Seifert | KUNDENSTUDIE | Buch | 978-3-941216-28-0 | sack.de

Buch, Deutsch, 420 Seiten, GB, Format (B × H): 210 mm x 297 mm, Gewicht: 1200 g

Seifert

KUNDENSTUDIE

Bedarf an Dienstleistungen zur Unterstützung des Wohnens von Menschen mit Behinderung
1. Auflage 2010
ISBN: 978-3-941216-28-0
Verlag: Rhombos-Verlag

Bedarf an Dienstleistungen zur Unterstützung des Wohnens von Menschen mit Behinderung

Buch, Deutsch, 420 Seiten, GB, Format (B × H): 210 mm x 297 mm, Gewicht: 1200 g

ISBN: 978-3-941216-28-0
Verlag: Rhombos-Verlag


Monika Seifert

KUNDENSTUDIE

Bedarf an Dienstleistungen zur Unterstützung des Wohnens von Menschen mit Behinderung

Abschlussbericht

420 Seiten. DIN A4. Hardcover. Zahlr. Abbildungen und Tabellen, 6 davon farbig.
Preis: 35 Euro. ISBN 978-3-941216-28-0
RHOMBOS-VERLAG, Berlin 2010

Die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen hat seit 2009 für die Behindertenpolitik in
Deutschland programmatische Bedeutung. Sie proklamiert die gleichberechtigte Teilhabe von
Menschen mit Behinderung am Leben in der Gemeinde. Die Umsetzung stellt das System
Behindertenhilfe vor erhebliche Herausforderungen.
Im Kontext der gegenwärtigen sozialpolitischen Entwicklungen und des aktuellen
sozialwissenschaftlichen Diskurses hat das Forschungsprojekt „KUNDENSTUDIE – UNTERSTÜTZTES
WOHNEN IN BERLIN“ exemplarisch den Stand der wohnbezogenen Unterstützungsleistungen für
Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung aus unterschiedlicher Perspektive analysiert und
den Handlungsbedarf beschrieben. Dabei haben im Sinne partizipativer Forschung die Sichtweisen der
behinderten Menschen und ihrer Angehörigen einen zentralen Stellenwert.
Die Forschungsarbeit weitet den Blick über das System der Behindertenhilfe hinaus auf
sozialraumorientierte Ansätze der Sozialen Arbeit und der Sozialen Stadtentwicklung. In Teilbereichen
wird Neuland betreten, z. B. durch das Einbeziehen der Sichtweisen der türkischen Community zu
Unterstützungsbedarfen für behinderte Menschen mit Migrationshintergrund. Die theoretischen
Erkenntnisse und empirischen Ergebnisse wurden in einem Strategiekonzept verdichtet, das konkrete
Maßnahmen auf dem Weg zur Inklusion benennt. Sie betreffen die Ebene des Individuums und seiner
Lebenswelt sowie die Ebene des Hilfesystems und des Sozialraums.
Die Studie besitzt für die Weiterentwicklung der Strukturen und Prozesse (nicht nur) der Behindertenhilfe
eine bundesweite Bedeutung.

