E-Book, Deutsch, Band 579, 189 Seiten
Reihe: Philosophische Bibliothek
Schopenhauer / Welsen Über die Grundlage der Moral
unverändertes eBook der 1. Auflage von 1985
ISBN: 978-3-7873-2783-6
Verlag: Felix Meiner
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
E-Book, Deutsch, Band 579, 189 Seiten
Reihe: Philosophische Bibliothek
ISBN: 978-3-7873-2783-6
Verlag: Felix Meiner
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Schopenhauer (1788–1860) plädiert in seiner Schrift 'Über die Grundlagen der Moral' für einen deskriptiven und nicht für einen präskriptiven moralphilosophischen Ansatz. Trotz seiner Wertschätzung für Kant unterzieht er dessen Ethik einer eingehenden Kritik und ersetzt deren oberstes Prinzip, den kategorischen Imperativ, durch das Gefühl des Mitleids.
In seiner 1839 bei der Dänischen Societät der Wissenschaften eingereichten und 1841 erstmals in dem Band 'Die beiden Grundprobleme der Ethik' veröffentlichten Preisschrift über die Grundlage der Moral legt Schopenhauer eine Reihe bemerkenswerter Ergänzungen zu seiner Ethik bzw. Metaphysik der Sitten vor.
In keinem anderen seiner Werke setzt er sich so ausführlich mit Kants Ethik auseinander, die er einerseits als bedeutende Leistung würdigt, andererseits aber auch einer gründlichen und - in vielen Punkten - überzeugenden Kritik unterwirft. Ein zentraler Einwand lautet, dass der kategorische Imperativ letzten Endes einem kalkulierten Egoismus entspringe. Damit wäre er kein formales, sondern ein materiales Prinzip, und er würde nicht kategorisch, sondern allenfalls hypothetisch gelten. Darüber hinaus weist Schopenhauer die 'imperative Form' der Kantischen Ethik als unangemessen zurück.
Nach seiner Auffassung besteht die Aufgabe der Ethik keineswegs darin, Vorschriften aufzustellen, nach denen sich die Menschen zu richten hätten, sondern lediglich darin, deren Verhalten zu beschreiben und verständlich zu machen. Was seine eigene Konzeption der Ethik anbelangt, so läuft sie darauf hinaus, dass das Mitleid die Grundlage der Moral bildet. Schopenhauer charakterisiert es als ein Gefühl, in dem einem Menschen das Leiden des Anderen ebenso unmittelbar zugänglich ist wie das eigene und das ihn dazu motiviert, den Anderen zum letzten Zweck des Handelns zu machen. Vor diesem Hintergrund entwickelt Schopenhauer seine eigene Tugendlehre, in deren Mittelpunkt die Gerechtigkeit und die Menschenliebe stehen.
Fachgebiete
Weitere Infos & Material
1;Cover;1
2;Inhaltsverzeichnis;7
3;Einleitung von Peter Welsen;9
4;Editorische Notiz;18
5;Bibliographie;22
6;I. Einleitung;29
6.1;§. 1. Ueber das Problem;29
6.2;§. 2. Allgemeiner Rückblick;33
7;II. Kritik des von Kant der Ethik gegebenen Fundaments;39
7.1;§. 3. Uebersicht;39
7.2;§. 4. Von der imperativen Form der Kantischen Ethik;42
7.3;§. 5. Von der Annahme von Pflichten gegen uns selbst, insbesondere;48
7.4;§. 6. Vom Fundament der Kantischen Ethik;51
7.5;§. 7. Vom obersten Grundsatz der Kantischen Ethik;77
7.6;§. 8.Von den abgeleiteten Formen des obersten Grundsatzes der Kantischen Ethik;83
7.7;§. 9. Kants Lehre vom Gewissen;92
7.8;§. 10. Kants Lehre vom intelligibeln und empirischen Charakter. - Theorie der Freiheit;97
7.9;§. 11. Die Fichte' sehe Ethik als Vergrößerungsspiegel der Fehler der Kantischen;102
8;III. Begründung der Ethik;107
8.1;§. 12. Anforderungen;107
8.2;§. 13. Skeptische Ansicht;108
8.3;§. 14. Antimoralische* Triebfedern;118
8.4;§. 15. Kriterium der Handlungen von moralischem Werth;125
8.5;§. 16. Aufstellung und Beweis der allein ächten moralischen Triebfeder;127
8.6;§. 17. Die Tugend der Gerechtigkeit;135
8.7;§. 18. Die Tugend der Menschenliebe;149
8.8;§. 19. Bestätigungen des dargelegten Fundaments der Moral;154
8.9;§. 20. Vom ethischen Unterschiede der Charaktere;172
9;IV. Zur metaphysischen Auslegung des ethischen Urphänomens;183
9.1;§. 21. Verständigung über diese Zugabe;183
9.2;§. 22. Metaphysische Grundlage;187
9.3;Judicium Regiae Danicae Scientiarum Societatis;198
10;Anmerkungen;199
11;Sachregister;209
12;Personenregister;212