;15
5.1.1.1;1.1.1 Zeitdimensionen;17
5.1.1.2;1.1.2 Weitere soziologisch bedeutsame Differenzierungsformen der Zeit;19
5.1.2;1.2 Stand der soziologischen Zeitforschung;22
5.2;2 Die Zeit der Gesellschaft;26
5.2.1;2.1 Die Zeitordnung der Gegenwartsgesellschaft;26
5.2.1.1;2.1.1 Standardisierung von Zeit;28
5.2.1.2;2.1.2 Zeitinstitutionen;30
5.2.1.3;2.1.3 Zeitnormen;34
5.2.2;2.2 Globalisierung, Vernetzung und Virtualisierung als Herausforderungen der Zeit der Gegenwartsgesellschaft;36
5.2.3;2.3 Die Zeit der Gesellschaft in der Kritik;39
5.2.3.1;2.3.1 Kollektive Sensibilisierung für die Zeitthematik;40
5.2.3.2;2.3.2 Zukunftsvisionen und Gegenbewegungen;42
5.3;3 Die Zeit des Individuums;49
5.3.1;3.1 Das Zeiterleben des Individuums;50
5.3.1.1;3.1.1 Die drei Zeiträume Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft;51
5.3.1.2;3.1.2 Formen positiven Zeiterlebens;54
5.3.1.3;3.1.3 Formen negativen Zeiterlebens;55
5.3.2;3.2 Das Zeitdenken des Individuums;59
5.3.2.1;3.2.1 Zeitbewusstsein;60
5.3.2.2;3.2.2 Individuelle Sensibilisierung für die Zeitthematik;61
5.3.3;3.3 Das Zeithandeln des Individuums;62
5.3.3.1;3.3.1 Primäre Handlungsorientierung an den drei Zeiträumen Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft;62
5.3.3.2;Carpe diem;63
5.3.3.3;Pflücke den Tag).;63
5.3.3.4;instant gratification;64
5.3.3.5;3.3.2 Das Verhältnis von Zeit zu Geld, Gütern und Dienstleistungen;66
5.3.3.6;Das Verhältnis von Zeit zu Geld;66
5.3.3.7;Zeit ist Geld;66
5.3.3.8;Das Verhältnis von Zeit zu Gütern;68
5.3.3.9;Das Verhältnis von Zeit zu Dienstleistungen;69
5.3.3.10;3.3.3 Zeitselbstdisziplin;69
5.3.4;3.4 Die Genese von Zeiterleben, Zeitdenken und Zeithandeln;70
5.3.5;3.5 Ungleichheitstheoretische Aspekte der Zeit;73
5.3.5.1;Geschlecht;75
5.3.5.2;Alter;77
5.3.5.3;Bildung und Einkommen;79
5.3.5.4;Gesellschaftlicher Status;79
5.4;4 Die Zeit des Individuums in der Gesellschaft;82
5.4.1;4.1 Segmentierung der individuellen Zeit;82
5.4.1.1;4.1.1 Die Zeit des Individuums in der Arbeitswelt;82
5.4.1.2;Aufgabe;88
5.4.1.3;(Neu-)Formierung;88
5.4.1.4;4.1.2 Die Zeit des Individuums in der Lebenswelt;90
5.4.1.5;4.1.3 Das Spannungsverhältnis von Arbeit und Leben;93
5.4.1.6;Dienst ist Dienst, und Schnaps ist Schnaps;93
5.4.2;4.2 Temporalisierung der modernen Alltagszeit;95
5.4.3;4.3 Ökonomisierung der modernen Alltagszeit;98
6;Teil II Methodik der Arbeit;103
6.1;5 Methodische Grundlagen dieser Arbeit;104
6.1.1;5.1 Zusammenhang zwischen Theorie und Empirie;104
6.1.2;5.2 Integration quantitativer und qualitativer Methoden;111
6.2;6 Datenerhebungsinstrumente;116
6.2.1;6.1 Telefonbefragung des DFG-Projekts Inklusionsprofile;116