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Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Grußwort (Barbara John) 11
Grußwort (Monika Treber) 12
Geleitwort (Reinald Purmann) 13
Vorwort 15
I Ergebnisse der KUNDENSTUDIE im Überblick 17
1 Ausgangslage 17
2 Fragestellung und methodischer Ansatz 19
3 Wohnbedürfnisse von Menschen mit Behinderung 20
4 Wohnvorstellungen und Erfahrungen von Angehörigen 22
5 Entwicklungen im Bereich Wohnen – Sicht der Behindertenhilfe 24
6 Kundenorientierung – Sicht der Verwaltung 25
7 Teilhabe von behinderten Menschen mit Migrationshintergrund 26
8 Teilhabe aus sozialräumlicher Perspektive 28
9 Handlungsbedarf 29
9.1 Anforderungen aus der „Kundenperspektive“ 29
9.2 Entwicklungsbedarf aus fachlicher Sicht 30
10 Ansätze zur Weiterentwicklung 33
10.1 Handlungsfeld: Individuum und Lebenswelt 35
10.2 Handlungsfeld: Hilfesystem und Sozialraum 37
10.3 Flankierende Maßnahmen 39
11 Eckpunkte für ein Strategiekonzept 39
12 Perspektiven 41
II Ausgangslage und Entwicklungen im Berichtszeitraum 43
1 Leitorientierung der Behindertenhilfe 43
2 Novellierung der Eingliederungshilfe 46
3 Wohnbezogene Angebote für Menschen mit Behinderung in Berlin 48
3.1 Entwicklung und aktueller Stand 49
3.2 Unterbringung außerhalb Berlins 55
3.3 Projekte im Bereich Wohnen 60
4 Aktuelle Herausforderungen 60
5 Zusammenfassung 62
III Fragestellung, Bezugsrahmen und methodischer Ansatz der Studie 65
1 Zur Zielgruppe 65
2 Bezugsrahmen 68
2.1 Teilhabe im ökologischen Kontext 68
2.2 Bedingungen für gelingende Teilhabe 70
2.2.1 Handlungsebene Sozialraum 71
2.2.2 Leben in Nachbarschaften 76
2.2.3 Strukturelle Voraussetzungen 78
3 Untersuchungsverfahren 79
3.1 Landesweite Erhebungen 82
3.2 Untersuchungen in ausgewählten Bezirken 83
3.2.1 Ermittlung der Wohnbedürfnisse 86
3.2.2 Angebots- und Sozialraumanalyse 87
3.2.3 Praxisprojekt und Bezirkskonferenzen 87
3.3 Güte der Daten 87
4 Zusammenfassung 89
IV Wohnbedürfnisse von Menschen mit Behinderung 91
1 Personenkreis 92
1.1 Teilnehmer/innen der Fragebogenerhebung 92
1.1.1 Unterstützungsbedarf 93
1.1.2 Gegenwärtige Wohnsituation 96
1.2 Teilnehmer/innen der Interviews 97
2 Wohnerfahrungen und Wohnwünsche in betreuten Wohnformen 97
2.1 Zufriedenheit mit der gegenwärtigen Wohnsituation 99
2.2 Selbstbestimmung im Alltag 106
2.3 Ansprechpartner bei Problemen 108
2.4 Soziale Beziehungen und Kontakte 112
2.5 Veränderungsbedarf 119
2.5.1 Persönliche Wünsche 119
2.5.2 Wohnen von Menschen mit Behinderung in der Zukunft 124
3 Wohnerfahrungen und Wohnwünsche in der Herkunftsfamilie 126
3.1 Einschätzung der gegenwärtigen Wohnsituation 126
3.2 Soziale Beziehungen und Kontakte 128
3.3 Veränderungsbedarf 131
4 Vergleich der Aussagen in betreuten Wohnformen und Familien 132
5 Weitere Studien zur „Kundenperspektive“ 136
6 Zusammenfassung und Handlungsbedarf 142
V Wohnvorstellungen und Erfahrungen von Angehörigen 147
1 Personenkreis 147
2 Einschätzung der Wohnsituation 150
3 Soziales Netzwerk 154
3.1 Gestaltung der freien Zeit 154
3.2 Soziale Beziehungen und Kontakte 155
3.3 Verhältnis zur Nachbarschaft 156
3.4 Einbindung ins Wohnumfeld 158
3.5 Teilhabe am Arbeitsleben 162
4 Gestaltung der künftigen Wohnsituation 163
4.1 Wohnformen 164
4.2 Wohnbedingungen 167
4.3 Präferenzen 167
4.4 Wohnvorbereitung 173
5 Bedarfsermittlung und Finanzierung 174
6 Zukünftiges Wohnen von Menschen mit Behinderung 178
7 Weitere Studien zur „Angehörigenperspektive“ 178
8 Zusammenfassung und Handlungsbedarf 181
VI Entwicklungen im Bereich Wohnen – aus der Perspektive der Behindertenhilfe 185
1 Adressaten der Befragung 185
2 Gegenwärtige Wohnangebote 186
2.1 Innovative Konzepte 188
2.2 Teilhabeleistungen bei spezifischen Unterstützungsbedarfen 189
2.3 Handlungsbedarf 196
3 Weiterentwicklung der Angebote 201
3.1 Veränderung der Nachfrage 201
3.2 Veränderungen im Leistungsangebot 205
3.3 Veränderungen der Personalstruktur 207
3.4 Anwendung des Persönlichen Budgets 208
3.5 Fachlich-konzeptionelle Planungen 213
3.6 Hemmnisse für Innovation 216
4 Künftige Strategien 219
