Trommler | Kulturmacht ohne Kompass | Buch | 978-3-412-21119-6 | sack.de

Buch, Deutsch, 732 Seiten, Format (B × H): 168 mm x 236 mm, Gewicht: 47 g

Trommler

Kulturmacht ohne Kompass

Deutsche auswärtige Kulturbeziehungen im 20. Jahrhundert
1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-412-21119-6
Verlag: Böhlau

Deutsche auswärtige Kulturbeziehungen im 20. Jahrhundert

Buch, Deutsch, 732 Seiten, Format (B × H): 168 mm x 236 mm, Gewicht: 47 g

ISBN: 978-3-412-21119-6
Verlag: Böhlau


Deutschlands Weltmachtambitionen wurden im 20. Jahrhundert von einer vielstimmigen Mobilisierung deutscher Kultur begleitet, die neben einer großen Anzahl ästhetischer Innovationen auch barbarische Exzesse zeitigte. Frank Trommler unternimmt zum ersten Mal eine zusammenhängende Darstellung dieser Mobilisierung seit 1900 in ihrem Wechselverhältnis mit Frankreich, Großbritannien, Italien, Polen, der Sowjetunion und den USA. Er stellt die Arbeit der 1920 im Auswärtigen Amt eingerichteten Kulturabteilung in den Kontext dieser Entwicklungen und verfolgt mit neuen Materialien und Archivquellen die offizielle auswärtige Kulturpolitik der Weimarer Republik, des Dritten Reichs, der Bundesrepublik und der DDR bis zur Wiedervereinigung 1990. Der Einsatz von Kultur und Wissenschaft in den beiden Weltkriegen erfährt ebenso breite Beachtung wie das Verhältnis des Deutschen Reiches zu Österreich, den deutschen Auswandererkulturen und dem Judentum. Mit dieser ausgreifenden Agenda erweist sich das Thema auswärtiger Kulturbeziehungen als Schlüssel für das Verständnis moderner internationaler Geschichte.