6.2.2;6.2 Kurzfragebogen zum Umgang mit der Zeit;117
6.2.3;6.3 Interviewleitfaden zum Zeiterleben und Zeithandeln;119
6.3;7 Sampling der leitfadengestützten Interviews;128
6.3.1;7.1 Theoretisch begründete ex ante Zeittypenbildung;128
6.3.2;7.2 Auswahl interessierender ex ante Zeittypen für die Interviews;132
6.3.3;7.3 Weitere Kriterien der Interviewpartnerauswahl;134
6.3.4;7.4 Die Interviewpartner im Überblick;135
6.4;8 Datenanalyseverfahren;138
6.4.1;8.1 Quantitative Daten;138
6.4.2;8.2 Qualitative Daten;139
6.4.2.1;8.2.1 Transkription und Transkriptionssystem;140
6.4.2.2;8.2.2 Kuckartz’ Ansatz der Typologischen Analyse;141
6.4.2.3;8.2.3 Softwareeinsatz;144
6.4.2.4;8.2.4 Entwicklung eines Kategoriensystems;146
7;Teil III Empirische Befunde;151
7.1;9 Quantitative Auswertungsergebnisse;152
7.1.1;9.1 Auswertung der Daten des DFG-Projekts Inklusionsprofile unter zeitthematischen Aspekten;152
7.1.2;9.2 Konstruktion eines aggregierten Zeitindexes;157
7.1.2.1;Bivariate Auswertung;160
7.1.3;9.3 Auswertung des Kurzfragebogens zum Umgang mit der Zeit;160
7.2;10 Empirisch begründete ex post Zeittypenbildung mittels Clusteranalyse;166
7.2.1;10.1 Von Kategorien zu Variablen;166
7.2.2;10.2 Vorbereitung der ex post Zeittypenbildung;169
7.2.3;10.3 Zuordnung der Interviewpartner zu ex post Zeittypen;176
7.2.4;10.4 Quantitative Beschreibung der ex post Zeittypen;179
7.3;11 Qualitative Vertiefung der ex post Zeittypenbildung;185
7.3.1;11.1 Äußerungen ausgewählter Interviewpartner zu ihrem Zeiterleben, Zeitdenken und Zeithandeln;185
7.3.1.1;11.1.1 Ex post Zeittypus 1: Der robuste Zeitpragmatiker;188
7.3.1.2;11.1.2 Ex post Zeittypus 2: Der zufriedene Zeitstrategielose;202
7.3.1.3;11.1.3 Ex post Zeittypus 3: Der reflektierende Zeitgestresste;215
7.3.1.4;11.1.4 Ex post Zeittypus 4: Der egozentrische Zeitsensible;228
7.3.1.5;11.1.5 Weitere Äußerungen zu Zeiterleben, Zeitdenken und Zeithandeln;242
7.3.2;11.2 Typologie des Zeiterlebens, Zeitdenkens und Zeithandelns;252
8;Resümee und Ausblick;260
9;Literaturverzeichnis;269
10;Tabellenverzeichnis;288
11;Abbildungsverzeichnis;289
Vorbemerkungen.- Theoretischer Rahmen.- Grundlegendes zur Zeitthematik.- Die Zeit der Gesellschaft.- Die Zeit des Individuums.- Die Zeit des Individuums in der Gesellschaft.- Methodik der Arbeit.- Methodische Grundlagen dieser Arbeit.- Datenerhebungsinstrumente.- Sampling der leitfadengestützten Interviews.- Datenanalyseverfahren.- Empirische Befunde.- Quantitative Auswertungsergebnisse.- Empirisch begründete ex post Zeittypenbildung mittels Clusteranalyse.- Qualitative Vertiefung der ex post Zeittypenbildung.- Resümee und Ausblick.