4.1 Stärkung der Teilhabechancen 219
4.2 Kundenorientierung 221
4.3 Koordination der Angebote 225
4.4 Versorgungssystem 227
4.5 Landesplanung 233
5 Zusammenfassung und Handlungsbedarf 234
VII Kundenorientierung – aus Sicht der Verwaltung 237
1 Wandel der Rolle des Sozialhilfeträgers 237
2 Erfahrungen im Fallmanagement 238
2.1 Personzentrierung 238
2.2 Hilfen im Bereich des Wohnens 239
2.3 Passgenaue Leistungen 240
2.4 Rahmenbedingungen 242
3 Perspektiven 245
4 Zusammenfassung und Handlungsbedarf 246
VIII Teilhabe von behinderten Menschen mit Migrationshintergrund 249
1 Einwanderungsgründe und Lebensrealitäten 252
2 Integrationsstrategien und -konzepte 254
2.1 Der Nationale Integrationsplan 254
2.2 Das Berliner Integrationskonzept 256
3 Interkulturelle Öffnung der Behindertenhilfe 258
3.1 Forschungslage 258
3.2 Bundesweite Initiativen 260
3.3 Initiativen und Projekte in Berlin 263
4 Sichtweisen von Akteuren an der Schnittstelle Migration und Behinderung 267
5 Erfahrungen von Menschen mit Behinderung und Angehörigen 272
6 Einschätzungen aus der türkischen Community 276
6.1 Teilhabe von Menschen mit geistiger Behinderung in den Vereinen 277
6.2 Unterschiedliche Bedeutung von Behinderung 279
6.3 Kulturelle Unterschiede in den Lebensentwürfen 281
6.4 Diskriminierungserfahrungen 282
6.5 Fremd- und Selbstbilder von Familien türkischer Herkunft 283
6.6 Bedarf an unterstützten Wohnangeboten 285
6.7 Barrieren des Zugangs und der Inanspruchnahme 286
6.8 Ansätze zur Verbesserung der Teilhabechancen 289
6.8.1 Gestaltung der Wohnangebote 289
6.8.2 Zielgruppenspezifische Beratungs- und Informationsangebote 292
6.8.3 Niedrigschwellige Kontakt- und Begegnungsstätten 293
6.8.4 Ressourcen der türkischen Community 293
6.8.5 Kooperation und Vernetzung 294
6.8.6 Öffentlichkeitsarbeit 295
7 Zusammenfassung und Handlungsbedarf 296
IX Teilhabe aus sozialräumlicher Perspektive 299
1 Der städtische Raum 299
2 Sozialraumanalyse 300
2.1 Kerndimensionen 300
2.2 Sozialstatistische Daten 302
3 Sozialraum als Struktur 303
3.1 Bevölkerungsstruktur 304
3.2 Sozialräumliche Bezirksbetrachtung 306
3.3 Unterstützende Strukturen 312
3.3.1 Angebote für Menschen mit Behinderung 312
3.3.2 Interessenvertretung 318
3.3.3 Fokus: Psychosoziale Versorgung 318
3.4 Stadtteilbezogene Strukturen 322
3.4.1 Beteiligungsstrukturen im Bezirk 322
3.4.2 Ressortübergreifende Strukturen 326
4 Sozialraum als individueller Erfahrungsraum 328
4.1 Soziale Integration 328
4.2 Zufriedenheit mit der Wohnsituation 332
4.3 Leben im Quartier 335
4.3.1 Unterstützungsnetzwerke 336
4.3.1.1 Persönliche Teilhabenetze 337
4.3.1.2 Erkenntnisse 341
4.3.2 Aneignungsräume 342
4.3.2.1 Persönliche Kiezkarten 342
4.3.2.2 Persönliche Teilhabepläne 346
4.3.2.3 Erkenntnisse 348
5 Sozialraum als professioneller Handlungsraum 349
5.1 Leitorientierung Inklusion 349
5.2 Freiwilligenengagement 351
5.3 Soziale Akzeptanz 353
5.4 Zusammenarbeit 354
5.5 Interkulturelle Öffnung 355
5.6 Fokus: Teilhabe im Alter 357
6 Sozialraum als Planungsraum 363
6.1 Forum: Bezirkskonferenzen 364
6.2 Lokale Teilhabeplanung 368
6.2.1 Bezirkliche Orientierung 370
6.2.2 Soziale Stadt(teil)entwicklung 371
7 Zusammenfassung und Handlungsbedarf 374
X Erkenntnisse und Konsequenzen 377
1 Zusammenführung der Ergebnisse der KUNDENSTUDIE 377
1.1 Das wohnbezogene Unterstützungssystem unter qualitativen Aspekten 377
1.2 Impulse zur Weiterentwicklung aus der „Kundenperspektive“ 380
1.3 Zukunftsweisende Konzepte 382
2 Maßnahmen zur Stärkung der Teilhabe 382
2.1 Handlungsfeld: Individuum und Lebenswelt 384
2.1.1 Individuelle Ressourcen stärken 384
2.1.2 Persönliches Netzwerk erweitern 386
2.1.3 Ressourcen im Stadtteil erschließen 387
2.1.4 Partizipation realisieren 388
2.2 Handlungsfeld: Hilfesystem und Sozialraum 389
2.2.1 Organisationsentwicklung 389
2.2.2 Unterstützungsstrukturen 391
2.2.3 Kooperation und Vernetzung 392
2.2.4 Steuerung und Finanzierung 393
2.3 Flankierende Maßnahmen 394
3 Eckpunkte für ein Strategiekonzept 395
4 Perspektiven 398
XI Verzeichnisse 399
1 Literatur 399
2 Abbildungen 415
3 Tabellen 419