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Weitere Infos & Material


Inhalt
Einleitung
1. Kapitel
Die kulturelle Ausstellung der (neuen) Nation
Deutsche Kunst auf der Weltausstellung in St. Louis 1904
Schlüsselbegriffe: Modernismus, auswärtige Kulturpolitik, Kulturmacht
Entstehen der Kunstkonkurrenz zwischen Frankreich und Deutschland
Auswärtige Kulturpolitik als Ergebnis eines Wechselverhältnisses
Möglichst unsichtbar: das Auswärtige Amt
Deutsche Kultur: Definitionen und Diskurse um 1900
Reformagenda versus wilhelminisches Prestigedenken
Pionierrollen: französische Kulturpolitik, deutsche Wissenschaftsorganisation
Preußens Innovationen
Kaiser Wilhelm II. als Schausteller auswärtiger Kulturpolitik
Internationalismus als Faktor auswärtiger Kulturpolitik
Die wissenschaftliche Vormacht und ihre Illusionen
Erprobungsterrain Amerika
Bethmann Hollweg, Lamprecht und die Probleme kultureller Auslandsarbeit
Die Werkbundausstellung in Köln 1914
2. Kapitel
Deutsche Kultur: nationale Kultur? Eine kritische Gegenbilanz
Der Nationalstaat als unzuverlässiger Kompass für Kultur
Zugzwänge der Nationalstaatsgründung
Die andere kulturelle Präsenz: Auswandererkulturen
Kolonialismus und Westorientierung
Das Verhältnis zum Osten
Einbezug und Ausgrenzung Österreichs
Österreich und die deutsche Kulturnation
Mehrfachidentitäten und Außenperspektiven
Juden und die deutsche Kultur
3. Kapitel
Der Krieg um die Kulturmacht
Die Gleichsetzung von Kultur und Militär
Kulturkrieg und die „Ideen von 1914“
Das andere Augusterlebnis
Russische und amerikanische Reaktionen
Reichsdeutsche, Auslandsdeutsche und die völkische Intervention in der Kultur
Zerstörung der Kultur?
Unter Verbündeten: Kultur in den deutsch-österreichischen Beziehungen
Trotz Krieg: Die internationale Resonanz der Werkbund-Kultur
Ein (halb) offenes Fenster: Neutrale Länder
Hässliche Deutsche, moderne Deutsche: Wertungen von außerhalb
Die preußische Denkschrift über Auslandsstudien
Sympathisanten: Die Juden im Ersten Weltkrieg
Militärmacht als Kulturmacht
Schlachtfeld Wissenschaft
4. Kapitel
Die Kulturpolitik der Weimarer Republik
Stresemanns Fazit
Kulturpolitik als Weimars Chance
Die Widersprüche auswärtiger Kulturpolitik nach dem Kulturkrieg
Isolation, Modernität und Kunstdiplomatie des neuen Staates
Boykott und Selbstboykott der deutschen Wissenschaft
Deutsch-französische Konfrontation: Schlechte Verlierer, schlechte Sieger
Berlins Rolle als Kulturhauptstadt Osteuropas
Berlin und Wien: Verfestigte Kulturachse
Minderheiten und die Ethnifizierung von Kultur
Nach Locarno: Die zweite Phase auswärtiger Kulturpolitik
Begegnungstheorie und nationaler Aufbruch der Jugend um 1930
Internationalismus: Feind nationaler Kultur?
Gegen die Krise: Hoffnung und Vielfalt des internationalen Kulturaustauschs
5. Kapitel
Die Mobilisierung deutscher Kultur im Dritten Reich
Auswärtige Kulturpolitik und Hitlers rassische Kulturagenda
Kultur als Instrument bei der Staats(neu)gründung
Kulturpolitik, Propaganda und das Erbe des Ersten Weltkrieges
Die Ausgrenzung der Juden: Flucht, Vernichtung, Weitermachen
Machtkämpfe um auswärtige Kulturpolitik 1933–1937
Wissenschaftsemigranten
Kultur im Auslandseinsatz: Werbung um Polen, Großbritannien, Italien
Die Kultur-Achse: Mussolinis Italien als Partner und Rivale
Das ‚andere Deutschland‘ im Exil
Nationalsozialistische Kulturpolitik gegenüber Frankreich
Die Rolle der Wissenschaft für die Außenwirkung deutscher Kultur
Die Mobilisierung nationaler Kultur im Zweiten Weltkrieg
Kultur als höchste Form von Propaganda – Kriegsausgabe
Österreich: Anschluss und Abschluss
6. Kapitel
Nach 1945: Die ost- und westdeutschen Erben der Kulturmacht
Fünf Tage nach der Kapitulation
Erste kulturelle Auslandskontakte der Bundesrepublik und ihre Erblasten
Die Abrechnung findet in Berlin statt
Das Ende der Kulturmacht und die Abwendung vom Osten
„Heisenberg, ihr seid alle zweitklassig“
Exkurs: Die Kulturpolitik der vier Besatzungsmächte
Sowjetunion
Vereinigte Staaten
Großbritannien
Frankreich
Auswärtige Kulturbeziehungen der Bundesrepublik: Vom zweiten Gleis zur dritten Bühne
Sowjetische Kulturpolitik als Anker und Fessel für die DDR
Antifaschistische Gründungsmythen und die Notwendigkeit von Kulturpolitik
Zweimal deutsche Kulturpolitik, von außen gesehen
Der Umbruch im Denken über Kultur und auswärtige Kulturpolitik
Die große Zeit des internationalen Brückenbaus
Auswahlbibliografie
Personenregister


Trommler, Frank
Frank Trommler war von 1970-2007 als Professor für Germanistik und Komparatistik an der University of Pennsylvania in Philadelphia, mit Gastprofessuren in Princeton und an der Johns Hopkins University beschäftigt. Er war Präsident der German Studies Association (1991/92) und Direktor des Humanities Program am American Institute for Contemporary German Studies in Washington (1995-2003). 2004 erhielt er das Bundesverdienstkreuz für die kulturelle Vermittlung zwischen Deutschland und den USA.

Frank Trommler ist Professor em. für deutsche Literatur und Kultur an der University of Pennsylvania in Philadelphia.



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