Forschungsprojekt „Kundenstudie – Bedarf an Dienstleistungen zur Unterstützung des Wohnens von Menschen mit Behinderung“
Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin (KHSB), Köpenicker Allee 39-57, 10318 Berlin
http://www.khsb-berlin.de, Kontakt: monikaseifert@gmx.de

Mitwirkende
Projektteam
Projektleitung: Prof. Dr. Monika Seifert
Wissenschaftliche Mitarbeit: Dr. Birgit Steffens
Studentische Hilfskräfte: Elke Kuchinke (01/2007-09/2008); Selma Pfennigwerth (03/2008-06/2009)

Kooperationspartner
Dr. Heidrun Metzler, Forschungsstelle „Lebenswelten behinderter Menschen“, Universität Tübingen
Reinald Purmann, Paritätischer Wohlfahrtsverband, Landesverband Berlin

Projektbeirat
Sylvia Brinkmann, Angehörige
Prof. Dr. Reinhard Burtscher, Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin
Christa Frauenberger, Arbeiterwohlfahrt, Landesverband Berlin
Angelika Ghaeni-Scheunemann, Eltern beraten Eltern von Kindern mit und ohne Behinderung
Uwe Hoppe, Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf
Dr. Christiane Kieslich, Bezirksamt Tempelhof-Schönbeberg
Ursula Klippel, Spastikerhilfe eG
Uwe Lehmann, Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales
Mechtild Lutze, Lotse Berlin
Martin Marquard, Landesbeauftragter für Menschen mit Behinderung
Jutta Moltrecht, Vertreterin des diakonischen Trägerbereichs
Kurt Nelius, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
Jeanette Pella, leben lernen Wohnstätten gGmbH
Dr. Johannes Schädler, Zentrum für Planung und Evaluation Sozialer Dienste (ZPE), Universität Siegen
Dr. Martin Theben, Rechtsanwalt (Beiratsmitglied bis 2008)
Yvonne Tenner-Paustian, Bezirksamt Pankow

Freie Mitarbeit in ausgewählten Bereichen
Dipl.-Heilpäd. Janna Harms, Dipl.-Heilpäd. Michael Komorek, Dipl.-Päd. Florian Kiuppis;
Dipl.-Päd. Elisabeth Lawonn; Berit Gleitsmann, Sarah Gude, Nadine Richert
Diplom- und Bachelorarbeiten zu ausgewählten Themenfeldern
Juliane Bloß, Christian Bösing, Heike Braun, Silke Fritzsch, Markus Jankowski, Elke Kuchinke,
Christoph Sasse, Josefine Schwandt, Stefanie Wenzel
Praxisprojekt „Leben im Quartier“
22 Frauen und Männer mit Behinderung (aus Datenschutzgründen ohne Namen)
Studierende der KHSB: Christian Bösing, Josefine Böwe, Bernadett Gazsi, Jenny Gmerek, Katharina Grub, Felix Iben, Marie Hartmann, Kathleen Hofmann, Markus Jankowski, Steffi Mrotzek, Antje Neumann, Karin Rogner, Rafael Pomm, Friederike Scholz, Diana Streich, Melanie Vahlert, Stefanie Wenzel, Sandra Winterfeld;
Dipl.-Heilpäd. Janna Harms, Dipl.-Heilpäd. Michael Komorek
Förderer des Forschungsprojekts
Deutsche Behindertenhilfe – Aktion Mensch e. V., Bonn
Heidehof-Stiftung GmbH, Stuttgart
D. Ludwig Schlaich Stiftung, Waiblingen
Franz-Neumann-Stiftung für Behinderte, Berlin

Grußwort
Wenn es endlich ganz selbstverständlich ist, verschieden zu sein, wäre das Ziel der inklusiven Gesellschaft erreicht. Berlin hat den Anspruch, ein offenes Gemeinwesen zu sein, in dem jeder Einzelne dazugehört und in dem Ausgrenzungen aufgrund von sozialer Lage, Herkunft, Alter oder auch Behinderung überwunden werden.

Aber – welche Schritte sind konkret notwendig, um diesen Prozess weiter zu fördern?

Frau Prof. Dr. Monika Seifert und ihr Team in der Katholischen Hochschule für Sozialwesen in Berlin haben im mehrjährigen Forschungsprojekt „Kundenstudie“ eine sehr detaillierte Bestandsaufnahme dokumentiert, sie haben kritische Fragen analysiert und weitreichende Vorschläge für eine zukünftige Gestaltung dieses Bereiches des Sozialen Berlins gemacht.

Dabei haben die Forscherinnen sich konsequent auf die Perspektive von Menschen mit Behinderungen und ihrer Angehörigen eingelassen und die vorhandenen Strukturen daraufhin überprüft, ob sie diesen Wünschen und Vorstellungen genügen.

Wie kann die von der Forschergruppe beschriebene Zukunft eines inklusiven Gemeinwesens erreicht werden? Aus der Sicht des PARITÄTISCHEN Wohlfahrtsverbandes Berlin möchte ich zwei positive Entwicklungskräfte benennen, die unser Verband gerne auch in Zukunft unterstützen will:

Das eine ist die Entwicklung und Förderung des Bürgerschaftlichen Engagements des Ehrenamtes. Diese Ressource der Zivilgesellschaft kann Menschen mit Behinderungen wichtige Räume der Teilhabe im Gemeinwesen ermöglichen jenseits der professionell gestalteten „Sonderwelten“.

Ebenso wichtig ist der Bereich der inklusiven Bildung, d. h. der Schaffung und Stärkung von Angeboten lebenslangen Lernens gerade auch für Menschen mit Lernbehinderungen. Denn – Bildung ist die Basis von allem. Ausgrenzungen im Bildungsbereich sind daher zu überwinden und unser Verband möchte sich gerade auch in diesem Bereich besonders einmischen.

So soll die „Kundenstudie“ nicht nur gelesen werden, sondern sie soll auch Anregungen geben, Visionen zu entwickeln für die künftige Gestaltung eines großen Bereiches der sozialen Arbeit in Berlin – aus der Sicht der „Kunden“. Dies ist keine Aufgabe der Politik allein, sondern schließt alle Akteure unseres Gemeinwesens ein. Dafür kann die „Kundenstudie“ ein Kursbuch sein.

Prof. Barbara John
Vorstandsvorsitzende
Der PARITÄTISCHE Wohlfahrtsverband
Landesverband Berlin e. V.
Berlin, Frühjahr 2010

Grußwort
Spätestens die Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention durch die Bundesregierung im Jahr 2009 fordert Politik und Träger der Behindertenhilfe zur Überprüfung ihrer Praxis und zur Praxisentwicklung heraus. Die Realisierung des Rechts von Menschen mit Behinderung auf selbstbestimmte Teilhabe am Leben der Gesellschaft birgt Anfragen an die Strukturen des Hilfesystems und die Form der Unterstützungsleistungen. Unterstützen diese Strukturen die Möglichkeit der selbstbestimmten Alltagsgestaltung und der sozialen Einbindung in das Wohnumfeld oder leisten sie unbedacht der Separierung und Ausgrenzung von Menschen Vorschub? Für die selbstbestimmte Alltagsgestaltung ist die Wohnform von zentraler Bedeutung. Aber können Menschen mit Behinderung entsprechend ihren Wünschen die Wohnform wählen? Die Behindertenrechtskonvention fordert dazu auf, dieses Wahlrecht zu gewährleisten. Was müssen Träger der Behindertenhilfe und Kommunalpolitiker über die wohnbezogenen Wünsche und Bedarfe von Menschen mit Behinderung wissen?

Die vorliegende Studie will auf diese Fragen geprüfte Antworten geben. Sie ist das Ergebnis eines Forschungsprojekts, das von 2007 bis 2009 an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin durchgeführt wurde. Das Projekt untersuchte in einem mehrperspektivischen Ansatz, welche Vorstellungen vom selbstbestimmten Wohnen Menschen mit einer Behinderung haben, wie Angehörige diese Wünsche sehen und von welchen Sichtweisen das Verwaltungssystem bestimmt ist.

Es ist die Stärke der Untersuchung, dass sie die Sichtweisen und Perspektiven der verschiedenen Betroffenen und Akteure sorgfältig erhebt und zueinander in Beziehung setzt. Sie bietet differenzierte Einblicke in einen vielschichtigen Lebenszusammenhang. Gestützt auf die Ergebnisse der Befragungen legt sie Anregungen zur Praxis- und Politikentwicklung vor, die auf unterschiedlichen Ebenen die Entwicklung von Unterstützungsformen fördern, die Teilhabe ermöglichen.

Ich wünsche der Studie die Aufmerksamkeit von Politik, von Betroffenen, von Trägern der Behindertenhilfe und von Studierenden der Heilpädagogik und Sozialen Arbeit und hoffe, dass sie den Anstrengungen zur Umsetzung des Leitbilds einer inklusiven Gesellschaft dienlich ist.

Prof. Monika Treber
Rektorin
Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin
Berlin, April 2010

Geleitwort
Die „Kundenstudie“ ist Auftragsforschung im besten Sinne!
Die Projektgruppe „Kundenstudie“ an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen in Berlin unter Leitung von Frau Prof. Dr. Monika Seifert hat sich ihren Auftraggeber selbst gewählt: Die Perspektive von Menschen mit Behinderungen, ihrer Angehörigen und Freunde, also die „Kundenperspektive“ bestimmte das erkenntnisleitende Interesse. Die „Aktion Mensch“ hat dieses innovative Vorhaben dann möglich gemacht!
Forschungen zu Leistungen der Eingliederungshilfe, zumal aus der Sicht der Menschen mit Behinderungen, sind in der Bundesrepublik Deutschland bezeichnenderweise Mangelware. An der Relevanz des Themas kann dies nicht liegen: Nahezu 200.000 Menschen werden in der Bundesrepublik Deutschland in Formen des Betreuten Wohnens betreut und gefördert, zehntausende Fachkräfte sind in Einrichtungen und Diensten dieses Bereiches tätig und der wachsende gesellschaftliche Aufwand beträgt viele Milliarden Euro.
Einer Empfehlung der OECD zufolge, sollen für die Evaluation von Projekten der Entwicklungshilfe mindestens 2 Prozent eingeplant werden: Nur so kann sichergestellt werden, dass die Projekte zielgerichtet laufen, dass sie erfolgreich sind und an den Bedürfnissen der Partner anknüpfen.
Übertragen auf die Rehabilitationsforschung im Bereich der Eingliederungshilfe wäre dies ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag für die Forschungs- und Entwicklungsarbeit in diesem Feld. Dieses Missverhältnis von geringen Ressourcen für Forschung, wissenschaftliche Analyse und dem hohen Aufwand der Leistungserbringung führt leicht zu einer „Praxislastigkeit“ oder „Betriebsblindheit“ der Einrichtungen und Dienste für Menschen mit Behinderungen, aber auch bei der Verwaltung und Politik. Man kann sogar von einer Stagnation der Fachdiskussion sprechen! So gibt es Veröffentlichungen zu (neu) gesetzten Politikzielen, z. B. zur Umsetzung des „Trägerübergreifenden Persönlichen Budgets“, zur UN-Konvention oder zur Inklusion als Sozialstrategie. Zwar sind solche entfernten „Orientierungssterne“ wichtig, sie ersetzten aber nicht den Brückenbau in die Alltagspraxis.
Die „Kundenstudie“ kann für alle Beteiligten im Bereich der Eingliederungshilfe eine solche Brücke bauen. Wie können Veränderungsprozesse an der Praxis der Einrichtungen und Dienste anknüpfen und zukunftsgerichtete Entwicklungsmöglichkeiten schaffen? – Und: Wie sehen die „Kunden“ die „Angebote“, die häufig ohne Alternative sind?
Ohne kritische Reflektion und wissenschaftliche Analyse besteht die Gefahr, dass die Mittel (also die Angebote für Menschen mit Behinderungen) Selbstzweck werden und sich verselbstständigen. Die Planung besteht dann darin, immer mehr vom Gleichen zu schaffen mit dem Argument, dieses habe sich in der Vergangenheit ja bewährt…
Aber quantitative Aspekte beim Ausbau einer Versorgungsstruktur stehen heute endgültig nicht mehr im Mittelpunkt, sondern es geht um Qualitäten: Was heißt „Individualisierung der Eingliederungshilfe“ tatsächlich, wie können sich Angebote in das Gemeinwesen mit einbeziehen und – so wie wir stolz darauf sind, die „Anstalt“ als Lebensort für Menschen mit Behinderungen unumkehrbar überwunden zu haben – was bringt die fachliche Weiterentwicklung für die Wohnheime für Menschen mit Behinderungen?
Frau Prof. Dr. Seifert hatte in den 90er Jahren an einer großen Studie im Land Berlin gearbeitet, die wichtige Grundlagen für die 1994 von der Senatsverwaltung für Soziales vorgelegte „Wohnentwicklungsplanung“ geschaffen hatte. Die Kundenstudie knüpft an diese Erfahrungen an, zieht aber den Fokus nicht auf den Ausbau, sondern auf die innovative Weiterentwicklung der Wohnangebote für Menschen mit Behinderungen.
Programmatisch (wenn natürlich auch kritisch problematisiert) ist der gewählte Titel „Kundenstudie“, der deutlich macht, dass die Menschen das Ziel und der Zweck der Angebote sind und sie daher die Richtung der Entwicklung vorgeben müssen. Ein ganz wichtiger Beitrag dabei ist der „Nueva-Ansatz“ aus Österreich, der Nutzern von Angeboten der Eingliederungshilfe die Bewertung der Ergebnisqualität überträgt.
Es gibt genug Themen und Ansätze für weitere „Kundenstudien“.
Unser Dank gilt den Finanziers dieses Forschungsvorhabens, allen voran der „Aktion Mensch“!

Dipl.-Psych. Reinald Purmann
Fachreferent
Der Paritätische Wohlfahrtsverband
LV Berlin
Berlin, im Frühjahr 2010

Vorwort
Das Forschungsprojekt „Kundenstudie“ – Unterstütztes Wohnen in Berlin entstand auf Initiative des Fachausschusses Behindertenhilfe der LIGA der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Berlin, unterstützt durch die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales. Nach mehrjähriger Forschungsarbeit liegt nun eine differenzierte qualitative Analyse des gegenwärtigen Stands der Behindertenhilfe im Bereich des Wohnens von Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung im Land Berlin vor.

Ausgangspunkt war die Frage nach der konkreten Umsetzung der Leitideen Selbstbestimmung und Teilhabe am Leben in der Gesellschaft, die durch die UN-Behinder¬ten¬rechtskonvention normative Bedeutung erlangt haben. In einem mehrdimensionalen Forschungsdesign wurden aktuelle Entwicklungen und Handlungsbedarfe aus unterschiedlicher Perspektive betrachtet und in Eckpunkten für ein Strategiekonzept verdichtet, das konkrete Maßnahmen auf der Ebene des Individuums und seiner Lebenswelt sowie auf der Ebene des Hilfesystems und des Sozialraums benennt. Dabei finden individuelle Bedarfslagen Berücksichtigung, die z. B. durch Alter und Geschlecht, den kulturellen Hintergrund oder die Behinderung bedingt sind. Angesichts der Komplexität des Berichts ist jedem Hauptkapitel zur schnellen Orientierung eine kurze Zusammenfassung mit Handlungsempfehlungen vorangestellt. Das erste Kapitel gibt einen Überblick über zentrale Erkenntnisse.

Die Ergebnisse der KUNDENSTUDIE geben vielfältige Impulse zur Weiterentwicklung der wohnbezogenen Unterstützungsleistungen. Sie basieren auf den Erfahrungen, Vorstellungen und Einschätzungen von Menschen mit Behinderung und ihren Angehörigen sowie von Expertinnen und Experten in Verantwortungsbereichen innerhalb und außerhalb der Behindertenhilfe und Vertreterinnen und Vertretern der Bezirks- und Senatsverwaltungen. Ihnen allen sagen wir für Ihre Bereitschaft zur Mitwirkung herzlichen Dank!

Bemerkenswert ist die große Zahl der behinderten Menschen, die an der Studie beteiligt waren. Über 250 Frauen und Männer mit Behinderung haben an Fragebogenerhebungen, Interviews und Workshops mitgewirkt. Dadurch konnten – im Sinne partizipativer Forschung – ihre subjektiven Erfahrungen in ihrer Lebenswelt und ihre Veränderungsvorschläge ermittelt werden. Zentrale Ergebnisse der KUNDENSTUDIE werden in einer separaten Broschüre in leichter Sprache verfasst und verbreitet, damit die Impulse auch von den Betroffenen aufgegriffen und umgesetzt werden können.

An der Erhebung und Analyse der Daten sowie an der Organisation und Durchführung der Projektaktivitäten waren viele Menschen beteiligt. Mein besonderer Dank gilt Dr. Birgit Steffens, die als wissenschaftliche Mitarbeiterin die Projektaktivitäten mit großem Engagement durchgeführt bzw. unterstützt und die konzeptionelle Arbeit durch konstruktive fachliche Impulse aus der sozialraumorientierten Sozialen Arbeit bereichert hat. Das Themenfeld „Migration und Behinderung“ wurde von Janna Harms bearbeitet, Michael Komorek hat projektbezogene Erhebungen zum Handlungsfeld „Alter und Behinderung“ durchgeführt. Elke Kuchinke und Selma Pfennigwerth gaben als studentische Hilfskräfte durch ihre umsichtige und kompetente Unterstützung den Projektaktivitäten einen verlässlichen Rahmen. Der multidisziplinär zusammengesetzte Projektbeirat hat die Durchführung der Studie mit wertvollen Anregungen und kritischen Diskussionen konstruktiv begleitet. Besonders hervorheben möchte ich die kontinuierliche Unterstützung der Projektarbeit durch unsere Kooperationspartner, Frau Dr. Metzler (Universität Tübingen) und Herrn Purmann (Paritätischer Wohlfahrtsverband Berlin).

Allen Genannten sagen wir an dieser Stelle herzlichen Dank für die Mitwirkung am Projekt. Der Dank schließt alle anderen Mitwirkenden ein, die nicht namentlich genannt wurden.

Ohne die großzügige Unterstützung der Förderer des Forschungsvorhabens wäre die breit angelegte Durchführung des Projekts nicht möglich gewesen. Wir danken Aktion Mensch, die durch die Förderung des zukunftsweisenden Projekts ein Signal für neue Wege in der Behindertenhilfe gesetzt hat, sowie der Heidehof-Stiftung, der D. Ludwig Schlaich Stiftung und der Franz-Neumann-Stiftung für Behinderte.

Wir hoffen, dass die Erkenntnisse der KUNDENSTUDIE auf fruchtbaren Boden fallen und Anstoß für Diskussionen und Strategien zur Verbesserung der Teilhabe von Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung geben.

Für das Projektteam:

Prof. Dr. Monika Seifert
Projektleitung der KUNDENSTUDIE
Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin
Berlin, April 2010



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